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In Sachen talmud.de: Gijur-FAQ

Zu meinem Artikel über den Übertritt zum Judentum erreichten mich immer zahlreiche Fragen zu diesem (in Deutschland scheinbar) großem Thema; zudem meldeten sich immer mehr Übertretende in der entsprechenden Mailingliste an, um sich über die Gruppe mit anderen Personen in einer ähnlichen Situation auszutauschen. Bei Sichtung der Mails am mich und in die Gruppe fiel auf, dass es Fragen gab und gibt die immer wieder auftauchen (Frequently Asked Questions) und deren Beantwortung häufig einheitlich ist.
Möglicherweise konnte ich die Fragen nicht immer zur vollsten Zufriedenheit der Fragenden beantworten (wie eben: Kann ich ohne meinen Mann/meine Frau übertreten?). Es ist also keine Liste der meistgewünschten Antworten….
Selten erreichen mich auch frustrierte Hilferufe von Menschen die schon seit Jahrzehnten (!!) von einem Rabbiner XY hingehalten wurden etc… Nun habe ich (letztendlich) eine FAQ-Liste erstellt, auf der die meisten Fragen auftauchen – Feedback natürlich erwünscht. talmud.de Mitautorin Mirjam Lübke reichte zahlreiche Hinweise nach. Ich bin sehr gespannt, wie das Feedback ausschaut (sofern es welches gibt) und wer sich nun erbost bei mir beschwert – oder auch nicht….
–> Die Gijur-FAQ

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The Tefillin Blog


k’shmo Ken Hu ist das Blog- es hält, was der Name verspricht. Zweef the Shliach von Chabad Texas (Motto: Shalom Y’all) fotografiert gerne Tfillin-Träger vor einer Fototapete. Offenbar taucht er überall mit einem „Mitzvah-Mobil“ auf, setzt den Leuten Tfillin auf und stellt die Bilder dann ins Internet… Besonders kitschig sind die Bilder auf denen besonders deutlich der Faltknick der Fototapete zu sehen ist… soll wohl die Westmauer darstellen. Manchmal frage ich mich auch, wie sehr man sich zum Kasper machen kann ohne seine Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Alle Bilder unter http://tefillinblog.blogspot.com/

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Baruch Dajan HaEmet – Simon Wiesenthal


Im Alter von 96 Jahren ist in Wien Simon Wiesenthal gestorben.
1908 in Buczacz in Galizien geboren, das damals zur Donaumonarchie gehörte, war Wiesenthal nach Schulbesuch in Lemberg (Lwiw) und Wien sowie Studium in Prag als Architekt und Bauingenieur in der Ukraine tätig, wo ihn 1941 der Sicherheitsdienst verhaftete. Bis zur Befreiung aus dem KZ Mauthausen hatte er insgesamt zwölf Konzentrationslager überlebt. Schon dort merkte sich Wiesenthal die Namen von Peinigern, und nach Kriegsende suchte er sie aufzuspüren. Zunächst arbeitete er für das U.S. War Crime Office, dann leitete er das Jüdische Zentralkomitee in der amerikanischen Besatzungszone Österreichs.

1947 gründete Wiesenthal mit 30 anderen Verschleppten in Linz ein Dokumentationszentrum zur Sammlung von Unterlagen über das Schicksal von Juden und deren Verfolger. Die politische Entwicklung während der Zeit des Kalten Kriegs minderte jedoch die Effektivität des Dokumentationszentrums. Wiesenthal resignierte und übergab seine Unterlagen dem Yad Vashem-Institut in Israel.

Die spektakuläre Ergreifung und Verurteilung von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1960/61 nahm Wiesenthal zum Anlaß, ein neues Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes in Wien unter seiner Leitung zu errichten, das nach seinem Willen auch einen Beitrag zur tabufreien Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schoah zu leisten hatte. Über seine Rolle bei der Aufspürung Eichmanns, die er in dem Buch Ich jagte Eichmann (1960) dokumentierte.

1100 Nazi-Täter wurden nach eigener Einschätzung von Wiesenthal enttarnt und vor ihre Richter gebracht, 6000 Fälle insgesamt auf seine Hinweise hin untersucht. Zu den wichtigsten zählte er neben SS-Führer Rajakowitsch, den Vertreter Eichmanns in den Niederlanden, den Kommandanten des Konzentrationslagers Treblinka, Franz Stangl, der im März 1967 in So Paulo verhaftet, nach Deutschland ausgeliefert und dort zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Stangl starb im Gefängnis. Auch Karl Silberbauer (1963 entdeckt), der Anne Frank verhaften ließ, fand Wiesenthal.
Nachrichten darüber im FAZ.net
auf spiegel.de, auf focus.de und auf den Seiten des Simon Wiesenthal Centers.

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Siddur zum hören und lernen

Auf sidduraudio.com kann man sich nun die Melodien verschiedener Tfillot im mp3-Format herunterladen und somot lernen. Zwischendurch gibt es auch Anleitungen durch Rabbi Mark Zimmermann, der die ganze Seite zusammengestellt hat. Die Seitenanagben beziehen sich auf Siddur Sim Shalom, den hervorragenden Siddur der Rabbinical Assembly und der United Synagogue of Conservative Judaism.
Bisher sind große Teilke von Kabballat Schabbat, Schacharit Schabbat, Hallel und Birkat haMazon online.

Ein ähnliches Projekt ist übrigens VirtualCantor, das viele viele mp3-Dateien zur Verfügung stellt – auch Tischa BeAw und die Haggadah werden hier vorgestellt. Nussach auf Mausklick, wenn man so will.

Beide Seiten sind übrigens vollständig kostenfrei; bei VirtualCantor hat man die Möglichkeit eine Spende zu hinterlassen, was man nach fruchtbringender Verwendung der Seite sich auch tatsächlich überlegen sollte…

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Nachspiel: Was wenn Juden Moscheen zerstört hätten

Es ist mittlerweile allerhand dazu gesagt worden, warum man die Synagogen wohl zerstört worden sind (nein, es kann nicht sein, dass sich der antisemitische Mob einfach nur ausgetobt hat und die PA hilflos zusehen musste), unter anderem wurden auch Vergleiche mit Frauen angestellt, die sich leicht bekleidet oder aufreizend auf die Straße begeben („Selber Schuld wenn die so rumläuft“).

Nun kommt auch langsam aus der muslimischen Community ein angemessenes Feedback; denn es ist offensichtlicher Fakt das Moschee und Synagoge nebeneinander existieren können. Ich schreibe nicht von Israel, sondern beispielsweise von Bosnien. Dort existierten und existieren Synagoge und Moschee durchaus gut neben- und miteinander; aber auch hierzulande gibt es vereinzelte Zusammenarbeiten.
Zurück zu dem Feedback: Auf altmuslim.com schreibt Farhan Memon darüber (Artikel hier), wie es wohl wäre, wenn Juden Moscheen zerstört hätten und wie wohl die Reaktion darauf aussähe. Vor allem geht er die Reaktion seiner amerikanischer Geschwister im Glauben an:

Herein lies the sorry state of Islamic affairs. Muslims like to brag that when the Caliph Umar ibn Khatab entered the City of Jerusalem, he exhibited respect for Jews and Christians by refusing to pray in the Church of the Holy Sepulchre, because he was afraid that Muslims would take it over. Indeed, to this day, a Muslim family is entrusted with the key to the church. In contrast, this Islamic spirit has ceased to exist 1,400 years later. The Palestinian authority is incapable (or unwilling) to provide security for the abandoned synagogues, the Palestinian people lack the adhab to refrain from destroying a temple dedicated to the worship of Allah, and Muslims in America are indifferent to this destruction because it is occurring to Jewish property.

The wholesale destruction of the Jewish synagogues is yet another indication that Palestinians of all stripes, whether Fatah secularists or Islamic Hamas types, do not have the political maturity to construct a civil society. However, it is also a sign that Muslims in America lack the conviction of their religion to condemn sacrilege when it is committed by Muslims against others.

Ich danke Farhan Memon für diesen mutigen Artikel!

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Ein SPD-Stadtrat dreht durch…

Zunächst einmal wieder: Einen Dank an Daniel und sein Blog, der die Story in englischer Sprache begleitet…

Zur Geschichte und um nicht lange spannend zu machen:. Der Münchner SPD-Stadtrat Thomas Lange soll Münchner Gastwirten, der jüdischen Familie Zeldman, im Juli vorgehalten haben:

„Wir sind hier nicht in Israel, wo man mit Panzern und Schusswaffen Probleme löst. Die Juden kriegen den Hals nicht voll, die wollen nichts bezahlen.“

Selbiger Stadtrat erklärt wenig später dann:

„Wenn mir entgegen meiner Erinnerung in der Hitze des Gesprächs diese Aussage, die mir vollkommen fremd und zuwider ist, unterlaufen sein sollte, entschuldige ich mich dafür.“

Worum geht es? Lange, Verbindunsstadtrat zur Israelitischen Kultusgemeinde sollte einen Streit um die Aufstellung von Caf-Tischen auf einem Bürgersteig schlichten. Der zuständige Bezirksausschuß genehmigte wohl keine Erweiterung der Außenanlagen eines Cafs uns so kam es zu einem hartnäckigen Streit mit der Behörde. Diese schaltete dann Thomas Lange ein, bei einer Ortsbegehung soll er dann (vor mehreren Zeugen) die Bemerkung getätigt haben.

Fazit: Nach langer Diskussion mit Münchens OB entschuldigte sich Lange für einen Teil der Vorwürfe und der Ältestenrat der Stadt München tagte anschließend darüber. Dieser bedauere die Eskalation, hält es aber für

„ausgeschlossen, dass Herr Thomas Lange eine antisemitische Einstellung hat“

Siehe auch die taz online
In anderen Medien waren Artikel darüber schwer zu finden….

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Ajin tachat Ajin??

„Ajin tachat Ajin“ ~ „Auge für Auge“ (Schemot 21:24) das wohl bekannteste Zitat aus der Torah, auf das gerne von Antisemiten und Antizionisten zurückgegriffen wird, wurde von selbsternannten kritischen Berichterstattern verwendet, um die Politik des Staates Israel zu beschreiben. Welcher Staat tatsächlich demokratisch und friedlich handelt, berichtet die Jerusalem Post (Artikel hier) unter dem Titel: Fearing retaliation, police beef up security around mosques. In Israel werden Moscheen also nicht nur „nicht zerstört“, sondern sogar beschützt…
Sehr wohl ist sich die PA-Führung im klaren darüber, welche Emotionen bei der jüdischen Bevölkerng Israels ausgelöst werden, wenn sie Synagogen brennen sieht – in der Galut wird das nicht aussehen und möglicherweise nimmt man einen buchstäblichen „Flächenbrand“ gerne in Kauf. Die Extremisten auf beiden Seiten spielen sich gerne die Bälle zu…