Bereit für die Hohen Feiertage?

Bereit für die Hohen Feiertage? Nicht, was Schuwah etc. anbelangt, sondern Sicherheit… Ein Beispiel aus New York:

Dank an Jewschool.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

61 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein jüdisches Volk gibt es, daran gibt es doch nichts zu rütteln. Wie kann man denn ein religiöser Jude sein, wenn man gleichzeitig den Gedanken der Volkszugehörigkeit ablehnt? Was ist dann mit dem Exodus? Was ist dann mit den Makkabäern? Was ist mit dem Bund? Das alles wäre dann hinfällig und der jüdische Glaube einfach nur absurd.
    Ich weiß nicht, warum man sich im Reformjudentum so schwer damit tut. Es mag vielleicht in seinen Ursprüngen liegen, in denen es nicht unbedingt um eine kultische Reform ging, sondern einfach um Integration. Integration kann aber nur erfolgreich sein, wenn man trotz aller Anpassung zu seiner Eigenart steht und diese in das gesellschaftliche Miteinander einbringt. Tut man das nicht, befindet man sich sehr schnell in der Assimilation und damit in einer gescheiterten Integration. Will man im “völkischen” Sinne Deutscher statt Jude/Israelit sein, ist der Schritt zum Christ-Sein-Wollen, um die Kultur der neuen nationalen Identität anzunehmen, auch nicht mehr weit weg. Große Teile des deutschen Judentums sind darauf reingefallen und haben ihre Jüdischkeit letztendlich vollkommen negiert.
    Ich weiß nicht, warum man bei diesem Thema so streiten muss.
    Mir scheint, dass wir einen Nazi-Komplex haben – Die Nazis haben uns zu einer eigenen Rasse gemacht, was doch eng mit dem Begriff “Volk” zusammenhängt(so meint man oft) und deswegen dürfen wir uns selbst auf keinen Fall als Volk sehen…nicht dass die Nazis doch noch recht gehabt hätten *Ende der Ironie*
    Der Unterschied ist aber der, dass die Nazis uns nicht als ein eigenständiges Volk, sondern als eigenständige Rasse betrachtet haben. Volk und Rasse lassen sich jedoch nicht gleichsetzen. Wir sollten einfach über diesen irren Wirrungen stehen.
    Das jüdische Volk, das ist ein ein Fakt…das sagt die Geschichte und das sagt die Torah.
    In meinem Blog schrieb ich auch mal was dazu:
    http://ronyitzchak.wordpress.com/2009/05/25/kann-ein-jude-deutscher-sein/

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  2. @Ron Letztendlich ist die Frage, wie Du Volk definierst. Böse Reintappfalle. Das steht der Diskussion im Wege. Gehören Juden zum Am Jisrael? Ja. Ohne Zweifel, das tun sie. Volk Jisrael bedeutet in diesem Sinne etwas anderes, als etwa das albanische Volk (keine Ahnung, ob das ein gutes Beispiel ist).

    @Yoav: Ja – das ist wohl eine sehr präzise Definition.

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  3. @Yoav: Öh. Was ist denn unverständlich?
    Was Du als zweites schreibst (57), klingt doch logisch und entspricht doch dem, was ich unter Nummer 55 schrieb. Man verwendet im Diskurs nicht Volk Israel sondern direkt Am Jisael…

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  4. Man sollte vielleicht auch mal erwähnen, dass das gemeinsame jüdische “Narrativ” in einer Sammlung von Texten codiert ist, die nicht nur Geschichte und “Kult”-regeln beschreiben, sondern auch so vermeintlich profane Dinge wie etwas, was man in modernen, nicht ganz passenden Begriffen als Zivil- und Strafrecht bezeichnen und unmittelbar mit staatlichen Strukturen assoziieren würde. Nicht nur das: Dem Offenbarungsbericht am Sinai folgt dies unmittelbar, noch vor der Anleitung zum Bau des Heiligtums, und vor Beschreibung des Opferdienstes.
    (Man sollte vielleicht erwähnen, dass dieses Schubkastendenken der Torah tendenziell fremd ist: “Kult” und “Strafrecht” kommen aus derselben Quelle.)

    Speziell das (zur Zeit verlesene) 5. Buch Mose, Dewarim/Deuteronomium, ist voll von Bezügen auf die bevorstehende Landnahme. Natürlich soll auch und gerade aus strikt “religiöser” Sicht, also aus Sicht der Torah, “Am Israel” die “Torat Israel”, gegeben von “Elokei Israel” idealerweise in “Eretz Israel” verwirklichen. Es gibt aus der Sicht der Torah also offensichtlich nichts am Konzept eines Staats auszusetzen, im Gegenteil.

    Davon zu unterscheiden sind die Frage, inwiefern der moderne Staat Israel allein schon dadurch, dass die überwiegende Mehrheit seiner Bewohner jüdischer Abstammung sind, ein Jüdischer Staat ist. Und ob er geeignet ist, jüdische Kontinuität zu gewährleisten.

    YM

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  5. “schon dadurch, dass die überwiegende Mehrheit seiner Bewohner jüdischer Abstammung sind” – bei dir klingt es so, als wäre es ein lustiger Zufall, dass die überwiegende Mehrheit jüdisch ist (warum nur “jüdischer Abstammung”?). Aber es ist eben kein Zufall, sondern rührt von zwei Gründen her: Dass dieser Staat im jüdischen Land liegt; und dass dieser Staat sich als jüdischen Staat definiert und auch die entsprechende Gesetzgebung dazu liefert. Wäre dieser Staat in Uganda und würde die gesetzliche Lage fehlen, so wäre die Mehrheit keineswegs jüdisch. Darum ist es natürlich “schon” dadurch ein jüdischer Staat, wie er zu sein behauptet. Zur Kontinuität “geeignet” braucht er gar nicht zu sein – er *ist* die Kontinuität und die umfassendste Entfaltung jüdischen Lebens in allen Bereichen von Politik & Geist.

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