Wirklich Kunst


Oded Ezer, der sich der experimentellen hebräischen Typografie verschrieben hat, schuf als neuestes Werk eine wirklich sehenswerte Ketubbah. Wer sich anschließend genauer mit Oded Ezer befassen will, kann sich ein Interview mit ihm im japanischen PingMag durchlesen (hier)
und erkunden, welchen modernen Einflüsse die hebräische Schrift heute haben kann und warum er sich dazu entschlossen hat, mehr mit Hebräisch zu arbeiten als mit Englisch.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Assyrische Schrift heißt es. Die hebräische ist ja seit sehr, sehr langem nicht mehr in Gebrauch. Wenn man übrigens syrisch-aramäische Kirchen besichtigt, fällt es einem gleich auf, wo unsere heutige Schrift herkommt. Auf dem ersten Blick glaubt man da Hebräisch gesehen zu haben.

    Ansonsten ist die Ktubah tatsächlich sehr schön gestaltet.

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  2. Naja… Die hebräische Quadratschrift wie wir sie heute kennen, wird im Talmud ktav aschuri – also assyrische Schrift genannt (Sanhedrin 21b -22a). Soweit ich weiß, sagen Linguisten statt dessen ktav meruba, also nur Quadratschrift. Heute nennen wir diese Schrift Hebräische Schrift. Ich denke, wenn man heute hebräische Schrift sagt, ist klar, welche man meint. Ich meinte jedenfalls ktav Meruba 😉

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    • Wenn man schon chochmologisieren will: A. a. O. wird sogar gestritten, was denn jetzt der Unterschied zwischen der „alten” und der „neuen” assyrischen (aschurischen) Schrift sein soll. Der naive Student (=„ich”) wird schlussfolgern, dass die „alte” Schrift dieselbe war wie heute, nur in anderem Schriftgrad (ich bin zu faul nachzulesen, ob sie jetzt größer oder kleiner gewesen ist) und sich vom Argument mit den zehn Geboten überzeugen lassen. Denn bekanntlich waren die Buchstaben der zwei Tafeln massiv durchgeschnitten. Einer der Buchstaben, samech, ist aber ein Kreis. Dessen Inneres musste also in der Luft schweben. Fertig ist der Beweis, dass die „alte” Schrift der assyrischen entsprochen haben musste! (Man kann natürlich dagegen halten, dass auch die alte Schrift einen kreisförmigen Buchstaben gehabt haben konnte — den hatte sie ja auch, laut Wikipedia ist es ain — und man den Midrasch über den schwebenden Buchstaben nur für den zeitgenössischen Zuhörer angepasst hat, als man die Schrift geändert hat. Oder vielleicht ist der Midrasch auch erst später verfasst worden — bin ich jetzt ein Ketzer?) Und man muss völlig ignorieren, dass in Qumran irgendwelches Zeug herumliegt, das noch in der „alten” Schrift geschrieben ist, die nicht nur die „neue” in anderem Schriftgrad ist. Ende der Chochmologie.

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