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Mumbai

Leser Yankel Moishe (Danke!) hat darauf in einem Kommentar hingewiesen:

Before the attacks, one friend of Gavriel Holtzberg reported receiving an e-mail from the Mumbai rabbi at 11:30 p.m. local time. The Israeli Consulate was in touch with the rabbi, but the line was cut in the middle of the conversation. By daybreak, it was clear that terrorists were occupying the Chabad House, and a rapid-response team from the Indian military took over operations there. von hier

und besonders wichtig:

People are urged to pray for the well-being of the couple (whose Jewish names are Gavriel Noach ben Freida Bluma and Rivka bas Yehudis) and all others affected by the tragedy. von hier

Eine ausführliche Geschichte dazu bringt die JTA und die Jerusalem Post.

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Islamophobie und Antisemitismus

Während hier im Lande noch diskutiert wird, ob es Islamophobie überhaupt gibt, wurde in den USA am vergangenen Wochenende schon gehandelt.
50 Synagogen und Moscheen in den USA und Kanada thematisierten Antisemitismus und Islamophobie in ihren Reihen und überhaupt in den Gesellschaften. Dazu ist auch ein kurzes Video entstanden:

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Jüdische Einwanderung heute

In Gelsenkirchen sprach Dr. Irene Runge vom Jüdischen Kulturverein Berlin, auf Einladung des Jüdischen Kulturvereins Gelsenkirchen Kinor, heute über die Jüdische Einwanderung nach Deutschland (siehe Ankündigung) und um es vorweg zu nehmen: Jüdische Einwanderung heute gibt es de facto nicht mehr, denn die Einwanderung wurde praktisch gestoppt. Wie es überhaupt dazu kam konnte Dr. Irene Runge aus erster Hand berichten, immerhin war sie mit dem Jüdischen Kulturverein in der damaligen DDR an dieser Entscheidung maßgeblich beteiligt und präsentierte auch ein Audio-Dokument, welches dieses Ereignis eindrucksvoll belegte. Ein Mitschnitt einer Sendung des Runden Tischs in der sich auflösenden DDR.
An diesem Runden Tisch, der in den letzten Monaten der DDR zentrale Bedeutung hatte, forderte der Jüdische Kulturverein am 9. Februar 1990, die unbürokratische Einreise von jüdischen Bürgern der Sowjetunion zu ermöglichen. Die zündende Grundidee stamme von einem gastierenden orthodoxen Rabbiner, wie Dr. Runge erzählte. Vor dem Szenario antisemitischer Drohungen in der, sich mitten in der Perestrojka befindenden UdSSR, sei es nötig, ihnen eine sichere Anlaufstelle zu bieten.
Der Runde Tisch beschloss dies einstimmig (wie auf dem Tondokument zu hören war) und damit auch eine Eingabe an die DDR-Regierung unter Hans Modrow. Noch in der Umsetzungs- und Findungsphase reisten bereits die ersten Juden aus der Sowjetunion ein und durften bleiben. Dieser Beschlusses wurde dann durch die Regierung unter Lothar de Maiziere weiter formalisiert und zum Beginn der jüdischen Einwanderung. Mittlerweile seien 200.000 Menschen mit dem jüdischen Ticket, wie Runge sagte, nach Deutschland gekommen. Dieses Ereignis, welches das Gesicht der deutschen Gemeinden radikal verändert hat, fand also dort am Runden Tisch statt, ohne dass man sich hätte ausmalen können, wie sich die gesamte Geschichte entwickelt.
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Bewegung von links

Hat es jemand zur Kenntnis genommen? Meretz und Meimad bereiten eine gemeinsame Basis für die nächsten Knesset-Wahlen vor. Unter den Unterstützern sind prominente Figuren Israels und Unterstützer der Arbeitspartei: Uzi Baram, Avraham Burg, Yossi Kucik, Gilad Scher, Mordechai Kremnitzer und die großen Autoren A.B. Yehoschua, Amos Oz, Ronit Matalon und Dorit Rabinyan (siehe auch hier). Ziel ist es, bei der Knessetwahl geschlossen dazustehen, um nachhaltige Veränderungen möglich zu machen. Die neue israelische Koalition hat auch bereits eine eigene Website, den hopegenerator:
Hopegenerator

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Islam Juden erklären und Judentum den Muslimen

Einige Nichtregierungsorganisationen forderten in Israel, dass man der jeweiligen Gruppe die Religion des Gegenüber erkläre:

A coalition of non-governmental organizations and educators hope to improve Muslim-Jewish coexistence in Israel by teaching Islam to Jews and Judaism to Muslims in the nation’s public schools.
„We believe that if there will be more knowledge about Islam among Jews and if Israeli Muslims know more about Judaism this would have a positive effect on social relations,“ said Rabbi Ron Kronish, head of the Interreligious Coordination Council (ICCI). „There is a high level of ignorance on both sides which leads to mutual suspicion and stereotyping.“ von hier Jerusalem Post

Das klingt ein wenig sehr einfach, denn das Wissen bei israelischen Arabern scheint durchaus vorhanden zu sein, wie Dr. Schlomo Alon im gleichen Artikel erklärt. Wichtig wäre es dennoch, aber ich würde sogar noch weiter gehen und mindestens ein breites arabischsprachiges Internetangebot mit Basisinformationen über das Judentum aufziehen, womöglich sogar auch in Farsi. Allein die Möglichkeit, sich verlässliche Informationen zu beschaffen und so einer möglichen Wurzel des Antisemitismus, nämlich der Angst vor allem Jüdischen, die Nahrung zu entziehen und einer möglichen Legendenbildung.

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Jüdische Einwanderung heute. Ein Reizwort?

Zuwanderung
Es ist gut, wenn sich in der Region, in der man lebt, auch einmal etwas tut. So wird in Gelsenkirchen am kommenden Sonntag eine Veranstaltung stattfinden, in der über die Realitäten der Einwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geht. Obwohl die Einwanderung faktisch nicht mehr stattfindet, haben die vergangenen zwei Dezennien das Gesicht der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig und fundamental verändert. Dabei sind verschiedene Ansprüche aufeinander getroffen, die einen erwarteten eine Wiederbelebung des Gemeindelebens, die anderen waren sich dieser Mission nicht bewusst, mit der wir sie unterbewusst betraut hatten. Reibungen gab und gibt es in den meisten Gemeinden. Mancherorts geschieht die Integration ins Gemeindeleben langsam aber gut, andernorts gelingt sie nicht, weil die nötige Infrastruktur nicht vorhanden war. Hier ergeben sich Schnittpunkte mit Sergey Lagodinskys Artikel (siehe hier) über die Realität jüdischen Alltags in Deutschland.
Dr. Irene Runge aus Berlin wird über Mythen und Realität, Probleme und Perspektiven zunächst referieren und anschließend an einer offenen Diskussion beteiligen. Teilnehmen werden Mitglieder jüdischer Gemeinden verschiedener Städte und auch Juden die nicht Gemeindemitglieder geworden sind oder aus einer Gemeinde ausgetreten sind.
Sie werden aus einem persönlichen Blickwinkel über die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland berichten und ihre Zukunftsvisionen vorstellen.
Das Publikum wird an diesem Abend die Gelegenheit haben, deutliche Stimmen aus der jüdischen Öffentlichkeit zu hören, ohne dass diese zuvor für eine nichtjüdisches Publikum aufbereitet wurden und so ergeben sich Fragestellungen und Wahrnehmungen jüdischer Lebensrealität die bisher nur in Einzelfällen Thema von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Dies geht praktisch zwangsläufig einher mit dem Bruch von Stereotypen und Klischees über Juden und das jüdische Leben in Deutschland.
Meine Erwartungen sind keine geringen. Jedenfalls werde ich hier berichten, was sich an diesem Abend tut und wie es mit der unmittelbaren Wahrnehmung jüdischer Realitäten ausschaut.

Für diejenigen aus der Region: Sonntag, 23. November 2008, im Bildungszentrum Gelsenkirchen, Ebertstraße 19. Hier bei google-maps

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Auch mal lokal gehandelt

Die Geschichte der Gemeinde in der man lebt sollte man auch im Blick haben, so habe ich in einem lokalen Forum namens Gelsenkirchener Geschichten gelesen, es gäbe Bedarf zu Informationen zur Geschichte der Juden in der Stadt. Diese habe ich dann in Fleißarbeit zusammengefasst (hier im Forum) und hier auf eine Website auf talmud.de gepackt, nämlich talmud.de/gelsenkirchen.

Bei der Charakterisierung der deutschen Orthodoxie, wie sie heute in heute noch in den USA gelebt wird, als Vertreter würde ich Rabbiner Schimon Schwab nennen, hatte ich Probleme. Hinweise dazu nehme ich gerne entgegen 😉