Eindrücke von Limmud.de Berlin 2009, Freitag

Bei kritischem, differenziertem Denken werden meistens heuristische Muster verwendet, werden Vorurteile und Kategorien verwandt, die man schon lange erfolgreich zu Denkprozessen und Beurteilungen anwendet. Ein Workshop zu diesem Thema bringt nach einer kurzen Nacht das Denken in Gang. Mit dieser Information im Gepäck fällt mir im Laufe des weiteren Tages auf, daß unter den Teilnehmern der jeweiligen Workshops und Vorträge überwiegend die Menschen sind, deren eigene Meinungen und Ideen vom jeweiligen Thema bestätigt werden. Das ist wohl meistens so und auch logisch. Wir suchen ja immer Bestätigung unserer Überzeugungen. In gewisser Weise ist das natürlich auch ein Verlust, da auf diese Art inmitten von Vielfalt wieder Einseitigkeit entstehen kann. Eines der leider nur spärlich besuchten Highlights des Vormittags war eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema jüdische Identität und Integration in Gemeinden, anhand eines fiktiven Beispiels, Katja. Sonja Güntner von der liberalen Gemeinde in Köln, Mirjam Marcus (Berlin), Rabbinerin Geza Ederberg (Berlin) sowie Rabbiner Avichai Apel aus Dortmund diskutierten über eine Katja, wie sie im wirklichen Leben sicherlich mehrfach vorkommt, gebürtig in der Sowjetunion, Vater jüdisch, Mutter nicht. Aufgewachsen in einem antireligiösen Umfeld, mit dem Stigma des jüdisch im Pass. Katja hat ein ausgeprägt jüdisches Selbstverständnis, ist mit einem jüdischen Mann verheiratet, und einige Kinder, die eine jüdische Identität bekommen sollen, deren jüdischer Status allerdings halachisch problematisch ist. Anhand dieses hypothetischen Falls wurde mit den Anwesenden diskutiert, was für Möglichkeiten es für eine solche Familie geben könnte. In diesem Rahmen wurden auch die Anforderungen an einen Übertrittsprozess diskutiert. Einigkeit herrschte in allen Lagern über die halachischen Anforderungen der Matrilinealität. Interessant waren die oberflächlich in Details gleichartig beschriebene Anforderung an einen Übertritt, wobei die Realität eine ganz andere Sprache spricht als die schön formulierten Grundsätze. Rabbiner Apel vertrat eher den Standpunkt, daß nicht alle Menschen Juden sein müssen, und ein Übertritt nicht unerlässlich sei, die Kinder nicht notwendigerweise an Machane teilnehmen sollten, um ihre (halachisch nicht vorhandene) jüdische Identität nicht noch zu stärken. Frau Güntner betonte den integrativen Ansatz, daß Kinder auch aus patrilinealen Familien am Gemeindeleben und allen Angeboten für Kinder teilnehmen könnten und sollten, wenngleich sie keine Mitglieder sein könnten, und zu einem späteren Zeitpunkt immer noch über einen Übertritt der Mutter oder der Kinder selbst nachgedacht werden könnte. Frau Rabbinerin Ederberg betonte, daß ein alleiniger Übertritt der Kinder zu interfamiliären Schwierigkeiten führen würde, da diese dann alleine z.B. nicht in der Lage seien, Kaschrut zu halten. Insgesamt ein spannender Dialog, der sicher noch viele Fragen offen gelassen hat, gerade auch bei der religiösen (nicht sachlichen) Anerkennung eines Giurs in einer anderen als der Übertrittsgemeinde. Und auch hier zeigt sich, das kritisches, differenziertes Denken unter Miteinbeziehung des gegenätzlichen Standpunktes ganz Wesentlich für weiteren Erkenntnisgewinn ist.

Naomi

Gastautorin im Blog. Sie berichtet aus der weiten Welt.

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich würde es schön und zeitgemäß finden, wenn jeder Mensch der Religion, dem Volk, dem Glauben, der Überzeugung beitreten könnte, die er für sich als richtig und wichtig empfindet und deshalb gewählt hat – und dieser Beitritt sollte so leicht wie möglich, jedoch nach vorheriger Prüfung der Motive und des Wissens über die Wahl, zu realisieren sein! M.E. nach ist eine „genetische“ Abstammung – sei sie nun patrilinear oder matrilinear – weniger wichtig, als die Überzeugung, der Glauben und die Beweggründe eines Menschen, sich einer Gemeinschaft anschließen und sich mit ihr verbunden und zugehörig fühlen zu wollen! Jede Gemeinschaft sollte sich doch über Zuwachs von ernsthaft überzeugten und motivierten Mitgliedern freuen und sie aus vollem Herzen aufnehmen! Eine genetisch begründete Zulassung, Aufnahme und Zugehörigkeit finde ich unzeitgemäß, sorry ! Shalom Benyamin

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  2. Auch ich habe den o.g. Limmud besucht – von Freitag bis Sonntag – und kann den Eindruck bestätigen, dass Menschen eher zu Vorträgen und Veranstaltungen gehen, in denen sie ihre Ansichten und Vorstellungen bestätigt bekommen oder mit ihrem Können und Wissen „glänzen“ können! Schade! Denn eigentlich ist das Motiv bei Limmud doch – etwas Neues – zu lernen, zu erfahren, Zuwachs an Wissen und Können zu erhalten, eher in Widerspruch zu seinen bisherigen Erkenntnissen und Urteilen zu geraten und sich dadurch weiter zu entwickeln und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen! Bei manchen Teilnehmern hatte ich den Eindruck, dass sie sich in und vor der Gruppe profilieren wollten und dadurch den Vortrag des Dozenten gestört haben…..Mirjam

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  3. Benyamin, es ist eben (wertfrei gesehen) eine Tatsache, daß das Judentum mehr als „nur“ eine Religion ist; anders als bei den meisten (allen?) anderen Religionen baut das Judentum ganz grundlegend auf der Volkszugehörigkeit auf. „Wir“ waren alle am Sinai, als der Bund geschlossen wurde. So gesehen, ist eine Aufnahme in das Judentum eher einer Adoption als einer „Taufe“ gleichzusetzen. Daher erhält ein Konvertit immer auch den Namen „ben/bat Avraham ve Sarah“ und ist damit auch offiziell Sohn/Tochter der Ur-Eltern aller Juden. Ob und inwieweit das zeitgemäß ist sei dahingestellt. Die Diskussion der Matrilinealität und Patrilinealität ist in den letzten Jahrhunderten häufig, intensiv und von ganz verschiedenen Menschen geführt worden, es gibt hier keine einheitliche Meinung. Wichtig war bei der Diskussion am Freitag bei Limmud die praktische Handhabung der halachisch (religionsgesetzlich) vorgegebenen Vorgänge und Voraussetzungen. „Katja“ ist als Beispiel einer der vielen Fälle seit der Einwanderung von vielen Juden und jüdischstämmigen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland erfunden und das praktische Vorgehen diskutiert worden. Es ist ein (leider) recht häufiges Problem. Wie wichtig die „Stammeszugehörigkeit“ bei Juden ist kann man (leider) unter Anderem auch daraus ersehen, daß z.B. während der Shoah recht unwesentlich war, ob und wann ein Jude getauft worden war. Natürlich ist, als Kollektiv gesehen, das „Judentum“ heute keine genetisch wirklich homogene Vorksgruppe mehr, das hat sich in den letzten 2000-3000 Jahren durch Ein- und Ausheirat sowie Ein- und Austritte etwas durchmischt. Wie überall. Trotzdem wird eben an diesen Grundsätzen festgehalten. Das kann man unzeitgemäß finden, oder unwichtig, aber es ist nun wie es ist. Und natürlich wird bei einem Übertritt die Motivation und die Beweggründe mit in Betracht genommen. Aber ich fürchte, eine tiefergehende Analyse dieses Themas sprengt hier den Rahmen…

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  4. Shalom Naomi,
    danke für Deine Antwort auf meinen Kommentar, obwohl sie nichts Neues für mich enthielt, sorry! Denn ich weiß natürlich, dass Jüdischsein nicht nur eine Religionszugehörigkeit meint, sondern darüber hinaus eine „genetisch begründete“ Volkszugehörigkeit bis zurück zum Stammvater Abraham und seiner Frau Sarah. In der entsprechenden Stelle der Heiligen Schrift heißt es jedoch auch, dass „…in dir alle Völker gesegnet sein sollen…!“ Insofern ist Abraham nebst seiner Frau Sarah unser aller Stammvater und wir gehören alle zum Volk G-ttes, wenn wir uns zum G-tt Abrahams, Isaaks und Jakobs bekennen. Mir geht es ja nur um eine zeitgemäße Auslegung und Anwendung der Gebote G-ttes. Gute und sinnvolle Traditionen müssen natürlich erhalten und weiter gegeben werden. Aber Bräuche und Vorstellungen sollten auch mit der Zeit gehen und reformiert werden, wenn sie sich als wenig menschen- und gemeinschaftsfreundlich erweisen. Die Zeiten und Erkenntnisse, sowie auch der Bewußtseinstand der Menschen haben sich geändert. Wir haben uns weiter entwickelt. Gesetze und Gebote die zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Gesellschaften Sinn gemacht haben, können sich heute als überholt und Sinn entleert heraus stellen. Du schreibst ja selbst, dass auch das Volk Israel, das jüdische Volk, sich nicht „genetisch rein“ erhalten hat und konnte, sondern inzwischen auch „durchmischt“ ist. Und was sollte daran auch negativ sein? Im Gegenteil: Aus medizinisch-biologischer Sicht ist eine Durchmischung und damit eine „Auffrischung“ des Genpools von Familien, Stämmen und Völkern positiv und gesund!
    Schau Dir mal die orthodoxen, chassidischen Familien und ihre Mitglieder an, die durch die „Reinerhaltung“ ihres Genpools oft wenig entfernte Verwandte heiraten und mit ihnen Nachkommen zeugen! Die sehen oft wenig gesund, vital und kräftig aus, sorry!
    Ich empfinde eben das Festhalten an überholten Traditionen, Bräuchen und Vorstellungen nicht sinnvoll und nicht zeitgemäß. Dadurch werden Beschränkungen in Kauf genommen, die sicherlich nicht im Sinne unseres Schöpfers sind! Gesetze und Gebote sollen das Leben des Einzelnen und das der Gemeinschaft erleichern, bereichern, verschönern und zum Guten wenden. Nicht der Mensch dient dem Gesetz, sondern umgekehrt……In diesem Sinne Mazel tov! Benyamin

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  5. @Benyamin Erst lehntest Du doch die Genetik als Zugehörigkeitsmerkmal ab und nun brichst Du eine Genpooldiskussion vom Zaun? Das ist ein wenig öööaaah, weil es an der Sache vorbeigeht. Genpool? Es geht um Halachah und die Haltung derjenigen zum Übertritt, die Halachah auslegen. Die ist mal offen und mal geschlossen. Einige sind dafür, andere dagegen. Eine einheitliche Meinung gibt es nicht. Es gibt aber auch keinen gemeinsamen Nenner.
    Dann lese ich das hier

    Mir geht es ja nur um eine zeitgemäße Auslegung und Anwendung der Gebote G-ttes.

    und dann das hier:

    Ich empfinde eben das Festhalten an überholten Traditionen, Bräuchen und Vorstellungen nicht sinnvoll und nicht zeitgemäß. Dadurch werden Beschränkungen in Kauf genommen, die sicherlich nicht im Sinne unseres Schöpfers sind! Gesetze und Gebote sollen das Leben des Einzelnen und das der Gemeinschaft erleichern, bereichern, verschönern und zum Guten wenden. Nicht der Mensch dient dem Gesetz, sondern umgekehrt

    Schließt sich das nicht aus? Warum sollte ich ein Gesetz auslegen, welches ich als überholt empfinde?
    Die Torah nicht zeitgemäß?

    Übrigens missioniert das Judentum nicht, weil es den Menschen den ethischen Monotheismus bringen soll (Ihr sollt ein Volk von Priestern sein ) und nicht das Judentum. Das Judentum dient dazu, die Aufgabe zu erfüllen. Wenn jemand sich dieser Aufgabe gewachsen fühlt: Warum nicht? Wie das dann ablaufen sollte/könnte – darüber wird man noch genauer nachdenken müssen.

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  6. @Benyamin:

    Shabbes-Goi hat recht, auch ich komme mit Deinen Ausführungen nicht richtig klar! Bei allem Respekt: aber was genau möchtest Du aussagen? Vielleicht versuchst Du’s mal mit 3 bis 4 einfachen Highlights!?

    Ist übrigens nicht beleidigend gemeint, ok!?

    Shalom!

    Miles

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  7. Schade, dass ich offensichtlich von einigen hier nicht verstanden und deshalb kritisiert worden bin! Mein „Mazel tov“ galt dem Festhalten an Meinungen und „Vor-Urteilen“…. tut mir leid, ich habe meine Lust an dieser eher unerquicklichen Diskussion verloren…mir geht es darum, die Gesetze der Torah, die in einer vergangenen Zeit für eine bestimmte Adressatengruppe – von inspirierten Visionären – formuliert worden sind, nicht per se als zeitlos zu verstehen und hinzunehmen – auch nicht als „Wort G-ttes“- , sondern sie lebendig zu erhalten und mit Leben zu füllen, indem man sie auf ihre aktuelle Gültigkeit und Sinnhaftigkeit überprüft und das nicht nur von „Gelehrten“ und „Autoritäten“ …. und die „genetisch begründete Abstammungszugehörigkeit“ zum „Jüdischen Volk“ habe ich thematisiert, weil ich sie für überholt, unrealistisch und unzeitgemäß halte und weil sie Ausschluß und Abgrenzung in unnötiger Weise nach sich zieht. Festhalten an guten, Identität stiftenden Traditionen, Bräuchen, Ritualen, Festen, Glaubensüberzeugungen, die den Menschen nützen und ihnen Freude bereiten und zum Gelingen eines guten Lebens beitragen – ja! Aber Rituale und Bräuche, bzw. Vorschriften, die den Menschen unnötig einschränken und niemandem nützen – nein! Warum soll nur der ein „echter“ Jude sein, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde, jedoch ein Atheist ist und die religiösen Bräuche weder pflegt, sondern lächerlich findet? Übrigens fühle ich mich nicht beleidigt, sondern nur missverstanden! Benyamin

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  8. @Benyamin:

    super, damit hast Du doch Deinen Punkt gemacht! Warte mal ab, was Du jetzt gleich von den Teilnehmern zum Thema „Bräuche, Riten, Abstammung etc.“ zu hören/lesen kriegst! 🙂 Hehe, lebendiges Judentum: machmal höchst erquicklich, manchmal auch unerquicklich!

    Shalom!

    Miles

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  9. @Benyamin & Milestone
    Wenn Benyamin das Judentum als obsolet betrachtet (was er ja offenbar tut, wenn er das Ding mit den Mitzwot etc. für unnötig hält) dann gibt es keinerlei Gründe für Übertritte ins Judentum mehr (wohin soll man also konvertieren?) – also ist auch die Beschwerde über die Schwierigkeit dieses Schritts doch vollkommen sinnlos.

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  10. @Benyamin: „und die genetisch begründete Abstammungszugehörigkeit zum Jüdischen Volk habe ich thematisiert, weil ich sie für überholt, unrealistisch und unzeitgemäß halte und weil sie Ausschluß und Abgrenzung in unnötiger Weise nach sich zieht.!“
    Vorab, ist vorallem diese wiederholte Vokabel Genetisch, die mir sauer aufstößt. aber davon abgesehen, stimmt es nicht, was Du da sagst.
    Gut, grundsätzlich als erste Möglichkeit wird man als Jüdin oder Jude geboren, was dann im späteren Leben wie daraus wird, kann jeder für sich selbst entscheiden. Aber auch Menschen, die nicht als Jüdin oder Jude geboren sind, können solche werden, wenn sie das Bedürfniss danach haben, sogar streng orthodoxe oder strikt halachische. Die- oder derjenige muß dann halt Giur machen. Gut, das ist momentan in der BRD ein etwas komplexerer Prozess als früher, aber das wäre dann eine andere Diskussion. Das ganze ist eine Form der Abgrenzung, aber wo ist dabei das Problem? Es ist doch die freie Entscheidung jedes Einzelnen, wie er leben und glauben will, solange der damit niemand anderen grundsätzlich in seinen Freiheiten einschränkt.
    Wenn Du daraus dann aber Deinerseits den Schluß ziehst, dass
    Zitat: “ Schau Dir mal die orthodoxen, chassidischen Familien und ihre Mitglieder an, die durch die Reinerhaltung ihres Genpools oft wenig entfernte Verwandte heiraten und mit ihnen Nachkommen zeugen! Die sehen oft wenig gesund, vital und kräftig aus, sorry!“ dann kann ich, obwohl ich weder Chussid noch Orthodox bin, darauf nur mit einer simplen Frage antworten“ Hast Du den Schuß“ noch gehört ?
    Ganz oben wünschst Du Dir: Zitat: Ich würde es schön und zeitgemäß finden, wenn jeder Mensch der Religion, dem Volk, dem Glauben, der Überzeugung beitreten könnte, die er für sich als richtig und wichtig empfindet und deshalb gewählt hat – und dieser Beitritt sollte so leicht wie möglich, jedoch nach vorheriger Prüfung der Motive und des Wissens über die Wahl, zu realisieren sein!“ Nun, bezüglich Religion ist das längst für fast alle mir bekannten Realität. Bei Frage nach dem Volk wird es gerade im jüdischen Kontext etwas komplexer, weil sich da die Frage stellt, für was genau steht hier der Begriff Volk. Also, meiner Meinung nach trägst Du Eulen nach Athen und teilst gleichzeitig unnötig pauschal gegen die Orthodoxen aus. Warum ?

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  11. Shabbes-Goj, Milestone, Chaim usw. sorry, ich gebe auf! Wer falsch verstehen will, tut es eben, schade! Ich bitte um Frieden und Nachsicht, dass ich mir hier erlaubt habe, meine unmaßgebliche Meinung zu äußern.
    Ich bin weder Rassist noch Antisemit und lasse jeden so sein und so leben, wie er es für sich selbst für richtig hält. Wer hinter meiner Wortwahl, die ich ja auch häufig in “ “ gesetzt habe, etwas anderes heraus liest, irrt sich! Für mich bleibt aber Fakt, dass es für nicht von einer jüdischen Mutter geborenen Menschen äußerst schwer ist, sich dem „Volk“, der „Relgion“, der „Gemeinschaft“ anzuschließen, die sich selbst als „Juden / jüdisch“ bezeichnen. Ein Konvertit wird dadurch niemals ein „echter“ Jude sein! Um ein Christ zu werden, braucht man sich nur taufen zu lassen; auch Moslem zu werden ist nicht schwer…. Ihr stoßt Euch an dem Ausdruck der „genetischen Abstammung“, propagiert sich aber selbst durch die Definiton, dass jüdisch ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde. Ihre Kinder sind jüdisch, auch wenn der Vater Christ und Deutscher ist und sie nicht einmal beschnitten sind! Oder irre ich mich da ? Der Vater spielt also beim „Jüdisch-Sein“ keine Rolle! Diese Vorstellung finde ich – sorry – absurd! Übrigens die Bezeichnung „Reinerhaltung“ höre ich von überzeugten Juden, die es ablehnen, Kinder mit einer Nicht-Jüdin zu zeugen! Benyamin

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  12. @Benjamin: „dass ich mir hier erlaubt habe, meine unmaßgebliche Meinung zu äußern“
    Sholem Benjamin! Warum so verzagt? Ein Blog ist dazu da, dass man seine Meinung äußert, damit man zur Diskussion beiträgt! Das heißt, man tut seine Meinung kund und stellt sie damit gleichzeitig öffentlich zu Debatte. Wo ist das Problem?

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  13. @Benyamin: „Um ein Christ zu werden, braucht man sich nur taufen zu lassen; auch Moslem zu werden ist nicht schwer.“
    Stimmt, aber, im Gegensatz zum Judentum sind das ja auch zwei Religionen mit ausgeprägtem missionarischen Charakter. Als Christ oder Moslem bist Du tendenziell eigentlich sogar dazu verpflichtet, Andersgläubige von deinem Glauben zu überzeugen. Und in der Vergangenheit eben nicht nur mit Argumenten!

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