Islamophobie und Antisemitismus

Während hier im Lande noch diskutiert wird, ob es Islamophobie überhaupt gibt, wurde in den USA am vergangenen Wochenende schon gehandelt.
50 Synagogen und Moscheen in den USA und Kanada thematisierten Antisemitismus und Islamophobie in ihren Reihen und überhaupt in den Gesellschaften. Dazu ist auch ein kurzes Video entstanden:

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Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

62 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @anat

    eine (orthodoxe) Freundin von mir sagte mir das und ich habe ihn mir daraufhin intensiver angesehen und er hat mich auch nicht so überzeugt.
    Mir ist er auch viel zu teuer, es gibt bessere Alternativen.

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  2. Ich bin streng religiös (neuapostolisch) erzogen worden, aber seit meinem 8. oder 9. Lebensjahr überzeugter Atheist.

    Ich weiß, dass die Christen das Alte Testament von den Juden übernommen haben, aber ich weiß nicht, inwieweit sich die Christen das umgeschrieben haben. Von daher schreibe ich lieber, dass ich die Tora nicht kenne, als irgendwelche Behauptungen diesbezüglich aufzustellen.

    @Yael1

    Das ist meine atheistische Vorstellung von Religionen, in denen es Strafen von höheren Mächten gibt, wenn man nicht irgendeinem eigentlich widernatürlichen Ritus nachgeht. Ich bezog das natürlich nicht nur auf das Judentum, sondern gleichsam auf das Christentum und den Islam.
    Ich kann mir nicht mehr richtig vorstellen, dass jemand an Gott glaubt, ohne dass er diesen fürchtet… oder weil er es gewöhnt ist, weil’s den Menschen sein Umfeld so gelehrt hat.

    Aber ich nehme es so hin, dass es überzeugte Gläubige gibt.

    @YM

    Ich verstand unter Menschenopfer so etwas wie Opfergaben an Gott. Sei es ein Kreuzzug oder wie hier als Beispiel angeführt Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn für Gott zu opfern. Kein ausschließliches Phänomen mono- oder polytheistischer Religionen.

    Friedliche polytheistische Religionen gibt es z.B. im Amazonas-Gebiet. Regelmäßig veranstalten da die Stämme Tänze und sonstige Riten, um ihre Gottheiten gnädig zu stimmen, damit z.B. die nächste Ernte besser wird oder man bei der Jagd nicht gefressen wird.
    Die Menschen sehen die Ursachen eben nicht in einem einzigen Gott, sondern in vielen mächtigen Naturerscheinungen.

    Ich denke, dass im Polytheismus die Götterwelt sehr wohl dem Wohlbefinden des Individuums dient. Vergleichbar mit dem Heiligenkult, der bei den orthodoxen Christen in Osteuropa losgebrochen ist (Stichwort Ikonen). Für jede Lebenslage gibt es einen Heiligen/einen Gott. Man sucht sich eben denjenige aus, der einem gerade am besten gefällt.
    Der Mensch ist also nicht abhängig von der Gnade eines einzigen Gottes, der sein Schicksal in der Hand hält.

    Deine aufgeführten Probleme bestehen eher im Menschsein selbst, als in einer Religion.
    Auch (Schimpansen-)Affenstämme, die bekanntlich nicht religiös sind, bekriegen sich gegenseitig. Einfach, weil sie einander nichts gönnen und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Und selbst innerhalb ihrer eigenen Stämmen morden sie, wann immer ein Tyrann die Oberhand gewinnt. Wie der Mensch.

    Insofern haben wir unsere äffischen Vorfahren nicht überwunden, und das, was wir Kultur/Religion nennen, ist oft nicht viel mehr als ein Versuch, unsere “Menschlichkeit” in Begrifflichkeiten zu manifestieren, unser Verhalten zu legitimieren. Zur Not behauptet man, es wäre “Gottes” Wille, denn wer kann da schon widersprechen?

    Wobei ich Religion jetzt nicht grundsätzlich schlecht reden möchte. Religionsgemeinschaften geben Individuen durchaus Halt und Perspektiven und können etwas Positives bewirken.

    Ich mag Religionen trotz allem, was ich da oben geschrieben habe. Aber für mich persönlich haben sie keinen höheren Stellenwert als Volksmärchen.

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  3. @Yankel

    Summa summarum: ich halte es fuer gefaehrlich,
    solche Figuren als verfuehrte Dumpfbacken zu verharmlosen.

    Genau das wäre auch falsch! Mir war, ganz oben in dieser Diskussion, wichtig zu unterstreichen, dass es Staaten gibt, die sich des Antisemitismus bedienen um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken und weil es einfacher ist, andere für die eigene Situation verantwortlich zu machen als sich selber zu hinterfragen. Da aber Schulbildung in diesen Ländern in erster Linie dazu dient, die Menschen zu ideologisieren, ist eben auch Antisemitismus Teil dieser Bildung. Tatsächlich bringen natürlich auch solche Systeme intelligente Menschen hervor. Die Frage ist, was sie mit diesem Werkzeug anstellen. Etwas vernünftiges oder lassen sie sich weiter ideologisieren und werden Fanatiker?
    Sie sind nicht bereit zu erkennen, dass sie nicht ihrer Religion dienen, sondern politisch agierenden Personen welche die Religion nur als Instrument benutzen und indem sie willfährig deren Instruktionen befolgen, sorgen sie natürlich für einen Erhalt dieses Systems.
    Woran man das erkennt? Wenn es den Brains hinter dem Terrorismus um die Verbreitung des Islams ginge, würden sie vermutlich smarte Missionsprogramme finanzieren und beginnen um die Menschen von ihrer Religion zu überzeugen. Die Mormonen sprengen ja auch keine Kindergärten in die Luft um ihrer Botschaft Gehör zu verschaffen…

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  4. > Mir war, ganz oben in dieser Diskussion, wichtig zu unterstreichen,
    > dass es Staaten gibt, die sich des Antisemitismus bedienen
    > um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken
    > und weil es einfacher ist,
    > andere für die eigene Situation verantwortlich zu machen
    > als sich selber zu hinterfragen.

    Dazu:
    Was hat die juedische Tradition mit arabischer Politik gemeinsam?
    Wenn es den Juden schlecht ging, haben sie sich gefragt:
    Wofuer bestraft uns G-tt hier?
    Was haben wir, die Juden, falsch gemacht?
    Und wenn es den Arabern schlecht geht, fragen sie sich auch:
    Was haben die Juden falsch gemacht? 😉

    Das Resultat dieser unterschiedlichen Faehigkeiten zur
    kritischen Reflexion ist,
    dass die Anzahl der Juden von der Allgmeinheit,
    sogar von gebildeteten Leuten, um eine oder zwei
    Groessenordnungen ueberschaetzt wird,
    weil man meint, sie haetten so viel Einfluss.

    Und der arabische Raum hat trotz gigantischer Erdoelreserven
    ein Bruttoinlandsprodukt, das nur auf dem Niveau von
    Spanien liegt, und haengt auch sonst hinterher:
    http://www.meforum.org/article/513
    Eigentlich erstaunlich,
    wenn man bedenkt, dass die Renessaince,
    und damit der europaeische Aufstieg, ohne Lernen
    von den damals im Vergleich viel fortgeschritteneren Arabern
    so nicht denkbar gewesen waere.

    Es gibt durchaus islamische Laender, die da besser abschneiden.

    YM

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  5. Genau, eh wir uns hier weiter darin verlieren, was zuerst da war, die Henne oder das Ei, wie wäre es damit, selbst aktiv zu werden ?
    Vielleicht sollten wir jeder einen Link zu dem Video zu seinen entsprechenden “Oberen” schicken, verbunden mit der Bitte, doch ein ähnlich geartetes Statement auf Video zu bannen und uns zuzuschicken,
    damit wir sie dann alle zusammenschneiden, auf Youtube veröffentlichen und möglichst breit verlinken. Wir könnten natürlich auch schon mal ganz im kleinen damit anfangen, dass wir selber unsere Statements
    aus unserer jeweiligen Perspektive dazu aufnehmen, zusammensetzen und veröffentlichen.
    Ringparabel goes Youtube !
    Schöne Grüße
    Shabbes-Goi

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  6. Ringparabel? Grossartige Literatur!
    Aber
    1. Passt das hier? War unser Ausgangspunkt nicht gerade,
    dass gewisse Kreise mit anderen
    einen intoleranten, gar gewaltsamen Umgang pflegen?
    Und verdanken gewisse Religionen ihre heutige Verbreitung
    nicht wesentlich dem Schwert?
    Mit Lichterketten etc gegen Kalaschnikows und Sprengstoff
    erinnert mich doch irgendwie an einen gewissen
    Neville Chamberlain.

    2. Die Figur Nathan des Weisen sollte dem
    deutsch-juedischen Philosophen Moses Mendelsohn
    ein literarisches Denkmal setzen.
    Dessen Nachkommen haben die NS-Zeit weitgehend unbeschadet
    ueberstanden.
    Warum?
    Die meisten Nachfahren von MM haben sich taufen lassen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mendelssohn_(Familie)
    Scheint ganz so, als haetten MMs eigene Kinder vor dem
    von Lessing angeregten “Wettbewerb” gekniffen.

    YM

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  7. @Yankel: Gna, gna, gna!
    Ich geb es unumwunden zu, “Nathan der Weise” ist in Wirklichkeit keine grosse Literatur, sondern die Ringparabel ist von Boccacio geklaut, der sie aus den Volkserzählungen geklaut hat. Lessing hat eine hochdramatische unerfüllte Liebesverwicklung mit inszestiösen Aspekten drunherumgebastelt,
    die jedem Volkstheaterstadl auf Jahre hinaus ein ausverkauftes Haus bescheren würde.
    Und mit persönlich ist die von MM ausgelöste Reformation viel zu evangelisch.
    Aber fällt Dir ein besserer Aufhänger ein ?
    Aber Du brauchst ja auch keinen Aufhänger, weil Du dich nicht Chamberlainisieren willst!
    Also direkt gefragt, was wäre Deine Alternative zu dieser virtuellen Lichterkettenaktion?
    Ebenfalls Kalaschnikows bzw. TNT ?
    Darauf warten das dem Weltsheriff USA das eigene Öl zu knapp wird
    und er aller Irak eingreift ?
    Multikontroletti mit immer stärkerer Einschränkungen aller Verfassungsrechte la Schäuble?
    Für Gewaltfreiheit davenen bis die Tfilln rauchen ?
    Theoretisieren bis Du Schwielen an den Fingern vom Tippen hast ?
    Gute Woche…
    Dein
    Shabbes-Goi

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