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Die Peres und Erdogan Geschichte

Bevor das wieder hochgekocht und umgedeutet wird, hier mal die Geschichte zum anschauen. Die Türkei galt und gilt als Freund Israels und deshalb hat der Vorfall anscheinend nichts an den Beziehungen beider Länder verändert, wie die Jerusalem Post schrieb (hier). Was war passiert?
Auf einer Debatte über den Krieg in Gaza beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprachen verschiedene Vertreter über ihre Sicht des Konflikts. Bei der Rede von Peres wurde immer wieder applaudiert, auch nachdem dieser Erdogan frug, ob dieser Raketen auf Istanbul dulden würde.
Dieser wollte dazu Stellung beziehen, fühlte sich jedoch durch den Moderator benachteiligt und rauschte davon.

Das ist die Geschichte. Mehr nicht und nicht weniger…

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Chumasch fürs Telefon

Chumash for Blackberry

Siddurim für Mobiltelefone setzen sich langsam durch. Wer kurz auf das haptische Erlebnis einer gedruckten Ausgabe verzichten kann, der kann sich entsprechende Software kostenlos herunterladen (siehe hier) oder auch für Geld entsprechende Software erwerben.

Gleiches gilt für den Chumasch. Auch dieser ist für Blackberry Telefone hier kostenlos erhältlich. Es gibt ihn mit Raschi, ohne Raschi oder auch mit englischer Übersetzung. Wie das ausschaut, kann man oben betrachten. Die Buchstaben sind recht kantig, dafür aber ganz gut zu erkennen. Das ist keine Dauerlösung, reicht aber, um kurz einen kleinen Abschnitt zu lesen. Bequem ist es allemal, wenn man zur Not ständig auf ein Siddur und einen Chumasch zurückgreifen kann. Ein weiteres Problem: Sollte man zufällig in einen Minjan geraten, könnte es den Eindruck machen, man beschäftige sich unhöflicherweise mit seinen Nachrichten auf dem Telefon. Dabei scrollt man nur im Text herum…

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Opas Fotokiste ausmisten

Fotos aus der Zeit der Schoah, auf denen jüdische Gefangene von Angehörigen der Wehrmacht zu sehen sind, oft auch mit lächelnden Wehrmachtssoldaten sind nicht nur Bestandteile diverser Ausstellungen oder Büchern, sondern wohl auch vereinzelt Teil deutschen Familienerbes.
Vergoldet wird dies dann bei den Auktionshäusern im Internet. Unter anderem bei ebay. Das führt dann zu Einträgen wie diesen:

Foto mit polnischen Juden bei Zwangsarbeit!
Diese tragen alle eine Armbinde und halten jeweils einen Spaten.
Im Hintergrund stehen drei lachende Soldaten der Wehrmacht
Foto im Format 8×6 cm. Foto unten beschnitten.
Fotopapier Agfa Lupex
Rote Striche KOpierschutz
Foto 100% original aus der Zeit mit Garantie darauf!!
von hier

Damit man die Juden auf dem Bild auch nicht mit deutschen Soldaten verwechselt, hat man diese durch rote Pfeile gekennzeichnet.
Mit ein paar Suchbegriffen wie WK2, Polen, Foto (man muss nicht einmal zwingend Juden eingeben) findet man ganzjährig Bilder mit diesen Motiven.
Eine interessante Methode, aus den Untaten nachträglich noch einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Interessanter dürfte die Frage sein, wer diese Fotos kauft und was die Personen damit anstellen. Es gibt (oder gab zumindest) auch einen Markt für zerschnittene Torahrollen, die man stückweise an den Meistbietenden verkauft hat.
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Anne Frank – das Fotomotiv

ANNE FRANK EN EL MADAME TUSSAUDS DE BERLN

Die Jüdische Allgemeine berichtet in der aktuellen Ausgabe über eine Wachsfigur bei Madame Tussauds in Berlin und die Reaktionen auf diese Figur. Die Figur ist in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum Berlin entstanden und soll wohl irgendwie den Gegenpol zu der Figur sein, der man schon einmal den Kopf abgerissen hat.
Ich konnte schon wenig der Idee abgewinnen, dass man sich mit Hitler fotografieren lassen kann. Die Idee, dass Anne Frank jetzt Fotomotiv und Partner auf zahllosen Bildern sein wird, finde ich nicht über die Maßen gut.

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Patzen bei Plasberg

Total verdrängt hatte ich die Tatsache, dass die Sendung Hart aber Fair sich gestern Gaza widmete und den deutschen Reaktionen darauf. Viele Dinge wurden ja hier bereits vorweggenommen und viele Mechanismen angesprochen. Warum spricht niemand über das Elend in den palästinensischen Lagern im Libanon, warum wurde kein allgemeiner Aufruhr wegen Darfur gemacht? Nicht einmal wegen des Bosnienkrieges haben die Leute sich Gedanken gemacht, obwohl der nicht weit entfernt von Deutschland stattfand und streckenweise ja auch Gebiete betraf, in denen Deutsche ihren Urlaub verbrachten. Viel wichtiger war damals, wie man sich vor den Flüchtlingen schützt, die ein solcher Krieg verursacht.
Letztendlich habe ich die Sendung aber doch gesehen und nichts neues hinzugelernt. Die Protagonisten waren jedoch extremst emotionalisiert und so frug ich mich, wann Ulrich Kienzle ausholt um Michel Friedmann die Faust ins Gesicht zu drücken. Udo Steinbach wollte nicht über Antisemitismus sprechen – dieser sei für ihn kein Problem und das sei alles Schnee von gestern. Michel Friedmann wurde von Norbert Blüm als Abgesandter des Staates Israel betrachtet und bewies seine Eloquenz mit einem großartig formulierten und bis ins Detail durchdachten Satz. Man könne als Christ kein Antisemit sein, weil Jesus ja auch Jude war.
Reinhard Mohr hat die Sendung auch gesehen und auf Spiegel-Online darüber geschrieben – sehr schonungslos:

Von Anfang an fiel auf, mit welcher Verve, Leidenschaft, ja Erbitterung sich die sonst so routiniert abgeklärten TV-Talker gegenseitig beharkten. Der ehemalige TV-Reporter Ulrich Kienzle schrie fast, als er Friedman ins Gesicht schleuderte: „Die Israelis haben die Palästinenser vertrieben!“ Auch der Islamwissenschaftler Udo Steinbach wirkte wie ein aufgedrehtes Rumpelstilzchen, als er über Palästina sprach, das seit „vierzig Jahren besetzt und vergewaltigt“ werde. von hier

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Fall On You TIL

TIL – die Rakete
Schwarzer Humor – schwärzerer Humor – Eretz Nehederet


Eretz Nehederet schuf nicht nur eine Hip-Hop Parodie, sondern auch einen bösen Kommentar zum Gazakonflikt und der Wahrnehmung bzw. Darstellung dessen…

Nichthebräische Untertitel kann man einstellen indem man auf das Pfeilsymbol rechts klickt. Dort kann man Untertitel einblenden lassen.

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Aktion im Ruhrgebiet

Ein fleißiger Kommentator und Leser dieses Blogs ist nicht nur ein Mann der Worte (hier im Blog und aus Profession), sondern auch jemand, der etwas tut. Es ist mir deshalb eine besondere Freude, seinen Veranstaltungshinweis für das Ruhrgebiet (einen Tag zu spät) hier weiterzureichen.

Vom 19.01.09 bis 12.02.09 findet im KiJuKuMa in der Lothringerstr. 36 c
die Veranstaltungsreihe“ Yemej HaShoah, Kinder- & Jugendtheater gegen das Vergessen,
gegen Rassimus & Gewalt“ statt. Der Titel, Yemej HaShoah bezieht sich auf den 27.01.1945, der Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. Er bedeutet Tage des Grauens, aber in Iwrit, modernem Hebräisch, der Sprache, die heute in Israel gesprochen wird.
Und das ganz bewußt. Denn Antisemitismus ist nicht nur ein graues Schattengespenst aus brauner Vergangenheit, sondern leider so lebendig wie nie zuvor seit 1945 und das mit steigender Tendenz. War es noch vorletztes Jahr „Du Jude“ als gebräuchliches Schimpfwort auf Schulhöfen, so kursierte zum Börsenkrach Ende letzten Jahres wieder die Lüge von der Weltverschwörung jüdischer Bankiers breit durch das Internet. Und jetzt wird ganz aktuell bei Demonstrationen gegen die Militärintervention der israelischen Regierung in Gaza hier öffentlich auf den Straßen „Tod den Juden“ skandiert. Es brennen zwar glücklicherweise noch keine Synagogen, aber man fühlt sich trotzdem erschreckend an den 9. November 1938 erinnert. Und das, obwohl am 9. November letzten Jahres, dem siebzigsten Jahrestag der Reichsprogromnacht, in fast allen Städten der BRD der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und oft mit einem vollmundigem „Wehret den Anfängen!“ an Toleranz und Zivilcourage appelliert wurde. Aber reine Lippenbekenntnis scheinen in punkto Antisemitismus & Rassimus ungehört zu verhallen und es macht wenig Sinn, sie einfach nur verbieten zu wollen.
Daher verfolgt „Yemej HaShoah“ den Ansatz, rechtzeitig präventiv bei Schülern, Kindern & Jugendlichen,
mit dem Medium Theater plastisch und empatisch Toleranz, Akzeptanz und Gewaltfreiheit zu vermitteln
und das mit einem breiten, altersadäquaten Veranstaltungsspektrum.
Vom 19.01. bis 22.01. geht es ganz pragmatisch in den theaterpädagogischen
Workshops „Voll auf die Fresse? Voll daneben“ darum, Schülern aller Alterstufen ganz realistisch und praktisch den gewaltfreie Formen für den Umgang mit der eigenen Aggression zu vermitteln. Das Theaterstück „Lumpenpott“ wendet sich vom 26.01. bis 29.01. an Schüler ab der 8. Klasse. Es läßt das Ruhrgebiet unter den Nationalsozialisten auf der Bühne wieder lebendig werden
und macht plastisch und mit-erlebbar deutlich, was Nationalsozialismus und Faschismus für den einzelnen im Alltag bedeutet hat und stellt gleichzeitig Bezüge zu den Neonazis heute her. Für Schüler der 2. bis 6. Klasse bietet das Stück „Stromboli – Knut und die Wut“ vom 02.02. bis 04.02 unterhaltsam, aber dadurch in keinster Weise weniger nachhaltig, Alternativen zum Draufhauen und Dreinschlagen. Den Abschluß der Veranstaltungsreihe bildet vom 09.02 bis 12.02. für Schüler ab der 8. Klasse das Stück „Braune Engel“, das Jugendlichen in einer dynamischen Konfrontation zwischen einer Deutschtürkin und einem Neonazi vermittelt, was Rassismus und Gewaltverherrlichung ganz konkret heute bedeuten.
Darüber hinaus ist Yemej HaShoah der lebendige Beweis dafür, dass es in Bochum ein breitgefächertes Bewußtsein gegen Rechts und gegen Rassismus gibt, das nicht nur auf NPD Demonstrationen wie am 25.10.08 reagiert, sondern offensiv präventiv agiert. Denn Yemej HaShoah kann nur dadurch stattfinden, dass diese Veranstaltungsreihe vom Kulturbüro der Stadt Bochum, dem Jugendamt der Stadt Bochum, den Stadtwerken Bochum und dem Bochumer Kulturrat e.V. gefördert und unterstützt wird.
Weitere Informationen und Kartenvorbestellung: Tel 0234 / 890 66 81

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In Berlin: Antisemitismusbekämpfung in Berlin und Deutschland

Angesichts der aktuellen Entwicklungen dürfte die Veranstaltung einen Nerv treffen:

Neue Strategien gegen ein altes Phänomen:
Antisemitismusbekämpfung in Berlin und Deutschland
Am Mittwoch, den 28. Januar 2009
17.30 19.00 Uhr
Centrum Judaicum (Grosser Saal)
Oranienburger Strasse 28-30
10117 Berlin

Wieder mal macht sich unter jüdischen Menschen in Deutschland die Verunsicherung breit: Vor dem Hintergrund der Zuspitzung des Nahostkonflikts fallen wieder antisemitische Äußerungen, auf Berliner Strassen werden judenfeindliche Parolen skandiert, jüdische Menschen und sogar das Wachpersonal vor jüdischen Einrichtungen werden zur Zielscheibe tätlicher Angriffe.
Ein Senator, eine Abgeordnete und ein prominenter Historiker diskutieren am 28. Januar 2008 mit Sergey Lagodinsky über ihre Einschätzung der Lage in der Hauptstadt und darüber, was Politik und Gesellschaft tun können, um den alten Hass in seinen neuen Formen effektiv zu bekämpfen

Dr. Ehrhart Körting, Innensenator des Landes Berlin
Bilkay Öney (Grüne), – Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses
Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Bundeswehruniversität München, Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München

Sergey Lagodinsky (Moderation) – Präsidium der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Grußwort: Lala Süsskind – Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Am Mittwoch, den 28. Januar 2009
17.30 19.00 Uhr
Centrum Judaicum (Grosser Saal)
Oranienburger Strasse 28-30
10117 Berlin

Bitte beachten, dass der Einlass durch Sicherheitsmaßnahmen am Eingang verzögert werden kann.

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Israelische Fahne nun verboten

jedenfalls hält man sich die Option offen…

In den Kommentaren hier wurde auf eine Kundgebung hingewiesen, die am Wochenende in Duisburg stattfinden soll. Sie findet dort statt, weil auch dort wieder eine Demonstration gegen den Krieg angemeldet wurde. Am Wochenende zuvor ist daraus ja eine Demonstration gegen Israel im Allgemeinen und Juden im Allgemeinen geworden (Siehe auch: Antisemitismus ist kein Symptom des Konflikts). Nachdem in Duisburg die Polizei ein eher schlechtes Bild machte, setzt sie nun für die Kundgebung gegen Antisemitismus und für Israel einen drauf. So erklärte der Sprecher der Polizei der Jerusalem Post, man werde die israelischen Fahnen wohl einfach nicht erlauben:

When asked if the Duisburg police plan to confiscate Israeli flags from supporters who demonstrate against an anti-Israeli protest slated for this coming Saturday, Ramon van der Maat, a Duisburg police spokesman, told The Jerusalem Post that, „we have to see what is expected“ at the protest, adding, „It depends on the situation and one cannot, across the board“ say that Israeli flags will be permitted.
The Düsseldorf flag ban occurred during a demonstration earlier this month. The flag-wavers were taken into police custody. von hier

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