Das soll die Lösung sein?

Hamandinedschads Auftritt auf der UN-Konferenz war natürlich kalkulierbar. Jörg Lau erinnerte in seinem Blog bereits an seine Rede über die Streichung Israels aus den Annalen der Geschichte:

Unser lieber Imam [Khomeini] sagte auch: Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte [safha-yi r?zg?r] getilgt werden. In diesem Satz steckt viel Weisheit. Das Palästina-Problem ist keine Frage in welcher man in einem Teil Kompromisse eingehen könnte. Das Palästina-Problem besteht in der Existenz Israels. von hier

und

Der Gesamtkontext der Rede, so wie sie komplett vom Sprachendienst des Bundestages übertragen wurde, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass der iranische Präsident
– Israel jegliche Legitimität abspricht
– Israel als Teil einer westlichen Verschwörung gegen den Islam betrachtet
– die Eliminierung Israels darum als Pflicht jedes Muslims in einem jahrhundert alten Kampf begreift
– schon die Anerkennung der Existenz Israels als Einwilligung in die Niederlage des islamischen Welt versteht
auch von hier

Weil Hamandinedschad beständ behauptet, die Schoah sei nur ein Vorwand für die Gründung des Staates Israel, hat nun Israels ehemaliger Oberrabbiner Israel Meir Lau nun Hamandinedschad eingeladen, sich in Jad WaSchem selber von der Realität der Schoah zu überzeugen:

“Come to Yad Vashem, we’ll show you all of the archives documents and memoirs. We will present you with all the evidence until you are convinced that the Holocaust actually happened,” said Lau, a Holocaust survivor and director of the Jerusalem museum. von hier

allerdings glaubt er auch nicht daran, dass dieser interessiert daran ist, die Wahrheit zu erfahren:

The former chief rabbi accused Ahmadinejad and other deniers of “not wanting to know the truth…. This is why they disseminate their lies.” von hier

Die Lösung ist es also nicht. Erstens ist er bestimmt nicht an der Wahrheit interessiert, desweiteren müsste er ja nach Israel reisen, um sich selber ein Bild machen zu können… Viel Lärm um nichts also.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @Chajm: “Viel Lärm um nichts also.”
    Doch, viel berechtigter Lärm um eine berechtigte Bedrohung.
    Es stimmt schon, Rabbiner Laus Angebot ist kein wirklich real bestehendes Angebot, dass wirklich etwas an Hamandinedschads Haltung ändern würde, trotzdem ist es eine adäquate Antwort.
    Was fehlt sind reale politische Kosequenzen in der Form, dass Hamandinedschad auf internationaler Ebene als Gesprächspartner aufgrund seiner Äußerungen geächtet wird und es auch wirtschaftliche Konsequenzen geben wird. Es reicht nicht, dass die Bundesregierung die UN-Konferenz boykottiert, es müssen wirtschaftliche Boyktotmaßnahmen folgen.

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