Der Widerstand der Bielski-Brüder

1944 lebten im Nalibolki-Wald in Weißrussland mehr als tausende jüdische Menschen in einer autarken Kommune. Um sie herum töteten deutsche Truppen Juden. Es gab eine Schule, ein Krankenhaus, Handwerker, ja sogar eine Synagoge. Dieses kleine Dorf im Wald war das Werk der Bielski-Brüder Tuwia, Asael und Alexander Sisser. Sie führten Juden aus den umliegenden Ghettos in den Wald und führten von dort aus einen Partisanenkampf.
Die Bauern und Müller aus dem Landkreis um die polnische Stadt Nowogrdek (die heute zu Weißrussland gehört). Dort kamen sie nach dem Invasion Polens in ein Ghetto in dem ihre Eltern und andere Angehörige getötet wurden. Dieses Schicksal jedoch wollten sie auf gar keinen Fall teilen und so flohen die Brüder in besagten Wald und bildeten mit anderen dort eine Partisanengruppe unter Führung von Tuwia Bielski (hier ein Bild). Dieser hatte eine gewisse militärische Vorbildung durch seinen Dienst in der polnischen Armee und als junger Mann war er Mitglied einer zionistischen Jugendgruppe. Bis die Gegend von der roten Armee befreit wurde, überlebten so mehr als 1200 Menschen die Schoah.
Diese Geschichte ist natürlich der ideale Stoff für einen Spielfilm und so wurde im vergangenen Jahr Defiance gedreht, mit Daniel Craig in der Hauptrolle.

Damit dürfte dies einer der wenigen Filme sein, die sich in diesem Jahr dem Thema Schoah widmen, der sich auf eine wahre Geschichte bezieht. In dem gefeierten Film Der Vorleser beispielsweise, ist die Schoah lediglich Kulisse einer Geschichte in der es um vollkommen andere Dinge geht. Das Buch von Bernhard Schlink gilt als große Literatur. Nicht, dass etwa Defiance eine Spielfilmdokumentation wird, aber zumindest orientiert er sich an tatsächlichen Begebenheiten und erzählt eine Episode, die bisher noch keine große Bekanntheit erlangt hat. In Kürze werden einige Filme gezeigt, welche die Schoah als Genre benutzen. Defiance würde ich nicht vollständig hinzuzählen. Am 5. März 2009 soll der Film voraussichtlich in Deutschland starten. Die Homepage zum Film erzählt mehr über die tatsächliche Geschichte.

Deutsche Homepage zum Film mit einem deutschsprachigen Trailer hier.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Chajms Sicht » Unbeugsam

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.