Skandal! Bild nicht israelkritisch

Skandal Skandal: eine deutsche Zeitung nimmt nicht nur keine israelkritische, sondern sogar eine ausgesprochen israelfreundliche Haltung ein. Es handelt sich dabei um die Bildzeitung. Man könnte schreiben Leider oder Gut so, denn das verhindert, dass der seltsame Diskurs aus vielen anderen Blättern seinen Weg zu den knapp 14 Millionen Lesern findet, die das Blatt erreicht (Reichweite, nicht Auflage). Aber wer sich für Israel einsetzt, macht sich unbeliebt, macht sich verdächtig.
Das Bildblog (Mitherausgeber ist Stefan Niggemeier) schreibt über die Darstellung der Peres-Erdogan Geschichte in der Bildzeitung und deckt dabei gleich auf, in welchen Fällen die Bildzeitung noch Pro-Israel schrieb:

Bildblog Screenshot

Soweit ist es nun schon gekommen, dass es ein Vorwurf sein kann, wenn eine Zeitung proisraelisch (wenngleich sie dies in einer Art und Weise tut, wie sich auch alle anderen Themen aufbereitet) äußert. Man hätte sich zur Sache äußern können, also Redezeiten aufrechnen, Positionen darstellen, sachliche Änderungen der Bildzeitung darstellen können. Man hat sich aber in diesem Fall dazu entschlossen, daraus eine Frage des Prinzips zu machen und das ist das eigentlich problematische daran.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Niggemeier ist in der Regel halt journalistisch nicht besser als Bild, weil er ausschließlich davon lebt, sinngemäß jeweils exakt das Gegenteil zu behaupten und das auf die gleiche Art macht/machen muss wie Bild, um seinerseits seinen Leserkreis zu erhalten. Nun ja, wenn man nur ein Hobby hat …

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  2. Niggemeier hat eine Analyse gemacht. Ich sehe nicht den Skandal darin, das BILD pro-israelisch ist, sondern eben in BILD-Manier gerne mal die Zusammenhängt ausblendet. Das ist ja in vieler Hinsicht so und das macht ja auch BILD aus. Man könnte sagen, das ist trivial, stimmt, aber dennoch erwähnenswert oder?

    BILD denkt vielleicht, das es Pro-israelisch ist. Aber am Ende geht es nicht um Israel, sondern um die eigenen Befindlichkeiten, in denen dann Israel als metaphysischer Lückenbüßer herhalten darf.

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  3. Ich denke nicht, dass der Text von Niggemeier stammt.
    Über das übliche Vorgehen des Blattes schrieb ich ja etwas und stelle das gar nicht in Abrede. In dem Bildblogartikel ist das ja auch täglich Thema. Wenn Du dem Link folgst, kannst Du sehen, dass man nicht denkt, proisraelisch zu sein, sondern das festgelegt hat.
    Auch die Antisemitenfeststellung (die Behauptung man dürfe Israel nicht kritisieren) fehlt nicht. Das zeigt ganz gut den Kontext des Bildblogartikels…

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