Altes Zeug aufkochen

In der Jungen Welt wird gerade ein Buch ausdrücklich sehr positiv besprochen, das Zionismus und Faschismus als Partner darstellt. Die Stoßrichtung des Buches ist deutlich und klar und auch die Erklärung zum Autoren des Werkes lässt ein altes Muster erkennen: Autor ist selber Jude und ist aus diesem und jenem Grund völlig erhaben über den Vorwurf des Antisemitismus:

Der aus einer orthodoxen jüdischen Familie stammende Autor wird sich von Zionisten und Anti-Deutschen den Vorwurf des Selbsthasses einhandeln. von hier

Der vollständige, sehr abstoßende Text findet sich hier -interessant übrigens die Terminologie.
:update: Wer hätte das gedacht, die Junge Welt setzt nach und nennt Israel einen permanenten Aggressor:

Vor 40 Jahren überfiel Israel seine Nachbaarstaaten Ägypten, Syrien und Jordanien. Bis heute bedroht Tel Aviv mit seiner Hochrüstung den gesamten arabischen Raum von hier

Und – wow- auch altbekannte Pseudoargumente begegnen uns:

Rund 60 Jahre nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg hat der Mythos vom permanenten Überlebenskampf des Staates der Juden immer noch nicht an Zugkraft verloren.

Widerlich…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Natürlich kann man über das Thema streiten und unterschiedlicher Meinung sein, das ist unbenommen. Die Frage ist wie ich das mache und mit welcher Motivation. Die Sprache, derer ich mich dabei bediene, entlarvt dabei schon einiges. Ganz zu schweigen von den Argumenten…

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  2. Entschuldige, wenn ich Altbekanntes sage, aber die Junge Welt ist das ehemalige Zentralorgan der FDJ, und seit Ende der DDR hat sich dort sichtbar nicht sehr viel geändert, sieht man einmal vom Layout ab.

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  3. Hast schon Recht… bereits im September schrieb man ja: Seit über 100 Jahren betreiben konservative jüdische Kreise die Gründung eines rein jüdischen Staates auf arabischem Gebiet und
    Mit dem in den letzten Wochen geführten Libanon-Krieg und der erneuten militärischen Offensive im Gazastreifen geht es Israel nicht um die Sicherung seiner Grenzen, sondern um die seit Jahrzehnten verfolgte Realisierung der zionistischen Vision eines Groß-Israel.

    Wenn Israel großflächig Blumen in der Region ausstreuen würde, würden sie vielleicht schreiben: Die Zionisten wollen ihre arabischen Nachbarn mit einer Blütenstauballergie nachhaltig schwächen….

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