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Zähl die Arme!

Gerade bin ich über einen älteren Artikel auf den Internetseiten des WDR gestossen. Dort hat man im August 2005 einen Radiobericht über russische Einwanderer (gemeint ist natürlich die jüdische Einwanderung, nicht die Russlanddeutschen oder so) gemacht – das interessante an dem Internetauftritt ist aber folgendes Bild:Lest die Bildunterschrift und zählt dann mal die Arme der Chanukkiah. Ich verlange von nichtjüdischen Journalisten nicht unbedingt, dass sie eine Chanukkiah von einer normalen Menorah unterscheiden können, aber nachzählen hätte man doch können? Anschauen kann man sich das hier.

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Tom und Jerry – eine weitere jüdische Verschwörung

Im iranischen Fernsehen wurde eine Sendung gezeigt, in der Tom & Jerry die Maske vom Gesicht gerissen wurde. Bei Memri in der englischen Übersetzung verfügbar:

Tom and Jerry – A Jewish Conspiracy to Improve the Image of Mice, because Jews Were Termed „Dirty Mice“ in Europe
MEMRI TV
Watch Schindler’s List. Every Jew was forced to wear a yellow star on his clothing. The Jews were degraded and termed „dirty mice.“ Tom and Jerry was made in order to change the Europeans‘ perception of mice. One of terms used was „dirty mice.“
Tom and Jerry was made in order to display the exact opposite image. If you happen to watch this cartoon tomorrow, bear in mind the points I have just raised, and watch it from this perspective. The mouse is very clever and smart. Everything he does is so cute. He kicks the poor cat’s ass. Yet this cruelty does not make you despise the mouse. He looks so nice, and he is so clever… This is exactly why some say it was meant to erase this image of mice from the minds of European children, and to show that the mouse is not dirty and has these traits.

Der Film mit englischem Untertitel ist hier verfügbar. Zwischendurch denkt man, des handele sich um eine Satire. Leider ist es das nicht. Auf Jewlicious fragt man sich, wie es sich mit Itchy and Scratchy verhält…
Ach ja: Der Mann (Bildungsminister des Iran) behauptet Tom & Jerry sei ein Disney-Film – das ist Tom & Jerry wohl aber nicht.

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Nichts passiert

Das ist genau das, was ich mir schon gedacht habe. Das Rauschen im Blätterwald ist groß, passieren tut aber nichts. Der Film mit den antisemitischen Szenen Tal der Wölfe läuft noch immer erfolgreich im Kino. Die Ausflüchte für die Untätigkeit sind zahlreich und genau genommen scheint es schon niemanden mehr zu interessieren.

In der ZEIT schreibt Susanne Gaschke schon einen fast entschuldigenden Text zu diesem Film:

Ich war mir in diesem Fall nicht sicher. Ich habe den Verdacht, dass für den deutschen Zuschauer unerträgliche Passagen – zum Beispiel jene Szene, die einen mörderischen, Organe stehlenden Arzt angeblich als Juden ausweisen – einfach nicht mit übersetzt worden sind. Aus dem Aussehen und Verhalten, aus dem Spiel des Darstellers ergibt sich dessen Judentum nämlich nicht – da hätte man, in filmischen Klischees, eher an Frankenstein, an den verrückten schwedischen Schurken aus einem James-Bond-Film oder den besessenen Nazi-„Wissenschaftler“ gedacht. Solche Unsicherheit an so zentraler Stelle macht es nicht eben leicht, dem Rest des Films (und seinen Untertiteln) ohne grundsätzliches Misstrauen zu begegnen. Und vielleicht sollte man, ohne es selbst ganz genau zu wissen, sagen: Das reicht schon. Aber gehen wir mit jedem rassistischen Klischee, mit jedem hirnrissigen Ressentiment im Reich des Unterhaltungskinos genau so streng um, und vor allem: Gehen wir dagegen vor? Vielleicht sollten wir das, aber dann müssten wir viel Mist anschauen. ZEIT

Antisemitismus im Film ist nichts was man übergehen oder entschuldigen sollte. Wenn sich pöbelnde Zuschauer des Films demnächst vor einer jüdischen Einrichtung versammeln oder jüdisch aussehende Menschen anpöbeln, dann wird wieder viel darüber geredet, dass man mehr gegen den Antisemitismus in diesem Land tun müsse. In Berlin ist es keine Seltenheit, dass Juden von arabischen Jugendlichen angepöbelt werden. Im Ruhrgbiet waren es kürzlich Türkinnen mittleren Alters, die eine junge Frau anspuckten, weil sie eine jüdische Zeitung las. Das Argument amerikanische Filme sind doch auch einseitig zählt übrigens nicht, denken wir doch an den kategorischen Imperativ….

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Islam-Archiv lädt Achmadinedjad nach Auschwitz ein

Es sieht so aus, als hätte das Islam-Archiv den iranischen Staatspräsidenten zu einem Besuch in Auschwitz eingeladen. Diese Meldung erschien schon vor einer Woche:

BERLIN A Muslim cultural institute in Germany on Monday criticized Iranian President Mahmud Ahmadinejad for disparaging the Holocaust, daring him to visit the Auschwitz concentration camp.

„In this place of horror he can again deny the Holocaust, if he has the courage,“ a spokesman for the Islam-Archiv-Deutschland Central Institute told the German Catholic press agency KNA.

In recent statements, the hardline Iranian president has dismissed the Nazis‘ systematic slaughter of mainland Europe’s Jews as a „myth“ used to justify the creation of Israel and called for the state to be „wiped off the map“.
Es ist nicht anzunehmen, dass er erstens dorthin fliegt und zweitens seine Meinung ändert. Der Vorschlag allein ist peinlich und zeigt von wenig Achtung für die Opfer…
Middle East Times

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Junger Jude in Frankreich zu Tode gefoltert

Tötung von jungem Juden schockiert Frankreich
Das Handelsblatt berichtet offenbar als erstes Presseorgan von diesem unfasslichen Verbrechen:

Die brutale Folterung und Ermordung eines Pariser Juden durch junge kriminelle Einwanderer aus Afrika hat in Frankreich Entsetzen und Angst vor einer neuen Qualität des Antisemitismus ausgelöst. Die Bande nahm sich offenbar irakische Entführer zum Vorbild.

HB PARIS. Der 23-jährige Ilan Halimi war bereits vor einer Woche sterbend gefunden worden, doch nachdem die Pariser Ermittlungsbehörden am späten Montagabend die Ermittlungen um den Tatbestand der antisemitischen Gewalt ausgeweitet hatten, erhielt der Fall eine neue Dimension. Premierminister Dominique de Villepin versprach dem jüdischen Dachverband CRIF, alles für die volle Aufklärung des Falles zu tun… Nachrichten: Tötung von jungem Juden schockiert Frankreich:

Die franzöische Presse berichtet natürlich etwas ausführlicher:

L ‚enqute sur le gang souponn d’avoir enlev et tu Ilan Halimi, 23 ans avance. Les trois premiers suspects ont t crous samedi 18 fvrier au soir, a-t-on appris dimanche de source judiciaire.
Deux d’entre eux, Audrey Lorleach, 24 ans, et Almane Diallo ont t placs en dtention provisoire par le juge des liberts et de la dtention (JLD).
La troisime Murielle Izouard, 24 ans, a t incarcre provisoirement en attentant d’tre prsente mercredi un JLD, dans le cadre d’un dbat diffr rclam par son avocate.
Audrey Lorleach, une jeune femme blonde utilise comme „appt“ par le gang de ravisseurs, et Almane Diallo, un prteur sur gages africain souponn d’avoir pu servir d’intermdiaire dans le cas o une remise d’argent aurait t organise, ont t mis en examen pour „association de malfaiteurs en vue de commettre enlvement, squestration avec actes de tortures et de barbarie et assassinat“.
Audrey Lorleach est galement mise en cause pour „complicit de tentative d’enlvement, non-dnonciation de crime“. Hier

LeMonde berichtete schon am 17.02. darüber…
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Zwischentöne gefällig?

Diese Tage zeichnen sich durch verhärtete Fronten und seltsame Meinungen aus. Ein Dialog der Religionen scheint erschwert, denn man hört fast ausschließlich den lauten Schreihälsen zu, die lockere extreme Instantmeinungen feilbieten. Die Extremisten bestimmen den Kurs auch für die, die sich von ihnen fernhalten zu versuchen. Erst am Wochenende – beim letzten G-ttesdienst von EtzAmi hatten wir vier muslimische Gäste und das scheint dem Zeitgeist zu widersprechen. Tatsächlich tat es dann nur teilweise, weil eine Teilnehmerin des G-ttesdienstes wortlos verschwand, nachdem klar war, das die zu uns wollten. In ihre m Stadtteil gibt es wohl eine Diskussion darüber, ob die Moschee, in der ich auch schon über das Judentum referieren durfte, einer Gruppierung angehört, die eine orthodoxe Auslegung des Islam praktiziert – auch das Wort Antisemitisch fiel in dem Zusammenhang. Bei persönlichen Gesprächen und Begegnungen ist mir nichts dergleichen aufgefallen. Wie soll man sich also da verhalten? In Diskussionrunden erlebte ich eher ein ehrliches Interesse; dabei war aber stets klar, dass wir die Grenzen der jeweiligen Religionen nicht für den Dialog fallen lassen würden.
Zurück zum eigentlichen Thema: In diesem aufgeheizten Klima war ich froh, dass wir eine muslimische Gelehrte dazu überreden konnten, einen Artikel darüber die Sicht des Korans auf das Judentum zu verfassen und ebenfalls froh darüber, dass er scheinbar auch gelesen wird. Wer ihn also noch nicht gelesen hat, der kann das schleunigst hier nachholen.

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Wenn ihr wollt ist es kein Traum

Dailymotion blogged video
BigLebowskiextract2
Video sent by antoninlib

Die meisten Leser dieses Blogs wissen, wem dieses Titelzitat zugeordnet wird. Es wird auch in der oben anschaubaren Szene zitiert. Die Seite Dailymotion macht es möglich, nun auch eine der Szenen aus The Big Lebowski online anzuschauen. In diesem Fall sogar mit französischem Untertitel und dem Zitat von Walter Sobchak der am Schabbes nicht Bowling spielt und einige Szenen später in diesem Film sagen wird Du kannst in deinem Leben nicht einfach ne Stopptaste drücken.
Alles in Allem: Es wurde Zeit, dass ich hier mal auf einen meiner Lieblingsfilme hinweise – durch die genannte Seite, sogar mit Ausschnitten… Viel Spaß (leider nur mit einer ordentliche Verbindung anschaubar)!

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Wenn das stimmt…

was ich heute auf SPIEGEL-Online las, dann „Tal der Wölfe“: Türkischer Kinohit schürt Kulturkampf
vergesst mal kurz die Karikaturen-Geschichte, denn dann geht es um den Antisemitismus um die Ecke:

In der nächsten Szene wird klar, dass es hier nicht um Aufklärung, sondern um das Schüren von Ressentiments geht: Ein jüdischer Arzt operiert im Stile des Nazi-Arztes Dr. Mengele den geschundenen Körpern die Nieren heraus. Zu sehen sind Transportbehälter mit der Aufschrift: Tel Aviv, Israel, London, Großbritannien. Antisemitische Hetz-Legenden im Breitwandformat. Im Berliner Publikum, das vor allem aus jungen Männern türkischer Herkunft besteht, wird vor allem dann geklatscht, wenn wieder ein Amerikaner dran glauben muss.

Eine neutrale Zusammenfassung auf Kino.de liest sich so:

Im Frühsommer 2003 kommt es im amerikanisch besetzten Nordirak zu einem Zwischenfall unter vermeintlichen Alliierten. Amerikanische Elitetruppen stürmen ein Basislager der türkischen Einsatzkräfte, behandeln die unblutig überwältigten Bundesgenossen wie feindliche Kriegsverbrecher und deportieren alle Gefangenen außer Landes. Mit einigen Vertrauten kehrt der osmanische Geheimagent Polat in den Irak zurück, um die Hintergründe der Angelegenheit zu erforschen.

Eine international durchaus kontrovers diskutierte Aktion im Kurdengebiet des Nordiraks diente als Vorlage für diesen in der Türkei immens erfolgreichen Actionfilm, der die türkische Sicht der Dinge darstellt.

Auf der offiziellen Seite des Films heisst es (wenig wortgewandt):

Da America die einzige Macht der Region sein möchte, gibt es keinen Platz mehr für die Türken oder anderen Alliierten in der Gegend.
Für den ersten Offizier der der Abteilung, Leutnant Süleyman Aslan, ist diese unwürdige Behandlung und die Beleidigung der Ehre der türkischen Armee einfach zu viel.

An platte Gewaltfilme haben sich die meisten Menschen mittlerweile gewöhnt, aber Antisemitismus auf so platte Art in deutschen Kinos? Mag sein, dass der Schreiber des Spiegels durch die aktuelle Diskussion etwas hitzig ist. Sollte er tatsächlich derlei billigen Antisemitusmus darstellen, dann gehört das in der Öffentlichkeit diskutiert!