Reformänderungen

Rabbiner Eric Yoffie zeichnete auf der Versammlung der amerikanischen Reformgemeinden (Biennial) in seiner einstündigen Ansprache ein neues Bild des kommenden Reformjudentums in den USA (das sich bekanntermaßen von den liberalen Strömungen in Europa in einigen Punkten unterscheidet). So soll mehr für die Observanz des Schabbat getan werden:

For most of us, it will not mean some kind of neo-frumkeit; it will not mean the Shabbat of eighteenth-century Europe; it will not mean an endless list of Shabbat prohibitions. We fled that kind of Shabbat, and for good reason.
It will mean instead approaching Shabbat with the creativity that has always distinguished Reform Judaism. It will mean emphasizing the Thou shalts of Shabbatcandles and Kiddush, rest and study, prayer and communityrather than the Thou shalt nots. It will mean expanding our understanding of rest, and defining in new ways what is, and is not, work. It will mean providing Reform Jews with the support of a loving community so that they can feel commanded without feeling coerced. von hier

und beschreibt auch, wie das funktionieren kann. Die Größe der Gemeinden macht es nicht gerade einfacher, alle Mitglieder gleichermaßen anzusprechen und ab einer bestimmten Gemeindegröße ist die Bar-/Bat- Mitzvah nicht nur ein fester Bestandteil des Morgengebets, sondern DIE Hauptsache und nun endlich hat man verstanden, dass dies für die anderen Gemeindemitglieder nicht gerade erfüllend ist:

Lets be honest. There is something profoundly wrong here. On every Shabbat of the year, there are hundreds and hundreds of bar and bat mitzvahs in Reform congregations. But rarely does anyone walk out of those worship services saying: That was so spiritually fulfilling that I cant wait to come back next week. von hier

Was könnte man also unternehmen? Genau, klein beginnen und dann das ganze ausweiten:

Second, select a Shabbat Chavurah consisting of eight to twelve people that will both study about Shabbat and actively observe it over a period of three to four months. This will be a program of Shabbat immersion for an elite group of individuals who want to be Shabbat observers in an authentically Reform way. At times they will come together for study, rituals, and community; and at times they will observe individually and in families. Here too we have prepared materials to guide them. As a Movement, our hope is to learn from them. Let us see what their experience is, what they choose to do and not to do on Shabbat afternoon, what they learn and feel. Let us see how their beliefs about God, covenant and the Jewish people evolve. Let us see what kind of help they need from their synagogues and their Movement. von hier

Die Frage dürfte auch hier sein, ob sich diejenigen, die damit unzufrieden waren, nicht schon Freiräume gesucht haben. In den selbst finanzierten Gemeinden dürfte das kein Problem sein, aus einigen habe ich es schon gehört: Wer einen Bedarf hat, stößt nicht immer auf taube Ohren. Ein gewisses Entgegenkommen ist vorhanden. Zumal man niemanden verlieren möchte, der die Gemeinde mitfinanziert. Wie einige bereits beobachteten, hilft das Internet ebenfalls dabei, schnell Gleichgesinnte zu finden und neue Formen zu finden. Daniel Sieradski ist der Meinung, die nächste umwälzende Entwicklung innerhalb des modernen Judentums kommt nicht aus den Gemeinden:

But the next big Jewish idea will not meet institutional funding guidelines or at least, thats what the rejection letters will say. It will be for any number of reasons: The project is too local; too global; too narrow; too ambitious; the subject too political; the creators too eccentric. Perhaps theyre more creatively-minded than business-minded and are thus bad at writing grants. Maybe theyre too young, or too idealistic. von hier

Alles wird irgendwie 2.0, also etwas, dass Interaktion erfordert und nicht nur bloße Anwesenheit, man könnte es auch die Demokratisierung von Gemeinde nennen. Erst im vergangenen Monat berichtete die New York Times von derartigen Initiativen:

Without a building and budget, Tikkun Leil Shabbat is one of the independent prayer groups, or minyanim, that Jews in their 20s and 30s have organized in the last five years in at least 27 cities around the country. They are challenging traditional Jewish notions of prayer, community and identity.
In places like Atlanta; Brookline, Mass.; Chico, Calif.; and Manhattan the minyanim have shrugged off what many participants see as the passive, rabbi-led worship of their parents generation to join services led by their peers, with music sung by all, and where the full Hebrew liturgy and full inclusion of men and women, gay or straight, seem to be equal priorities. von hier

Das hat natürlich noch nichts mit der Entwicklung in Deutschland zu tun, hier gehen die Uhren ein wenig anders, die Gemeindestrukturen sind um ein vielfaches institutionalisiert und auch die neu gegründeten Gemeinden bauen schnell Strukturen auf; hier wäre es schön, wenn es überhaupt einen Bedarf gibt. Dass dieser entsteht ist offensichtlich die Aufgabe derer, die schon einen verspüren: Die anderen anstecken!

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Interessanter Artikel, danke!

    Trotzdem ein paar Anmerkungen meinerseits.

    Woher kommt bloss diese plötzliche Einsicht
    in die fundamentale Bedeutung des Schabat?

    > it will not mean the Shabbat of eighteenth-century Europe
    > It will mean providing Reform Jews
    > with the support of a loving community
    > so that they can feel commanded without feeling coerced.

    Meine Schabat-Observanz basiert auf den Regeln,
    die im 18. Jahrhundert und auch in den Jahrhunderten
    und Jahrtausenden davor galten.
    Trotzdem fühle ich mich nicht “coerced”.
    Was mache ich falsch?

    > innerhalb des modernen Judentums

    Raffiniert, unterschwellig zu behaupten,
    observantes Judentum sei “unmodern”.

    YM

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  2. Hallo Chajm,

    > observant mit Orthodox besetzen

    Das hatte ich gar nicht vor.
    Aber mir fällt es schon rein sprachlogisch schwer,
    ein System, dass ausdrücklich Probleme mit dem
    Prinzip von “thou shalt not” hat (s. o.), mit Observanz in
    irgendeinem Sinne in Verbindung zu bringen.

    > Im Ernst: ….

    Wenn man das Prinzip von Offenbarung ernst nimmt,
    ist man wohl zwangsläufig an der Vergangenheit orientiert.

    Aber Du hast natürlich recht, dass verschiedene Teile
    der orthodoxen Welt der Moderne gegenüber
    verschiedenen aufgeschlossen sind,
    allerdings, wie man wohl zugeben muss, nicht völlig grundlos.

    YM

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  3. Wir sollten nicht vergessen, dass es zwei verschiedene Strömungen des Judentums sind, über die wir reden. Du könntest jedoch sagen: Man wird traditioneller? Das begrüße ich 😉

    Mit Vergangenheit meine ich natürlich nicht die Torah etc., sondern eher die Zeit ab/bis Hirsch.

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  4. Apropos Hirsch:
    In dessen Augen war das nicht
    die andere “Strömung des Judentums”,
    sondern schlicht Häresie.
    S. R. Hirsch und sein Slogan “Torah im Derech Eretz”
    werden gern für alles mögliche vereinnahmt.
    Es lohnt sich nachzulesen, was er selber darüber geschrieben hat.
    Jedenfalls ist es wohl zu unterscheiden von
    “Torah u’Maddah”, dem Slogan der YU,
    des Flagschiffs der Modernen Orthodoxie.

    In der Tat begrüße ich, dass in gewissen Strömungen
    die langsam Einsicht zu reifen scheint, dass unsere Weisen
    früherer Generationen bereits gewußt haben,
    dass ein Judentum ohne Disziplin und Selbstbeschränkung
    nicht funktionieren kann.

    YM

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  5. S.R. Hirsch sah “Tora im Derech Eretz” als ????? ???.Er selbst wollte aber ???? ?????. Das ist beim genauen Studium seiner Schriften nachzuvollziehen. S. Schwab schreibt in seiner Streitschrift “Rückkehr zum Judentum”, daß S. R. Hirsch kein “statisches” sondern ein “dynamisches Phänomen” war und daß das Prinzip “Tora im Derech Eretz” eine “Notstandsentscheidung” gewesen sei, und daß er (S. R. Hirsch) aus der “Not eine Tugend gemacht ” hätte, um der “Tora Anspruch vollgültig zu erhalten”.

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  6. Man darf zwei Dinge nicht vermischen:
    Das “ewige” Prinzip von “Thora im Derech Eretz”, über das
    Hirsch schreibt (habe leider nur eine engl. Übersetzung hier):
    “TIDE means the realization of the Torah
    in harmonious unity with all the conditions
    under which its laws will have to be observed
    amidst the developments of changing times.”
    Was sein Enkel Dr Isaac Breuer so erläutert:
    “Rabbi Hirsch’s bold and pioneering contribution
    was to free himself from the deep-rooted perception,
    born of centuries of historical experience,
    that Torah was inextricably linked to a particular system
    of derech eretz.”

    Hirsch schreibt in seinem berühmten Brief an R. Bamberger
    (im Sezessionsstreit):
    “The principle of TIDE … is not part of troubled time-bound notions;
    it represents the ancient, traditional wisdom of our Sages
    that has stood the test everywhere and at all times.”
    Das klingt nicht gerade nach ????? ???.
    Ich würde allerdings zustimmen, dass z. B. der Umfang an
    sekulärer Bildung an seiner Schule
    (http://www.stadtgeschichte-ffm.de/service/gedenktafeln/hirsch_schule.html)
    von den örtlichen und zeitlichen Bedingungen diktiert war.

    YM

    Antworten

  7. Der Umfang säkularer Bildung war 100%ig von “örtlichen” und “zeitlichen” Bedingungen bestimmt bzw. von der Einmischung des deutschen Staates in die Belange der jüdischen Erziehung. Genaueres kann man dazu bei Breuer, in seinem Werk über die Orthodoxie in Deutschland, nachlesen, er hat sich dort seitenweise dem Thema gewidmet.

    “Tora im Derech Eretz” ist von S. R. Hirsch sicher nicht als “ewiges Prinzip” verstanden worden. Es war höchstens das Prinzip des Augenblicks. So schreibt er in den 19 Briefen:
    ” Gedenken Sie überhaupt, daß wir erst in der Zeit des Kreisens sind; so wäre es ja unglückselig, wenn jetzt eine Autorität etwas begründete; … So aber, was die Zeit geboren, wird die Zeit verwischen, und stets Raum bleiben für den höheren Bau, der unser wartet!
    … Dann wird er erwachen zu der Frage: ‘was bin ich denn als Jude? was ist das Judentum?’ und wird die Lösung dieser Frage nicht mehr zu sich holen von den Lehrstühlen und Schriften nichtjüdischer… Gelehrten, … sondern sie werden wandeln zur Urquelle des Judentums, zu T’nach und Sch’ass…
    Eine Weg gibt es zum Heile; – wo gesündigt ward, da muß die Sühne beginnen, – und dieser eine ist: – vergessen die herabgeerbten Ansichten und Nichtansichten über Judentum; nehmen die Quellen des Judentums T’nach, Sch’ass, Midrasch; sie fürs Leben gelesen, studiert, begriffen;…
    …Unbekümmert, für was euer Studium die einen, für was die andern es halten, unbekümmert, ob ihr nun in eurem Geiste der Einfachheit nicht mehr zu glänzen vermöget, unter den Heroen spitzfindiger, aber der Wahrheit und dem Leben nicht als Ziel huldigender Disputationen; unbekümmert, ob ihr nun nicht in den einzelnen Disziplinen, die ihr nur als Hilfswissenschaften für eure eigene durchforscht, zu glänzen vermögt….” (19 Briefe VXIII)

    Hier weist er doch über den Derech Erez hinaus (als Hilfswissenschaft eben) zur Tora, zum Lernen (als das “Eigentliche”).
    Interessant ist ja auch, daß in den späteren Tagen der Neoorthodoxie so viele den Blick nach Osten wandten (z.B. Rabbiner Joseph Carlebach), weil in Deutschland Tora im Derech Eretz eben vielfach doch wesentlich mehr Derech Eretz und wesentlich weniger Tora geworden war, assimiliert, träge, unbeweglich, ungelehrt.

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  8. PS Rabbiner Isaak Breuer betrachtete das Ostjudentum als “jüdischer” als das Westjudentum. Warum? Weil “am Mangel von Gesetzeskunde krankt die deutsche Orthodoxie” (I. B., Mein Weg, 14 und 17). Damit meinte er das Ungleichgewicht von Derech Eretz und Tora, den Mangel an Lernen.

    Vielleicht geht es hier, wie so oft im Leben, um Theorie und Praxis …

    Antworten

  9. Ich sehe nicht, dass es in der von Dir zitierten Passage
    aus dem 18. Brief um TIDE ginge.
    Wohl eher darum, das Judentum aus dem Studium
    seiner Quellen frisch zu begreifen.

    Im 17. Brief heisst es: “Reform! –
    Aber ihr Ziel kann nichts anderes sein,
    als die Verwirklichung des Judentums durch Juden in unserer Zeit:
    Verwirklichung jenes ewigen Ideals in den und mit den von der Zeit
    gestellten Verhältnissen; Erziehung, Erhebung der Zeit zur Thauroh!
    – nicht aber Nivellierung der Thauroh nach der Zeit,
    Abtragung des Gifpels zu der Flachheit unseres Lebens.
    – Wir Juden bedürfen der Reform durchs wiedererkannte,
    geistig erfaßte, mit aller Tatkraft verwirklichte Judentum…”
    Da kommt der TIDE-Begriff zwar auch nicht ausdrücklich vor
    (nicht in den ganzen 19 Briefen AFAIK), aber der Begriff der
    “von der Zeit gestellten Verhältnissen”, was IMHO die
    gleiche Idee ausdrückt.
    Der letzte Satz in meinem Zitat setzt IMHO den Kontext für
    Dein Zitat oben.

    Warum hätte er ein “Prinzip des Augenblicks” nach einer
    Formulierung aus der Mischna (Pirke Awot 2:2, siehe
    auch seinen Kommentar dort) benennen sollen?

    Er hat sicher nicht empfohlen, den Frankfurter Derech Eretz
    automatisch auf andere Zeiten und Gegebenheiten zu übertragen.
    Ich sehe auch nicht, wo er Derech Eretz als “Hilfswissenschaft”
    zu irgendwas bezeichnet hätte.

    Die Deutsche Orthodoxie befand sich trotz aller Hirschianischen
    Erfolge auf dem Rückzug.
    Schon sein Schwiegersohn und Nachfolger war ein Talmid des
    Ktaw Sofer (Sohn des Chatam Sofer – also irgendwie doch Ffm ;-).
    Mit R. Bamberger verstarb 1878 der letzte grosse dt. Talmudist.
    Die Breuer-Jeschiwa startete z. B. ohne deutsche Talmidim,
    alle importiert aus Ungarn. Der von Dir erwähnte Schimon
    Schwab ging auch aus guten Grund zum Studium
    in die grossen Jeschiwoth in Litauen (Telz, Mir).

    Schon irgendwie ironisch, dass wir hier zu einem Blogbeitrag über
    amerikanisches Reformjudentum über TiDE diskutieren 😉

    Antworten

  10. “Dann wird er erwachen zu der Frage: was bin ich denn als Jude? was ist das Judentum? und wird die Lösung dieser Frage nicht mehr zu sich holen von den Lehrstühlen und Schriften nichtjüdischer Gelehrten, sondern sie werden wandeln zur Urquelle des Judentums, zu Tnach und Schass”

    Also ich wüßte nicht, warum es hier beispielsweise nicht um Derech Eretz bzw. um Tora ginge… “Erziehung, Erhebung der Zeit zur Thauroh!” Und auch hier – die Priorität ist klar benannt. Die Richtung geht eindeutig in Richtung Tora, auf dem Weg wird alles Mögliche gestreift, aber sie ist das Ziel, die eigentliche Aufgabe.
    Auf jeden Fall: die Gewichtung ist doch schon in den Worten selbst vorhanden: zuallererst und hauptsächlichTora, dann noch etwas Derech Eretz dazu (MIT Derech Eretz, aber nicht Derech Eretz mit Tora ;)), nicht wahr?

    “Schon irgendwie ironisch, dass wir hier zu einem Blogbeitrag über
    amerikanisches Reformjudentum über TiDE diskutieren”
    Ja, das ist witzig, finde ich auch. Zu dem Aufruf von dem Reformrabbiner fiel mir auf jeden Fall nur ein: ja, macht mal.

    Antworten

  11. Ich versuche mal den Kreis zurück zu diesem Blog zu schlagen 😉 womit ich natürlich nicht die lehrreiche Diskussion unterbrechen will. Übrigens wollte ich Hirsch da gar nichts unterjubeln. Ich nannte seinen Namen, um eine chronologische Ordnung in das Gesagte zu bekommen…
    Jedenfalls, wo hier die Rede von Rabbiner Schimon Schwab war: die Rebbetzin, Recha Fröhlich lebte bis zu ihrer Hochzeit in meiner Stadt hier.. die Familie unterhielt praktisch ihr eigenes Stibele und Mikweh. Heute ist dort ein Reifenhändler und es erinnert nichts mehr daran, dass es – wenn man so will – außerhalb der liberalen Synagoge/Gemeinde auch einige orthodoxe Gruppen gab. Von der Mikweh auch keine Spur…

    Antworten

  12. > süddeutsche Orthodoxie

    Auf wen/was bezieht sich dieser Ausdruck?
    Auf den Würzburger Rav (Bamberger)?

    > nicht Derech Eretz mit Tora

    Anderswo hat Hirsch mal sinngemäß geschrieben:
    Sie (die Reformer) wollen Fortschritt mit Tauroh,
    wir wollen Tauroh mit Fortschritt.
    IMHO würfelst du verschiedene Hirschianische
    Begriffe und Konzepte zusammen. Aber seis drum,
    mir scheint, inhaltlich sind wir uns einig.

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  13. Matronit: Über die süddeutsche Orthodoxie würde ich gerne gerne mehr erfahren. Wer wäre da als Vertreter zu nennen?
    Meine Recherchen führten nicht sehr weit, ich fand lediglich einen Blogeintrag zu dem Thema. Wenig schmeichelhaft für die Süddeutschen; aber ein interessanter Ansatz dazu was die Ursache dafür ist, dass sich Frankfurt so entwickelt hat:

    Frankfurt, itself, would have been a lot better off had it remained in continuous contact with both 18th century charedi Judaism to the south and academic Orthodoxy in Berlin. The sixty year polemical disagreements did no one any good. It drove Berlin closer to Conservatives. The southern Germans, admirable as they were, remained attached to a simple faith that did not benefit from the modernization of Frankfurt. Frankfurt style synthesis of Orthodoxy and modernism (Torah im Derech Eretz) developed, in my opinion, in an eccentric way leaving a legacy of major disagreements as to what it was all about.

    Das habe ich hier gefunden The Historical Consequences of Austritt

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  14. Chaim,
    ein wichtiger Vertreter ist natürlich der Würzburger Rav, es gab aber auch noch andere, “unbedeutendere” Rabbiner vor Ort, in Fürth, in Hessen und anderswo. Im weitesten Sinne kann man das Elsaß auch dazunehmen, die Minhagim sind ähnlich denen in Baden. Ein gutes Buch zum Thema stammt aus dem Mohr Siebeck Verlag – Hg. Monika Richarz, “Jüdisches Leben auf dem Lande”.

    YM, ich “würfle” nicht, ich versuche lediglich, mich mit dem Thema in meiner ganzen Unvollkommenheit zu befassen, so wie Du auch.

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