Aufgepasst nach Schawuot

Heute erhielt ich von einem liberalen Minjan eine Einladung für den zweiten Tag Schawuot. So what? werden die orthodoxen Leser denken. Observante Liberale werden sich jedoch fragen, Warum? – wird doch in den meisten liberalen Gemeinden (hier eine Erklärung aus dem Buch Progressives Judentum), wie in Israel, ein Festtag gehalten. Das ist eigentlich auch keine große Sache, aber die Wochenabschnitte verabschieden sich voneinander für eine Weile. So werden in Israel und den nichtorthodoxen Synagogen andere Wochenabschnitte gelesen, als in den orthodoxen Gemeinden der Galut.
Erst mit Pinchas (am 11. Juli 2009) kommen wir wieder zusammen. Mir ist momentan kein deutschsprachiger jüdischer Kalender bekannt, der dies berücksichtigt.

Abweichungen in den Paraschot

Abweichungen in den Paraschot

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

30 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Chaim,

    die Frage habe wir uns vor kurzem auch gestellt, als wir den Shabbat für diese Woche planten. Feiern wir Erev Shabbat mit Erev Shavuot Sheni oder nur Erev Shabbat.

    Unsere Lösung ist, ein mehr oder weniger klassischen Shabbat-G’ttesdienst zu feiern, aber doch an der einen oder anderen Stelle an Shavuot “zu erinnern”. Besonderheiten herauszustellen und in Erinnerung halten, dass es neben der Tradition, wie wir sie leben, eine andere Tradition vorhanden ist, die wie unsere eine Lebendige ist. (Auch die Diaspora-Orthodoxie ist ein authentisches Judentum).

    Wir werden die zweite Nacht ebenfalls lernen.

    Adi

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  2. “Auch die Diaspora-Orthodoxie ist ein authentisches Judentum”

    – Ich musste jetzt wirklich laut lachen. Echt. Dieser Satz in diesem Zusammenhang ist so chuzpedik, dass er erst mal die Augenbrauen entstellt, dann aber ganz umkippt und, naja, unglaublich süß anmutet.

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  3. Gab es jemals ein authentisches Judentum? Wenn Ja, wann? Die Priester im Tempel? Das rabbinische Judentum? In beiden Phasen gab es bereits keine uniforme Gruppe, sondern konkurrierende Sichtweisen. Heute haben wir die auch und immer wird es auch Gruppen und Vertreter geben, die meinen sie hätten die einzig mögliche Wahrheit in ihrem Besitz…

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  4. Also von außen betrachtet war der Konflikt zwischen Homogenität und Heterogenität immer eine große Bereicherung
    und ganz besondere Qualität.
    Kein einfacher, aber ein sehr spannender und erkenntnisreicher Weg.
    Das mit dem “authentischem” hört sich natürlich auch gut
    und in gewisser Weise verführerisch an.
    Hat so was von Expertise und Echtheitszertifikat.
    Aber auch wenn das Judentum ja keine Religion ist,
    ist es grundsätzlich in seinen Grundvoraussetzungen immer noch ein Glauben oder zumindest von Glaubensfragen bestimmt.
    Und in Glaubensfragen gibt es eben kein Echtheitszertifikat,
    das ist ja gerade der Trick bei der Sache.

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  5. Ein befreundeter Rabbiner hat diesen Satz mal fallen lassen, als er (mal wieder) von orthodoxer Seite abgesprochen bekommen hat, erstens Rabbiner zu sein und zweitens überhaupt Judentum zu praktizieren.

    Die Chuzzpe besteht eigentlich ausschließlich darin, dass von orthodoxer Seite, nicht-orthodoxes Judentum als “nicht authentisch” diffamiert wird. Was ich mit der Wiederholung dieses Satzes im Zusammenhang mit Shavuot ausdrücken wollte, zugegeben, etwas spitz, dass beide Wege Shavuot zu feiern, mögliche innerhalb des Spektrums dessen sind, was wir alle als Judentum bezeichnen.

    Wenn wir den zweiten Tag in unseren G’ttesdiensten erwähnen, dann ist das ein Zeichen des Respektes für die Vielfallt und für orthodoxe Interpretationen und Traditionen. Eben eine mögliche, gleichwertige, authentische Variation.

    🙂

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  6. Ein Stück weit berührt die Frage nach dem Authentizitätsanspruch im Kern auch die Diskussion hier: https://www.sprachkasse.de/blog/2009/05/14/westbankreise/
    Zumindest gibt es Paralellen.
    Die schmerzliche Tatsache der Zerstörung des Tempels und der nachfolgende Galluth haben dazu geführt, dass es sehr spannende und wichtige Entwicklungen in der Adaption der Halacha und ihre Anpassung an die neue Realität im Galluth, also einem nicht homogenen jüdischen Umfeld gegeben hat. Und zwar eben ohne zentralisierten Sanhedrin und ohne institutionalisierter Cohen-Kaste. Die Vision von Erez Israel war
    dabei immer die für alle bindende Klammer, die die Widersprüche vereint hat. Jetzt gibt es Erez Israel real, aber es hat dadurch inhaltlich an der bindenden Kraft für die verschiedenen Strömungen verloren, vor allem dadurch, dass die Orthodoxen in Israel den Maßstab setzen. Bekommt also das Judentum durch die Orthodoxen in Israel katholische Züge ?
    Wäre ein Wiederaufbau des Tempels wirklich eine Bereicherung und ein Schritt nach vorne oder ein Schritt zurück zu einem Status, den man schon längst hinter sich gelassen hat ? Was bringt auf Dauer wirklich weiter, die Vision eines nicht existierenden Tempels oder ein realer Tempel mit der dazugehörigen Administration ?

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    • @Yoav Hast Du Dich angesprochen gefühlt? 😉
      Zumindest hat Adis Kommentar etwas bei Dir ausgelöst, was Widerspruch verursachte… üblicherweise ärgern sich über dieses Verdrehen der (nicht sehr sauberen) Argumentationstaktik diejenigen über alle Maßen, die sie üblicherweise verwenden… Bei Dir sehe ich das eigentlich nicht.

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  7. Chaim, meinem (freilich subjektiven) Eindruck nach ging es bei Adis Aussage eigentlich, also vielleicht sogar unbewusst, gar nicht um die Orthodoxie. Es war einfach eine Gelegenheit, die eigene Authentizität zu behaupten, was hier mit dem Wörtchen “auch” sehr geschickt, weil suggestiv gemacht worden ist.

    Wenn von “Widerspruch” bei mir die Rede sein kann, dann nur in Bezug auf die Art und Weise dieser suggestiven Argumentation, die ich aber, wie gesagt, letzten Endes doch irgendwie süß finde. Es gehört ja auch zur Suggestion, dass sie zunächst a bissl Widerspruch auslöst.

    Gegen liberales Judentum habe ich jedenfalls nichts, ich halte es auch nicht für weniger “authentisch” als die so genannte Orthodoxie.

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  8. @Yoav: Für mich war es eben eine beabsichtigte Verdehehung der Argumentation. Also haben wir beide das jeweils unterschiedlich aufgefasst… das ist interessant. Aus Deiner Sicht ist aber Dein Kommentar dann auch verständlich und einleuchtend. Würde aber auch aus meiner Sicht einen Sinn machen – halt einen anderen. Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen, was ich meine…

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  9. Also gut, das Grundwesen des Judentums ist das Hakodeschen durch Abgrenzung. Aber reicht es da nicht, wenn Ihr Euch von uns Goim abgrenzt, müßt Ihr Euch auch noch immer wieder und weiter untereinander abgrenzen ? Dient das wirklich der Heiligung ?
    Gute Woche, euer Shabbes-Goi

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  10. Yoav und Chaim: Ich habe Euch gut verstanden. Yoav, Du hast mich zu früh enttarnt. 🙂

    Shabbes-Goi: Judentum lebt von der Auseinandersetzung. Auch von der Auseinandersetzung untereinander. Das Ringen um den richtigen Weg ist etwas Gutes (oder wie Du sagst, etwas Heiliges). Wenn es aber aufhört, dann haben wir ein Problem, dann verliert das Judentum (meiner Meinung nach) eine seiner wichtigsten Säulen. Meine Spitzen gehen also höchstens gegen jene, die meinen, dass der Kizzur Shulchan Aruch jede Debatte erübrigt.

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  11. “Judentum lebt von der Auseinandersetzung. Auch von der Auseinandersetzung untereinander.”

    Na eben. Denn nicht von ungefähr kommt doch das Sprichwort: Drei Juden fünf Meinungen.
    Wir sind eben ein streitsüchtiges Völkchen. 😉
    Ohne dem wäre das Judentum wahrscheinlich schon nicht mehr existent.

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  12. @Adi: “Das Ringen um den richtigen Weg ist etwas Gutes”!
    Sehe ich ganz genauso. Nur manchmal sieht es von außen so aus, als ginge es weniger um das Ringen um den richtigen Weg sondern um Grabenkämpfe zur eigenen Positionierung im Gesamtspektrum möglichst weit oben. Letztendlich ist ja der Kizzur Shulchan Aruch und sogar der Shulchan Aruch nichts weiter als ein Teil der Debatte zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, der eben nicht der Endpunkt ist.
    Unterm Strich bringt es Schemot ganz gut auf den Punkt mit Ehje ascher Ehje!
    Ehje kann man statisch mit “der ich bin” übersetzen, aber auch progressiv mit “ich werde sein”. Beides steckt drin.

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  13. @Yoav: Na ja, kann man so oder so sehen. Nimmst Du drei Orthodoxe bzw. Reformierte jeweils für sich, kommst du mit viereinhalb Meinungen hin. Nimmst Du drei Liberale gibt es wahrscheinlich 5 Meinungen. Und nimmst Du einen Orthodoxen, einen Reformierten und einen Liberalen,
    kommst Du bestimmt auf 9 Meinungen.

    Antworten

  14. @ Shabbes Goi,

    ich komme leider nicht immer so oft zum lesen der kommentare hier, sehe aber, dass du recht fleißig bei der sache bist. darf ich ein wenig hinter die anonymität des netzes blicken und fragen, wer du bist? was ist dein interesse am judentum? woher hast du dein wissen?

    Adi

    Antworten

  15. @Alle
    Zu den verschiedenen Meinungen… (eigentlich sollte ich daraus ein Extrabeitrag machen)

    http://scheinerman.net/judaism/humor/chicken.html
    Why DID the chicken cross the road?

    Baal Shem Tov: There was once a chicken in Medzibozh…

    Buber: I and Thou, Chicken

    Shlomo Carlebach: Yannani nini nini; yannani nini nini; yannani nini, yannani nini, yi nini nini;yini yannani yannani, yi ninininini, yanani yanani yi ni ni ni ni ni, yanani, yanani yininininini…..

    Complete Artscroll Siddur: Bend once when the chicken goes onto the road (bending first at the knees, bending fully as it takes its second step); bend again as it reaches the middle of the road (only a half bow); bend a third time as it nears the other side. If it gets across without being run over, say also a shehecheyanu (p358); unless the congregation is saying brochos before and after the shema, in which case no interruption, even for a brocha, is permitted. No brocha is said on yontef, rosh chodesh, or during the entire month of nissan. On erev Yom Kippur the chicken may be used for kapporos.

    Ibn Ezra: It was not a specific chicken, it was any chicken (cf. Rashi)

    Viktor Frankl: It was searching for meaning.

    Herzl: One day, chicken, you WILL reach the other side. You may not believe it; others may not believe it; but fifty years from now…

    Heschel: If that chicken makes it to the other side I’ll be radically amazed!

    Hillel: If I am not for the chicken, then who will be? But if I am only forthe chicken, then what am I? And if it doesn’t cross now, when?

    Meir Kahane: The only good chicken is a dead chicken.

    Yeshayahu Leibowitz: Stupid question. We simply follow the halakhah. The chicken crosses the road. That’s it.

    Michael Lerner: When I was the leading chicken’s rights activist in the 60’s, I actively studied the question. In the politics of meaning, no chickens will have to cross the road if they don’t want to…

    Yediot Aharonot: Chicken Run Over By Mack Truck!!! Graphic photos, pages 1,2,3,4 and 5; The Sex Life Of The Chicken, pages 6 and 7; You Too Can Have Sex With A Chicken, page 8; other news, pages 9 & 10.

    Orthodox rabbi: A very interesting sh’eyla. There are many different halachic opinions on this vital question for our time. In my tshuva I shall review the opinions of the tannaim, amoraim, Rashi, Ralbag, Ramban, Rambam,the ger, the gor, the grib, the grilbag, the grandpa, grodzinskis, my grocer, Jerry Garcia, and heilige harav hagaon hashlita rebbe Mendel Shneerson, zt’l.

    Israeli Ashkenazi Chief Rabbi: There can be no answer to this or any other question until this government increases allocations to the yeshivot immediately, fires Shimon Shetreet, and ends all archeological digs…

    Israeli Sephardi Chief Rabbi: There can be no answer to this question until I consult with Arye Deri. He’s awaiting a jail sentence for fraud? Err, let me get back to you…

    Mordechai Kaplan: Give the chicken a voice,not a veto.

    Pinchas Peli: I was privileged to hear the Rav, Rabbi Joseph B Soloveitchik, speak on this subject. His discourses, which lasted several hours, were an experience which represented an exquisite and unparalleled combination of erudition, western philosophy, Torah learning and knowledge of poultry…

    Shimon Peres: Yitzhak Rabin, zichrono livracha, would have wanted the chicken to cross the road; it is our duty to unite together to see that it comes to pass..

    Pirkei Avot: Moses heard the answer at Sinai and transmitted it to Joshua…

    Ramban: Really the chicken didn’t have to cross the road: this was G-d’s allowance for the weakness of human nature. In the time of the mashiach chickens will no longer have to cross the road.

    Rashi: THE chicken: [i.e., without the definite article this might be any chicken, but THE suggests a particular chicken]; there is a midrash that this is the first chicken created in gan eden. A second opinion: poulez [old french]

    Reform rabbi: Because it wanted to; in the modern era we all have autonomy, including chickens. And if any “orthodox” institution attempts to stop chickens crossing the road we will protest at this outrageous infringement of religious, civil and poultry freedoms…

    Rosenzweig: The chicken hasn’t actually crossed yet, but I hope it may one day do so.

    Jonathan Sacks: It is impossible to answer this quesion, (or, for that matter, any other), without referring to Alasdair MacIntyre’s magisterial “After Virtue” (London: Duckworth, 1981). His argument is taken further in his “Whose Justice ? Which Rationality ?” (London:Duckworth, 1988) and “Three Rival Versions of Moral Enquiry” (London: Duckworth, 1990). Also of interest are his earlier works, “A Short History of Ethics” (London: Routledge & Kegan Paul, 1967), “Against the Self-Images of the Age” (London: Duckworth, 1971) and especially “Secularization and Moral Change” (London: OUP, 1967). MacIntyre’s ideas are developed in a theological context in Stanley Hauerwas, “The Peaceable Kingdom” (London:SCM,1983). The Talmud Bavli and the London Beth Din also hold views on this question.

    Sforno: It is desirable that the chicken should cross the road, even in the time of the coming of the mashiach (cf. Ramban)

    Shammai: Typical Hillel! Comes out with complete nonsense, and everybody ends up quoting him! Life is so unfair! And as for the chicken! – if I get my hands on that chicken it’ll be straight to my talmidim for Intro Schechting 101…

    R. Soloveitchik: There were actually two chickens: Chicken One, and Chicken Two…

    Adin Steinsaltz: See my book, The Many Petalled Chicken.

    Arthur Waskow: At Chavurat Shalom we experimented with a chicken-free Judaism; the beginnings of modern eco-kashrut…

    The Zohar: Rabbi Pinhas was on his way to visit his daughter, the wife of Rabi Shimon bar Yochai. On the way, he encountered a chicken crossing the road, and he heard the sound of a cow. He said: There are no cows in sight. The chicken answered him: I am a cow, I am crossing the road to Yerushalayim, so that I can be offered up as an olah. Rabi Pinhas responded: Would that I could offer you as an olah, for your fragrance would rise directly to the ein sof. But, alas, cows don’t have feathers.

    Kitvei ha-Ariza”l: If Rabi Pinhas had only offered the chicken up as an olah, Mashiach would have come.

    Kafka: I woke up one morning to discover that I had been turned into a chicken. I immediately felt a compulsion to cross the road. I can not say why.

    Rav. M. Tendler: Of course I could answer this most simple and obvious question, but this attempt to state the most fundamental belief of Judaism through the impersonal medium of email is fraught with danger. Can I possibly prevent your erroneous and illogical deductions in this attempt to teach the Torah “while standing on one foot.” In all likelihood, you couldn’t understand, although I can tell you one thing. Chicken, kosher; swordfish, treif.

    Judah ha-Levi: My road is the East, but my chicken is in the farthest West.

    Israeli Border Guard: And what is your purpose for crossing over to the other side?
    Chicken: Bok
    Guard: Is that your only reason?
    Chicken: Bok, fock, bok!
    Guard: No need for fowl language!

    Bibi Netanyahu: Most Israelis on the left mistakenly think that they want the chicken to cross the road. But not to let them get to the other side. And that’s not really crossing the road. That’s why I say it’s better to keep them in the coop.

    Rav Ovadiah Yosef: If it was shechted by an Ashkenazi, it’s treif.

    Rav Landau (Bene Berak): If I didn’t shecht it, it’s treif.

    Chief Mashgiach of the Rabbanut of Israel: I thought all chickens in Israel were kosher, aren’t they?

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  16. @Adi:
    Lieber Adi! Da mein zweiter Vorname Hewel ist,
    schmeichelt mir Deine Frage ungemein!
    Wer bin ich ?
    Ich bin das fleischgewordene schlechte Gewissen der Bundesrepublik,
    und da ich heuer meinen sechzigsten gefeiert habe,
    gehe ich jetzt in Frührente, wie man ja schon an den jüngsten Umfrageergebnissen zu den aktuellen antisemitischen Ressentiments der Bundesbürger und der technischen Unterstützung des Irans durch die bundesdeutsche Wirtschaft sehen kann.
    Ich bin die Inkarnation des Philosemiten, das Gutmenschen-Rumpelstilzchen.
    Heute back ich morgen brau ich und übermorgen hole ich der Merkel ihr Kinn, denn sie hat ja genug davon.
    Quatsch. Scherz bei Seite. Ich bin nicht einer, ich bin viele.
    Ich bin der kleine Herr Koslowski, Mottel MoicherSforim,
    Kalle der glatzköpfige Neonazi, der Schneider Finger, das Nichts, Lumpenpott, Knut und noch viele mehr.
    Nein, ich leide unter keinen multiplen Persönlichkeit, frei nach Schemot bin ich nicht der,
    “der ich sein werde”, sondern der, “der ich sein will”.
    Meine Name ist Ralf Lambrecht, ich bin freier Kinder- & Jugendtheatermacher in Bochum,
    die männlichen 50 Prozent vom Theater Traumbaum/FreierVogel.
    Sehen kannst Du mich, wenn Du oben auf Shabbes-Goi klickst.
    Mein Synonym hier ist Programm, ich bin Goi, und genieße es, so oft als es mir als Selbstständigem möglich ist,
    die Kabbalath Shabbat zu besuchen, obwohl ich kein Wort hebräisch kann. Zwar vielleicht für manche frevelhaft,
    trotzdem ist es mir jedesmal ein große Mechaje und mir fehlt was, wenn ich sie aus beruflichen Gründen verpasse. Auch purer Ritus jenseits der dahinter steckenden Inhalte kann große nicht zu verachtenden und nicht zu unterschätzende Qualitäten haben.
    Ich bin nicht nur Goi, sondern apikoirer Goi. Obwohl ich kein am Israel bin, bin ich trotzdem ein Israel,
    denn ich liebe es, mit und über Adoshem zu streiten, an den ich nicht glaube.
    Das liegt wohl daran, dass man als freier Kinder- & Jugendtheatermacher sehr schöpferisch sein muß
    und jede Neuproduktion, wir arbeiten nicht nach literarischen Vorlagen,
    sondern entwickeln jedes neue Stück komplett selbst, schon sehr was von “Bereschit” hat.
    Mein Beruf ist es also, neue Welten zu schaffen, die zwar immer nur eine Vorstellung lang existieren,
    die es aber ohne mich nicht geben würde. Von daher habe ich eine sehr große Affinität zu Adoshem,
    denn ich kenne gut das Gefühl, wie es ist, wenn die Geschöpfe, denen man Leben einhaucht, nicht so wollen wie man selbst.
    Obwohl ich wie gesagt apikoir bin, bestreite ich mit Glauben meinen Lebensunterhalt . Denn mein Beruf ist es, eine Vorstellung lang so stark an eine Fiktion zu glauben, dass sie, kain anoire, toi,toi,toi, für mein Publikum zur Wirklichkeit wird.
    Mein Interesse am Judentum ist über meine Arbeit entstanden, Kinder- & Jugendtheaterstücke zum Nationalsozialismus und zur Shoah, 2007 eins mit jüdischen Märchen. Klingt ein bißchen nach Gutmenschentum, ist es aber nicht wirklich. Hinzukommt, dass wir Theatermacher auch ein vogelfreies Volk für uns sind, da gibt es gewisse Parallen zum Judentum.
    Dieses Interesse ist dann dadurch stärker geweckt worden,
    dass ich über die Recherche zu den Stücken die Thora für das Buch mit dem größten Einfluss
    auf die Art und Weise wie wir momentan denken und leben halte.
    Einerseits durch den direkten jüdischen Einfluss andererseits über Christentum und Islam.
    Gleichzeitig halte ich die Thora für ein sehr gefährliches Buch, wenn es in die falschen Hände gerät.
    Denn die Grundlage der Thora ist die ganz spezielle Brit, der Vertrag, das Bündnis zwischen einem Gott, Adoshem,
    und einem Volk, den Juden. Dadurch hat die Thora eine klar umrissene Relativität und Perspektive.
    Wenn man das mißachtet, und die Thora für eine andere Religion, die sich dann auch noch als Weltreligion versteht,
    mißbraucht oder nennen wir es schlichter instrumentalisiert, ergibt sich durch die Verschiebung der Bezugspunkte eine hochexplosive Mischung, weil die Bezüge entweder fehlen oder die falschen sind.
    Wissen habe ich eigentlich keines, zumindest kein fundiertes, dafür aber einen ganzen Kopf voller Fragen.
    Und Du ?
    Welche liberale Jude verbirgt sich hinter dem Synonym Adi, dass ich,
    ohne Dir irgendwie zu Nahe treten zu wollen, sonst nur als Titel des Jugendbuches von Gudrun Pausewang über die Kindheit & Jugend Adolf Schickelgrubers kenne ?
    Laß es Dir gutgehen,
    schöne Restwoche noch,
    Dein
    Shabbes-Goi

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