Tuvia Tenenbom war in Saudi-Arabien

Es erübrigt sich zu erklären, welche Religion jemand hat, der Tuvia Tenenbom heißt: Jedenfalls hat Tuvia das getan, was eigentlich vollkommen unmöglich ist – er ist nach Saudi-Arabien gereist. In ein Land, in das die Einreise für Juden offiziell verboten ist. Eine Tatsache, die übrigens gar nicht so häufig Erwähnung findet…
In der ZEIT hat er einen, gut zu lesenden, Artikel darüber veröffentlicht.

Wie konnte ich so ein Angebot ablehnen? Erst vor Kurzem hatte ich versucht, auf eigene Faust nach Saudi-Arabien zu reisen oder Saudia, wie sie im Nahen Osten sagen. Saudia, das Land des Wahhabismus, fesselt lange schon meine Fantasie und bezaubert mein Herz. Ich ging auf die Website der saudi-arabischen Regierung und wollte den Visaantrag ausfüllen. Interessante Seite, keine Frage. Beispielsweise wollen sie wissen: Welcher Religion gehören Sie an? Ich bin kein frommer Mensch, wurde aber als ultraorthodoxer Jude erzogen und fand es daher angebracht, Judentum zu wählen. Aber halt, es gab da ein Problem: Judentum stand nicht zur Auswahl. Ich ließ Religion offen und ging zur nächsten Frage über: Geburtsland. Ich wurde in Israel geboren. Aber dieses Land existiert nicht im Denken der Saudis. Binnen Kurzem gab ich meinen Saudia-Traum auf. von hier

Ganz nebenher, fast im Plauderton, erzählt er etwas von der Hetze gegen Juden in arabischsprachigen Medien die uns vollkommen lächerlich erscheinen mag. Was sie aber nicht ist, weil da erwachsene Menschen als Journalisten tätig sind.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Also ich hatte mal gehört, dass das Einreiseverbot für Juden als Religion seit in den 90ern aufgehoben sei, und auch Israelis, die noch einen nichtisraelischen Pass haben, einreisen könnten.

    Israelische Moslems (Araber, Beduinen, auch Usbeken in Jerusalem etc) erhalten vom jordanischen Staat Pilgerpässe für die Reise nach Mekka.

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  2. Das wäre interessant. Die Einreisebestimmungen sind ohnehin schon sehr streng und wie ich gelesen habe, muss man seinen Pass bei Einreise abgeben. Das sollte ich herausfinden, ob Juden tatsächlich noch die Einreise verboten ist.

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