Ablehnung unter Schutz

Die Jerusalem Post veröffentlichte schon vor einigen Tagen eine ganz amüsante Geschichte: Die Tzahal soll charejdische Gruppen schützen die den Staat Israel ablehnen und somit eigentlich auch die Tzahal. Im kommenden Jahr ist aber Schmittah-Jahr (so schnell vergeht die Zeit) und da müssen Rabbiner der Edah Haredit in die West Bank:

A group of anti-Zionist rabbis demanded in a meeting Thursday with IDF commanders in the Jordan Valley that the army provide security for kashrut supervisors who enter the West Bank during the upcoming Sabbatical [shmita] year.
Rabbis of the Edah Haredit, a conglomerate of Hassidic courts traditionally headed by the anti-Zionist Satmar rebbe, pride themselves on receiving no financial aid from the state and are ideologically opposed to the existence of a Jewish army. Nevertheless, these rabbis have demanded that the IDF provide protection to Edah Haredit kashrut supervisors. von hier

Ein wenig absurd ist das schon, dass die Tzahal einen Haufen Antizionisten beschützen soll. Damit mich niemand falsch versteht: Der Handel mit arabischen Landbesitzern war stets eine gute Option für das Schmittahjahr, bleibt aber trotzdem ein trickiger Workaround wie man das Schmittahjahr umgehen kann. Eigentlich soll ja das Land ruhen (so stets in der Torah) und nicht die Bearbeiter des Landes. Die Gruppen sollten so konsequent sein und auch auf die Einrichtungen eines Staates verzichten den sie überhaupt nicht wollen.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. B“H

    Ich befasse mich gerade mit dem Thema „Shemittah“, da ich beabsichtige, darueber zu schreiben.

    Im Talmud Yerushalmi, der darauf mehr als ausfuehrlich eingeht, heisst es, dass es Jerusalemer Brauch (Minhag) ist, Land in Israel, welches Nichtjuden gehoert als Shemittah – frei anzusehen.
    Von daher darf man deren Fruechte, Gemuese etc. aus Gaza etc. essen. Viele folgen diesem Brauch, andere wieder nicht. Aber die Shemittah – Gesetze sind dermassen kompliziert, sodass ich es erst in einiger Wochen besser erklaeren kann.

    Der „Jerusalem Post“ Artikel ist halachisch mehr als verwirrend und ohne gruendliche Kenntnisse wuerde ich nicht ueber Shemittah schreiben und alles durcheinander wuerfeln, wie es der Artikel tut.
    Nicht die Edah sieht Gemuese etc. welches auf nichtjued. Land angebaut wird als Shemittah – frei, sondern die Halacha selbst. Talmud Yerushalmi und selbst der Rambam in der Mishna Thora – Hilchot Shemittah.

    Die Edah wird schon lange nicht mehr von Satmar regiert, seitdem Rabbi Yoel Teitelbaum 1979 verstarb. Vielmehr wird sie von Rabbi Moshe Sternbuch geleitet. Zusammen natuerlich mit deren Beit Din Zedek, Badatz, in dem Rabbi Meir Brandsdorfer eine grosse Rolle spielt. Und der gehoert den Toldot Avraham Yitzchak an.
    Ausserdem spielt die Chassidut Dushinsky nicht gerade eine kleine Rolle.

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  2. @Serdar
    Einige Gruppen sind der Ansicht, dass erst mit Erscheinen des Maschiach (des Messias) der Staat Israel als Königreich entstehen wird ohne dass der Mensch diesen schafft. Also: Ja, aus religiösen Gründen 😉

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  3. B“H

    Ich habe mich in letzter Zeit ausgiebig mit den Gruenden der Neturei Karta sowohl als auch der Edah HaCharedit beschaeftigt, den Staat Israel nicht anzuerkennen. Ehrlich gesagt gaben mir einige Aspekte derjenigen Gruppen sehr zu denken und ich schrieb darueber mehr:

    http://hamantaschen.blogspot.com/2007/06/der-andere-zionismus.html

    Was in der Presse immer falsch vermittel wird ist, dass es sich bei der Edah um die Neturei Karta handelt, was nicht der Wahrheit entspricht. Die Neturei Karta ist KEIN Mitglied der Edah, hat aber gewissen Einfluss auf sie durch Satmar.

    Shabbat Shalom

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