Neue Synagoge Bochum – Preview

Am kommenden Sonntag wird die neue Synagoge von Bochum eröffnet, leiten wird den religiösen Part Rabbiner Dr. Brandt, emeritierter Landesrabbiner von Westfalen-Lippe und Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz. Heute hatte ich Gelegenheit, schon vorab in das Gebäude zu werfen. Ein Bericht über die Feierlichkeiten wird natürlich folgen.
Synagoge Bochum
Die neue Synagoge wird für Bochum, Herne und Hattingen nun das Gemeindezentrum sein. Sieben Millionen Euro hat der Neubau in Bochum gekostet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gleich neben dem Planetarium, auf einer Erhebung, steht nun gut sichtbar der Kubus in dem die Synagoge untergebracht ist. Das Gemeindezentrum ist etwas vorgelagert.
Synagoge Bochum
Obwohl eine Empore vorhanden ist, wird sie nicht genutzt werden, soviel hat man schon verraten. Wie im alten Gemeindezentrum, werden Frauen auf der einen und Männer auf der anderen Seite sitzen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Erstaunlich ist, dass Dr. Norbert Lammert, seines Zeichens Bundestagspräsident, auf der Eröffnung sprechen wird.
    Der selbe Dr. Norbert Lammert, der in ebenfalls in seiner Funktion
    als Bundestagspräsident im November die Annahme der 175.000 von der VVN-BdA gesammelten Unterschriften für eine erneutes NPD-Verbotsverfahren abgelehnt hat.
    Mehr dazu hier:
    http://www.bo-alternativ.de/2007/12/04/die-seltsame-geschichte-des-dr-lammert-und-mr-hyde-haider/

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  2. Nebbich, noch ist Lammert nicht Hindenburg.
    Als Bundestagspräsident kann er nicht entscheiden,
    ob ein Verbotsverfahren angenommen oder abgelehnt wird.
    Es geht um die protokollarische Geste,
    die aber nicht weniger bezeichnend für Ihn, seine
    Position und dies seiner Parteiist.
    Die 175.000 Unterschriften sind formal eine Petition,
    die über den Petitionsausschuß dem Bundestag vorgelegt wird,
    denn nur der kann beim Verfassungsgericht einen neuen
    Verbotsantrag stellen.
    Je nach Stellenwert kann eine Petition von einem anderem Organ
    des Bundestages angenommen werden,
    z.b. dem Bundestagspräsidenten.
    Das Lammert die Annahme verweigert hat, zeigt ganz klar,
    wie er, und da er CDU Mitglied ist, die CDU Regierung,
    zu einem erneuten Verbotsantrag steht.
    Er findet es unter seiner Würde als Bundestagspräsident,
    die Petition mit 175.000 Unterzeichnern anzunehmen,
    da sie zum einen von der VVN-BdA, die ja noch immer
    auf dem Index des Verfassungsschutzes steht,
    anzunehmen, zum anderen möchte er der sehr erfolgreichen Kampagne
    No-NPD keine Referenz erweisen oder sie indirekt
    durch seine Annahme der Unterschriften als Bundestagspräsident
    unterstützen um sie so in der Öffentlichkeit und der Wahrnehmung der Presse zu unterstützen.
    Hinzu kommt, dass der sich der Verbotskampagne gegenüber folgerndermaßen geäußert hat:
    “ein Verbot der NPD wäre verfehlt, weil ihr Gedankengut damit nicht verschwände”.
    Darum geht es letztendlich aber auch garnicht.
    Letztendlich sind dann die Unterschriften am 12.12. den Bundestagsabgeordneten
    direkt überreicht worden.
    http://www.npd-verbot-jetzt.de/aktuelles/2007/20071213_uebergabe.shtml
    Unter dem Strich bleibt aber das Bild Lammerts als kaltem Krieger
    altpreußischer Provenienz & Arroganz,
    der die Kampagne ablehnt, weil sie eben vom VVN-BdA getragen worden ist,
    für ihn immer noch ein Haufen kommunistischer Vaterlandsverräter,
    und der einen neuen Verbotsantrag im Sinne seiner Partei verhindern will,
    weil die NPD für die CDU ein wunderbares Ventil am rechten Rand darstellt.
    Ganz unterm Strich kommt noch hinzu, dass die derzeitige Regierung
    große Angst vor einem neuen Verbotsantrag hat,
    weil dazu der Bundesverfassungsschutz und die Landesverfassungsschutze
    vor dem Verfassungsgericht zur NPD Frage aussagen müßten.
    Dabei würde sich zeigen, wieviel Einfluß, finanzielle und organisatorische Unterstützung
    der Verfassungsschutze hinter der NPD steht.
    Was hat das alles mit der Eröffnung der neuen Synagoge in Bochum zu tun?
    Nun, zum einen hat die NPD 2005 in Bochum öffentlich gegen den Neubau
    demonstriert, zum anderen wird sich jüdisches Leben in Bochum und in dieser Republik
    nicht wirklich entfalten können, wenn die Regierung immer noch, und das ist seit 1945 eine ungebrochenen Linie, mit nationalem und nationalsozialistischem Gedankengut liebäugelt
    und ihm nicht offensiv mit allen Mitteln entgegen tritt.
    Es ist also eine ungeheure Chuzpe wenn dieser Lammert,
    der sich weigert, neue und vehement aggressive
    neo nationalsozialistische Tendenzen durch ein
    ein NPD Verbot zumindest finanziell und organisatorisch
    einzudämmen sondern sie über das Vehikel des Verfassungschutzes sogar noch unterstützt,
    ausgerechnet bei der Eröffnung einer Synagoge spricht
    und bei seiner Rede garantiert auch noch Bezüge
    zur 1938 während der Reichspogromnacht zerstörten
    alten Synagoge herstellen wird.
    Git shabbes !
    P.S.:
    Afred Salomon, der als erste auf der Eröffnung reden wird,
    ist übrigens nicht nur Gründungsmitglied der ersten Bochumer jüdischen Gemeinde
    nach 1945, sondern auch Gründungsmitglied der VVN Bochum.

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