Aus Kirche wurde Synagoge – heute

Dr. Jürgen Rüttgers wird schon eine ganz ansehnliche Sammlung von Kippot besitzen, denn in letzter Zeit ist er in Nordrhein-Westfalen häufiger auf der einen oder anderen Synagogeneröffnung zu Gast: Gelsenkirchen, Bochum, Krefeld und jetzt auch noch Bielefeld. Über Bielefeld mit seinen knapp zweihundert Gemeindemitgliedern und die Synagoge wurde hier schon ausführlich berichtet, nämlich hier, hier und hier. Heute berichtet der Kölner Stadtanzeiger als erstes von der Eröffnung der umstrittenen Synagoge, denn die war ja zuvor eine evangelische Kirche. Umstritten aber auch, weil es aus der Gemeinde heißt, man hätte den alten Vorstand, bestehend aus Irith Michelsohn und Paul Yuval Adam abgewählt und einen neuen Vorstand aufgestellt. Die Wahl wurde jedoch angefochten und so kam es zu keiner Amtsübergabe. Es gibt also nicht nur Harmonie zur Eröffnung…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

23 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich verstehe diese Kippotbenutzung überhaupt nicht, denn halachisch muss ein Nichtjude keine Kopfbedeckung (auch nicht in der Synagoge) tragen. Außerdem sehen die oft so deplaziert bei Nichtjuden aus, vor allem bei Politikern.

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  2. @Yael:
    In der Halacha steht was zur Kippa ? In welcher und wo ?
    In der Thoire gibt es nur eine Stelle zur Kippa,
    da wo Jaakov von Beerschewa nach Haran ging.

    Warum sehen Kippoth bei Goien deplaziert aus?
    Sie tragen sie doch am selben Platz wie Juden.
    Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen,
    wenn Herr Rütgers zu seinem feinen Anzug noch einen passenden Borsalino tragen würde,
    könnte man ihn rein optisch ( nur optisch, nicht inhaltlich)
    auch hier sehr schön einbauen:
    http://www.ordonline.de/component/option,com_contact/Itemid,28/catid,13/

    Also ich persönlich trage trage ja nur selbstgehäkelte Maßkippoth,
    die sitzen passgenau auf meinem goischen Kopp und halten sogar ohne Kippon auf meiner Glatze.
    Wobei es bei mir zugegebenermaßen aber nicht viel Unterschied macht,
    ob ich mit Kippa oder ohne rumlaufe,
    ich sehe immer gleich deplaziert & komisch aus.

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  3. > In der Thoire gibt es nur eine Stelle zur Kippa,
    > da wo Jaakov von Beerschewa nach Haran ging.

    Nicht zu vergessen: “Wajelech Moische”.
    Daher kommt der Schtrejmel 😉

    Wissenschaftler haben ja nach dem Tode von Johannes Paul II.
    seine Kopfbeckung untersucht, und darin einen arg
    verwaschenen, kaum noch lesbaren Aufdruck gefunden:
    “Bar Mitzwa Herschel Levkovitsch, Breslau, 15. August 1937”. 😉

    YM

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  4. “In der Halacha steht was zur Kippa ? In welcher und wo ?”

    Wo es genau steht weiß ich nicht, aber ein Rabbiner der Jeschiwa sagte mir dies.

    “Warum sehen Kippoth bei Goien deplaziert aus?”

    Weil die Kippot selten rein Kopfmäßig selten passen und daher komisch aussehen.

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  5. Nu, also bitte! Für drinnen mag ich das ja gelten lassen, aber rein kopfmäßig sehen von außen jüdische und goische Köpp nicht wesentlich anders aus. Wenn se also komisch wegen der mangelnden Passgenauigkeit sind, dann sind se universell komisch. Mein Tip also: selbstgehäkelte Maß-Kippoth!!!

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  6. Fuer alle zum Mitschreiben:
    Natuerlich ist das mit per “Kippah” von JP ein Witz.
    Warum sonst haette ich einen Smiley dahintergesetzt?

    Nicht nur bei Nicht-Juden, auch bei nicht-observanten Juden
    sehen Kippoth haeufig albern aus.
    Aus irgendwelchen Gruenden kaufen sich solche Leute
    gern Kinderkippoth (sowohl Design als auch Groesse).

    YM

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  7. @ YankelMoishe: “Natuerlich ist das mit per Kippah von JP ein Witz.”

    Wie Witz ??? Ich dachte das wäre eine fundierte Tatsache!
    Ich hab das jetzt schon an DPA und Reuter als Pressemeldung rausgeschickt, das wir morgen der Aufmacher auf der Titelseite der Bildzeitung !!!
    Was soll ich denn jetzt machen ???
    Wie stehe ich denn jetzt da ???

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  8. @ Yael:
    Ne, Rütgers bekommt eine von vanitykippah mit dem Aufdruck: “Me for Merkel” bzw. “I have a dream! I wanna be Germans Obama”.
    Was mich persönlich allerdings gewundert hat, ist die Tatsache,
    das unser aller Bundestagspräsident, Dr. Lammers, bei seiner Rede zur Einweihung der Bochumer Synagoge keine Tzahal-Kippa getragen hat.

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  9. Kippott Schmippoth !
    A solchener moderner Klump und Schmonzes!
    Also bei uns in Kasrilewskihausen, ja, da trägt man, kejn ajnore, koscher jidische Jarmulke.
    Jarmulke leitet sich nämlich ab von ” jaraj maj-Elo”. Von was bitte leitet sich denn Kippa ab? Und was sag ich koschere Jarmulke ?
    Unsere Jarmulke in Kasrilewskihausen sind glattkoscher! Koscher genäht von Jiden, gefärbt mit koschere Farbe, aussem Stoff, der von Jiden gewebt wurde, und zwar gewebt fun die Seide von koscheren jidischen Seidenraupen, die sich ernährt haben fun koschere Maulbeerbäume,
    die von Jiden koscher gedüngt wurden. Das nennen wir hier in Kasrilewskihausen a koschere jidische Jarmulke! Nur der Vorstand fun der Gemeinde, der trägt gekaufte Jarmulke, und zwar a solchene, schaust hier: http://kippahsecrets.com/catalog/kippah_06.htm
    Nu, aber nix für ungut,
    Scholem-alejchem sagt Euch Euer
    Sholem ben Goiennacheß
    aus Kasrilewskihausen

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  10. Vor meinem inneren Auge sehe ich, wie
    diese ganzen von Onkel Juergen neueroeffneten Synagogen erbeben
    von den flehenden Rufen der zahlreichen g-ttesfuerchtigen Juden,
    die extra frueh aufgestanden sind,
    um Slichoth in ihren neuen heissersehnten Synagogen zu beten.

    Wenn nicht dieses Jahr, dann vielleicht naechstes?

    Ketiwah wechatimah towah (mal auf sfardisch…)

    YM

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