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Bewegung

Zuviel Aufmerksamkeit durch recherchierende Autoren (damit meine ich meine Wenigkeit), andere Blogger Medien (Forward) haben offensichtlich dazu geführt, dass man nun doch nicht auf den ersten Blick mit Gruppen in Verbindung gebracht werden möchte.
Vor der Recherche:
Simcha Bier Gimmick
nach der Recherche:
Anhänger nach der Recherche
Auch auf der Homepage des Restaurants Schalom war man nicht faul und hat nun einen einen Bereich mit telefonischer Bestellmöglichkeit eingerichtet, wenn man wollte… Warum hat man das also nicht sofort gemacht? Ist es erst dann peinlich, wenn Juden darauf aufmerksam machen oder der Rabbiner nachfragt?

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Das Schmitta-Jahr nicht umgehen!

Rav Schlomo Eliaschiv
Die Überschrift fasst es kurz, was einige charejdische Rabbiner unter Führung von Rav Josef Scholom Eliaschiv (oben zu sehen) nun fordern, nämlich das Jahr der Schmitta (siehe auch hier im Blog , hier englisch und hier hebräisch) – welches mit Rosch haSchanah 5768 beginnt – dieses Mal nicht trickreich zu umgehen:

The leading rabbis of the haredi Lithuanian stream, headed by Rabbi Yosef Shalom Elyashiv, came out this weekend against the practice of „heter mechira“, the sale of Israeli farmland to a non-Jew to avoid the prohibition of working the land in Israel during the shmita year. von ynet

Die Debatte darum, ob man sein Land während des Schmittah-Jahres zu nichtjüdischem Land machen solle, ist mindestens so alt, wie der kleine Umweg um diese Mitzvah, seit 5642 (1881) wird das nämlich so gehandhabt:

The debate surrounding the „heter mechira“ has been going on for over a 100 years. The „heter“ is a halachic solution to the shmita, and enables farmers to symbolically sell their land to non-Jews for the Sabbatical year, without stopping to cultivate the land. von ynet

Tatsächlich ist es so, dass es für die jüdischen Bauern und Gewerbetreibenden hart werden dürfte, ihre Äcker, Felder und Plantagen brach liegen zu lassen. Ein Jahr ohne Verdienst dürfte sich heute massiv auswirken. Andererseits hat die Mitzvah einen Grund und kann durchaus auch als Ruhejahr für das Land betrachtet werden aus dem (auch andernorts) noch die letzten Spurenelemente gepresst werden. Die Charejedim unter Rav Josef Scholom Eliaschiv werden im Schmittah-Jahr übrigens nur Produkte palästinensischer Händler kaufen und nutzen. Allerdings dürfte mit der steigenden Nachfrage auch der Preis für diese Produkte steigen und nicht alle charejdischen Familien dürften über große finanzielle Ressourcen verfügen.

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Auf dem Obersalzberg jüdisch werden

Diese Nachricht wäre mir fast entwischt:
Auf dem Obersalzberg hat der U.S-amerikanische Rabbiner Celso Cukierkorn, der auch die Internetseite convertingtojudaism.com betreibt, sechs Männer und fünf Frauen zum Judentum übertreten lassen – denken die Menschen jedenfalls. Die Süddeutsche berichtete schon am 10. August von dieser Zeremonie, die entfernt an einen regulären Gijur erinnert. So beschreibt die SZ den Vorgang:

Wieder an der Oberfläche sprechen die Männer rituelle Formeln nach, die ihnen Rabbi Celso Cukiercorn aus Miami vom Beckenrand aus vorträgt. Die Familienangehörigen versuchen, ein paar Fotos von der Zeremonie zu schießen, denn die sechs Männer verlassen wie schon vorher die fünf Frauen das Becken mit einem neuen Glauben: Mit dem rituellen Bad, der Mikwe, sind sie zum Judentum konvertiert. von hier

Im Pool des Intercontinental Berchtesgaden (immerhin fünf Sterne) unter Aufsicht eines Rabbiners. Zuvor dachte ich, man benötigte lebendiges Wasser und drei Rabbiner. Auch der Rest der Zeremonie war nicht nur un-orthodox, sondern entsprach so gar nicht dem, was man im Allgemeinen erwartet:

Nun sind sie zur lange ersehnten Konversion für einen Nachmittag auf den Obersalzberg gekommen. Die Kandidaten verfolgen die Zeremonie „bewegt“, wie Alessandra sagt. Nicht alle Männer haben sich zwar für eine Beschneidung entschieden, die ein Arzt zuvor vornimmt. Und das Untertauchen in Badebekleidung in einem Hotelpool entspricht so gar nicht der Mikwe der orthodoxen Juden.

Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Strömungen ihre Übertritte gegenseitig nicht anerkennen und bestimmte Strömungen weiter am Mythos stricken, nur ihrer sei der einzig wahre, dieser beschriebene aber übertrifft sie alle.
Ein Besuch der Seite convertingtojudaism.com kann ich übrigens nur empfehlen. Ein wenig sektenhaft sind die eingestellten Fotos von weiß gewandeten Damen und Herren schon. Auf der ersten Seite wird aus dem Traktat Gerim zitiert etc. etc. Die Seite der Gemeinde (Adat Achim) von Rabbiner Cukierkorn zeigt auch nur ihn und führt den Nutzer im Prinzip zurück zur Konversionsseite. Vielleicht ist es auch ein kleines wenig ein einträgliches Geschäft…

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30000 Flaschen koscheres Bier aus Sachsen

Simcha BierDas Brauhaus Hartmannsdorf aus dem gleichnamigen Ort in Sachsen stellt seit einiger Zeit und mit recht großer Medienaufmerksamkeit ein Bier namens Simcha mit Hechscher her. Theoretisch ist aber jedes Bier, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde sowieso koscher. Es darf ohnehin nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe enthalten. Das Bier war keine Eigeninitiative des Brauhauses und das koschere Bier ist auch auf der Internetseite des Brauhauses zu finden (warum?). Initiatoren waren das Restaurant Schalom (wohl ohne Hechscher)aus Chemnitz und der Verein Sächsische Israelfreunde e.V. und überwacht wird das ganze von Rabbiner Ehrenberg aus Berlin. Nun wurden bereits 30.000 Flaschen des Bieres verkauft und das in alle Welt.
Simcha Bier Gimmick Ein Kasten Bier (24 Flaschen) kostet auf der entsprechenden Internetseite simcha-sachsen.de 30 Euro inklusive Pfand und Versand. Nicht gerade teuer könnte man sagen. Der Hammer kommt aber erst noch: Wer 2 Flaschen Simcha und 1 Simchah-Glas bestellt kann sich einen messianischen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift Jesus mit bestellen. Gleich daneben findet sich Werbung für den Fischladen – die christliche Buchhandlung. Mag sein, dass der Inhalt des Getränks koscher ist, die Internetseite ist es aber nicht. Ein Blick in das Impressum verrät, dass die Sächsische Israelfreunde e.V. die Seite betreiben und der Kontakt über den Fischladen läuft. Wer sich die Webpräsenz der Israelfreunde anschaut, der wird feststellen, dass sie auch die Juden für Jesus (dazu mehr hier) verlinkt haben… unterstützt also der Kauf von koscherem Bier einen Verein der wiederum die Judenmission unterstützt? Jüdische Organisationen sollten sich fragen, ob sie das wollen…

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Wen der Zentralrat vertritt

… schreibt die Jerusalem Post. In einem Beitrag über die Tätigkeit von Nativ in Deutschland schreibt Haviv Rettig

The German Jewish leadership that is recognized by the German government only represents the minority of veteran Germans. von hier

Diese Definition wird sicherlich nicht die uneingeschränkte Zustimmung des Zentralrats und der Zentralratsgemeinden finden…

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Ablehnung unter Schutz

Die Jerusalem Post veröffentlichte schon vor einigen Tagen eine ganz amüsante Geschichte: Die Tzahal soll charejdische Gruppen schützen die den Staat Israel ablehnen und somit eigentlich auch die Tzahal. Im kommenden Jahr ist aber Schmittah-Jahr (so schnell vergeht die Zeit) und da müssen Rabbiner der Edah Haredit in die West Bank:

A group of anti-Zionist rabbis demanded in a meeting Thursday with IDF commanders in the Jordan Valley that the army provide security for kashrut supervisors who enter the West Bank during the upcoming Sabbatical [shmita] year.
Rabbis of the Edah Haredit, a conglomerate of Hassidic courts traditionally headed by the anti-Zionist Satmar rebbe, pride themselves on receiving no financial aid from the state and are ideologically opposed to the existence of a Jewish army. Nevertheless, these rabbis have demanded that the IDF provide protection to Edah Haredit kashrut supervisors. von hier

Ein wenig absurd ist das schon, dass die Tzahal einen Haufen Antizionisten beschützen soll. Damit mich niemand falsch versteht: Der Handel mit arabischen Landbesitzern war stets eine gute Option für das Schmittahjahr, bleibt aber trotzdem ein trickiger Workaround wie man das Schmittahjahr umgehen kann. Eigentlich soll ja das Land ruhen (so stets in der Torah) und nicht die Bearbeiter des Landes. Die Gruppen sollten so konsequent sein und auch auf die Einrichtungen eines Staates verzichten den sie überhaupt nicht wollen.