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Verdichtung besonderer Zeit

Rosch ha Schanah und Ramadan bzw. nun das Zuckerfest Bajram fallen abermals zusammen. Das wäre nicht nur eine gute Gelegenheit für gemeinsame Essen, sondern sorgt auch für eine verdichtete Atmosphäre in Jeruschalajim. Leider aber nicht gemeinsam. Die New York Times hat dazu einen umfangreichen Artikel von Ethan Bronner veröffentlicht, mit drei stimmungsvollen Bildern von Rina Castelnuovo. Hier.

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Schanah Tovah – ein gutes Jahr 5769

Schanah Tovah!

Allen Leserinnen und Lesern hier ein gutes neues Jahr 5769 (einige waren ja so freundlich, in den Kommentaren Grüße zu hinterlassen)! Soll es ein süßes Jahr werden, ein erfolgreiches Jahr und ein spannendes! Das vergangene Jahr wird sicherlich ein dickes Kapitel in meiner Autobiographie erhalten, viele Dinge haben sich verändert, sind passiert, haben sich zum guten gewendet. Ich bin gespannt auf die Kommentare und Diskussionen im kommenden Jahr, welches – wie man mir erklärte – im Zeichen der 9 steht und die steht für neun Monate in denen neues Leben entsteht. Nicht nur wegen der einen 9 am Ende! Zähle 57 und 69 zusammen und erhalte 126, nimm die Quersumme (1+2+6) und erhalte 9. Oder rechne 5+7+6+9 und erhalte 27, zähle 2 und 7 zusammen und erhalte erneut 9. Ein gutes Hinweis darauf, dass das kommende Jahr produktiv werden könnte, wenn wir das Potential erkennen.

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Loddars Trainertum in Israel

Der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Loddar – Lothar Matthäus, der zur Zeit den israelischen Verein Maccabi Netanya trainiert (welcher übrigens einem Geschäftsmann aus Frankfurt gehört), ist viel geschmäht worden. 1990 hatten niederländische Fans noch ein Bild von Matthäus angefertigt, dass ihn als Hitler zeigte. Auch in Deutschland hatte Matthäus nicht immer den leichtesten Stand, legendär sein Beiname Loddar und seine Englischkenntnisse. Eben jener verteidigt sich nun gegen Vorwürfe, er habe sich nicht ausgiebig auf seinen Aufenthalt in Israel vorbereitet. In den vergangenen fünf Jahren bin ich jährlich drei-, viermal nach Israel gereist … In Jerusalem war ich achtmal, am Toten Meer, in Nazareth, Jericho. Als ich nach meiner Verpflichtung sagte, dass mir Israel schon lange gefällt, war das eben nicht dahergeplappert, sagt Matthäus in der aktuellen Ausgabe der ZEIT. Auch was das deutsch-israelische Verhältnis und die Schoah betreffe brauche er keine Auffrischung. Matthäus sagt aber, dass er in der Vergangenheit sich nicht immer sensibel zu dem Thema geäußert habe. Ich bin jetzt 47 Jahre alt, ich weiß inzwischen, wie ich mich zu benehmen habe. Ich weiß auch, dass ich in der Vergangenheit nicht viele Fettnäpfe ausgelassen habe. Und ich will gar nicht an alle erinnert werden.
Auch was seine Arbeit beträfe, habe er keine Schwierigkeiten, sich in Israel anzupassen: Ich nehme natürlich Rücksicht auf den Schabbat, auf die Feiertage, an denen nicht gearbeitet und nicht einmal das Auto bewegt werden darf. Am Schabbat [Chajm: meint er vielleicht Erew Schabbat?] etwa trainieren wir so, dass die Spieler rechtzeitig vor Sonnenuntergang bei ihren Familien sind. Ich weiß, wo ich bin, ich weiß, was hier zum Leben dazugehört.
Kommt er vielleicht doch irgendwann zurück nach Deutschland? Nach Wien, Slazburg, Belgrad, Ungarn und Curitiba wird vermutet, er möchte sich in Netanja für die Bundesliga empfehlen. Wer weiß, vielleicht kommt er im nächsten Jahr um Bayern aus der zweiten Bundesliga zu holen 😉

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Was ist nur mit den Rabbinern los?

Nicht viele Rabbiner wollen in Deutschland arbeiten, nicht viele Rabbiner können in Deutschland arbeiten und nicht viele Rabbiner können in Deutschland arbeiten. So kann man häufig froh sein, wenn man einen an Land gezogen hat und dann konzentriert man sich auf Gemeindearbeit. Im Idealfall hört man dann positives aus den Gemeinden, weil der junge Rabbiner XY gute Arbeit geleistet hat. Manchmal liest man großartige Artikel aus seiner Feder und ganz selten Mal heißt es hinter vorgehaltener Hand, es gäbe Tratsch und Klatsch über einen bestimmten Amtsinhaber. Business as usual – in letzter Zeit häufen sich aber die negativen Zeitungsberichte. Zunächst über eine seltsame Kampagne gegen den Rabbiner Hamburgs, nun ist sein Kollege aus Frankfurt am Main fällig. Jener, der im September letzten Jahres überfallen worden ist. Dieser wurde kurze Zeit später selber Ziel der Strafverfolger, berichtet heute die Frankfurter Rundschau. Die Antisemiten wirds freuen.

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Jemand rein und jemand raus

Die Berliner Gemeindevorsitzende Lala Süsskind ist ins Zentralratspräsidium gewählt worden. Schon am 21. September 2008 wurde Lala Süsskind in das Präsidium gewählt, weil Feliks Byelyenkov das Präsidium verlassen hatte. Zugleich wurde Stephan Kramer, in seinem Amt bestätigt und seine Amtszeit bis zum März 2015 verlängert. Nahezu zeitgleich verkündet der Verband der Gemeinden in Sachsen-Anhalt, seine Mitgliedschaft im Zentralrat ruhen zu lassen (siehe hier), interessant ist die Begründung. Ein Teil derer scheint der Mann zu sein, der bis zum März 2015 amtieren wird:

Wenn als Begründung auf die Tätigkeit von Generalsekretär Stephan J. Kramer als Kommissarischer Geschäftsführer in der Synagogengemeinde zu Magdeburg hingewiesen wird, so kann ich dies nicht nachvollziehen. Nach Erkenntnissen der Landesregierung habe Kramer eine ausgesprochen erfolgreiche Tätigkeit geleistet. Eine Prüfung durch den Landesrechnungshof für die Jahre 2004/05 sei ohne Beanstandung gewesen. Neben seinen zahllosen dienstlichen Verpflichtungen übe Kramer die Tätigkeit in Magdeburg ehrenamtlich aus. von hier

Zores gab es in Sachsen genug, wie lange kann der Streit dort noch schwelen?

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Moschee, Synagoge und Kirche in einem Gebäude

Was sich nach einem frommen und träumerischen Wunsch anhört, wurde in der Türkei gegen viele Widerstände an der Bilkent-Universität durchgesetzt. Professor Ali Dogramaci verwirklichte ein Projekt, welches nicht ganz alltäglich ist: Den Bau einer Moschee die zugleich eine Synagoge und eine Kirche in das bauliche Ensemble integriert hat, so dass theoretisch die Anhänger der drei monotheistischen Religionen dort beten könnten. Hier wird das Projekt beschrieben. Am Freitag wird die Eröffnung sein.

Eine Liste mit Synagogen in der Türkei findet man hier.

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Aus Kirche wurde Synagoge – heute

Dr. Jürgen Rüttgers wird schon eine ganz ansehnliche Sammlung von Kippot besitzen, denn in letzter Zeit ist er in Nordrhein-Westfalen häufiger auf der einen oder anderen Synagogeneröffnung zu Gast: Gelsenkirchen, Bochum, Krefeld und jetzt auch noch Bielefeld. Über Bielefeld mit seinen knapp zweihundert Gemeindemitgliedern und die Synagoge wurde hier schon ausführlich berichtet, nämlich hier, hier und hier. Heute berichtet der Kölner Stadtanzeiger als erstes von der Eröffnung der umstrittenen Synagoge, denn die war ja zuvor eine evangelische Kirche. Umstritten aber auch, weil es aus der Gemeinde heißt, man hätte den alten Vorstand, bestehend aus Irith Michelsohn und Paul Yuval Adam abgewählt und einen neuen Vorstand aufgestellt. Die Wahl wurde jedoch angefochten und so kam es zu keiner Amtsübergabe. Es gibt also nicht nur Harmonie zur Eröffnung…