Auf der anderen Seite

Einige, persönliche, introspektive Gedanken nach Jom Kippur.
Auf der anderen Seite von Jom Kippur angekommen… ich hoffe, alle anderen Leserinnen und Leser auch. Dieser Jom Kippur war für mich ein Novum, weil ich das erste Mal die Neilah nicht erlebt habe. Kurz vorher demonstrierte der Körper, dass er seine eigene Meinung zum Ausbleiben von Speis und Trank hatte und ermöglichte seinem Bewohner eine horizontale Perspektive. Vollständiger Kollaps. Sehr unangenehm.
Angenehm war es zuvor in der Synagoge. Sehr lebendig das Spiel darum, wann man den Torahschrank öffnet und wann er geschlossen bleibt. Der Rabbiner, der zweite Vorbeter, sein Begleiter und ich hatten offenbar vollkommen andere Machsorim mit jeweils eigenem Nussach. Es stellte sich heraus, dass die russischen Machsorim Nussach haAri, also Chabadmachsorim waren, der des Rabbiners wohl die Machsorauflage des Rinat Israel, der Begleiter eine Ausgabe des neuen Machsors aus Frankfurt. Ich nutzte eine ArtScrollausgabe (im nächsten Jahr wohl eher Koren). Früher wurde der Rödelheimer Machsor verwendet – der enthält jedoch kein Untane Tokef für Jom Kippur. Dynamik also immer dann, wenn jemand aufstand, um den Vorhang zur Seite zu ziehen und viele der Meinung waren, dass gerade jetzt nicht Zeit dazu sei…
Eine große Mechilah erging bereits hier, auf der anderen Seite hatte ich auch fest mit einer solchen gerechnet von Personen, auf die ich im vergangenen Jahr zugegangen war und denen ich die Hand reichte (Stichwort Wir haben bereits jemanden der das macht und dann Wochen später wieder fragt, wer etwas ehrenamtlich übernimmt). Kurz vor Jom Kippur verstarb aber auch ein jüdischer Mann aus meinem Umfeld, der kein entsprechendes Begräbnis erhalten konnte, weil man ihm die Mitgliedschaft in der Gemeinde verwehrte. Er wandte sich erst im letzten Abschnitt seines Lebens der Gemeinde zu und fand, es war Zeit, sich vielleicht noch ein wenig zu engagieren, auch wenn ihm der religiöse Zugang fehlte. Die wollte ihn jedoch nicht aufnehmen und so bestatten ihn nichtjüdische Verwandte so, wie sie es für richtig hielten.
In kurzen Worten: Im kommenden Jahr gibt es noch ausreichend Möglichkeiten, aus der Welt einen besseren Ort zu machen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oj Chajm, ich konnte Neilah zwar erleben, doch mein Körper hat auch recht stark rebelliert. Meine Hände haben den ganzen Tag gezittert und am Abend hätte ich mich in der Synagoge fast übergeben. Ansonsten war es bei uns aber sehr schön – auch wenn man den Vorhang (warum auch immer) nur bei der Torah-Lesung am Morgen und beim Schofar am Abend zur Seite zog.
    Mit dem Machsorim hatten wir auch einige Probleme. Für die Deutschsprachigen(4Leute) gab es Tefilat Amcha und ansonsten gab es russische Machsorim von der ZWST, die allerdings nur hebräische und deutsche Texte enthielten. Die meisten Gemeindemitglieder können die hebräischen Texte jedoch nicht lesen(was im Siddur für Schabbat dank einer Transkription in kyrillische Buchstaben kein Problem darstellt) und daher waren akustisch meistens auch nur 3-4 Leute am Gebet beteiligt – eben nur wir deutschen Juden. Zum Einen, weil wir die hebräischen Texte lesen können und zu Anderen weil auch Tefilat Amcha eine Transkription enthält.

    Das mit dem verstorbenen Mann scheint mir eine echte Schande zu sein, gerade in den 10 Tagen. Warum wird einem jüdischen Menschen die Gemeindemitgliedschaft verwehrt? Unglaublich…

    Antworten

  2. @ Chajm & @ all: “Yom Kippur aus der horizontale Perspektive”
    Tja, Baleblog, könnte es sein, dass Du die Anleitung zum Shofar-Reinigen von Rabbiner Apel in der jüdischen Allgemeinen etwas mißverstanden hast.
    Du hättest das Shofar nur mit Wodka füllen sollen,
    nicht den selbigen danach austrinken.
    Pardon, slicha, wer der Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, kannst es schonmal auf die Liste für RoschHaschana 5771 setzen.

    Aber nochmal, wenn auch etwas verspätet zum Fasten:
    nicht umsonst habe ich unter https://www.sprachkasse.de/blog/2009/09/18/schanah-tovah-5770/#comment-58232
    ganz ersnthaft nachgefragt, wer von Roscheschone bis JomKipper durchfastet.
    Das Nichtessen und Nichtrinken von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang hat nämlich
    jenseits der hier berschriebenen körperlichen Symptome, horizontaler Black-Out und Händezittern,
    und zugegebenermaßen dem Erfüllen der Mitzvah sowie einer gewissen Selbstkasteiung, die ich aber eher dem katholischen Lager zuschreiben würde, keine echten Effekte und eigentlich auch nichts mit Fasten zu tun.
    An diesem einen Tag hat man nur Hunger & Durst, aber im Körper passiert ansonsten nichts.
    Wenn man das Fasten zu Yom Kippur als eine Reinigung des Körpers mit positiven Nebeneffekten
    für Geist und Psyche betreiben, sich selbst also sozusagen “kaschern” will, braucht es etwas mehr Aufwand und Zeit, denn es dauert etwas, bis sich der Körper in den Fastenmodus umstellt,
    es hat dann aber auch nicht die unliebsamen Nebenwirkungen
    wie das KurzzeitausdemStandFasten
    und ist im Grunde einfacher und bekömmlicher.

    Hier also der ultimative Shabbes-Goi-Yom-Kippur Fastenfahrplan:

    4. tischri:
    passend zu Rosch-Haschana gibt es zur Einstimmung Apfel,
    und zwar einen geriebenen in eine Schüssel Haferschleim.
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    5. tischri
    Je ein geriebener Apfel und eine Tasse warme Gemüsebrühe,
    muß nicht gleichzeitig genossen werden,
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    6. tischri
    Je eine Tasse warme Gemüsebrühe
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    7. tischri erster Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    8. tischri zweiter Fastentag:
    Sommerschlußverkauf, alles muß Raus:
    Achtung zartbesaitete Seelen, an dieser Stelle wird es etwas sehr profan:
    entweder am Abend oder am Morgen sollte der Darm einmal komplett geleert und gereinigt werden,
    um sich wirklich zu entgiften und den Körper auch richtig auf den Fastenmodus umzustellen..
    Dazu gibt es drei Methoden:

    1. Ein Einlauf mit zwei bis drei Litern körperwarmen Wasser,
    nicht jedermanns Sache, meine auch nicht

    2. Glaubersalz:
    siehe hier http://www.gesund-heilfasten.de/blog/glaubersalz-rezept/
    Ist schnell und leicht zu bewerkstelligen, aber auch etwas radikal

    3. nicht nur für Yo-jews und Bu-jews:
    Kriyas – Uddhiyana: vollständige Entleerung per Yoga.
    man nehme 2 Liter lauwarmes Wasser, rühre wegen der Osmose zwei gestrichen Esslöffel ganz normales Speisesalz ein,
    bis es sich aufgelöst hat und trinke das ganze langsam und in aller Ruhe glasweise.
    Dauer so circa eine halbe Stunde.
    Danach befolge man folgende Yoga-übungen
    ( Achtung nicht von den Fotos abschrecken lassen und auch nur Uddhiyana Bandha, Agni Sara & Nauli machen,
    nicht Kunjar Kriya oder Basti.
    http://www.yoga-vidya.de/Yoga–Artikel/Art-Artikel/Art_Kriyas.html#Uddhiyana

    Alle Drei Formen sollten nur in Nähe einer frei zugänglichen, nicht besetzten Toilette angewandt werden.
    Darüberhinaus:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    9. tischri dritter Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    10. tischri / Yom Kippur:
    vierter Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.
    Wer Yom Kippur unbedingt auch ohne Trinken durchmachen will,
    sollte unbedingt am 9. Tischri und 11. Tischri die Wasserration auf 3 Liter raufsetzen.

    11. tischri :
    fünfter Fastentag:
    Hier habt Ihr die Wahl: entweder ihr hängt diesen Tag als kompletten Fastentag dran,
    oder ihr beendet, dann geht es so weiter wie am 12. Tischri beschrieben.
    Wer diesen Tag fasten will:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    12. Tischri : erster Rückgewöhnungstag:
    Je eine Tasse warme Gemüsebrühe
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    13. Tischri:
    zweiter Rückgewöhnungstag:
    Je ein geriebener Apfel und eine Tasse warme Gemüsebrühe,
    muß nicht gleichzeitig genossen werden,
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    14. Tischri:
    dritter Rückgewöhnungstag:
    Je ein Apfel, geriebenen in eine Schüssel Haferschleim.
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    15. Tischri: Sukkot

    Wichtig: Natürlich während der ganzen Zeit kein Coffein, Alkohol in jedweder Form oder Nikotin.
    Da der Körper beim Fasten nicht nur über den Darm und die Nieren entgiftet,
    sondern auch über die Haut, kann es sein, dass man etwas anders riecht als gewöhnlich, also ein bis zwei extra Duschen einplanen.

    Ansonsten ist diese Methode sehr schonend, hat abgesehen vom Zeitaufwand keine unschönen Nebeneffekte,
    man kann seiner normalen Alltags- & Erwerbstätigkeit nachgehen,
    wenn man nicht gerade Möbelpacker ist,
    wobei ein bis drei Kurznickerchen von zehn Minuten über den Tag verteilt das Leben noch einfacher machen.
    Bei dem Zeitplan kommt man natürlich nicht umhin,
    je nachdem wie Yom Kippur fällt,
    an einem oder zwei Shabbot zu fasten.
    Yael & Yankel sind ja schon darauf eingegangen.
    Nur, ich denke mir, weil es ja ein spezielles Yom-Kippur Fasten ist,
    gilt eigentlich die Ausnahmeregelung. Man kann ja auch am Shabbes einfach anders fasten als man an
    einem Werktag fastet, entweder mit einem silbernen Stift im Mund,
    oder, ohne Scherz: trink beim Alltagsfasten Wasser und beim Shabbesfasten gefilterten Früchtetee.
    Kiddush & Fasten: ich würde keinem raten, aus dem Stand vom Fasten zu Challa oder Kiddush-Wein zu wechseln.
    Die Magenkrämpfe dürften kein Spaß werden.
    Aber, man kann ja die Broche für den Wein und die Challa weglassen,
    an beidem riechen und die Broche für Wohlgerüche sprechen.

    Also, wer Lust bekommen hat, es nächstes Jahr nach dieser Methode zu probieren,
    wir können ja gerne eine YomKippurSpezialFastenScypegruppe zum Austausch einrichten.
    Gitt Woch
    euer
    Shabbes-Goi

    Antworten

  3. P.S.: Nachtrag zu Fasten am Shabbes & Kiddusch:
    Wer am Shabbes fastet, sollte in Erwägung ziehen, beim Kiddush eventuell auf das Händewaschen zu verzichten, denn er dürfte ja erst wieder nach dem Genuß von Challa sprechen und dass könnte je nach Kalenderlage ja dann erst eine Woche später sein. Fasten und Schweigen wäre ja eventuell etwas viel verlangt.

    Antworten

  4. @ Chajm & @ all: “Yom Kippur aus der horizontale Perspektive”
    Tja, Baleblog, könnte es sein, dass Du die Anleitung zum Schofarreinigen von Rabbiner Apel
    in der jüdischen Allgemeinen etwas mißverstanden hast.
    Du hättest das Shofar nur mit Wodka füllen sollen,
    nicht den selbigen danach austrinken.
    Pardon, slicha, wer der Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen,
    kannst es schonmal auf die Liste für RoschHaschana 5771 setzen.

    Aber nochmal, wenn auch etwas verspätet zum Fasten:
    nicht umsonst habe ich unter schanah-tovah-5770
    ganz ersnthaft nachgefragt, wer von Roscheschone bis Jom Kipper durchfastet.
    Das Nichtessen und Nichtrinken von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang hat nämlich
    jenseits der hier berschriebenen körperlichen Symptome, horizontaler Black-Out und Händezittern,
    und zugegebenermaßen dem Erfüllen der Mitzvah sowie einer gewissen Selbstkasteiung, die ich aber eher dem katholischen Lager zuschreiben würde, keine echten Effekte und eigentlich auch nichts mit Fasten zu tun.
    An diesem einen Tag hat man nur Hunger & Durst, aber im Körper passiert ansonsten nichts.
    Wenn man das Fasten zu Yom Kippur als eine Reinigung des Körpers mit positiven Nebeneffekten
    für Geist und Psyche betreiben, sich selbst also “kaschern” will,
    braucht es etwas mehr Aufwand und Zeit, den es dauert etwas, bis sich der Körper in den Fastenmodus umstellt,
    es hat dann aber auch nicht die unliebsamen Nebenwirkungen
    und ist im Grunde einfacher und bekömmlicher.

    Hier also der ultimative Shabbes-Goi-Yom-Kippur Fastenfahrplan:

    4. tischri:
    passend zu Rosch-Haschana gibt es zur Einstimmung Apfel,
    und zwar einen geriebenen in eine Schüssel Haferschleim.
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    5. tischri
    Je ein geriebener Apfel und eine Tasse warme Gemüsebrühe,
    muß nicht gleichzeitig genossen werden,
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    6. tischri
    Je eine Tasse warme Gemüsebrühe
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    7. tischri erster Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    8. tischri zweiter Fastentag:
    Sommerschlußverkauf, alles muß Raus:
    Achtung zartbesaitete Seelen, an dieser Stelle wird es etwas sehr profan:
    entweder am Abend oder am Morgen sollte der Darm einmal komplett geleert und gereinigt werden,
    um sich wirklich zu entgiften und den Körper auch richtig auf den Fastenmodus umzustellen..
    Dazu gibt es drei Methoden:
    1. Ein Einlauf mit zwei bis drei Litern körperwarmen Wasser,
    nicht jedermanns Sache, meine auch nicht
    2. Glaubersalz:
    Link im folgenden Kommentar
    Ist schnell und leicht zu bewerkstelligen, aber auch etwas radikal
    3. nicht nur für Yo-jews und Bu-jews:
    Kriyas – Uddhiyana: vollständige Entleerung per Yoga.
    man nehme 2 Liter lauwarmes Wasser, rühre wegen der Osmose zwei gestrichen Esslöffel ganz normales Speisesalz ein,
    bis es sich aufgelöst hat und trinke das ganze langsam und in aller Ruhe glasweise.
    Dauer so circa eine halbe Stunde.
    Danach befolge man folgende Yoga-übungen
    ( Achtung nicht von den Fotos abschrecken lassen und auch nur Uddhiyana Bandha, Agni Sara & Nauli machen,
    nicht Kunjar Kriya oder Basti.
    Link im folgenden Kommentar

    Alle Drei Formen sollten nur in Nähe einer frei zugänglichen, nicht besetzten Toilette angewandt werden.
    Darüberhinaus:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    9. tischri dritter Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    10. tischri / Yom Kippur:
    vierter Fastentag:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.
    Wer Yom Kippur unbedingt auch ohne Trinken durchmachen will,
    sollte unbedingt am 9. Tischri und 11. Tischri die Wasserration auf 3 Liter raufsetzen.

    11. tischri :
    fünfter Fastentag:
    Hier habt Ihr die Wahl: entweder ihr hängt diesen Tag als kompletten Fastentag dran,
    oder ihr beendet, dann geht es so weiter wie am 12. Tischri beschrieben.
    Wer diesen Tag fasten will:
    Ausreichend Wasser nach persönlichem Bedarf, 2 Liter mindestens,
    morgens ein Glas warmes Wasser mit einer gehäuften Messerspitze jodiertem Speisesalz
    alternativ Früchtetee, aber bitte nach dem Aufguss nochmal durch einen Kaffeepapierfilter
    laufen lassen, damit keine Schwebstoffe mehr drin sind.

    12. Tischri : erster Rückgewöhnungstag:
    Je eine Tasse warme Gemüsebrühe
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    13. Tischri:
    zweiter Rückgewöhnungstag:
    Je ein geriebener Apfel und eine Tasse warme Gemüsebrühe,
    muß nicht gleichzeitig genossen werden,
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    14. Tischri:
    dritter Rückgewöhnungstag:
    Je ein Apfel, geriebenen in eine Schüssel Haferschleim.
    Abends – Morgens – Mittags
    Dazu ausreichend Wasser oder Früchtetee nach persönlichem Bedarf

    15. Tischri: Sukkot

    Wichtig: Natürlich während der ganzen Zeit kein Coffein, Alkohol in jedweder Form oder Nikotin.
    Da der Körper beim Fasten nicht nur über den Darm und die Nieren entgiftet,
    sondern auch über die Haut, kann es sein, dass man etwas anders riecht als gewöhnlich,
    also ein bis zwei extra Duschen einplanen.

    Ansonsten ist diese Methode sehr schonend, hat abgesehen vom Zeitaufwand keine unschönen Nebeneffekte,
    man kann seiner normalen Alltagstätigkeit nachgehen, wenn man nicht gerade Möbelpacker ist,
    wobei ein bis drei Kurznickerchen von zehn Minuten über den Tag verteilt das Leben noch einfacher machen.
    Bei dem Zeitplan kommt man natürlich nicht umhin, je nachdem wie Yom Kippur fällt,
    an einem oder zwei Shabbot zu fasten.
    Yael & Yankel sind ja schon darauf eingegangen.
    Nur, ich denke mir, weil es ja ein spezielles Yom-Kippur Fasten ist,
    gilt eigentlich die Ausnahmeregelung. Man kann ja auch am Shabbes einfach anders fasten als man an
    einem Werktag fastet, entweder mit einem silbernen Stift im Mund,
    oder, ohne Scherz: trink beim Alltagsfasten Wasser und beim Shabbesfasten gefilterten Früchtetee.
    Kiddush & Fasten: ich würde keinem raten, aus dem Stand vom Fasten zu Challa oder Kiddush-Wein zu wechseln.
    Die Magenkrämpfe dürften kein Spaß werden.
    Aber, man kann ja die Broche für den Wein und die Challa weglassen,
    an beidem riechen und die Broche für Wohlgerüche sprechen.

    Also, wer Lust bekommen hat, es nächstes Jahr nach dieser Methode zu probieren,
    wir können ja gerne eine YomKippurSpezialFastenScypegruppe zum Austausch einrichten.
    Gitt Woch
    euer
    Shabbes-Goi

    Antworten

  5. Gut Chodesch.

    Ich war J”K in Zürich. Dort wird offiziell aus dem Rödelheimer gebetet (südjekkischer Nussach). (Ohne Pause von 8-20h, nach Mussaf kommt direkt Mincha…) Das weicht aber nicht unerheblich von der “allgemein-aschkenasischen” Gebetsordnung ab. (Deswegen bietet Morascha auch zwei Ausagen des J”K-Machsor an, “norddeutsch” und “süddeutsch”, siehe http://morascha.ch/detail.php?productid=97 bzw http://morascha.ch/detail.php?productid=16) Auffälliger Unterschied z. B.: Slichot im Rödelheimer auch für Schacharith, Mussaf und Mincha.
    Rödelheim parallel zu z. B. Artscroll zu benutzen, stelle ich mir recht schwierig vor.

    Antworten

  6. “Rödelheim parallel zu z. B. Artscroll zu benutzen, stelle ich mir recht schwierig vor.”

    Ich habe Jom Kippur mit dem Machsor von Morascha (süddt.) in einer Schulmit ostaschk. Ritus gedawent und hatte keine großen Probleme.

    Gut Chodesch!

    Antworten

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