Reformg-ttesdienst zuhause hören

Der Tempel Emanu-El (Jährlicher Mindestbeitrag für die Mitgliedschaft $1050) in New York war die erste Reformgemeinde in New York und gehört mit 3000 Familien zu den großen Reformgemeinden der USA.
Auf der netten Website lässt sich einiges darüber nachlesen. Wer daran interessiert ist, einen klassischen Reformg-ttedienst zu erleben, der wäre dort ganz gut aufgehoben. Selbst in der Auswahl des Siddurs spiegelt sich dies. Dort verwendet man noch immer und ganz bewußt das Union Prayer Book aus dem späten 19. Jahrhundert. Und weil nicht jeder die Möglichkeit hat, mal kurz in New York vorbeizuschauen, bringt die Gemeinde den G-ttesdienst nach Hause. Schacharit Schabbat und Kabbalat Schabbat werden live gestreamt und stehen anschließend hier eine Woche lang zum Download bereit.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sholem Baleblog! Großen Dank vorallem für den Download- & Podcastlink.
    Sehr spannend, sehr aufschlußreich und sehr sehr irritierend!
    Sehr spannend und aufschlußreich, weil man sich so, wenn man es sich nicht in english, sondern in ashkenas vorstellt, als Potti endlich ein ungefähres Bild davon bekommt, wie wohl die Kabbalath in der Bochumer Synagoge vor 1938 gewesen sein muß, die ja mit Erich Mendel und seinem Chor eine ähnliche musikalische Qualität gehabt haben dürfte.
    Irritierend deshalb, wenn man sich vorstellt, dass diese Form der reformierten Kabbalath und Leschacharit wie man sie dort hören kann,
    ihre Wurzeln in der “deutschen” Reformbewegung haben, und da muß ich ganz persönlich gestehen, das ist mir schon sehr sehr evangelisch,
    man könnte es auch als einen Kniefall vor Luther bezeichnen.
    Das ganze ist zwar auf einem hohen musikalischen Niveau und ein echter Kunstgenuß, läßt für mich als Shabbes-Goi alle Qualitäten vermissen, die ich sonst an der Kabbalath in der Einheitsgemeinde hier so schätze. Wenn ich eine solche reformierte Kabbalath besuche, bin ich doch rein auf die Rolle des Konsumenten reduziert !
    Gut, es ist wunderbar harmonisch, aber diese Harmonie wird von Profis erzeugt und hat wenig mit der Gemeinde selbst zu tun. Der wunderbare Aspekt der Einheitskabbalath, dass die Gemeinde und damit jeder Einzelne durch seine Beteiligung dafür unter der Leitung aber ohne Dominanz des Chasen dafür verantwortlich ist, eine temporäre Mechaje zu erzeugen, fällt hier komplett weg. Gut, das klappt nicht immer, um ehrlich zu sein in den seltensten Fällen, aber die Bemühung darum ist ja schon ein Teil der Mechaje und du bist als Teilnehmer ein aktiver Bestandteil. Bei den Reformierten wird man ein bißchen in die Rolle des Schafes gedrängt, geht in der stummen Herde unter. Für mich besteht die große Qualität des Judentums darin, dass man für sich selbst entscheiden kann, wie weit oder eng man die Befolgung der Halacha für sich steckt, wenn man bereit ist, nicht die irdischen Konsequenzen, denn die gibt es ja glücklicherweise in der jüdischen Glaubensstruktur nicht, sondern eben eventuelle spätere Konsequenzen zu tragen. Dieses Prinzip spiegelt sich wunderbar in der Einheitskabbalath und LeSchacharit wider. Sie sind jeweils nur so “gut” bzw. ist die Mechaje nur so groß, wie der einzelne bereit ist, sich selbst einzubringen und gleichzeitig in die Gesamtharmonie und den Gesamtrhythmus der Gemeinde aktiv einzustimmen. Ein wunderbares Wechselspiel, das mir bei den Reformierten bei allem Kunstgenuß komplett abgehen würde.
    Außerdem hat es schon was sehr preußisches.

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  2. Ja genau. Sehr gewöhnungsbedürftig. Ähnlich gibt es das auch in der Liberalen Synagoge Pestalozzistraße in Berlin. Da geht die Beteiligung des einzelnen eher auch zu Lasten der musikalischen Qualität. Ich bin mir aber sicher, dass es auch dafür eine Zielgruppe gibt und für mich wäre ein Morgengebet mit beiden Elementen (Hör- und Aktivbeteiligung) perfekt.

    Aber so war das wohl auch in Bochum und anderen deutschen (größeren) Reformgemeinden.
    Musikalisch ist Emanu-El interessant, die Rezitation des ersten Abschnitts des Schma sehr gut (warum lejnt man also auch nicht den Torahabschnitt in dieser Qualität?). Die Draschah jedoch war für mich ein Highlight – ich fand sie sehr gelungen.

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