Nach der Ablösethese selber abgelöst

Faruk ?en, der zunächst schrieb (siehe hier), die Türken seien die neuen Juden Europas, aber es dann Wochen später nicht so gemeint haben wollte, soll jetzt die Leitung des Zentrums für Türkeistudien abgeben. Sein spätes Einlenken war wohl doch zu durchschaubar: Erst nachdem er erwischt wurde durch die Öffentlichkeit, versuchte er die Sache irgendwie hinzubiegen. Die Welt schreibt, er hätte sich schon zuvor in türkischsprachigen Medien anders geäußert als in deutschsprachigen:

Früher merkte kaum jemand, dass Faruk Sen in der Türkei bisweilen anders redet als in Deutschland. Nur wenige Sprachbewanderte erfuhren, was der Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien (ZfT) andernorts von sich gab. Doch die Verständigung zwischen Türken und Deutschen ist gewachsen, auch in der Hinsicht, dass türkische Medien besser wahrgenommen und übersetzt werden. Nun hat ein umstrittener Aufsatz den Weg in die deutsche Öffentlichkeit gefunden, der Sens langjährige Karriere als Instanz für die deutsch-türkische Verständigung abrupt beenden könnte. von hier

Nun scheint das Fass übergelaufen zu sein:

Der Vorstand des Zentrums für Türkeistudien hat am Donnerstag auf einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, beim Vorsitzenden des Kuratoriums die Abberufung des langjährigen Direktors Faruk Sen zu beantragen. Außerdem bat er darum, den Direktor mit sofortiger Wirkung von der Wahrnehmung seiner Geschäfte zu entbinden. von hier

Warten wir ab, ob er tatsächlich zurücktritt oder sich in das Zentrum zurückklagt…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. (waren mehr als zwei Links im Kommentar? Dann geht das in den Moderationsmodus, da liegen aber derzeit keine Kommentare…)

    Bleiben wir mal auf dem Teppich: Niemand hat behauptet, ?en sei Antisemit und niemand hat behauptet, ?en habe irgendetwas gegen Juden. Zentralratssekretär Kramer kann also nicht viel falschmachen, wenn er sich hinter ?en stellt… Die Behauptung, die Türken würden in Europa so schlecht behandelt, wie Juden zur Zeit der Schoah, ist weiterhin vollkommen überzogen.

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  2. @Chajm
    Da hast du wohl etwas in den falschen Hals bekommen, ich verteidige ?ens Aussagen doch gar nicht. Ich halte es nur falsch zu sagen, das Antisemitismus mit nichts zu vergleichen ist. Ich glaube sogar, es so mancher islamophober Zug (so umstritten dieser Begriff nun ist) auch antisemitische Züge aufweisen kann. Aber das ist dann eine andere Diskussion

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  3. Ups, nein Serdar, die Sache mit dem Antisemitismus hatte ich auf die Schützenhilfe bezogen, die er da erhält.

    Sagen wir mal so: Antisemitismus und Islamophopie sind sich insofern wesensgleich, als das sie Dinge verallgemeindernd und fälschlich unterstellen und so Angst vor dem Subjekt erzeugen oder die Überzeugung heranreifen lassen, das Subjekt müsse entfernt werden…

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