Site unseen

Sight site unseen ist der Titel der Ausstellung von Shirley Wegner in der Theatergalerie am Museum X in Mönchengladbach.

Shirley Wegner ist eine israelische Künstlerin, die sechs Monate als Stipendiatin der Stadt Mönchengladbach und der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung in Mönchengladbach gelebt und gearbeitet hat.
Eine ihrer großen, raumfüllenden, Installationen führt mich gleich auf den Holzweg. Aus Kiefernholz hat sie einen stürzenden Wachturm gebaut (siehe mein Bild).
Wachturm
Sofort sage ich zu ihr, ein hölzerner Wachturm erinnere mich sofort an Konzentrationslager, sie antwortet, das sei zum Teil provoziert und fordert mich auf, die konstruierte Sicht auf die Wirklichkeit aufzugeben beziehungsweise sie arbeite mit der Annahme, unsere Sicht auf die Dinge sei konstruiert. Wenig später entdecke ich an der Wand in direkter Nachbarschaft eine Skizze der Installation mit einer Fotografie des originalen Turms, aufgenommen im Kibbuz Hanita…

In einem anderen Raum hängen großformatige Fotografien einer verstörenden Landschaft, wieder ein Wachturm, aber diesesesmal auch Spuren von Fahrzeugen im Sand. Bilder dieser Art geistern regelmässig durch die Medien:
Explosion
Zum Teil könnte man meinen, es sei gemalt, dann könnte man meinen, es sei gut fotografiert und das ist es tatsächlich. Lediglich die fotografierte Landschaft ist konstruiert – aus einfachsten Materialien ist sie in ihrem Atelier entstanden und dann durch die Fotografie erst zum Kunstwerk geworden. Möglicherweise ein Kommentar zur Situation in Israel und um Israel herum? Oder zum Umgang mit dem Konflikt?

Von Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontaktseite kann man Chajm eine Nachricht senden. Man kann/soll Chajm auch bei twitter folgen: @chajmke. Chajms Buch »Badatz!« 44 Geschichten, 44 zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag, gibt es im Buchhandel und bei amazon. Sein Buch »Tzipporim: Judentum und Social Media« behandelt den jüdischen Umgang mit den sozialen Medien. || Um per Mail über neue Beiträge informiert zu werden, bitte hier klicken

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