Die jüdische Antwort

Auf Youtube und zahlreichen Foren in denen es irgendwie um Religion geht, tummeln sich Fleißige, die für die Konversion zum Islam werben. Sie stellen Videos eines jungen Mannes mit Bart ins Internet der über seine Religion erzählt. Nicht immer sauber argumentiert, aber sicher erfolgreich bei Menschen die leicht zu beeinflussen sind. Um den Erfolg zu zeigen, werden auch die Übertritte selber ins Internet gebracht.
Jetzt gibts aber eine jüdische Antwort darauf. Zwar in englischer Sprache, aber der Macher hatte offenbar ein Vorbild… Heute stolperte ich darüber und sah zunächst das Video:

bwzqAj36qOg

und dadurch erfahren, dass es eine Website dazu gibt: bejewish.org:

BeJewish.orgs main purpose on the internet is to reach out to the world with the message that was delivered to Israel at Mount Sinai. The later being a message of Hope, Peace and Love for our creator and for each other.
We believe that this message being the Torah itself does not nor has ever discriminated due to ones past or present, but rather has had the power to lighten ones future through the conversion into the faith of Abraham, Isaac and Jacob.
Repenting from ones past and setting sail into ones future through the connection one receives through Belief in G-d and the observances of his Holy Commandments (Mitzvot). von hier

Wohin dann mit all denjenigen, die sich melden? Die Lösung dieser Frage habe ich da noch nicht gefunden. Das ist ja immer noch eine heiß diskutierte Frage… Wer soll das machen? wer erkennt das an? Wo sollen die Leute mit dem Gijur hingehen? Dürfen die überhaupt zum Gijur aufrufen??? Fragen, die eventuell die Website beantwortet und ich habe die Antworten nur noch nicht entdeckt…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

19 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin auch zufällig durch YouTube auf “BeJewish.org” und “DorDeah.com” gestoßen. Der Betreiber dieser Webseite namens Rabbi Asher Meza sagt ganz offen, dass die Menschen bzw. Nicht-Juden (Gojim) anstatt zum Islam lieber zum Judentum konvertieren sollen:

    http://www.youtube.com/watch?v=u26tG1v4I9o

    Er sagt auch, dass die 7 Noachidischen Gebote keine Garantie für den Eintritt ins “Olam Haba” (Paradies) darstellen; nur wer konvertiert und Jude geworden ist kann auf Rettung hoffen:

    http://www.youtube.com/watch?v=8Cb6Zn8e8ZI

    Rabbi Asher Meza hat zusammen mit einem Konvertiten namens Yosef Eliyah die Congregation Birkath Avraham in North Miami Beach (Florida) gegründet. Auch Yosef Eliyah hat einen eigenen YouTube-Channel: http://www.youtube.com/user/omedyashar

    Rabbi Asher Meza und seine Gefolgschaft gelten aber als umstritten, weil sie den Zionismus ablehnen oder Gruppen wie Chabad Lubawitsch öffentlich angreifen, wie in diesem Video hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=yXNNIIytFvQ

    Dennoch eine sehr interessante Persönlichkeit.

    Shalom!

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  2. Ja, man muss das Kind beim Namen nennen: es ist aktives Missionieren unter Nicht-Juden.

    Viele Juden glauben nämlich, dass das Judentum eine nicht-missionierende Religion ist; doch Rabbi Asher Meza sagt dass das gemäß Moses Maimonides (Rambam) nicht stimmt, die Juden müssen unter Gojim missionieren, es sei sogar Mitzvah (ein Gebot):

    Historisch gesehen stimmt das tatsächlich:

    Während der ganzen Geschichte Israels wurden Nichtjuden zu Juden (Konvertiten), und sie brachten gegenüber den gebürtigen Juden dasselbe zum Ausdruck, was die Moabiterin Ruth zu Noomi sagte: Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott. (Ruth 1:16)

    Das Babylonische Exil hatte eine weite Verbreitung des Judentums zur Folge. Die in der Diaspora lebenden Juden kamen mit Heiden vieler Nationen in Berührung. Die Tatsache, dass Synagogen errichtet wurden und die Hebräischen Schriften in der griechischen Sprache vorhanden waren, erleichterte es Personen in der ganzen römischen Welt, die jüdische Religion kennenzulernen. Schreiber der alten Zeit wie Horaz und Seneca bestätigen, dass sich viele Leute aus verschiedenen Ländern den Juden anschlossen und Proselyten (Konvertiten) wurden. Josephus berichtet über die Juden in Antiochia in Syrien: Sie zogen viele Griechen zu ihrem Glauben herüber, wodurch sie diese gewissermaßen zu einem Bestandteil ihrer eigenen Gemeinde machten (Geschichte des Jüdischen Krieges, übersetzt von H. Clementz, 1984, 7. Buch, Kap. 3, Abs. 3, S. 456). In dem Werk The Interpreters Dictionary of the Bible (herausgegeben von G. A. Buttrick, 1962, Bd. 3, S. 925) heißt es, dass die Juden in Rom einen solch aggressiven Geist der Missionierung bekundeten, dass man sie beschuldigte, sie suchten die Römer mit ihrer Anbetungsform zu infizieren, und 139 v. Chr. wies die Regierung die Hauptpropagandisten aus der Stadt aus.

    Auch das Volk der Chasaren (ein Turkvolk) entschied sich zwischen dem Islam und dem Judentum schließlich für das Judentum und konvertierte…

    Und, was die wenigsten wissen: Es gab sogar eine Zwangsbekehrung im Judentum. Nicht alle jüdischen Proselyten (Konvertiten) wurden auf friedliche Weise gewonnen. Der Geschichtsschreiber Josephus berichtet, dass Johannes Hyrkanos*I. um 125 v.*u.*Z. die Idumäer unterwarf und dem Volk sagte, es könne nur in seinem Land bleiben, wenn es die Beschneidung einführe. Die Leute sollten also gezwungenermaßen Proselyten (Konvertiten) werden (Jüdische Altertümer, 13.*Buch, Kap.*9, Abs.*1). Aristobulos, der Sohn von Johannes Hyrkanos, tat dasselbe mit den Ituräern (13.*Buch, Kap.*11, Abs.*3). Später zerstörten die Juden unter Alexander Jannäus die Stadt Pella, weil sich die Bewohner weigerten, zum Judentum überzutreten (13.*Buch, Kap.*15, Abs.*4).

    Sicherlich ist eine Zwangsbekehrung wie sie des Öfteren im Christentum vorgekommen und heute immer noch im Islam vorkommt, nicht konform mit der jüdischen Theologie; aber ein aktives und friedliches Missionieren unter den “Heiden” würde ich persönlich befürworten. Schließlich muss jemand dem Islam bzw. den Salafisten Paroli bieten.

    Genau wie Chajm oben schreibt: Die Muslime stellen sehr viele “emotionale” Videos online, wo Nicht-Muslime (K?fir) zum Islam konvertieren; doch es gibt auch sehr spannende und bewegende Videos wo Menschen zum Judentum konvertieren:

    (Prinz und Schwarzafrikaner aus Swasiland konvertiert zum Judentum und wird orthodoxer Rabbiner):

    http://www.youtube.com/watch?v=95iuwGcIdxo

    (Japanischer Christ konvertiert zum Judentum und wird ebenfalls Rabbi in Jerusalem):

    (Sohn eines deutschen Nazis konvertiert in den USA zum Judentum):

    (Polnischer Christ konvertiert zum Judentum):

    (Deutsche konvertieren zum Judentum):

    Also man kann schon sehen, dass auch bei uns Juden was im Gange ist 🙂

    Shalom!

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    • Nu, wenn jemand so meschugge ist, zu missionieren, muss man darauf in der Form reagieren, dass man auch das Missionieren anfängt? Läßt sich der Deibel mit Belzebub austreiben?
      Ist das der richtige Weg?

      Antworten

    • Schließlich muss jemand dem Islam bzw. den Salafisten Paroli bieten.

      dem Islam sicher nicht. Das Problem ist nicht der Islam oder die Salafisten mit ihren wirklich sehr einfachen Argumenten, sondern eine vorherrschende Kultur des Relativismus und des Konsums. Hier suchen Menschen nach schnellen und gut zu konsumierenden Antworten. Die zaubern die Missionare und Missionare haben immer einfache Antworten. Das Problem ist: Das Judentum ist keine Kultur der einfachen Antworten mit einem Schalter gut/böse.
      Paroli könnte man bieten, indem man Werte hat, die man einem Islamisten entgegensetzt. Der Gesellschaft gehen diese aber gerade abhanden. Ihr dabei behilflich zu sein, diese nicht zu verlieren und sie zu implementieren, wäre vielleicht der bessere Weg.

      Antworten

  3. Ja, man muss das Kind beim Namen nennen: es ist aktives Missionieren unter Nicht-Juden … Also man kann schon sehen, dass auch bei uns Juden was im Gange ist!

    @Elzer,

    … find ich echt super, für ein altes Wüstenreligion-Volk wie das unsere! 🙂

    Shalom

    Miles

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    • Das soll eine gute Entwicklung sein? Warum denn?

      Die Werbung neuer Mitglieder geht oft mit einer Trivialisierung der Inhalte einher (siehe die Islamwerber). Eine simple schwarz-weiß-Sicht auf die Welt etwas. Ich denke nicht, dass das etwas erstrebenswertes ist (?)

      Antworten

      • @Chajm

        Ich denke solange man Menschen nicht zwangsmissioniert ist das in Ordnung. Außerdem hat das Judentum eine etwas andere Theologie was das Eschatologische anbelangt; niemand muss als Nicht-Jude (Goj) Angst haben für immer und ewig in der Hölle zu brennen.

        Rav Asher Meza sagt auch nicht, dass Menschen 100%ig verloren sind, wenn sie nicht zum Judentum konvertieren; die Wahrscheinlich “verloren zu gehen” schätzt er aber sehr hoch ein. Außerdem sagt er auf Rambam gestützt, dass das Einhalten der 7 Noachidischen Gebote nicht “leichter” ist, weil beim Missachten dieser Gebote zur Zeit des Tempels die Todesstraffe galt…

        Also wenn ich persönlich diesen momentanen islamisch-missionarischen Eifer sehe, wo Korane auf offener Straße verteilt oder öffentlich Massenübertritte durchgeführt werden, wie die aus dem Jahre 2011 in Frankfurt am Main, dann verspüre ich eine Art Bedrohung und wünsche mir dass unsere “Wüstenreligion” auch mehr “Kiruv” unter den Gojim betreiben würde, denn durch die wachsende Islamisierung Deutschlands wächst auch der Antisemitismus.

        Davon abgesehen halte ich die Tora für den einzig sinnvollen, richtigen und natürlich wahren Weg!

        Baruch HaShem!

        Antworten

        • Genau! “Davon abgesehen halte ich die Tora für den einzig sinnvollen, richtigen und natürlich wahren Weg!
          Baruch HaShem!”
          Und laut Tora ist ein Goi ein Goi und ein Jid ein Jid!
          Ist doch wunderbar so, lassen wir es auch so!

          Antworten

  4. Ich denke solange man Menschen nicht zwangsmissioniert ist das in Ordnung … Davon abgesehen halte ich die Tora für den einzig sinnvollen, richtigen und natürlich wahren Weg!

    @Elzer

    yup, ich stimme Dir da 100% zu! Und die Gefahr einer “Trivialisierung”, wie sie etwa Chajm befürchtet, sehe ich eigentlich nicht.

    Shalom

    Miles

    Antworten

    • Naja. Die Argumente aus den Videos auf die Elzer verlinkt, sprechen eher dafür, dass da eine Trivialisierung vor sich geht, nicht?
      Ist der jüdische Auftrag nicht, die nichtjüdische Umwelt durch gutes Vorbild zum ethischen Monotheismus zu bringen? Wenn dann doch jemand mitmachen will, ist nichts dagegen zu sagen, aber dafür aktiv zu werben? Noch einmal: Warum?

      Antworten

  5. Nö! Auf keinen Fall!
    Ich bin absolut überzeugt von dem Konzept, ein Goi ist ein Goi!
    Ich bin superglücklich mit der Tatsache, dass ich als Goi ben Goi mich
    nur an 7 Mitzvot halten muss und die übrigen 606 sind Euere Sache, dafür seid Ihr dann auch das auserwählte Volk! Das ist eine ganz reelle Aufgabenteilung!
    Und das lass ich mir doch jetzt nicht von Rabbi Asher Meza kaputt machen!
    Der Rambam sagt auch nicht, dass Missionieren eine Mitzve ist,
    sondern dass Juden so vorbildlich leben sollen,
    dass sie durch ihr Vorbild den Wunsch in uns Goyim wecken,
    auch dem auswählten Volk angehören zu wollen.
    Also bitte ja, lassen wir die Kirche bitteschön mal im Dorf!
    Wenn die Juden jetzt auch noch anfangen zu missionieren,
    auf was bitte schön soll man sich denn dann noch auf dieser Welt verlassen?
    Da ist ja so, als würden demnächst die Kühe das Fliegen anfangen.
    Nein, Danke!

    Antworten

    • @shabbes goi

      Nein nein, so einfach ist das nicht! Ein Goj ist nicht immer einfach ein Goj. Das man zum Judentum konvertieren kann und Menschen massenhaft bzw. Gruppenweise zum Judentum konvertiert sind, ist eine historische Tatsache. Konvertiten spielen auch in der rabbinisch-talmudischen Literatur eine nicht unbedeutende Rolle. So war der Große Rabbi Akiva/Akiba ein Nachkomme von Konvertiten, also ursprünglichen Nicht-Juden. Auch Rabbi Abraham ben Abraham wird in der jüdischen Tradition als großer “Ger Tzedek” geehrt, der als Goj (Nicht-Jude) vom Katholizismus zum Judentum konvertierte und dafür auf dem Scheiterhaufen den Märtyrertod starb.

      In der Geschichte ist es also immer wieder vorgekommen das aus Nicht-Juden Juden wurden, sogenannte “Jews by Choice”; und es ist biblisch wie talmudisch völlig legitim.

      Ich möcht jetzt kein neues Fass zum Thema “Juden-Gen” aufmachen; aber genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass ca. 20-30 Prozent aller Juden nicht-semitischen Ursprunges sind. Auch das ist verständlich, weil das Judentum in der hellenistischen Antike tatsächlich missionarisch war, das ist bewiesen (Siehe oben).

      Bei Amazon gibt es z.B. ein Buch mit dem Titel “Nicht durch Geburt allein: Übertritt zum Judentum” von Walter Homolka zu kaufen, dort werden historische Quellen genannt, wo ganze Berberstämme und Araber zum Judentum übergetreten sind, oder z.B. ein ganzes Dorf in Spanien usw.

      Es besteht also keine Frage, aus Nicht-Juden (Gojim) können Juden werden. Die Frage ist nur ob aktiv missioniert werden soll.

      Historisch gesehen wurde aber aktiv missioniert! Sogar zwangsmissioniert!

      Rabbi Asher Meza greift dies als “Neo-Rambamist” auf und führt aktiv orthodoxe Konversionen durch, weil er halt der Meinung ist, das “Noachiden” so gut wie verloren sind; nur eine echte jüdische Beziehung zu Gott verschaffe einen Platz in Olam Haba (Paradies; Kommende Welt).

      Rabbi Asher Meza ist aber nicht der einzige Rabbiner der aktiv missioniert. Es gibt noch andere Rabbiner wie den Rabbi Celso Cukierkorn der sehr aktiv Reform-Konversionen durchführt. Es gab hier sogar einen Bericht dazu:
      https://www.sprachkasse.de/blog/2007/08/20/auf-dem-obersalzberg-judisch-werden/

      Oder noch weitere US-Rabbiner: Der sephardisch-orthodoxe Rabbi Marc Angel vom “Institute for Jewish Ideas and Ideals” setzt sich ebenfalls für aktives Konvertieren von Gojim ein. Oder der konservative Rabbi Jonathan Ginsburg…

      In Deutschland konvertieren ca. 100 bis 150 Menschen pro Jahr zum Judentum. In den USA sind es an 5000 Menschen pro Jahr. Zum Islam konvertieren dagegen jährlich in Deutschland ca. 3000 bis 4000 Menschen.

      Somit lieber “shabbes goi”, es existiert kein Konzept namens “ein Goi ist ein Goi!” Die Tora und der Talmud erlauben Konversionen und ermutigen den Übertritt in einigen Fällen sogar!

      Im dritten Jahrhundert leiteten Rabbi Jochanan und Rabbi Eleazar aus verschiedenen Textstellen ab, dass Gott Israel nur unter die Völker verstreut hat, um seine Zahl mit Proselyten (Konvertiten) zu mehren (Pessachim 87b). Und von dem, der einen Nicht-Juden an das Judentum heranführt und ihn aufnimmt, heißt es, er habe ihn “erschaffen” (Midrasch GenR 39,14 und vgl. 84,4). Es gab auch Bestrebungen, die Verdienste der Konvertiten zu rühmen und den Übertritt zu glorifizieren, indem man z.B. die Abstammungen von Berühmten Gelehrten wie Rabbi Meir, Rabbi Akiva/Akiba, Schemaja und Abtaljon auf Konvertiten zurückführte.

      Auch der frühere Chabad Rabbiner Menachem Mendel Schneerson sagt im folgendem Video, dass ein Konvertit von Gott mehr geliebt wird als ein gebürtiger Jude: http://www.youtube.com/watch?v=H5i8aomXI94

      (Wobei man hier Anmerken muss, dass Chabad eine andere Definition von “Konversionen” hat. Laut Chabad kann ein Goj niemals Jude werden; wenn ein Goj, also jemand der keinerlei jüdische Wurzeln hat aber zum Judentum konvertiert, beweist er damit dass er in Wirklichkeit schon immer Jude war, er hatte schon immer eine “jüdische Seele” bzw. einen jüdischen Funken in sich gehabt. Das ist aber eine kabbalistische Lehre; so sind laut Chabad in vielen “Konvertiten” die keine jüdische Eltern haben, sogenannte “jewish sparks” (jüdische Funken) enthalten, diese transformieren dann sozusagen die gojische Seele in eine jüdische Seele. Das ist rational dann nicht mehr nachvollziehbar; wie gesagt, Chabad benutzt hier eine kabbalistisch-mystische Lehre die von anderen orthodoxen und ultra-orthodoxen (haredischen) Juden völlig abgelehnt wird.)

      Somit: Ein Konzept namens “Ein Goj ist ein Goj” ist anti-jüdisch und Sünde gegen HaShem und sein Gesetz!

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      • Sehr geehrter Elzer! 😉
        Erstens wiederholen Sie sich in Ihren Argumenten,
        die Historie hatten Sie schon weiter oben ausführlich zitiert,
        zweitens ist auch mir als Goi bewußt, dass das Judentum in grauen Vorzeiten nicht nur missioniert,
        sondern sogar zwangsmissioniert hat.
        Aber ist das ein stichhaltiges Argument,
        die Missionierung wieder aufzunehmen,
        nachdem man sie ganz bewußt knapp zwei Jahrtausende eingestellt hat?

        Das Konzept ” Goi ist Goi” heißt für mich nicht
        “Goi bleibt Goi”,
        auch wenn es jüdische Strömungen gibt,
        die den Ansatz “Goi bleibt Goi” sogar auf
        Gerim anwenden.
        Ganz unbenommen steckt in jedem Goi
        ein potentieller Jid!
        Aber, es bleibt bisher allein der Entscheidung des Goi überlassen,
        ob er Giur machen will und das ist in meinen Augen ein weiser Entschluss,
        vor allem zu Gunsten des Judentums.
        Nicht umsonst gibt des die gute Traditionen,
        dass der Rabbiner einer potentiellen Ger dreimal abweist.
        Diese Tradition ist nicht in Hinsicht auf den Ger,
        sondern auf auf die Nachhaltigkeit des Giurs
        und die Stabilität des Judentums eingerichtet worden.

        Meine ganz persönliche Meinung ist,
        dass sich ein missionierende jüdische Strömung
        nur unwesentlich vom messianischen Christentum unterscheidet.

        Ansonsten, unter dem Blickwinkel der aktuellen faktischen Bedingungen eines Giurs
        und den Anforderungen an einen potentiellen Ger in der Bundesrepublik Ashkenaz,
        halte ich die Diskussion einer jüdischen Missionierung hier ohnehin für hinfällig.

        Antworten

        • @shabbes goi

          Lieber “shabbes goi”, dann sind wir uns über den historischen Prozess was die Konversion im Judentum anbetrifft ja einig.

          Doch wissen Sie warum das aktive Missionieren von Nicht-Juden eingestellt wurde? Nicht weil man zu faul war oder so… Nein, hauptsächlich auf Grund von verhängnisvollen Straffen seitens der damaligen griechischen und römischen bzw. römisch-katholischen Herrscherklasse! Vor allem die römisch-katholische Kirche hat sich mit der Inquisition aktiv für die Verfolgung von Konvertiten und Juden die die Übertitte zum Judentum durchgeführt hatten eingesetzt!

          “Its hard zu zayn a Jid” – Es war für den einzelnen Juden schon immer schwer seine eigene Religion unter den heidnischen Herrschern zu leben, aber dazu noch missionieren? Das ging gar nicht! Vor allem für die römische Kirche gab es nichts Schlimmeres als die Apostasie! Es drohte, wie bereits gesagt massive Verfolgung! Dafür gibt es Kirchendokumente die dies belegen.

          Aber auch noch im 18. Jahrhundert wurden in Polen und Russland Menschen öffentlich verbrannt, die zum Judentum konvertiert waren, und selbst im friederizianischen Preußen, wo “jeder nach seiner Fasson” selig werden konnte, zog der Übertritt den Verlust von Besitz und bürgerlichen Rechten nach sich. Die Trennung von Staat und Kirche soweit der Geist der Aufklärung führten im Gefolge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege zu Emanzipation der europäischen Juden. Dadurch wurde aus das “Proselytentum” wieder möglich.

          Darum versuchen jetzt Rabbiner, vor allem aus den USA, die aktive Missionierung wieder aufzunehmen bzw. sie tun es bereits! Schließlich drohen kein Feuertod oder die Kastration mehr…

          Dann sprichst du die Tradition im Judentum an, wonach ein potentieller Ger (Konvertit) drei Mal abgewiesen werden soll. Auf diese Tradition hat man sich tatsächlich geeinigt, weil die Tora bzw. die Tanach (Altes Testament) nicht genau erläutert wie ein Übertritt zum Judentum durchgeführt werden soll. Das befolgen dieser “Tradition” ist aber nicht verpflichtend; Rabbi Eliezer (um 90 – 130 n. Chr.) war Konvertiten anfänglich skeptisch gegenüber eingestellt, später aber gibt es von ihm die Aufforderung: “Wenn jemand zu dir kommt um Proselyt zu werden, so weise ihn nicht zurück, sondern ermutige ihn” (Mechilta de Rabbi Jischmael Amalek 3).

          Rabbi Jehoschua z.B. der um dieselbe Zeit wie Rabbi Eliezer lebte, war sogar der Auffassung, dass eine Konversion zum Judentum für Männer ohne die Brit Mila (Beschneidung) möglich und völlig legitim sei; lediglich das Untertauchen in der Mikveh (rituelles Tauchbad) sei obligatorisch. Seine Meinung hat sich aber im rabbinischen Judentum nie durchgesetzt.

          Ein anderer Grund zu Missionieren ist die Tatsache, dass ab bzw. im messianischen Zeitalter die Noachidischen Gebote völlig ungültig werden. Nach Rambam werden im messianischen Zeitalter nur noch Konvertiten bzw. “Jews by Choice” als vollwertige Gerechte anerkannt. Hier die englische Quelle dazu:

          “A GER TOSHAV MAY BE ACCEPTED ONLY IN THE ERA WHEN THE [LAWS OF THE] JUBILEE YEAR ARE OBSERVED. IN AN ERA WHEN THE [LAWS OF THE] JUBILEE YEAR ARE NOT OBSERVED, HOWEVER, WE MAY ACCEPT ONLY FULL CONVERTS [TO JUDAISM]” (Hichos Avodah Zorah Perek 10 Halacha 6).

          Einige jüdische Strömungen gehen davon aus, dass wir bereits im messianischen Zeitalter leben würden.

          Darum, wie gesagt, es gibt sehr gute Gründe zu missionieren. Vielleicht haben sich auch die Christen das Missionieren von den Juden abgekupfert; denn schon im Neuen Testament steht geschrieben:

          “Sie [die Pharisäer] überqueren die Meere und das Land, nur um einen Proselyten zu machen” (Matthäus 23:15).

          Shalom!

          Antworten

          • Maimonides sagt lediglich (in den Hilchot Akum 10,6), dass wir in seiner Zeit keinen Ger Tochschaw annahmen, weil dies nur zu einer Zeit geschehen durfte, als das jüdische Volk in seinem Land lebte und das Joweljahr in Kraft war. Da geht es also um die Thematik des Ger Tochschaw und das ist eine besondere Thematik. Wie sollte der Ger Tochschaw aufgenommen werden? Sollte er öffentlich die sieben Gebote annehmen?
            Weil Juden Verantwortung für den Ger Tochschaw übernehmen mussten, ging das auch nur, als diese in der Lage waren, für jemanden Dritten diese zu übernehmen.
            Da schickt uns Meza doch ein wenig aufs Glatteis, indem er den Abschnitt einfach mal nach Belieben umdeutet.
            Es geht auch hier um die Annahme von Proselyten und nicht die aktive Werbung. Die steht außer Frage. Im Schulchan Aruch (Jore Deah 286) wird das begrüßt und geregelt.
            Da wird also aus Eifer ein wenig an den Fakten gebogen und das meinte ich oben.

            Antworten

  6. … auf was bitte schön soll man sich denn dann noch auf dieser Welt verlassen? …

    … na ja, z.B. doch darauf, dass sich die Erde um die Sonne dreht, der Rhein eben nicht von der Nordsee nach Schaffhausen fliesst, Captain Kirk die Enterprise flog und sein erster Offizier ein strenggläubiger Jude war! Ja, sag mal, SG, ist denn das nichts? 🙂 Da wird man doch auf Erden jedweden Interessenten Einlass in die elitäre Zunft gewähren dürfen, oder!? Vielleicht käme dann ein wenig mehr ‘Normalität’ ins Völkchen – guttun würde es schon, glaub’ ich!

    Aber halt, die Rechnung geht wahrscheinlich wirklich nicht ganz auf, SG, denn welch ‘normaler Mensch’ wird schon freiwillig Jude? Ich kenne jedenfalls niemanden, der ins Volk der Hebräer reingeboren wurde, der sich freiwillig einen zweijährigen Konversionszirkus mit Brit Mila und Beit Din Examination antun würde. Umso mehr meine Hochachtung für all die, die das bislang echt gebracht haben (echt, lieber ‘kosher Thomas’ am Herd) – isch huere guet gsi, Tom, söll emol cho! 🙂

    Shalom

    Miles

    Antworten

    • @ Miles: Shulem Doktor! Gut, ich teile Deine Respekt für das, was die Gerim alles für Ihren Giur auf sich nehmen, Chapeau! Aber, ohne den hier lesenden Gerim zu Nahe treten zu wollen, muss die Frage gestattet bleiben, warum und wofür?
      Meiner Meinung nach kann man sehr wohl als Goi an Hashem glauben, mit ihm seine eigene Brit machen und auch mit einigen wenigen Ausnahmen, Aufruf zur Lesung, jüdisches Begräbnis, einen Großteil des Judentums aktiv praktizieren, auch in der Kehille! Manchmal glaube ich sogar, dass ein am Judentum mit Leidenschaft interessierter Goi, was für nicht das geringste mit einem am Judentum interessierten Christen zu tun hat, der aber ganz bewusst Goi ohne Giur bleibt, für den Input in die Kehille und die Entwicklung der Kehille ergiebiger ist.
      Mein ganz persönlicher Eindruck,
      Slicha Gerim!

      Antworten

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