ArtScrolls Mission

Über die Mission des emsigsten Verlagshauses für Siddurim und Judaica gibt der Leiter Rabbiner Nosson Scherman in einem Interview mit der Jewish Press Auskunft (hier). Das Interview ist insofern interessant, als dass nicht nur Erfolgsgeschichten abgefragt werden, sondern auch kritische Fragen zur ideologischen Ausrichtung gestellt werden:

Some people claim that ArtScroll does not quote rabbis from certain camps in their works. For instance, Ive heard complaints in Chabad circles that the Lubavitcher Rebbeisnt quoted. The same could probably be said about Rav Kook. How do you respond?
Authors will quote, first of all, classic sources, which almost by definition excludes almost anybody in the 20th century. My commentary on Chumash relies mostly on classic sources, and some moderns. Rav Soloveitchik is quoted there, as are Rav Kotler, Rav Feinstein and Rav Schorr. But if its my commentary, then Im going to write it according to what I learned and my style of learning and how I understand it, and Ill quote my teachers.
There are a lot of great men who are not quoted. Rav Chaim Ozer Grodzenski was the gadol hador and I dont think hes quoted anywhere in the Chumash or Tanach. Neither is the Satmar Rav. The idea is that the person whos learning it should understand the content. Its not a question of trying to include as many names as you can for the sake of popularity. Its a matter of trying to clarify the material. von hier

Ohne Zweifel ist ArtScroll führend in der Produktion schöner Siddurim, ohne Zweifel transportiert ArtScroll natürlich damit auch seine Sicht auf das Judentum, aber es steht ja anderen Richtungen auch frei, selber schöne Siddurim und Chumasch-Ausgaben zu veröffentlichen…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Irgendwo habe ich gelesen, dass die United Synagogue of Great Britain einen neuen (orthodoxen) Siddur veröffentlicht hat, ins Englische übersetzt und kommentiert vom britischen Oberrabbiner Jonathan Sacks. Leider habe ich den neuen Siddur noch nicht gesehen, aber wenn ich den Kommentaren Glauben schenken darf, scheint er eine ernsthafte Konkurrenz für Artscroll zu werden. Die Übersetzung soll toll sein, Einführung und Kommentar seien erstklassig und inspiriert von Franz Rosenzweigs “Stern der Erlösung”. Das Layout soll sogar noch besser sein als das der Artscroll-Siddurim. Auch nicht schlecht: Es gibt ein Gebet für den Staat Israel. Der Kommentar hat mich jedenfalls sehr neugierig gemacht. Und noch etwas: Offenbar ist auch ein Siddur in Arbeit, der mit Kommentaren von Rav Soloveitchik versehen ist. Ich glaube, auch dieser Siddur wird einige begeistern.

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  2. Oho… das sind aber gute Nachrichten! Natürlich muß ich diesen Siddur sofort haben 😉 Na, dann werde ich einfach mal schauen, wo es den geben könnte. Wie es ausschaut, handelt es sich dabei um das Daily Prayer Book (bei amazon.co.uk gefunden: http://snipr.com/1ndmg ). Falls ich mehr Informationen abgreifen kann, bastele ich daraus natürlich einen Artikel… sehr interessant…

    In der Rabbinical Council Edition der ArtScroll Siddurim gibt es übrigens auch das Gebet für den Staat Israel, auch im Gabbai’s Handbook.

    Es gibt bereits (seit 2 Wochen etwa) einen Machzor für Rosch haSchanah und einen für Jom Kippur mit einem Kommentar von Rav Joseph Soloveitchik: http://www.artscroll.com/Books/k-mayh.html

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  3. Das Daily Prayer Book gibt es übrigens auch auf der deutschen Amazon-Seite und kostet dort 16 . Es ist natürlich bereits unterwegs zu mir 😉 Wenn es also angekommen ist, werde ich sicherlich ein ausführliches Review hier verfassen…

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  4. Na prima, dann können wir uns ja austauschen. Ich habe ihn nämlich auch bestellt, allerdings zusammen mit einem anderen Buch, das nicht so schnell lieferbar ist. Deshalb muss ich noch ein wenig warten.

    Vom Machsor habe ich schon gelesen, aber das der von Artscroll ist, wußte ich noch nicht. Nun aber soll auch der Siddur für den täglichen Gebrauch in Arbeit sein.

    Und dass es einen Artscoll-Siddur mit dem Gebet für den Staat Israel gibt, ist mir neu. Wann ist denn das passiert?

    Übrigens gibt es im Siddur von Rabbiner Sacks auch ein Gebet für die königliche Familie 😉 Sehr britisch eben.

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  5. Fein… ich freue mich auf den Austausch!

    Ich bin mir nicht sicher, seit wann es die Rabbinical Council Edition gibt, aber seitdem sind die Gebete für den Staat Israel und die Tzahal dort und im Gabbai’s Handbook enthalten – aber auch nur dort. Die erste Auflage Gabbai’s Handbook erschien bereits 1984, wahrscheinlich waren die Gebete damals schon enthalten. Meine Auflage stammt von 1997.

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