Neuer Trend: Wir sind die neuen Juden!

Faruk ?en, der schrieb (siehe hier und hier), die Türken seien die neuen Juden Europas, hat gar nicht besonderes gemacht; er ist nur einer, der mit dem Trend geht:
Der Independent meldet: Muslims feel like ‘Jews of Europe’ (also war ?en noch recht bescheiden, was die Quantifizierung anbetrifft):

Britain’s first Muslim minister has attacked the growing culture of hostility against Muslims in the United Kingdom, saying that many feel targeted like “the Jews of Europe”.
Shahid Malik, who was appointed as a minister in the Department for International Development (Dfid) by Gordon Brown last summer, said it has become legitimate to target Muslims in the media and society at large in a way that would be unacceptable for any other minority. von hier

dann kommt Reuters dazu und meldet ebenfalls British Muslims feel like “Jews of Europe”
Das wäre irgendwie nicht schlecht, wenn dieser Trend nicht so sehr lange anhalten würde (die Argumente dagegen kann man ja hier ablesen. Was will man uns damit sagen: Wir sind jetzt diejenigen bei deren Musik die Nichtjuden feuchte Augen kriegen? Wir sind jetzt diejenigen, die betroffen angeschaut werden, wenn man sagt, welche Religion man hat? Die mit den Führungen durch die Gebetsräume, die mit den Helal-Style Restaurants? Diejenigen bei denen der zweite Satz vielleicht sein könnte Was machen denn Ihre Soldaten da unten? – OK, dieser Punkt ist dem einen oder anderem schon einmal in abgewandelter Form bereits begegnet. Aber diejenigen, deren G-tteshäuser von der Polizei bewacht werden?
Das wollt Ihr doch nicht wirklich? Mit Sicherheit ist doch die Zeit davor gemeint… aber dazu siehe hier.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Man sollte sich nicht immer darauf versteifen, wie etwas gesagt wird, sondern, DAS damit etwas ausgesagt wird.
    Ich halte es für typisch deutsch sich in Ordnungs-manier über “unkorrekte” Wörter und Begriffe zu ergehen, ohne zu bedenken, das hier ein Anliegen zum Ausdruck kommt.

    Rein rational gesehen ist es verständlich, das man sich Juden-Vergleiche bedient. Man nimmt die Gruppe als Vergleich, die maximum Unrecht erlitten hat, um so seinem eigenen Anliegen Gehör zu verschaffen.
    Ich sehe das nicht als Relativierung an, zumal ich nicht glaube, das Wörter und Begriffe ein Ereigniss relativeren können (es steht für sich), sondern Taten tun das.
    Wenn nach Auschwitz immer noch Internierungslager benutzt werden, dann ist das ein Relativerung Auschwitz, aber nicht die Begriffe, mit denen man das zum Ausdruck bringen möchte.
    Vielleicht müsste man das aus dieser Warte betrachten.

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