Broder zieht sich natürlich zurück

Zunächst kündigte Henryk Broder unter großem Mediengetöse an, für den Vorsitz den Zentralrates kandidieren zu wollen (siehe hier) und rechnete vor großem Publikum mit dem Zentralrat ab und nun zieht er, wenn es konkret wird und Taten folgen sollten, seine Ankündigung zurück. Schuld daran sind natürlich andere, wie SPIEGEL-online schreibt:

Seinen Rückzieher von der Kandidatur begründet der SPIEGEL-Autor jetzt damit, dass Deutschland zwar “Unruhestifter, Querdenker und Seiteneinsteiger” liebe, “aber nur so lange, wie sie darauf achten, dass alles so bleibt, wie es ist”. Broder stellt klar: “Ich mache es nicht. Ich bin weder größenwahnsinnig noch vergnügungssüchtig.” von hier

Deutschland ist also nicht bereit für Broder – bescheiden, bescheiden. Vielleicht war nie mehr als viel Aufmerksamkeit gewollt?

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das mit der Aufmerksamkeitsmasche war doch von vorn herein klar. Leider hat er mit seiner Methode die angebrachte Kritik am ZR desavouiert.
    Die Kritik, selbst von ihm, ohne den ganzen Kandidaturschmonzes hätte vielleicht was gebracht, aber so?
    Gitt Woch
    Shabbes-Goi

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  2. @Yoav:Genau das ist es, was Broder mit seinem Quatsch erreicht hat!
    Es geht nicht darum, den Laden dicht zu machen, sondern ihn den realen Erfordernissen entsprechend umzugestalten und den gegenwärtigen Bedürfnissen anzupassen. Die Staatsknete, die in den Zentralrat fließt, hat nichts damit zu tun, dass der Regierung irgendetwas per se an einem vitalen Judentum in der BRD liegt, sondern das ist immer noch “Wiedergutmachungs-Asche”, “Schlechtes Gewissen Penunze”, und die sollte doch im Sinne der Sache verwendet werden.

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  3. @Yoav Es ist nicht schwer, all die Dinge zu kritisieren und groß anzuprangern, wenn man selber nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen oder das nie jemals selber getan hat. Versprochen wurde schon viel, gehalten nicht.

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  4. Schabbat Schalom Sameach – Fröhlichen FeiertagsFrieden,
    vor allem an Yoav.
    Hey, nicht immer soooo hoffnungslos. Vor der hoffnungsvollen Alternative kommt die SystemKritik –
    und vor der SystemKritik die realistische Wahrnehmung;
    ohne Hoffnung kann man die Wirklichkeit schwer ertragen – und als Mensch mit Gefühlen kaum erfassen.
    Broders Formalistisch-zynischer (Falschaussagen-)Faktizismus sollte man eine Jüdische Gedankenwelt entgegenstellen – vielleicht ist selbst der ZR ohne Kramer,… und evtl. ohne Knobloch noch genießbar.
    Für die nächste Runde sollten wir fitter sein und nicht Hampelmännchen von Selbstdarsteller spielen müssen!
    Hmmm…. was tun? Git Shabbes, salomon

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