Unbeugsam – Nachkommen der Bielskibrüder über den Film

Unbeugsam

Nur noch wenige Tage bis Unbeugsam in die deutschen Kinos kommt (siehe hier). Bemerkenswert ist die Beschreibung auf einer Website von Chabad über die Nachkommen der Bielskibrüder die sich den Film ansahen.

Growing up, people had often told the New Jersey girl that her grandfather Zus had been a hero. But the full extent of his valor didn’t hit the teenager until she saw it for herself onscreen. Jessica first saw the picture in a special screening for all of the Bielski family at the Jewish Heritage Museum in Manhattan last September.
We were all crying, said Jessica, recalling the reaction of her aunts, uncles and cousins who attended the event. But it was happy at the same time because it was finally on the big screen for the entire world to see. I loved it. It was amazing. von hier

beeindruckend:

Today, over 20,000 people who would have died or never would have been born are alive as a result of their actions, said Jessica’s mother, Roz Moscowitz-Bielski. von hier

In einer Besprechung im Forward kommt der Film nicht so gut weg, der Autor Ralph Seliger kritisiert die Machart des Films

The awesome achievement of the Bielskis to save so many innocents otherwise doomed is cheapened by the image of Hollywood heroes mowing down the enemy, as weve seen before in scores of World War II movies. These real heroes had to kill at times, but their story deserves more than a war movie. von hier

und wird selber von Nachkommen der Partisanen kritisiert…

That was a true simcha, they had lived to see the day. This is a film , I repeat a film, the events that it is based on, did happen, I and my fathers Grandchildren live because of Tuvia Bielsky.his bros. Gary Resnik von hier

Die wenigen anderen Kommentatoren sind dankbar dafür, dass Juden nicht nur als hilflose Opfer dargestellt worden sind und das scheint mir doch im Zentrum zu stehen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Also ich muss sagen , dass ich mich sehr auf den Film freue , doch sind historische Filme immer mit Vorsicht zu geniessen.
    Es werden meistens einzelne Sachen herausgelassen.
    Es ist zum Beispiel bekannt , dass Sovietische Partisanengruppen auf Befehl des NKVD (innenpolitischer Geheimdienst der Sovietunion) Polen auf dem Gebiet der Bielski – Brüder in Massen getötet hat und die Bielski – Brüder selbst sehr nahe Bindungen zum Kommunismus banden. Man muss manchmal selbst zum Monster werden um Monster zu bekämpfen , oder selbst humane Gefühle beseite lassen um Humanität zu retten.

    Die Brüder waren Helden , aber keine Heiligen. Das sollte man nicht vergessen.

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  2. Das wären vielleicht auch zu große Erwartungen, eine historisch einwandfreie Darstellung zu erleben, mit allen Ambivalenzen… es ist ja keine Dokumentation.
    Der letzte Satz wird übrigens nicht so häufig beherzigt… das trifft ja auf viele Helden zu…

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  3. Das ist ein selten dämlicher Spiegel-Kommentar.

    „Wie es sich für das Handlungsdiktat des klassischen Actionschockers gehört, bezwingt der Kraftprotz in „Defiance“ die Übermacht. Die kämpferische Rigorosität geht dabei mit einer moralischen einher. Doch bedurfte es tatsächlich nur eines ethisch einwandfreien Charismatikers, um dem systematischen Massenmord der Nazis ein Schnippchen zu schlagen? Und ist diese im Film implizierte Fragestellung nicht schon an sich eine Verharmlosung des Völkermords?“

    Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn man an Heldenfiguren glaubt? Das ist eben der Stoff, aus dem (Hollywood)-Träume sind. Ein Individuum erhebt sich gegen eine Übermacht und besiegt diese. Was ist daran auszusetzen?

    Und auch wenn der vorlaute Buß nicht daran glauben mag, aber hätte es mehr Bielskies gegeben, dann hätte der Holocaust durchaus andere Züge annehmen können. Passt zwar nicht in die gängigen Schubladen, ist aber so. Verharmlost auch nicht das Verbrechen an sich, warum auch? Nur weil sich nicht alle zur Schlachtbank führen ließen, wird das Leid der anderen nicht weniger bedrückend.

    Wer sich bei Defiance aufregt, der wird sich bei Iglourious Bastards die Haare raufen: http://blog.jewish-dating.de/07-04-2009/inglourious-basterds/

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  4. Tarantino… ja – ich warte auf diesen Film 🙂

    Der gute Spiegelkommentator scheint zu übersehen, dass es tatsächlich Widerstand gegen die Nazis gegeben hat.

    Schauen wir uns diesen Stauffenberg-Film an. Da wird auch jemand glorifiziert, auch wenn der Mann gegen Hitler war, ein Nationalsozialist war er noch immer. Weggekehrt das Thema…

    Die Deutschen werden, wer will da Mitleid haben, in einer pulverdampfseligen, zehnminütigen Actionsequenz dahingemetzelt. Das hat die Welt noch nicht gesehen: die Shoah als Shootout.

    Keine Ahnung, wer mit den Menschen Mitleid haben will, die angerückt sind um Frauen, Kinder und Männer zu erschießen… wenn die Torah uns auch lehrt, nicht über ihren Tod erfreut zu sein.

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  5. Pingback: Chajms Sicht » Der Blick in die Unbeugsam Kritiken

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