Jüdische Einwanderung heute. Ein Reizwort?

Zuwanderung
Es ist gut, wenn sich in der Region, in der man lebt, auch einmal etwas tut. So wird in Gelsenkirchen am kommenden Sonntag eine Veranstaltung stattfinden, in der über die Realitäten der Einwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geht. Obwohl die Einwanderung faktisch nicht mehr stattfindet, haben die vergangenen zwei Dezennien das Gesicht der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig und fundamental verändert. Dabei sind verschiedene Ansprüche aufeinander getroffen, die einen erwarteten eine Wiederbelebung des Gemeindelebens, die anderen waren sich dieser Mission nicht bewusst, mit der wir sie unterbewusst betraut hatten. Reibungen gab und gibt es in den meisten Gemeinden. Mancherorts geschieht die Integration ins Gemeindeleben langsam aber gut, andernorts gelingt sie nicht, weil die nötige Infrastruktur nicht vorhanden war. Hier ergeben sich Schnittpunkte mit Sergey Lagodinskys Artikel (siehe hier) über die Realität jüdischen Alltags in Deutschland.
Dr. Irene Runge aus Berlin wird über Mythen und Realität, Probleme und Perspektiven zunächst referieren und anschließend an einer offenen Diskussion beteiligen. Teilnehmen werden Mitglieder jüdischer Gemeinden verschiedener Städte und auch Juden die nicht Gemeindemitglieder geworden sind oder aus einer Gemeinde ausgetreten sind.
Sie werden aus einem persönlichen Blickwinkel über die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland berichten und ihre Zukunftsvisionen vorstellen.
Das Publikum wird an diesem Abend die Gelegenheit haben, deutliche Stimmen aus der jüdischen Öffentlichkeit zu hören, ohne dass diese zuvor für eine nichtjüdisches Publikum aufbereitet wurden und so ergeben sich Fragestellungen und Wahrnehmungen jüdischer Lebensrealität die bisher nur in Einzelfällen Thema von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Dies geht praktisch zwangsläufig einher mit dem Bruch von Stereotypen und Klischees über Juden und das jüdische Leben in Deutschland.
Meine Erwartungen sind keine geringen. Jedenfalls werde ich hier berichten, was sich an diesem Abend tut und wie es mit der unmittelbaren Wahrnehmung jüdischer Realitäten ausschaut.

Für diejenigen aus der Region: Sonntag, 23. November 2008, im Bildungszentrum Gelsenkirchen, Ebertstraße 19. Hier bei google-maps

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das will ich aber auch mal hoffen 😉
    Wieder ein Grund für ein leichtes Bedauern, dem Ruhrgebiet den Rücken gekehrt zu haben.
    Für Scripts der Vorträge wäre ich auch dankbar, soweit sie zur Verfügung gestellt werden.

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