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Tzahal startete YouTube Channel

Die Tzahal hat einen eigenen Channel auf YouTube ins Leben gerufen über den sie die eigenen Operationen ins Bild setzt und verschafft sich so einen direkten und messbaren Zugang zu Blogs und Internetseiten. Es lässt sich ja nachvollziehen, welches Video auf welcher Website angezeigt worden ist und wie häufig.
Zu sehen sind etwa Bilder wie diese: Drohnenaufnahmen eines kleinen, offenen Lieferwagens auf den Raketen verladen werden und der daraufhin von der Luftwaffe zerstört wird. Diese Bilder liefen hier kürzlich auch im TV.

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YouTube-Channel der Tzahal.

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Was ist nun zu tun in Gaza?

Shalom Rav verweist in einem aktuellen Beitrag auf einen Zeitungsartikel von David Grossman in Haaretz. Dieser führt in gewisser Weise die Diskussion aus meinem vorherigen Beitrag über die Schuld der Hamas an der Eskalation (wie ich meine) fort. So plädiert Grossman für einen kühlen Kopf:

After its severe strike on Gaza, Israel would do well to stop, turn to Hamas‘ leaders and say: Until Saturday Israel held its fire in the face of thousands of Qassams from the Gaza Strip. Now you know how harsh its response can be. So as not to add to the death and destruction we will now hold our fire unilaterally and completely for the next 48 hours. Even if you fire at Israel, we will not respond with renewed fighting. We will grit our teeth, as we did all through the recent period, and we will not be dragged into replying with force.
Moreover, we invite interested countries, neighbors near and far, to mediate between us and you to bring back the cease-fire. If you hold your fire, we will not renew ours. If you continue firing while we are practicing restraint, we will respond at the end of this 48 hours, but even then we will keep the door open to negotiations to renew the cease-fire, and even on a general and expanded agreement. von hier

Amos Oz sieht die Schuld ebenfalls bei der Hamas, rät aber auch zu weitergehenden Überlegungen:

Oz told Corriere della Sera that „Hamas is responsible“ for the outbreak of violence, but „the time has come to seek a cease-fire.“
He called for a „complete cease-fire, in which they don’t fire at us, in exchange for us easing the blockade of the Gaza Strip.“ von hier

Im gleichen Text wird auch A.B. Yehoshua zitiert, der die Operation wohl für nötig hielt aber ein schnelles Ende der Kampfhandlungen wünscht.
Die Frage die nun noch (wie auch in der Diskussion hier) im Raum schwebt ist, wie kann Israel den Raketenbeschuss stoppen, wenn die Hamas nicht selbstständig davon ablässt? Was sie wohl nicht tun wird.

Kleines Update: Auch das Movement for Reform Judaism hat einen Kommentar veröffentlicht. In diesem heißt es:

Abraham Bell of the Jerusalem Center for Public Affairs reminds us that „if the attempt has been made to minimize civilian damage, then even a strike that causes large amounts of damage–but is directed at a target with very large military value–would be lawful“ (Abraham Bell, „International Law and Gaza: The Assault on Israel’s Right to Self-Defense, Jerusalem Issue Brief, Vol. 7, No. 29, January 28, 2008, Institute for Contemporary Affairs/Jerusalem Center for Public Affairs). The fact that the number of civilian deaths, as tragic as they are, have been minimal, attests to Israel’s care in striking only Hamas military targets.
One must also take into account the fact that most armies seek to achieve military victory by the defeating the military capacity of an enemy. That is what Israel is now doing. The targets thus far have been training facilities, bomb depots, and Hamas military headquarters.
Again, any loss of civilian life is regrettable. No one in Israel rejoices when such casualties occur. von hier

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Den Militärschlag herbeigesehnt

Der Mord des Axtmörders scheint weniger schlimm zu sein, als der Mord desjenigen, der eine Automatikwaffe verwendet. Das transportieren derzeit einige Medien unterschwellig, die über die jüngsten Ereignisse in Gaza berichten. Immer wieder wird erwähnt, wie primitiv die Raketen seien und wie hochtechnisiert die Luftwaffe der Tzahal (kein neuer Reflex).
Nachdem aus dem Gaza-Streifen über lange Zeit Raketen auf den Süden Israels und insbesondere Sderot Rakete um Rakete abgefeuert wurde, warnte Ministerpräsident Olmert vor den möglichen Konsequenzen. Zugleich wurden Hilfslieferungen zugelassen und die Botschaft sollte klar sein: Die Hamas hat vor allem die Bevölkerung Gazas in Haft. Von Damaskus aus kann der Chef der Hamas auch weiter zur Gewalt aufstacheln, er lebt ja nicht in Gaza und muss den Preis nicht bezahlen, den seine Sicherheitskräfte nun bezahlen mussten. Der Coup der Hamas ging auf, die Hamasleute wurden aus den Trümmern von Wohnhäusern gezogen. Die Presse und die Welt reagierten, wie gewünscht, empört. Interessanterweise findet ausgerechnet jemand auf Spiegel-Online die richtigen Worte. Pierre Heumann beschreibt die Eskalations-Strategie der Hamas:

Eine perfide Strategie. Die international isolierte Hamas hofft, mit Hilfe der jetzigen Gewalteskalation als Gesprächspartner im Westen ernst genommen zu werden. Sie setzt darauf, dass sich die internationale Gemeinschaft in das blutige Geschehen einmischt – und mit der Hamas verhandelt. von hier

und

Dabei war die Eskalation spätestens seit dem 19. Dezember absehbar gewesen. An diesem Tag ließen die Hamas und ein Dutzend weiterer Palästinensergruppen die sechs Monate alte Waffenruhe mit Israel auslaufen – die allerdings stets brüchig gewesen war. Fast 200 Raketen und mehrere Mörsergranaten sind seither in Israel eingeschlagen. Zivilisten, nicht militärische Einrichtungen wollte die Hamas treffen. Die Raketen verfehlten ihre Bestimmung in der Regel nur wegen ihrer mangelhaften Zielgenauigkeit. Aber die ständige Angst vor den Kassam-Raketen machte das Leben im Süden Israels zur Qual. Viele Einwohner flüchteten gen Norden. Auch von hier

und

Das hielt ihre Führung nicht davon ab, die Raketenangriffe zu billigen und zu unterstützen. Sie nahm in Kauf, dass beim israelischen Gegenangriff palästinensische Zivilisten zu Schaden kommen würden. Denn die Hamas-Anlagen sind absichtlich in Stadtteilen untergebracht, in denen Zivilisten wohnen.
Das Wohlergehen der palästinensischen Bevölkerung ist nicht das primäre Ziel der Hamas. Sie trägt zwar Regierungsverantwortung für die 1,5 Millionen Einwohner des Gaza-Streifens. Doch die staatsmännische Pflicht, die damit verbunden ist, haben die Islamisten nicht verinnerlicht. Sie bleiben der Widerstandsideologie verpflichtet. Weshalb sie nicht nur von Israel, sondern auch in Europa und in den USA als Terroristen eingestuft werden. von hier

Die Situation sollte also deutlich sein: Die Hamas hat wohl den Militärschlag sehnlichst herbeigesehnt um ihre eigene Position zu festigen und das Volk auf ihre Linie zu bringen. Das scheint solange zu funktionieren, bis jemand das Ursache-Wirkung-Prinzip entdeckt und erklärt, wer tatsächlich Schuld ist.

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Winterdilemma – Winterdunkelheit und Tfilah

Jüdische Allgemeine Winter

Keine bahnbrechende Beobachtung: Im Winter wird es spät hell und sehr früh dunkel; jedenfalls in diesem Teil Europas. Der Schabbat beginnt also schon recht früh, wer das Morgengebet vor Arbeitsbeginn sprechen will, könnte auch Probleme bekommen. Die Suche nach einer Lösung habe ich in einen Artikel für die Jüdische Allgemeine verpackt. Er ist aktuell hier abrufbar.

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Interessantes Chanukkah

In den Chanukkahtagen wird die Geschichte des Ölwunders häufig erzählt und das Setting der Geschichte tritt ein wenig in den Hintergrund. Der bewaffnete Kampf gegen die Herrschaft der Seleukiden unter König Antiochos IV einerseits und der bewaffnete Kampf gegen diejenigen Juden, welchen den hellenistischen Lebensstil der Eroberer annahmen. Also erst ein waschechter Bürgerkrieg. So ist das erste Todesopfer des Kampfes auch ein Jude und nicht ein Soldat des Seleukidenreiches, so kann man es jedenfalls im 2. Kapitels des Makkabäerbuches nachlesen. Fortan wurde gegen die Besatzer und die hellenisierten Juden vorgegangen. Der Raub des Tempelschatzes mit der Entweihung dessen, ließ das Fass überlaufen und so begann ein Kampf, den man früher als Guerillataktik bezeichnet hätte. Heute käme einem vielleicht auch eine Entsprechung von Terrorismus in den Sinn. Kleine Gruppen, die sich wichtige Ziele vornehmen, um den großen Feind empfindlich zu schwächen.
Übrigens war Antiochos IV jemand der herausfand, dass sich Tempel im Allgemeinen gut als Einnahmequelle eigneten. So wollte er sich nach der Niederlage in der Elymais den Tempel der Artemis zu plündern,wurde aber auch dort geschlagen und kam sogar auf dem Rückzug ums Leben. Weiterlesen

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Chanukkahmania

Das Internet ist voll von Videos zu Chanukkah, hier also eine kleine kommentierte Auswahl.

Wer Maoz Tzur singen lernen möchte, der benötigt natürlich eine deutliche Vorlage, eine solche gibt es hier:

Diese Version beinhaltet auch eine englische Strophe die auf die Melodie passt. Im liberalen Einheitsgebetbuch gibt es ebenfalls eine Strophe, die auf die gängige Melodie passt:

G-tt, mein Fels Heil und Ruhm,
Schön ist’s Dir zu singen!
Schirme unser Heiligtum,
Wo wir Dank dir bringen.
Wenn dereinst verklungen Alle Lästerzungen,
Weiheklang, Lied voll Klang Sei Dir dann gesungen.

Aber längst nicht alle Juden auf der Welt kennen nur diese eine Melodie (natürlich nicht!) die von Martin Luther stammt, sondern auch andere. Der Munkach Chor präsentiert eine andere Version:
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Israel macht Dich schöner

Genau genommen können israelische Forscher jede beliebige Person schöner machen – jedenfalls auf Fotos. Data-Driven Enhancement of Facial Attractiveness (hier als pdf) heißt die entsprechende Arbeit israelischer Forscher von der Universität Tel-Aviv. Dort wurde ein Algorithmus entwickelt, der Gesichter nach den gängigen Schönheitsidealen ein wenig nachbearbeitet:
Eine entsprechende Präsentation gibt es auch bei YouTube. In den entsprechenden Foren wird es dann wieder heißen, die Israelis seien die Meister der Täuschung etc. etc… 😉

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Anzahl der Juden in Deutschland?

Der Onlinedienst Statista erlaubt die Suche nach allen möglichen Statistiken und tatsächlich gibt es auch eine Statistik zur Gesamtzahl der Juden in Deutschland. Die Zahlen basieren auf Material des Zentralrats und bildet also vermutlich nur die Anzahl derjenigen Juden ab, die in einer Gemeinde organisiert sind die dem Zentralrat angehört. Interessant scheint die Frage nach der Anzahl der Juden in Deutschland zu sein, wenn man die Zahl der Zugewanderten abzieht. Wie wäre es dann um die Gemeinden bestellt?
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Mitgliederstatistiken findet man hier.

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Trauerfeier in Düsseldorf für die Opfer von Mumbai

Chabad Düsseldorf wird am Donnerstag in Düsseldorf eine Trauerfeier für die jüdischen Opfer von Mumbai ausrichten:

Anlässlich der Tragödie in Mumbai, bei der unsere Freunde und Kollegen, Rabbiner Gavriel Holtzberg und seine Frau Rivka sowie vier weitere Juden von Terroristen ermordet wurden, findet am Donnerstagabend, den 18. Dezember 2008 um 19.30 Uhr ein Gedenkg-ttesdienst und Trauerfeier im Stadtmuseum Düsseldorf statt.

Ablauf:

  • Zünden von Gedenkkerzen
  • Ansprache von Rabbiner Chaim Barkahn, Vorsitzender von Chabad Lubavitch Düsseldorf
  • Trostworte Seiner Exzellenz, des US-Generalkonsuls Matthew G. Boyes
  • Trostworte weiterer Konsuln und Ehrengäste aus der Landesregierung und der Stadt Düsseldorf
  • Gebet Kel Male Rachamim
  • bewegende Video-Präsentation über das Ehepaar Holtzberg
  • Eintragung in das Kondolenzbuch
  • Möglichkeit für die beiden verwaisten Kinder der Holtzbergs zu spenden

Wie Tausende anderer Chabad-Rabbiner auch, haben Gabi und Rivka ihre eigenen Wurzeln, ein komfortables und bequemes Leben in New York und Israel aufgegeben, um nach Indien zu gehen. Sie boten der dortigen jüdischen Gemeinde Inspiration und Fürsorge. Darüber hinaus kamen Tausende jüdischer Touristen und Geschäftsleute häufig in ihr Chabad – Haus.
Die Holtzbergs teilten die Liebe und Wärme ihrer eigenen Familie mit allen Menschen, die zu ihnen kamen. Nun haben die beiden ein allerletztes Opfer gebracht für unseren Glauben und unsere Gemeinschaft. Sie haben als Juden an der Frontlinie gelebt und sind dort gestorben.
Lassen Sie uns alle am Donnerstagabend zusammenkommen und für Frieden in der ganzen Welt beten. Ihre Anwesenheit ist sehr wichtig, um die Familien des Terroranschlags zu trösten.
Mögen ihre Seelen mit dem Ewigen Bund des Lebens vereinigt werden und mögen ihre Familien Trost unter den Trauernden Zions finden.

Adresse & Verkehrsmittel:
Stadtmuseum Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf
Trambahnlinien 704/709/719, Haltestelle Poststraße
U-Bahn, Haltestelle Heinrich-Heine-Allee