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Eine ägyptische Stimme zur Befried(ig)ung des Nahen Ostens

Ägypten als Staat ist offiziell Partner eines Friedensvertrages mit Israel, dennoch tauchen im Staatsfernsehen Gestalten auf, die ungeheuerliche Dinge vorschlagen, wenn es um den Nachbarstaat Israel geht. So schlägt die Rechtsanwältin Najla al-Iman vor, man könnte im Kampf gegen die Besetzung Palästinas – womit mit sie den gesamten Staat Israel meint – zionistische Mädchen vergewaltigen. Man könnte auch behaupten, sie ruft dazu auf.

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Interessant, welches Menschenbild dahinter steckt, wenn eine Frau zu Vergewaltigungen aufruft, oder sie in irgendeiner Form gut heißt. Es scheint dort überhaupt ein großes Thema zu sein, wenn sich selbst die Al-Azhar-Universität mit diesem Phänomen befassen muss (siehe hier); andernorts wird das schon Mittel des Widerstands (siehe hier).
via Rungholt

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Ulpan in Jeruschalajim

Kürzlich habe ich hier gefragt, wer für eine Zeit nach Jeruschalajim fahren/ziehen möchte. In eben diesem Haus, dem Beit Ben Yehuda, wird vom 8. Februar bis 6. März 2009 und vom 2. bis 28. August 2009 ein Ulpan (Hebräischkurs) stattfinden:

In muttersprachlicher Umgebung und an historischer Stätte lernen die Teilnehmer des Sprachkurses alltägliche Gesprächssituationen zu meistern, das Lesen und Schreiben der hebräischen Schrift sowie Grundlagen der Grammatik. Der Kurs wird von einer erfahrenen Lehrerin geleitet, die neben der Sprachvermittlung auch Einblicke in Geschichte, Politik und Kultur Israels bietet. Zur Förderung der Kommunikationsfähigkeit und der Verfestigung des Vokabulars spielen die Teilnehmer reale Dialogsituationen im Alltag nach. Am Ende des Kurses sind alle in der Lage, auf Hebräisch einzukaufen, nach dem Weg zu fragen oder Smalltalk mit neuen Bekanntschaften zu halten.
Zum Begleitprogramm des Sprachkurses gehören u. a. eine Besichtigungstour in der Altstadt Jerusalems, ein Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem und Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden. Ausflüge in das Umland an den Wochenenden richten sich nach den Wünschen der Teilnehmer (Selbstkostenbeteiligung).
Die Unterbringung erfolgt in dem anliegenden Gästehaus Beit Ben Yehuda Haus Pax, das sich in dem ruhigen und grünen Jerusalemer Stadtteil Talpioth befindet. Die Altstadt ist in etwa 30 Minuten Fußweg zu erreichen.
Hebräisch für Fortgeschrittene
Auf Nachfrage kann im selben Zeitraum auch ein Hebräischkurs für Fortgeschrittene angeboten werden. Hierfür sind mindestens sieben Teilnehmer erforderlich! Die Interessenten werden schnellstmöglich benachrichtigt, ob der Kurs zustande kommt.

999 Euro soll der Kurs kosten, inklusive Übernachtung, exklusive Verpflegung. Infos und Anmeldemöglichkeiten:
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Schülermob zerstört Ausstellung über Pogrome von 1938

Jüdisches Berlin berichtet darüber, dass Schüler im Windschatten der Demonstrationen für mehr Bildung die Ausstellung Verraten und Verkauft zerstört. Die taz berichtet wenig eingehend darüber, dazu noch unter der Überschrift Kreativer Protest, die Berliner Zeitung schreibt zumindest, dass die Ausstellung tatsächlich zerstört worden ist. Der Fuchsbau fragt sich laut, warum das kein Skandal ist und stellt das hier zur Diskussion. Und tatsächlich wird die Geschichte nicht zu einem Skandal, obwohl es einer ist. Statt sich mit Hinweisen auf die Konfession einer Person aufzuhalten, sollte man sich lieber darum kümmern. Offensichtlich scheint es tatsächlich große Defizite im Schulsystem zu geben, wenn Schüler derart tätig werden. Hier wäre ein weiterer Beweis dafür.

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Jüdischer Alltag in Deutschland – ungeschönt

Die Mahn- und Versöhnungsreden vom vergangenen Sonntag hallen noch nach, da wird das Echo durch Sergey Lagodinsky geschluckt und die hässlichen Fakten auf den Tisch gepackt.

Kanzlerin Dr. Angela Merkel betonte in ihrem Video-Podcast dass der 9. November ein Tag des Gedenkens sei, der dazu verpflichtet, die Zukunft verantwortlich zu gestalten. Bei den Synagogeneröffnungen, denen ich in der letzten Zeit beiwohnen durfte, wurde häufig betont, wie sicher Deutschland für Juden sei und was für eine Auszeichnung, dass man heute wieder jüdisches Leben in Deutschland sehen könne. Darüber, wie dieses Leben aussieht, gibt es verschiedene – häufig sehr romantisierte (siehe auch hier) – Vorstellungen und da kommt Sergey Lagodinsky ins Spiel. Er versucht zu erklären, wie die Realität aussieht.

Der deutschen Öffentlichkeit ist dieser Alltag weitgehend unbekannt, für die deutsch-jüdischen Funktionäre ist er weitgehend uninteressant und bisweilen etwas peinlich. Seit 1989 hat Deutschland sich neue Juden aus der Sowjetunion geholt und sich seitdem entspannt zurückgelehnt: Sie werden es schon selbst regeln, heißt es in der Politik, die sich auf der Garantie von Hartz IV und sozialer Grundsicherung für Zuwanderer ausruht und die Aufgaben der sozialen Integration an die jüdischen Gemeinden überträgt, die dafür weder qualifiziert noch geschaffen sind. von hier

und weiter heisst es:
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Gaza-Sderot zugleich

Gaza-Sderot auf arte

Das ist doch immer einseitig! Dieser Aussage zur Nahostberichterstattung begegnet arte mit einem modernen Ansatz und zeigt einfach zwei Berichte nebeneinander. Jeden Tag ein Video aus Palästina und eines aus Israel. Eines ohne das andere würde nur einen Teil der Realität darstellen. heißt es auf der speziellen Website dazu. Alle Videos sind unkommentiert und können mit Untertiteln betrachtet werden (Englisch, Deutsch, Französisch, Hebräisch, Arabisch). Ein interessanter Ansatz beide Seiten zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen übrigens normale Leute, keine bahnbrechenden Ereignisse oder Politiker. Eben die Menschen, um die es eigentlich geht.
via spreeblick – Danke!

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Noch besser beten mit besseren Siddurim

Jüdische Allgemeine Ausgabe 45
Unter der Kategorie Siddur findet man hier seit längerer Zeit alles mögliche zu allen möglichen Siddurim. Die Frage die darin immer wieder auftaucht ist, wie man gute Siddurim finden kann. In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen (hier) kratze ich diese Frage an und stelle drei Siddurim kurz nebeneinander (Sefat Emet, Schma Kolenu, ArtScroll).

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Rabbinerausbildung in Deutschland vor dem Aus?

Kaum sind die ersten Rabbiner ordiniert, da steht das Abraham-Geiger-Kolleg vor dem Aus. Die Finanzkrise verschuldet auch eine stetige Abnahme von Spenden aus dem Ausland und stellt nun die Zukunft dieser Institution in Frage. Zur Ordination am 14. September 2006 gratulierte noch Bundeskanzlerin Angela Merkel, so ist es nun ist es ruhiger geworden; jedoch nicht besser.
Dankenswerterweise hat einer der Studenten für talmud.de formuliert, was ihn zum Studium gebracht hat und warum es weitergehen soll:

… Wenn ich meinen Freunden und Kollegen im Ausland davon erzähle das es in Deutschland ein Rabbiner Seminar gibt, wird mir zuerst nicht geglaubt, es bedarf immer langer Gespräche und Überzeugung, um Ihnen gegenüber klar zu machen, dass ein neues Jüdisches Leben in Deutschland im Aufbau ist – und immer, wirklich immer ruft diese Information bei allen eine Begeisterung hervor. Helfen sie uns damit diese nicht aufhört. Deutschland wird in der jüdischen Welt immer noch mit einem besonderen Augenmerk beobachtet, insbesondere was das jüdische Leben in Deutschland betrifft. Lassen sie nicht zu, dass sich unser Land für etwas schämen muss, was vermeidbar ist.
Ohne finanzielle Mithilfe Brandenburgs wird das Rabbinerseminar an der Universität Potsdam nicht weiter bestehen können. Bitte helfen Sie uns, damit sich unser Traum und der Traum vom neuen jüdischen Leben in Deutschland verwirklicht. … von hier

Dort findet man auch die Kontoverbindung des Abraham-Geiger-Kollegs. Hoffen und wünschen wir, dass es weitergeht.

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Bildungsstanderhebung

Das tolle am Internet ist, dass man Dinge sehen kann, die sonst nur einem kleinen Kreis zugänglich gewesen wären. Leider sieht man auch Dinge, die man nicht so gerne gesehen hätte… So auch ein Video einer Gruppe von Schülern der Julius-Wegeler-Schule in Koblenz, die sich mit dem Thema Judentum beschäftigt haben und die Früchte ihrer Arbeit im Bild festgehalten haben. Wie sie selber schreiben, haben sie das lustig gestalltet (Rechtschreibung nicht verändert). Hier verhält es sich genau so, als wenn man an einem überfahrenen Tier vorbeifährt. Es ist irgendwie ekelig, aber man muss einfach hinsehen:

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Meine Favoriten sind (schon oft gehört): An Channukah feiern die Weihnachten und die jemenitische Aussprache von Jom Kippur Dschom Kippur. Ungeschlagen auch der Trick mit der Frau die spricht wie Juden hierzulande nun mal sprechen: Nu, Nu, Nu... – was mich aber irgendwie an einen Cartoon auf Hagalil erinnerte…