Weiter? Wie denn?

Über die neuen Dimensionen des Antisemitismus, vor allem in der Hauptstadt, wurde schon allerorts berichtet. Interessanterweise sind diese empörten Berichte und Beiträge einfach verpufft. Die gezogene Lehre war lediglich: Morgen wird eine andere Sau durchs Dorf gejagt. Große Demonstrationen? Fehlanzeige! Der Rücktritt des Innenministers wird gefordert, weil man 2006 Juden durch die Straßen Deutschlands hetzen kann? Fehlanzeige! Wo bleiben die Demonstrationen!?
Statt dessen wird wieder lamentiert, warum die uns wohl hassen könnten und wie wir das vermeiden könnten.
Die Holocaust-Konferenz passt in die Zeit und der Text von Hirsi Ali eigentlich auch:

Aufgewachsen in Saudi-Arabien, erinnere ich mich, dass meine Lehrer, meine Mutter und unsere Nachbarn uns praktisch täglich erzählten, dass die Juden böse seien, eingeschworene Feinde der Muslime, deren Ziel es sei, den Islam zu zerstören. Vom Holocaust erfuhren wir nie.

Später in Kenia, als ich ein Teenager war und die Wohltaten aus Saudi-Arabien und anderen Golf-Staaten uns in Afrika erreichten, erinnere ich mich, dass der Bau von Moscheen und die Spenden für Krankenhäuser und Arme Hand in Hand gingen mit der Verwünschung der Juden. Die Juden, hieß es, seien schuld am Tod von Babys, an Epidemien wie Aids, an Kriegen. Sie seien gierig und würden absolut alles tun, um uns Muslime zu töten. Und wenn wir je erleben wollten, was Frieden und Stabilität bedeute, dann müssten wir sie vernichten, bevor sie uns auslöschen würden. Und wer nicht in der Lage sei, die Waffen gegen sie zu erheben, für den sei es genug, die Hände zu falten, den Blick himmelwärts zu richten und Allah zu bitten, die Juden zu vernichten. von hier: welt.de

Natürlich weiß ich ganz gut, dass es Muslime gibt die nicht so denken und deren Zusammenarbeit und Nähe sollten wir auch suchen, aber wer denkt, das gäbe es nur außerhalb Europas, der darf ruhig einen Blick auch in deutsche Onlineforen werfen. Ein Leser verlinkte diesen Ort der Diskussion in dem zwischendurch immer wieder Beiträge durch den Admin entfernt werden mussten. Hier wird ellenlang begründet, warum man Juden hassen muß. Wenn jemand tatsächlich daran interessiert ist, diesen Hass zu beenden, dann sollte er sich mal langsam bewegen…

Von Chajm

Chajm Guski ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

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