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Öffentliches Zünden der Channukia in Düsseldorf

Gute Nachrichten gibt es doch auch noch: In Düsseldorf organisierte Chabad mit der Gemeinde das öffentliche Zünden der Channukah-Kerzen für den fünften Abend. Neben Rabbiner Barkan und Gemeindevorsitzendem Ezra Cohen, war auch Paul Spiegel gekommen, der eine kurze Rede hielt (tatsächlich kurz mit Rücksicht auf den eisigen Wind, der über den Platz fegte). Rabbiner Barkan sprach über die spirituelle Bedeutung des Chanukkah-Festes, Paul Spiegel ging auch kurz auf die politische Dimension ein und berichtete über eine öffentliche Kerzenzündung in Rom, nämlich direkt gegenüber der iranischen Botschaft und wünschte sich das wohl auch für Deutschland: Leider gibt es das in Deutschland nicht.

Public kindling of the chanukkah Menorah in Dusseldorf

Rabbiner Barkan begrüßt die Gäste; zahlreiche Gemeindemitglieder und Juden aus anderen Städten kamen auf den Gustav-Gründgens-Platz vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Mit Einsetzen der Musik kam direkt Bewegung in die Menge. Zahlreiche kleine Kreise bildeten sich und es wurde getanzt.

Public kindling of the chanukkah Menorah in Dusseldorf

Ezra Cohen, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zündete von einem Kran aus die Kerzen auf der großen Chanukkia.

Public kindling of the chanukkah Menorah in Dusseldorf

Public kindling of the chanukkah Menorah in Dusseldorf

Helfer verteilten nach Abschluß des offiziellen Teils Berliner (Sufganiot), heiße Getränke und Vodka. Alles in Allem eine stimmungsvolle Feier. Direkt vor mir stand ein Herr mit längeren grauen Haaren und kleiner Kippah der sich über die Russen aufregte, hatte wohl aber übersehen, dass er ohne sie nahezu allein dort gestanden hätte, abgesehen von seiner nichtjüdischen Frau mit Badekappe die wohl eine Haube simulieren sollte…

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Dreck über jemanden kippen – Teil 2

Am Mittwoch-Abend lief im ZDF heute Journal ein surreal anmutendes Interview. Susanne Osthoff sprach mit Marietta Slomka vom ZDF über ihre Geiselhaft; war verstört – vielleicht auch verärgert über die Haltung der deutschen Medien ihr gegenüber und war nicht recht in der Lage einen roten Faden zu finden. Nach vierwöchigem eingesperrtsein vermutlich auch nicht ungewöhnlich. Sie erwähnt auch, dass unmittelbar nach ihrer Freilassung das BKA sie verhört/befragt hat:

Das hat alles das BKA aufgenommen, in detaillierter Form, deswegen dauerte das auch ab dem Zeitpunkt, wo ich draußen war, von der selben Minute an bis 25.12., 1 Uhr 30. Uhr…

Das gleiche Interview haben auch Schreiber der Bildzeitung gesehen – nur durch einen anderen Filter als ich:
Vermummt wie eine radikale Islamistin zeigte sich die deutsche Ex-Geisel vor der Kamera. Redete wirres Zeug, ohne Zusammenhang, reagierte kaum auf die Fragen von Moderatorin Marietta Slomka. (29. Dezember 2005)Radikale Islamistin hätten wir also schon einmal untergebracht, aber der nächste Versuch sie zu diskreditieren ist noch perfider:

Völlig ohne jeden Zusammenhang redet die bekennende Muslimin etwas von jüdischen Geheimdienstoffizieren.

Das ZDF hat nun aber das gesamte Interview veröffentlicht (hier) und darin heisst es (also nicht ganz ohne Zusammenhang):

Slomka: Die Botschaften in dem Video, das Sie gerade ansprachen, war, dass man Sie töten würde. Hatten Sie davor Angst, dass die das wahr machen, oder hatten Sie das Gefühl, das ist mehr eine Drohung?
Osthoff: Ich wäre, da hat man gar kein Gefühl mehr, weil man nämlich ständig kurz vor dem Tod steht. Denn ich hab ja schon mal gesagt, dass das ein Verkauf war und unter einem sehr schlechten Vorzeichen, nämlich jüdischer Geheimdienstoffizier. Und normalerweise, wenn es in Arabien keine Gnade gäbe, wäre ich im Kofferraum nach einer Stunde schon eliminiert worden und dann in den Kanal daneben rein geschmissen worden.

Susanne Osthoff sagt also, man habe ihr gegenüber gesagt, man halte sie für eine jüdische Agentin – in radikalislamischen Kreisen vielleicht eine Anschuldigung die Gang und Gäbe in Bezug auf Ausländer und Marietta Slomka annotierte das auch in der laufenden Sendung und wies darauf hin, dass dies einem Todesurteil gleichkomme. Das Bildzitat drängt sie aber in eine antisemitische Ecke, denn der Leser muß annehmen, die jüdischen Geheimdienstoffiziere hätten irgendwie an der Entführung mitgewirkt….

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Jüdischer Friedhof in Hattingen

Häufiger bin ich schon mit dem Auto daran vorbeigefahren und heute auch dort ausgestiegen um einige Fotos zu machen. Der Friedhof in der kleinen Ruhrgebietsstadt Hattingen scheint nicht besonders bekannt zu sein; auf Karten ist er selten verzeichnet. Einige der Bilder möchte ich natürlich auch teilen. Für eine größere Ansicht die Bilder bitte anklicken.

Jewish cemetery Hattingen

Der Friedhof wird heute nicht mehr benutzt. Ein großer Teil ist wohl zerstört worden, aber (heute flankiert von Neubauten) einige ältere Steine sind noch erhalten.

Jewish cemetery Hattingen

Einige der Steine haben erkennbare Risse die ganz offensichtlich von Reparaturen herrühren. Augenscheinlich zebrachen sie zuvor.

Hattingen jewish cemetery

Jewish cemetery Hattingen

Jewish cemetery Hattingen
Blick zurück zum Eingang des Friedhofs.

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Dreck über jemanden kippen

Mit einem Gefühl von Ekel habe ich in den letzten Tagen die Berichterstattung über das deutsche Entführungsopfer Susanne Osthoff mitverfolgt. Was hier zu beobachten war, ist vielleicht typisch für die Reaktion hierzulande.
Während sich in Frankreich und Italien große Demonstrationen mit den jeweiligen Entführungsopfern solidarisierten, fand sich in ihrem letzten deutschen Wohnort am 2. Dezember eine Mini-Mahnwache zusammen und einige Tage darauf gab es in Offenbach eine Demonstration von rund 100 Muslimen. Die Anteilnahme hielt sich also nicht nur in Grenzen, sie fand einfach nicht statt! Die Zurückhaltung wurde von den berichterstattenden selbst mit dem Vertrauen in die Arbeit des Berliner Krisenstabs begründet. Tatsächlich aber liegt es wohl an einer grundsätzlichen kritischen Haltung dem Islam gegenüber (und allem was nicht der Leitkultur entspricht). Die ZEIT -Die verlorene Tochter verfasste eine Reoprtage über Susanne Osthoffs Wohnort Ebersberg und ihre Familie. Fazit des Artikels sollte wohl sein: Egoistische Frau – selber schuld:

Es gibt ein Foto, das Susanne Osthoffs Tochter bei der Einschulung zeigt: ein hübsches Mädchen mit langen schwarzen Haaren, in einem bayerischen Trachtenkleid, schüchtern lächelnd, halb verdeckt von einer sehr großen roten Schultüte. Das war im Jahr 1999. Susanne Osthoff bestand darauf, dass ihre Tochter zur Muslimin erzogen werde. In Oberbayern.

Man merke auf: Oberbayern – der Islam passt hier nicht hin… und gehört wohl auch nicht hierhin…

Interessanterweise wurde das Video der Osthoff-Entführer in Deutschland nur in Ausschnitten gezeigt. So wurde wohl auch eine unnötige Solidarisierung vermieden.
Heute (28. Dezember 2005) wird diskutiert, ob Susanne Osthoff in den Irak zurückkehren darf: Die Zeit – Deutschland : Bei aller Liebe Die ZEIT diskutiert wieder ganz vorne mit, frug sich aber am 15.12.2005 Kein Recht auf Mitleid:

Spätestens seit den achtziger Jahren gelten die Deutschen als Weltmeister der Solidarität. Ob Hungersnöte in Afrika, Erdbeben im Nahen und Fernen Osten oder die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean immer wieder sind unsere Landsleute mit Hilfe zur Stelle.

Dieses Bild hat im Entführungsfall Susanne Osthoff Risse bekommen. Im Unterschied zu Frankreich oder Italien, wo Hunderttausende für im Irak entführte Landsleute auf die Straßen gegangen waren, ist hierzulande von den bemerkenswerten Initiativen islamischer Organisationen abgesehen nichts Vergleichbares geschehen. Erst in den vergangenen Tagen sind Anzeichen für zaghafte Solidaritätsbekundungen, etwa eine Mahnwache in München, zu bemerken. Im bayerischen Ebersberg, Osthoffs Heimat, trafen am dritten Advent nicht mehr als zweihundert Bürger zu einer Kundgebung zusammen, in München waren es einen Tag zuvor lediglich dreißig Teilnehmer.

Doch sind derartige Fragen im aktuellen Fall der deutschen Archäologin überhaupt gerechtfertigt? Christoph Reuter hat kürzlich im stern von Susanne Osthoff das Porträt einer Zerrissenen gezeichnet, einer Frau, die in Deutschland nicht sein wolle und im Irak nicht sein könne. Die geschiedene Frau eines Jordaniers, der einem mächtigen Beduinenstamm angehört, die Mutter einer elfjährigen deutschen Schülerin, die Nomadin, die Ortlose, die Suchende, die Umhergetriebene. Susanne Osthoff hat nicht nur als besessene Archäologin gearbeitet, sondern auch als humanitäre Helferin. Sie war nach dem Irak-Krieg unter den Ersten, die nach Bagdad fuhren, um der Bevölkerung zu helfen.

Sie war wohl auch eine Unvernünftige. Sie glaubte, ihr könne nichts passieren, weil sie als Deutsche aus einem Land komme, das sich nicht am Irak-Krieg beteiligt hat. Sie war sich sicher, sie sei geschützt, weil sie im Irak über einflussreiche Verbindungen verfüge. Wie sich nun zeigt, hat es nicht an Warnungen gefehlt. Zuletzt riet der stellvertretende deutsche Botschafter Thomas Wülfing, sie solle den Irak schnellstmöglich verlassen.

Heute fragt sich auch die Bild-Zeitung (nachdem sie nach der Entführung, mit Rücksicht auf die Angehörigen, gefragt hatte Wird sie auch geköpft) Was denkt sie sich bloß? und zitiert den SPD-Abgeordneten Lothar Mark (stelvertretender Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses), der sagt, die deutschen Steuerzahler würden kein zweites Mal eine Geiselfreilassung im Irak finanzieren. Wer in einer Gesellschaft lebt, deren erste Reaktion auf eine menschliche Katastrophe ist danach zu fragen, was es wohl kosten wird, der wird sich wohl fragen müssen, ob diese Gesellschaft nicht ein massives Problem hat.

Es ist also gar nicht zu erwarten, dass nach der öffentlichen Demontage dieser ersten deutschen Geisel, die Medien nach ihrer Freilassung zimperlich mit ihr umgehen würden. Schnell steht der Kostenfaktor im Vordergrund und dass sie eigentlich nicht mehr diesem Kulturkreis angehört. Eine Gesellschaft die so mit denen umgeht, die großes (Mitaufbau der Kinderhilfe Irak, sie beschrieb auf der Titelseite der New York Times 2003 die Zerstörung einiger Ausgrabungsstätten im Irak, kämpfte für den Erhalt einer osmanischen Karawanserei in Mossul, sie spricht arabisch in zahlreichen Dialekten und erhielt 2003 den Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung) geleistet haben, ist bedauernswert. Man fiebert mit Superstars mit, die im Leben nichts anderes geleistet haben als sich vor ein Mikrofon zu stellen, schert sich aber nicht um die, die ihr Leben für andere einsetzen.

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Das große Chanukka Mega-Event

…gab es gestern in meiner Heimatgemeinde. Dort wurde die erste Kerze gemeinsam gezündet. In einem stimmungsvoll geschmückten Raum (siehe Bild) wurde äusserst penibel auf Details beim Zünden der ersten Kerze geachtet.
Gut – OK- die Räumlichkeiten des katholischen Gemeindehauses wurden ganz puristisch umgestaltet, aber so konnte man sich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich die Channukia (das Kreuz sehe ich gar nicht), immerhin hat man eine israelische Fahne daneben gehängt…
Bei der feiertlichen Zündung der ersten Kerze (formerkl known as „Schamasch“) wurde mir klar, dass wir das jahrelang nicht richtig gemacht haben. Für die weiteren Abende weiß ich Bescheid; nämlich: Man stellt alle acht Kerzen auf, zündet die erforderliche Anzahl von Kerzen an und sagt dann folgende Brachah „ach, ach Ch Ch murmel ch ch schel JomTow“… Jetzt wissen wir alle Bescheid. Und mir wirft man vor, Liberales Judentum sei beliebig….

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Chag Chanukkah Sameach! ?? ????? ???

Allen Leserinnen und Lesern des Blogs und von talmud.de wünsche ich

Chag Chanukah Sameach!
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Auf dieser Seite werdet Ihr nichts über Weihnukka lesen: Keine Ausreden dafür, warum Juden hierzulande Weihnachten feiern (siehe die Jüdische Allgemeine von gestern) und dabei nicht begreifen, worum es bei Chanukka geht. Wie Arthur Hertzberg schreibt, ist der Aufstand der Makkabäer nicht weniger ein Bürgerkrieg, als ein Kampf der Juden gegen einen äußeren Unterdrücker. Eine ländliche Familie von Priestern, die Makkabäer, führte den Kampf gegen gebildete Juden in Jerusalem, die sich dem Hellenismus assimiliert hatten und heute erfinden alle möglichen Leute Ausreden dafür, warum sie sich dem Weihnachtsrummel nicht entziehen können…
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Munich läuft seit heute in den USA

… und schon seit einigen Tagen gibt es eine heftige Diskussion um einen nicht-gesehenen Film. Munich sorgte schon vor Erscheinen die Lager und nun dürfen wir gespannt sein, was die Kritiker schreiben, die den Film gesehen haben… Die New York Sun beschäftigt sich schon eingehend mit der Preview-Kritik (Preview im eigentlichen Sinne des Wortes).
Menschen die ihn tatsächlich schon sahen, sagten gutes über den Film:
Last Wednesday in Manhattan, leaders of the Jewish community gathered for a private screening of a film to which they had been urgently invited by Dennis Ross, formerly assistant to the secretary of state in the Clinton administration and Middle East envoy. Ross is now with the Washington Institute for Near East Policy think tank. According to him, the much-hyped „Munich“ directed by Steven Spielberg, which opens today (December 23) across America, is a good movie for the Jews and for Israel – Haaretz 22.12.2005
Obwohl in Haaretz 22.12.2005 auch Kritiker zu Wort kommen

Avi Dichter, the previous chief of the Shin Bet security service, who is currently at the Saban Center for Middle East Policy in Washington, and saw the film, says that the Mossad agents and some aspects of the intelligence work are portrayed inaccurately.

Im Januar soll der Film in Deutschland anlaufen und die Reaktionen hierzulande werden interessant sein – wenn es denn eine öffentliche Diskussion geben sollte; immerhin ist das auch ein Teil deutscher Geschichte.
Warum? Das fasst ein ganz guter Wikipedia-Artikel zusammen:

Um 4:10 Uhr am Morgen des 5. September 1972 kletterten fünf Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September über den Zaun bei Tor 25A und betraten das Olympische Dorf. Die mit Sturmgewehren bewaffneten Geiselnehmer hatten keine Mühe, die israelischen Sportler zu überwältigen und nahmen elf Geiseln: David Berger, Ze’ev Friedman, Joseph Gottfreund, Eliezer Halfin, Joseph Romano, Andrei Schpitzer, Amitsur Schapira, Kahat Schor, Mark Slavin, Jaakov Springer und Mosche Weinberg. Weinberg und Romano wurden gleich zu Beginn der Aktion verwundet, beide starben noch im Olympischen Dorf an ihren Verletzungen.
Die bayerische Polizei war den Ereignissen in keiner Hinsicht gewachsen, was durch die Live-Übertragungen der Medien in aller Welt sichtbar wurde. Daraus wurden später Lehren gezogen und die Anti-Terror-Einheit GSG9 gegründet.

Die deutschen Verantwortlichen, insbesondere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und Innenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) wiesen zudem das Angebot der israelischen Regierung zurück, eine Spezialeinheit zu schicken. Offenbar war man der Ansicht, die Angelegenheit selbst regeln zu können. Wie die Ereignisse zeigen sollten, waren die deutschen Sicherheitskräfte dazu jedoch nicht in der Lage, weil sie für einen solchen Ernstfall überhaupt nicht ausgebildet worden waren.

Die Terroristen verlangten bis neun Uhr die Freilassung und das freie Geleit von 232 Palästinensern, die in israelischen Gefängnissen ihre Haft verbüßten, sowie die Freilassung der deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Die israelische Antwort folgte sofort und lautete: Es gibt keine Verhandlungen.

Der Bürgermeister des Olympischen Dorfes Walther Tröger, NOK-Präsident Willi Daume, Polizeipräsident Manfred Schreiber, der Sicherheitschef der XX. Olympischen Spiele und der bayerische Innenminister Bruno Merk boten sich den Terroristen als Ersatzgeiseln an; dies wurde jedoch nicht akzeptiert.

Eine Viertelstunde vor Ablauf des ersten Ultimatums wurde mit den Terroristen eine Verlängerung um drei Stunden ausgehandelt. Als dieses Ultimatum ablief, verhandelte der Krisenstab erneut mit dem Anführer der Terroristen, der sich Issa nannte. Mit Hilfe eines Abgesandten der Arabischen Liga und des Missionschefs der ägyptischen Delegation gelang es, das Ultimatum um weitere fünf Stunden bis 17 Uhr zu verlängern. Die Terroristen hatten unterdessen aus Radio und Fernsehen vom Aufmarsch der Polizei erfahren.

Sie verlangten nach Kairo ausgeflogen zu werden. Die deutschen Verhandlungspartner gaben vor zuzustimmen, und zwei Hubschrauber transportierten die Terroristen und ihre Geiseln zum nahegelegenen Flughafen von Fürstenfeldbruck, wo eine Boeing 727 auf sie wartete.

Die deutschen Behörden planten am Flughafen einen Angriff auf die Terroristen. Dort befanden sich jedoch nur fünf Scharfschützen, wohl weil von nur fünf Geiselnehmern ausgegangen wurde, tatsächlich waren es jedoch neun. Außerdem befanden sich dort keine Panzer, die wurden erst während der folgenden zweistündigen Schießerei als Verstärkung gerufen, wegen des starken Verkehrs dauerte es jedoch eine halbe Stunde bis diese eintrafen.

Zwei Terroristen kontrollierten die Eignung des Flugzeugs. Als sie sich auf dem Rückweg zum Hubschrauber befanden, eröffneten die Scharfschützen um 23 Uhr das Feuer. Die fünf Scharfschützen hatten keinen Funkkontakt zueinander und schossen ohne Koordination. Zwei Terroristen wurden sofort erschossen und ein dritter als er fliehen wollte. Drei weitere begannen verdeckt hinter den Hubschraubern, außerhalb des Sichtfelds der Scharfschützen, das Feuer zu erwidern, ein Polizist starb durch eine verirrte Kugel. Der Kampf zog sich sodann über 45 Minuten hin, bis eine Einheit gepanzerter Fahrzeuge vorfuhr.

Dadurch in Panik versetzt, eröffnete einer der Terroristen das Feuer auf die Geiseln des ersten Hubschraubers und gab damit zwei anderen die Gelegenheit, aus der Deckung aufzutauchen. Er sprang aus dem Flugzeug und hinterließ eine Handgranate auf seinem Platz. Alle drei Terroristen fielen durch die Schüsse der Scharfschützen. Die unmittelbar darauf folgende Explosion tötete die Geiseln im Hubschrauber. Die anderen fünf Geiseln im zweiten Hubschrauber wurden während des Kampfes getötet.

Die Untersuchung der bayerischen Polizei schloss nicht aus, dass einige der Geiseln versehentlich von der Polizei erschossen worden sein könnten. Genauso ist es möglich, dass einer der Terroristen alle Geiseln erschoss. Eine definitive Aufklärung des Falles konnte wegen der stark verbrannten Körper nicht durchgeführt werden.

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Beschwerde über Polylux

Jutta Ditfurth von der Stadtratsfraktion ÖkoLinX-ARL (Frankfurt) hat folgende interessante Beschwerde an den Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg formuliert:

An den
Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB)
Masurenallee 8-14
14046 Berlin

BESCHWERDE AN DEN RBB-RUNDFUNKRAT

„Die Juden sind selbst Schuld an ihrer Vernichtung“
„Polylux“ (ARD/RBB) wirbt für den verurteilten Antisemiten Trutz Hardo

Guten Tag,
ARD bzw. RBB haben im Magazin Polylux am 8.12.2005 für den verurteilten Antisemiten Trutz Hardo alias Tom Hockemeyer geworben. Die Sendung wurde am Freitag 9.12., 23.45 Uhr (RBB) und am Samstag, 10.12. 11.45 Uhr, (3sat) wiederholt. Es wurde verschwiegen, dass Trutz Hardo ein verurteilter Antisemit ist. Der esoterische Antisemit Hardo durfte sich als erfolgreicher Rückführungsexperte präsentieren. Auch nachdem die Kritik der Redaktion mitgeteilt wurde, wurden die Wiederholungen nicht abgesetzt, der Beitrag nicht herausgenommen oder verändert.

Es entzieht sich meiner Kenntnis,

  • ob Autorin (Haike Stuckmann), Redaktion (Polylux) und Produktionsfirma (Kobalt) schlampig recherchiert haben,
  • ob Polylux unter verantwortungsloser Ausblendung des Hardoschen Antisemitismus einen werbenden Beitrag über eine esoterische Psychomanipulation verfassen wollten,
  • ob die ganze Sache also ganz oder teilweise Absicht und Überzeugung oder Dummheit war.

Tatsache ist: die ARD-Sendung hat einem aggressiven Antisemiten ein großes Forum gegeben. Wie konnte dieser Beitrag abgenommen werden?

Polylux kündigte den Beitrag auf der website lax an: „Endlich kann man ohne viel Aufwand in Kontakt mit seinem früheren Leben treten. Für etwa ein Drittel der Menschheit ist es eine ganz klare Sache, dass sie nach ihrem Tod wiedergeboren werden. Leider vergisst man meistens total, wer man vorher war. Gut, dass es Menschen wie Trutz Hardo gibt, die einem helfen sich zu erinnern. Er macht Rückführungen in vorherige Existenzen und Polylux war natürlich dabei.“ Ist solch plapperndes Geschwätz öffentlich-rechtliche Aufklärung? Jede kritische Psychologin, jeder Psychologe, die/der sich mit den Opfern von Sekten und esoterischen Therapien wie der Rückführung befasst, kennt die Schäden, die eine derartige Manipulation bei psychisch kranken Menschen anrichten kann. Der distanzlose und vollständig satirefreie Beitrag von Polylux führte dem Scharlatan Hardo neue Opfer und zahlende Klienten zu.

Das ist noch nicht das Schlimmste. Autorin und Redaktion verschleierten, wer Trutz Hardo ist, der eigentlich Tom Hockemeyer heißt: ein verurteilter Antisemit! Eine banale Google-Suche, die jeder journalistische Amateur aufrufen kann, hätte binnen Sekunden erste Anhaltspunkte für folgende Fakten ergeben:
Der „Rückführungsexperte“ von Polylux, Trutz Hardo, nennt die Shoa, die Ermordung von Millionen europäischer Juden, die Erfüllung eines notwendigen Karma. Der qualvolle Tod in den Gaskammern ist für ihn der Juden vorbestimmtes Schicksal, mit dem sie vermeintliche Verbrechen aus früheren Leben bezahlen. Nicht Hitler und das NS-Regime haben jüdische Menschen in den Tod gezwungen, sondern die Juden haben es sich ausgesucht, denn nichts geschah gegen ihren Wunsch und freien Willen.“

Hardo nannte eines seiner Bücher „Jedem das Seine“, die Inschrift des Lagertors von Buchenwald. „Jedem das Seine“ also den Juden das ihre. 1998 verurteilte das Amtsgericht Neuwied Hardo. Das (in der Berufung im Mai 2000 vom Landgericht Koblenz bestätigte) Urteil lautete:
„Der Angeklagte wird wegen Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener kostenpflichtig zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 40,- DM verurteilt. Die allgemeine Einziehung der Druckschrift Jedem das Seine (…) wird angeordnet.“ (Aktenzeichen 2101 Js 54963/96 – 12 Ls).

Das Gericht fasste zusammen:
„Der Angeklagte macht im Ergebnis die Opfer des Holocaust zu Tätern (eines früheren Lebens) und verharmlost auf diese Weise die grausame Vergasung von Millionen jüdischer Mitbürger unter der Herrschaft des Nationalsozialismus (…) Wenn man, was unserer Rechtsordnung entspricht, den Menschen als selbstverantwortliches Individuum ansieht, muss man daraus den Schluß ziehen, dass die Juden nach der Erklärung des Angeklagten selbst schuld sind (…) [Hardo] beschreibt in seinem Buch das Gesetz des Karmas (…) Es handele sich (dabei) um ein ausnahmslos wirkendes Gesetz des schikksalhaften Ausgleichs“.

Hardo:

„Warum mussten so viele Menschen überhaupt vergast werden? Die meisten, die vergast wurden, musste durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen. Die hatten früher andere Menschen getötet oder zugestimmt, dass andere Erdenbewohner, meist Juden und Minderheiten, mit ihren Kindern dem (…) Mob einer blutrünstigen Menge zum Opfer fielen (…) Dann ist jenes europäische Schicksal unter dem Namen Auschwitz im Grunde genommen ein welthistorisches Ausgleichen vorvergangener Vergehen? () Hat Hitler eine nur wenig entwickelte Seele, da er solch grauenvolle Urteile aussprechen kann? () Im Vergleich zur unendlichen Liebe Gottes sind wir alle noch weit unterentwickelt. Wo oder wie Du Hitler nach seiner seelischen Reife einzustufen vermagst, soll Dir selbst überlassen bleiben. Doch bedenke, nicht er hat den Juden das Schicksal der Gaskammern zuerteilt, sondern jene haben es sich selbst ausgesucht, denn nichts geschah gegen ihren Wunsch und ihren Willen. Hitler ist nur der Vollstrecker ihres Willens!“ (zit. nach der Urteilsbegründung des Amtsgerichts Neuwied)

Über eine fiktive Jüdin schreibt Hardo beispielsweise:

„Sie hatte vor einigen hundert Jahren Juden, die aus Unrecht am Pranger standen, bespuckt, bespöttelt und auch gesteinigt. Somit erreicht sie nun den verschärften Beginn der für sie gerechten und ausgleichenden Gerechtigkeit (…) Alles was den Menschen geschieht, geht auf eine höhere Ordnung zurück. Aber selbst das bitterste Leid dient immer nur zu der allen Menschen notwendigen seelischen Aufbesserung und Reifung.“

Wenn jüdische Menschen an ihrer Vernichtung durch nichtjüdische Deutsche selbst schuld waren, weil nämlich sie selbst in „früheren Leben“ andere Juden ermordet haben, werden die Massenmörder entlastet. Aber Hardo legt noch eins drauf: Hitler ist das „Orakel Deutschlands“, Himmler ein Werkzeug der Vorsehung. Der NS-Faschismus nur ein unvermeidbares Naturgesetz. Es gibt keine menschengemachte Geschichte, keine Verantwortung, nur selbst verschuldetes Schicksal das der Opfer. Rechtsextreme lobten Trutz Hardos Buch als den „mutigsten Roman unseres Jahrhundert“.
Hardos Verteidiger im Prozess war der Koblenzer Rechtsanwalt Johannsen, der bekannt dafür ist, Neonazis zu vertreten. Als (nicht aufgerufenen) Zeugen hatte Hardo z.B. Jochen Kirchhoff benannt, der in einem seiner Bücher schreibt: Der Nationalsozialismus musste scheitern, weil der Materialismus damals zu stark gewesen sei. Die „spirituellen Tiefenkräfte“ des Nationalsozialismus müssten heute hervorgeholt und umgepolt werden, um diesen Weltheilungsversuch fortzusetzen.

In seinem Beitrag „Der Judenkomplex der Deutschen“ schrieb Trutz Hardo:

„Ich wage kaum, in Deutschland mit einem Sachbuch hervorzutreten, in dem über jene vielen Fälle berichtet würde, in welchen die im vorausgegangenen Leben umgekommenen Juden heute wegen ihrer Symptome (z.B. Asthma, Klaustrophobie, Adipositas) zum Reinkarnationstherapeuten kommen und nach ihrem damaligen Tod im Jenseits erfahren, weshalb alles geschehen mußte. (Übrigens sind viele der damals im Holocaust Umgekommenen heute wieder in Deutschland inkarniert!)“.

Sie „mußten“ sterben, aber so Hardo die meisten ermordeten Kinder, Frauen und Männer leben heute wieder inkarniert, „rückgeführt“ la Polylux. Was für eine grausame Verletzung der überlebenden Freunde und Verwandten. Zum Prozeß gegen Hardo kam es, nachdem ein linkes Bündnis Rhein-Main im November 1996 in Darmstadt gegen einen Auftritt Trutz Hardos demonstriert hatte. Auch die Unterzeichnerin klärte damals als Rednerin und Autorin über Trutz Hardo auf. Durch die Demonstration wurde der hessische Landesverband der jüdischen Gemeinden auf Hardo aufmerksam und erstattete Anzeige. So kam es zum Neuwieder Urteil. Seitdem war nach jahrelanger, ehrenamtlicher Aufklärungsarbeit Trutz Hardos öffentlicher Einfluss endlich gemindert.

Bis zum Beitrag von Polylux.
Der Polylux-Beitrag der ARD ist ein Schlag ins Gesicht. Hirnlos, kenntnisfrei, leichtfertig und verantwortungslos hat Polylux dem aggressiven Antisemiten Hardo, der die jüdischen Toten verhöhnt, eine neue Bühne gebaut, die Scheinwerfer auf ihn gerichtet und ihm neue Kreise erschlossen.

Ich habe selbstverständlich versucht, die Auseinandersetzung mit der Redaktion von Polylux direkt zu führen und Frau von Hardenberg und ihrer Redaktion die zentralen Argumente vorgetragen.
Noch in der Nacht, gleich nach der Sendung (9.12.2005, 0.19 Uhr) habe ich erste Informationen an die Redaktion geschickt, Stunden später eine reguläre Stellungnahme.
Es war vollkommen sinnlos. Ich dokumentiere Ihnen Tita von Hardenbergs vollständige Antwort vom gleichen Tag. Sie belegt, dass Frau von Hardenberg nicht einmal begreift, oder begreifen will , worum es geht:

„Sehr geehrte Frau Dittfurt, zunächst mal freue ich mich, Sie als Zuschauerin zu haben und hoffe, dass das trotz Trutz auch weiterhin der Fall sein wird. Ein Missverständnis möchte ich unbedingt ausräumen: wir stehen dem Herrn genauso kritisch gegenüber, wie Sie. Natürlich ging es mit dem Beitrag nicht darum, einen Antisemiten salonfähig zu machen. Worüber sich in der Tat streiten lässt, ist die Art, wie man sich solchen Zeitgenossen nähert. Schweigt man ihn tot und lässt ihn in Ruhe weiter vor sich hin wursteln? Macht man ein empörtes Anklagestück über Hardo und seine Sessions ? (Das wäre wohl zu viel der Ehre). Oder führt man ihn vor und damit ad acta, in dem man die Absurdität seines Tuns wirken läßt, ? Letzteres ist die polyluxtypische Methode, Kritik zu üben. Ich persönlich glaube, dass man Leuten wie Trutz Hardo am wirkungsvollsten beikommt, indem man sie dahin steckt, wo sie hin gehören: in die Spinnerecke.
Mit freundlichen Grüßen
Tita von Hardenberg“

Keine Erklärung, warum für einen Antisemiten geworben wurde. Keine Entschuldigung. Kein Begreifen. Stattdessen eine Antwort auf flachstem Niveau. Frau von Hardenberg ist offensichtlich der Meinung, dass man Antisemiten aus ihrer Ruhe an die Öffentlichkeit holen soll ohne anklägerisch zu verraten, dass es sich um Antisemiten handelt und dass man nicht den Fehler machen darf, ihnen durch Kritik Ehre anzutun, weil wir ja aus der Geschichte gelernt haben, dass sich der Antisemitismus am besten selbst entlarvt und Kritik so uncool ist wie kritisches Denken. Außerdem handelt es sich bei deutschen Judenhassern in Wirklichkeit nur um harmlose Spinner, die wie wir alle wissen , niemals Schaden anrichten.

Nachdem es aber offensichtlich noch mehr Kritik gegeben hat, reagierte die Polylux- Redaktion drei Tage nach der Sendung am 12.12. mit einer laschen Ausrede:
„() um den Beitrag Speed-Rückführung für Eilige ist es offenbar zu Missverständnissen gekommen. Wir glauben, eine vermeintliche Rückführung in ein früheres Leben als Reptil (und die dabei aufkeimende Freude über die Echsenkinder, die man einst hatte), ist ein erheiternder Beleg für die Fragwürdigkeit von Trutz Hardos Machenschaften. Wir sehen darin keine Werbung für die von ihm praktizierten Rückführungen. An den Reaktionen im Forum merken wir, dass dies nicht bei allen Zuschauern so angekommen ist. Darum distanzieren wir uns an dieser Stelle klar von den verwerflichen Anschauungen Trutz Hardos. Wir wollten ihm weder eine Bühne dafür bieten, noch unsere Zuschauer dazu animieren, sich auf die sinnlose Suche nach früheren Identitäten zu begeben. Viele Grüße Volker Heimann CvD Polylux TV Magazin“(http://www.rbb-online.de/_/polylux/forum)

Nicht ein einziges Wort über Trutz Hardos Antisemitismus. Was sind die „verwerflichen Anschauungen“ der bis heute unerwähnte Vorwurfs Hardos an die ermordeten Juden, dass sie selbst schuld an ihren Qualen waren?

Zu Recht reagierten Zuschauer kritisch: „() gut, dass Sie sich dazu entschlossen haben, sich von diesem misslungenen Beitrag zu distanzieren. Ein wenig zu niedlich ist Ihre Distanz dennoch. Natürlich hat sich niemand daran gestossen, dass ein Mann glaubt eine Echse zu sein. Auch nicht daran, dass eine Frau an sich herunterschaut und große Füsse vorfindet. Aufregen tun sich ihre Zuschauer über folgende Sätze ihrer Off-Moderatorin (!): Wird eine Frau vergewaltigt, hat sie als Mann dereinst selbst vergewaltigt. Sie wissen vielleicht, dass ihre nette Kollegin diese Meinung nicht teilt. Handwerklich ist der Beitrag aber so schlecht gemacht, dass bei aller Anstrengung keine Satire zu erkennen ist..

Und ein anderer Diskutant meint:
„Dass sie die antisemitischen Ausfälle (bewußt?) des Herrn Hardo ausgespart hatten, deutet auch nicht unbedingt auf eine grundsätzlich kritische Haltung, sondern eine Verharmlosung, hin.“

Handelte es sich bei dem Polylux-Beitrag um Satire, dann begänne hier eine Diskussion über die Grenzen der Satire. Aber darum geht es nicht, denn Satire ist (wenn sie gelingt: hohe) Kunst.

Aber nichts am Polylux-Beitrag ist Satire, nichts ist Kunst. Nichts Aufklärung. Kein Schatten von kritischer Anstrengung.
Offen ist, warum die Redaktion Hardos Antisemitismus und seinen entsetzlichen Vorwurf an die jüdischen Opfer des NS-Faschismus verschwiegen hat und nach wie vor verschweigt (siehe die Antworten von Tita von Hardenberg und Volker Heimann).

  • Wurde überhaupt recherchiert?
  • Falls ja: Wurden die gefundenen Fakten absichtlich verschwiegen?

Auch das zu klären ist jetzt Sache des Senders.

Ich erwarte eine Stellungnahme des Rundfunkrates spätestens auf seiner nächsten Sitzung.

Mit freundlichen Grüßen
Jutta Ditfurth

Quelle: ÖkoLinX-ARL

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Seh-Befehl: Ein Lied von Liebe und Tod

Heute schon (Vielen Dank für den Hinweis an E.BG.) im WDR-Fernsehen um 22:00 Uhr.
Ein Lied von Liebe und Tod Gloomy Sunday ist die deutsch-ungarische Verfilmung eines Romans von Film Nick Barkow. Obwohl der Film in der Neuzeit beginnt, geht es in dem Roman und dem Film um den jüdischen Restaurantbesitzer Lszl (gespielt vom deutschen Schaupsieler Joachim Krl), dem jungen Pianisten Andrs (Stefano Dionisi), dem deutschen SS-Mitglied und späteren Geschäftsmann Hans Wieck (Ben Becker der, von mir so wahrgenommen, sehr oft Nazis spielt) und ihrer Beziehung zu einer Bedienung in Lszls Restaurant, Ilona (gespielt von der unglaublichen Erika Marozsn). Das Lied vom Traurigen Sonntag (Szomor Vasrnap) und seine Geschichte ist der wahre Kern hinter der Geschichte. Es wurde 1933 von dem ungarischen Pianisten Rezs? Seress komponiert und wurde wohl wegen seiner melancholisch-schönen Art von viele Selbstmördern kurz vor ihrem freiwillig gewählten Ableben noch gehört. Später war es in Ungarn verboten.

Die Handlung in aller Kürze:


Lszl Szab und Ilona Vrnai führen ein Restaurant, dort komponiert der junge Hauspianist Andrs für Ilona komponiert die Ballade Das Lied vom raurigen Sonntag. Ilonas Herz kann sich aber weder für Andrs noch für Lszl eindeutig entscheiden. Es entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte die solange gut verläfut, bis der Deutsche Hans Eberhard Wauf Ilona aufmerksam wird. Er macht ihr sogar einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt.

Einige Jahre später kehrt Hans als SS-Offizier in das inzwischen von Deutschen besetzte Budapest zurück und der junge Deutsche zögert nicht, seine Position für seine eigenen Zwecke einzusetzen.

Wer den Film verpasst hat: DVD bei amazon (9,88 Euro) und Buch bei amazon (7,90 Euro)

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Matisyahu Update…


Da Matisyahu nun bei Sony unter Vertrag ist, werden nun auch Musikvideos auf den Markt gebracht (bzw. andere als die bisher existierenden). Das Video King without a crown kann man sich auch online ansehen, wenn man einen InternetExplorer verwendet und zahlreiche andere Voraussetzungen erfüllt und zwar hier. Wirklich positiv zu vermelden ist, dass die neue CD von Matisyahu Anfang 2006 (wahrscheinlich im März) erscheinen wird. Sie wird Youth heissen. An seine derzeitige CD Live at Stubbs ist, durch Sony, nun leichter zu kommen. Sie kann man nun bei amazon.de ohne große Wartezeiten bestellen.
Noch ein Update: Monate (!!) nach talmud.de, bemerkt nun auch SPIEGEL-Online, dass es da wohl einen erfolgreichen Musiker gibt den man Matisyahu nennt… Eine Frage zum SPIEGEL-Artikel habe ich aber dennoch: Was ist bitte Alttestamentarischer Furor?