Mal andere Saiten aufziehen…

Nun ist es soweit, die barmherzigen Christen, die uns zu unserem Wohl missionieren wollen, ziehen andere Saiten auf, denn jetzt wird der deutsche Staat bemüht um gegen jüdische Kritiker der Missionare vorzugehen. Man droht mit Klagen und Polizei bzw. reicht Klage ein. Mikhail Goldshteyn von einem russischsprachigen, antimissionarischem Blog schreibt unter der Überschrift ??? ????????? ???????? ?????? – Hat man uns den kalten Krieg erklärt?, er habe bereits einen Brief von der Berliner Beit Sar Schalom bekommen, solutix-Herausgeber Roman Gorbachov bekam einen Brief des Anwalts von Herrn Kirill Swiderski (Pastor der messianischen Gemeinde Düsseldorf), mit der Forderung von Sage und Schreibe 10.000. Vorausgegangen war, dass Swiderski für seine Gemeindezeitung einen Artikel von Roman Gorbachov von dessen Internetpräsenz kopierte und für das Blatt verwendete und Gorbachov dagegen natürlich Einwände hatte.
Nach weiterem Herumstöbern auf solutix.de fand der Pastor dann einen Artikel (der übrigens auch auf hagalil erschien) der ihm nicht passte und so wurde mit oben genannter Klage gedroht.

Wenn dieses Beispiel Schule macht, können wir die deutschsprachigen jüdischen Internetprojekte in Zukunft alle schließen – ich meine 10000 Euro zahlt man nicht mal eben aus der Portokasse…

Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Jewish-Dating Blog

  2. Es geht hier nicht darum, ob der Artikel polemisch gewesen ist. Swiderski geht es darum mit Hilfe seines Anwalts einen Freischein zu erwirken. In seiner Zeitschrift “Kohl Hesed” sind Urheberrechtsverstöße an der Tagesordnung, zumindest was die Ausgaben angeht, die ich hier vorliegen habe. Man bedient sich einfach im Internet und wertet seine Zeitung so auf.

    Ich zu meinem Teil möchte nicht, dass meine Arbeiten in einer messianischen Zeitung auftauchen und damit auch noch Geld für die Missionierung von Juden locker gemacht wird. Ich weiß nicht wie du das siehst.

    Als Swiderski, nach langem hin und her, von mir eine Rechnung bekam, die er sicherlich aus der Portokasse zahlen konnte, reagierte er mit haltlosen Beschuldigungen (“Anbieter Kennzeichnung” würde auf meiner Seite fehlen, er würde mich nicht kennen etc..) und der Androhung einer Gegenklage, was den Streitwert um den Faktor 11 erhöht hätte. Was bedeutet das nun für jüdische Webseiten und Blogs? Ganz einfach, entweder man lebt damit, dass Swiderski und Co. sich frei bedienen oder man klagt und wird ebenfalls verklagt und zwar so, dass die Rechtsschutzversicherung nicht zahlt.

    Übrigens, hier ist ein Hagalil-Artikel, der meine Ansichten betreffend Swiderski stützt:
    http://juden.judentum.org/judenmission/messianische-juden.htm

    Antworten

  3. So sehe ich das eigentlich auch. Auch Inhalte von talmud.de sind plötzlich auf Seiten von Betreibern mit diesem Hintergrund aufgetaucht. Zunächst hieß es dannEigentlich gibt es kein Copyright, denn alles ist ja zur Ehre G-ttes geschrieben worden (?!) und dann aber vielleicht haben Sie das ja von uns gestohlen und kopiert und anschließend ihren eigenen Namen druntergeschrieben. Dann könnten wir Sie verklagen. Später habe ich dann die Wayback-Suchmaschine aktiviert und von meinen Datensicherungen berichtet. Anschließend wurden die Inhalte gelöscht (ein Anbieter aus der Schweiz).
    Wenn man finanziell abgesichert ist oder jemanden hat, der die Anwaltskosten trägt,, dann kann man sich auf Spielchen einlassen, für zahlreiche Seiten trifft das nicht zu. Wie das bei hagalil ist, kann ich nicht sagen…

    Antworten

  4. Pingback: Jewish-Dating Blog » Von scheuen Demonstranten und Selbstinszenierern

  5. Ist ja nicht die erste Anzeige gegen Roman Gorbachov, gab ja schon mehrere wegen Verleumdung und Urheberrechtsverletzung. Auf seinen blogs fanden sich Namen und Adressen von ausfindig gemachten Palästina-Aktivisten, denen nach diesen Veröffentlichungen Reifen platt gestochen wurden. Wer mit einer solchen Energie Kampagnen gegen andere Menschen ins Leben ruft und unter die Gürtellinie schlägt, der ist juristisch angreifbar und muss sich keine Kalten Kriege erklären lassen, er provoziert ihn.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.