Gemischte Ehen die Regel?

In den USA offenbar nicht. Eine recht aktuelle Erhebung, der PEW Religious Landscape Survey sieht das jedenfalls nicht so. 69 Prozent der Juden heiraten andere Juden:
Ehepartner nach Religion
Die gesamte Umfrage ist hier zu finden.
Interessant sind auch die anderen Vergleiche Wer betet wie oft?, Wer wohnt wo?…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gerade die Umfragen zu „wer betet wie oft“ legen nahe, dass die Vergleichsbasis irrelevant ist: Die Juden beten fast genauso selten wie die Unaffiliated, manchmal sogar noch seltener. Wenn Religion für sie (statistisch betrachtet) eine recht geringe Rolle spielt, warum sollten sie relativ sehr oft ihresgleichen heiraten?

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  2. Aus juedischer Sicht scheint mir, vorsichtig formuliert,
    die Studie mit Vorsicht zu geniessen sein.
    Allein die Formulierung dieser Frage:

    „People practice their religion in different ways.
    Outside of attending religious services, do you pray
    several times a day,
    once a day,
    a few times a week,
    once a week,
    a few times a month,
    seldom,
    or never?“

    laesst schon sehr darauf schliessen,
    dass hier mit einer eher christlichen Brille gefragt wird.
    Das ist sicher keine uebliche Messlatte im Judentum.
    Aufschlussreich auch die gefalteten Haende.
    Auch die Frage nach „Literal Interpretation of Scripture“
    macht aus juedischer Sicht so ueberhaupt keinen Sinn.
    Wahrscheinlich gibt es noch mehr zu noergeln,
    aber fuer heute ist mal Schluss.

    YM

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  3. @Yankel Ja guter Punkt. Die Fragestellungen lassen einen gewissen Blickwinkel auf die Geschichte erkennen. Das würde auch bedeuten, wenn ich in jüdischer Nachbarschaft wohne und zum Schacharis, zum Minchah und zum Maariv zu einem Minjan gehe, bete ich schon nicht mehr zuhause 😉 also nur in einem religious service 🙂

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  4. Yankel:
    Frage nach Literal Interpretation of Scripture
    macht aus juedischer Sicht so ueberhaupt keinen Sinn.

    Macht schon Sinn. Humanistische, Reform-, Liberale und Masorti sehen eben keine „literal interpretation“. Orthodoxe schon.
    (sehr pauschalisiert)…

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  5. Naomi,

    sorry, das halte ich für vorurteilsbelasteten Unsinn.

    Orthodoxe lesen „Scripture“ stets durch die Brille
    von Chasal, Rischonim und späteren Kommentaren,
    und da kommen sehr oft ziemlich gewagte Dinge raus,
    die sich meilenweit von einer „literal interpretation“
    von „Scripture“ entfernen.
    Klassisches, berühmtes Beispiel: „Auge um Auge“.
    Scherzeshalber sagte ein Rabbiner hier mal über jemanden,
    der Tanach lernte, er lerne „die Chidduschim des
    Ribbono schel Olam auf Schas“.

    Andere Gruppen kennen doch Chasal und Rischonim kaum noch
    oder erklären sie für größtenteils irrelevant.

    Es stimmt, Orthodoxe halten „Scripture“ in den tradierten Interpetationen
    für verbindlich, andere nicht.
    Aber „literal“ ist was ganz anderes als „verbindlich“.

    YM

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  6. Hm, ok, ich sagte ja auch „sehr pauschalisiert“. Dachte da eher an : „in 6 Tagen wurde die Welt erschaffen“ oder so.
    Ich glaube auch, daß das eher die Art der Fragestellung war. In den USA gibt es ja einige fundamentale Christen, die der Meinung sind, daß G’tt die Dinosaurierknochen in der Erde vergraben hat, um die Menschen in ihrem Glauben zu prüfen etc…

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  7. @Naomi:
    Das schöne an der Knochentheorie ist:
    sie ist wissenschaftlich unwiderlegbar. *lol*
    In der Tat gibt es die wörtlich-6-Tage Theorie
    in Teilen der Orthodoxie auch.

    Aber wenn man sich darauf fokussiert,
    mißversteht man wohl, was die Torah sein will:
    Keine wissenschaftliche Exposition in Naturgeschichte,
    sondern eine Anleitung zum Leben.

    YM

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