Die besten Gemeindeblätter

Gemeindezeitungen bzw. Gemeindeblätter erfüllen eine wichtige Funktion innerhalb von aktiven jüdischen Gemeinden, sie informieren über das Gemeindeleben und bevorstehende Termine, berichten über Aktivitäten und versorgen, im Idealfall, die Mitglieder mit Informationen über die jüdische Welt. Einige Gemeinden tun das mit losen Blättern auf denen Termine verzeichnet sind, andere versenden ausgedruckte Worddokumente ohne jedes Layout, wieder andere bedienen sich der Templates von Software aus gängigen Officepaketen und versenden auf diese Weise Informationen. Optimal ist es, wenn zu den Informationen auch eine schöne Form hinzukommt. Einigen Gemeinden ist es auf diese Weise gelungen, informative Magazine zu schaffen. Einige, möglicherweise vorbildhafte, Magazine jüdischer Gemeinden, die zudem noch online eingesehen werden können, stelle ich hier kurz vor:

HakehillotBeginnen wir in den Niederlanden mit dem Magazin Hakehillot der Jüdischen Gemeinde Amsterdam (hier im Netz). Hakehillot, das sich als Organ für die Gemeinden in den Niederlanden versteht und entsprechend breit ist das Themenspektrum. Die Aufmachung als Magazin ist sehr gelungen, die Artikel lang und informativ, im Mittelpunkt stehen Gemeindemitglieder. Dafür kommen Termine etwas zu kurz, aber Bekanntmachungen wie Bar- und Bat-Mitzwahs sind enthalten. Werbung ist selbstverständlich auch enthalten, wie sollte man auch sonst ein solches Magazin finanzieren?

Jüdische Gemeindezeitung Frankfurt am Main Ein hell leuchtender Stern am Himmel der Gemeindezeitungen in Deutschland ist zweifellos die Jüdische Gemeindezeitung Frankfurt (hier online einsehbar), die eigentlich auch Gemeindemagazin heißen müsste, denn das ist sie. Ein dickes Heft mit Informationen aus der Gemeinde, Terminen, Vorstellungen, russischsprachigen Beiträgen und Übersicht über die Aktivitäten der einzelnen Gemeindeeinrichtungen mit zahlreichen Fotografien. Die Berichte über Simches sind ausführlich gehalten und vermitteln anderen Gemeindemitgliedern ein gutes Bild von dem, was zu den verschiedenen Gelegenheiten passierte.

Die Gemeinde - Wien Ein weiteres, deutschsprachiges, aber nicht deutsches Gemeindemagazin, ist Die Gemeinde, das offizielle Organ der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (online hier verfügbar). Hier wird, neben den Informationen aus der Gemeinde, auch politischen Themen ein großer Platz eingeräumt und Artikel von Autoren veröffentlicht, die nicht Mitglied der Israelitischen Gemeinde Wien sind. In der aktuellen Ausgabe findet sich, beispielsweise, ein ausführlicher Artikel des Israel-Korrespondenten Ulrich Sahm. In der aktuellen Ausgabe kommt der religiöse Aspekt etwas zu kurz, aber das ist von Ausgabe zu Ausgabe unterschiedlich.

HaKol - Jüdische Gemeinde Zagreb Den Abschluss bildet das Magazin der Jüdischen Gemeinde Zagreb Hakol. Es ergänzt die regelmäßigen Rundbriefe namens buletin um tiefer gehende, bebilderte, Informationen. Da es in Kroatien keine zusätzliche regelmäßig erscheinende jüdische Zeitung gibt, bildet hakol mit seinen politischen, religiösen, kulturellen und historischen Berichten eine wichtige Informationsquelle in kroatischer Sprache und ist zudem ebenfalls im Magazincharakter gestaltet. Online sind die letzten Ausgaben hier erhältlich. Aktuell liegt die hundertste Ausgabe vor. 1996 erschien auch eine englische Version des Magazins.

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Na ja – im besten Fall sind die „üblichen“ Gemeindeblätter ja „Käsblattchen“ – wenn sie gut sind, haben sie relevante Informationen (z.B. den Termin eines Picknicks nicht erst am Tag davor etc.). Sie ansprechend gestaltet mit interessanten Beiträgen (und so lahm ist die jüdische [Künstler-/Aktionsszenerie] ja nicht) zu bekommen, ist da schon außergewühnlich.

    Wir z.B. haben einen elektronischen Newsletter im Mailformat – den könnte man z.B. als pdf ansprechender gestalten.

    Aber wie so oft – es sind die (schwerfälligen) Strukturen – ich hätte auch keine Energie, erst durch zehn Vorstands- o. sonstige Sitzungen zu gehen, um so etwas gestalten zu *dürfen*.

    Vielleicht ist auch die Nachfrage zu klein.

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  2. Pingback: JüdischesBerlin! Warum? | Chajms Sicht

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