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Musik: Regina Spektor


Es ist eine Art Tradition geworden, an dieser Stelle regelmässig über jüdische Musiker zu berichten – sie müssen aber nicht zwangsläufig auch jüdische Musik machen… Diese Tradition soll natürlich beibehalten werden und so weise ich gerne auf die Homepage von Regina Spektor hin. In Russland (Moskau) 1980 geboren, über Österreich und Italien mit 9 nach New York gegangen, übt sie dort zunächst in einer Synagoge Klavierspielen und lernt dann aber zufällig eine Musikproffesortin kennen und macht dort nun Anti-Folk.Während des Musikstudiums beginnt sie, mit ihren eigenen Songs aufzutreten und Anfang 2001 nimmt sie dann auf eigene Faust das Album „11:11“ auf. Sehr schnell bildet sich eine New Yorker Fangemeinde. Ende 2001 folgt „Songs“. Ihre CDs musste sie selbst über das Internet und bei ihren Konzerten verkaufen.

Mit Produzent Gordon Raphael nimmt sie 2002 ihr drittes Album „Soviet Kitsch“ auf. Die Texte sind zuweilen verstörend, auf alle Fälle aber besser als die von Möchtergernkünstler Adam Green.

The grave diggers getting stuck in the machine
pickings getting slim, slimmer
I hear them say my name
regin-ah, regin-ah, regin-a-ah

yes I’m putting the boulder to my ear
and I still can’t hear
whadya think I was an amateur
playin‘ with my temperature…

If I hear another song about angels
if I see another feather on the dumb-box
I’m gonna go to Babylon and get me some whiskey
Gonna get me some whiskey now…
If I hear another song about angels
if I see another feather on the dumb-box
I’m gonna go to Babylon and get me some whiskey now

My name is Lucille and I know how you feel
I live downstairs
I hear you taking out your garbage
I hear you loving your girlfriend
I hear you loving yourself too
I hear you turning your thoughts off
I turn mine off too
The only thing I hear is you
and you don’t sound good and you don’t sound nice
and you don’t sound good and you don’t sound right

and it get’s quiet…

Pavlov’s daughter woke up in the morning
Heard the bell ring
And something deep inside of her made her want to salivate
So she lay there drooling on her pillow
So she lay there, the sun skimming her skin,
and drooling on her pillow
Pavlov’s daughter
And it was far away and hazy like a dream
not a dream, but the ocean,
not the ocean, but forever…

The grave diggers getting stuck in the machine…
…And it gets quiet…
As quiet as an ambulance checking out the neighborhood,
waiting for the blade to slip and that final blow,
but nothing happens, it’s a cruel joke
as ironic as a ticker tape parade over the rain forest,
as ironic as a ticker tape parade over my head,
as ironic as a ticker tape parade over my head
going down stream…
to where…it isn’t… even… real…rain… at…all…

Homepage von Regina Spektor | CD bei Amazon

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Gut Schabbes…

Rabbi Feldmann hat eine neue Stelle in einer großen Gemeinde. Sein erster Schabbatg-ttesdienst mit der Gemeinde geht gut voran, bis sie zum Schma kommen. Eine Hälfte der Beter steht auf, die andere Hälfte setzt sich hin und diejenigen die stehen, schreien die sitzenden an sie mögen doch aufstehen. Die Sitzenden schreien wiederum die Stehenden an, sie mögen sich doch hinsetzen. Ein unglaublicher Tumult. Danach ist es wieder ruhig. An den folgenden Schabbatot wiederholt sich das Spiel immer wieder.
Der Rabbiner möchte das beenden, aber niemand weiß, was die ursprüngliche Tradition in der Synagoge war „sitzen“ oder „stehen“. Man rät ihm mit Vertretern jeder Fraktion zum Gemeindeältesten zu gehen. Dieser ist 99 Jahre alt und hat sein Haus schon lange nicht mehr verlassen.
Der eine Vertreter fragt: „Ist es Tradition während des Schma zu sitzen?“
„Nein, das ist nicht unser Nussach (unsere Tradition)“

Der andere Vertreter fragt: „Ist es Tradition während des Schma zu stehen?“
„Nein, das ist nicht unser Nussach (unsere Tradition)“

Der Rabbiner sagt: „Aber jedesmal, wenn wir das Schma sagen wollen, bricht ein unglaublicher Tumult aus und….“ – der alte Mann unterbricht ihn: „Ja!!! Das ist unser Nussach“…

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Spiel die Räumung!


Unter Nana – Gamez kann man jetzt die Räumung auch spielen. Während des Spiels (hebräisch und Englisch) muss man mit dem Bulldozer die Unterstützer der Siedler aufsammeln und an die Polizei übergeben. Die Polizeiautos stehen rechts und links bereit und müssen mit dem Bulldozer angesteuert werden. Je mehr Siedler am Bulldozer kleben, desto langsamer wird er. Die Polizeiautos verschwinden nach Aufnahme der Orange tragenden Männchen wieder und stehen kurze Zeit später wieder zur Verfügung. Viel Spaß!!

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Baubeginn in Gelsenkirchen

Heute (23. August 2005) beginnen die Bauarbeiten in der Gelsenkirchener Innenstadt für die neue Synagoge der 450 Mitglieder zählenden gemeinde. Die Bauzeit soll etwa 15 Monate betragen, so dass man pünktlich zum 9. November 2006 (natürlich wird Paul Spiegel auch mit dabei sein, wenn er denn dann nicht mehr durch den Papst so ergriffen ist, wie er das formulierte) die Synagoge „einweihen“ kann. Der Bau wird rund 5,2 Millionen Euro kosten, finanziert durch das Land NRW, der Stadt Gelsenkirchen und der Jüdischen Gemeinde. An der gleichen Stelle hatte die alte Synagoge gestanden, sie wurde in der Reichspogromnacht zerstört.
Der Grundstein für die neue Synagoge war bereits am 9. November letzten Jahres gelegt worden. Das Richtfest wird voraussichtlich Ende März/Anfang April 2006 gefeiert.
Neben Versammlungsräumen, Büros und Wohnungen soll es tatsächlich auch eine Synagoge selber geben. Diese ist ein bunter Mix vieler synagogaler Baustile. Einerseits folgt sie der Form deutscher liberaler Synagogen: Bimah direkt vor dem Aaron haKodesch und nicht in der Mitte des Synagogenraumes (wie in aschkenazischen Synagogen üblich; siehe Mannheim & Recklinghausen) und andererseits mit den erforderlichen Einrichtungen für den orthodoxen Ritus, namentlich die „Frauengalerie“. Der Architekt schuf einen großen funktionellen Synagogenraum, über den man wohl erst urteilen kann, wenn das Gebäude fertiggestellt worden ist. Die äussere Form symbolisiert- keine Ahnung was!?
Natürlich wird an dieser Stelle weiterhin über Fortschritte berichtet…

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Und jetzt?

Die Synagogengemeinde Köln hatte eigens für den Papstbesuch die Synagoge renovieren lassen (und Spötter fragen, warum man das nicht habe für die eigenen Gemeindemitglieder habe machen lassen) und eigene Kippot fertigen lassen (vgl. Blogeintrag) – was an sich schon fragwürdig ist.
Dann war der Papst auch tatsächlich da. Die anklagenden Diskussionen (angeregt durch den Zentralratsvorsitzenden Paul Spiegel) offenbar vergessen und ein versöhnlicher Kurs regierte den Tag. Die zwei Hauptfiguren des Besuchs waren dann auch Rabbiner Teitelbaum und Papst Benedikt XVI. In der Zusammenfassung sah ich nur die Rede von Teitelbaum und Ratzinger, die beide ausgezeichnet waren. Für den Überblick hier nochmal die Rede Ratzingers:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Brüder und Schwestern
Schalom lechem! Es war mir ein tiefes Anliegen, anlässlich meines ersten Besuches in Deutschland nach der Wahl zum Nachfolger Petri der Jüdischen Gemeinde von Köln und den Vertretern des deutschen Judentums zu begegnen. Mit diesem Besuch möchte ich an das Ereignis des 17. Novembers 1980 anknüpfen, als mein verehrter Vorgänger, Papst Johannes Paul II., auf seiner ersten Deutschland-Reise in Mainz dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Rabbinerkonferenz begegnete.
Auch bei dieser Gelegenheit möchte ich versichern, dass ich beabsichtige, den Weg zur Verbesserung der Beziehungen und der Freundschaft mit dem jüdischen Volk, auf dem Papst Johannes Paul II. entscheidende Schritte getan hat, weiterzuführen.
Die jüdische Gemeinde von Köln darf sich in dieser Stadt wirklich zu Hause fühlen. Tatsächlich ist dies der älteste Sitz einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden: Sie reicht zurück bis in das Köln der Römerzeit. Die Geschichte der Beziehungen zwischen jüdischer und christlicher Gemeinde ist komplex und oft schmerzlich. Es gab Perioden guter Nachbarschaft, doch es gab auch die Vertreibung der Juden aus Köln im Jahr 1424.
Im 20. Jahrhundert hat dann in der dunkelsten Zeit deutscher und europäischer Geschichte eine wahnwitzige neuheidnische Rassenideologie zu dem staatlich geplanten und systematisch ins Werk gesetzten Versuch der Auslöschung des europäischen Judentums geführt, zu dem, was als die Schoah in die Geschichte eingegangen ist. Diesem unerhörten und bis dahin auch unvorstellbaren Verbrechen sind allein in Köln 7.000 namentlich bekannte in Wirklichkeit sicher erheblich mehr Juden zum Opfer gefallen. Weil man die Heiligkeit G-ttes nicht mehr anerkannte, wurde auch die Heiligkeit menschlichen Lebens mit Füßen getreten.
In diesem Jahr gedenken wir des 60. Jahrestags der Befreiung aus den national-sozialistischen Konzentrationslagern, in deren Gaskammern Millionen von Juden Männer, Frauen und Kinder umgebracht und in den Krematorien verbrannt worden sind. Ich mache mir zu eigen, was mein verehrter Vorgänger zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz geschrieben hat und sage ebenfalls: Ich neige mein Haupt vor all denen, die diese Manifestation des mysterium iniquitatis erfahren haben.
Die fürchterlichen Geschehnisse von damals müssen unablässig die Gewissen wecken, Konflikte beenden und zum Frieden ermahnen. Gemeinsam müssen wir uns auf G-tt und seinen weisen Plan für die von ihm erschaffene Welt besinnen: Er ist wie das Buch der Weisheit mahnt ein Freund des Lebens.
Ebenfalls in diesem Jahr sind es vierzig Jahre her, dass das Zweite Vatikanische Konzil die Erklärung Nostra aetate promulgiert und damit neue Perspektiven in den jüdisch-christlichen Beziehungen eröffnet hat, die durch Dialog und Partnerschaft gekennzeichnet sind. Im vierten Kapitel erinnert diese Erklärung an unsere gemeinsamen Wurzeln und an das äußerst reiche geistliche Erbe, das Juden und Christen miteinander teilen. Sowohl die Juden als auch die Christen erkennen in Abraham ihren Vater im Glauben und berufen sich auf die Lehren Moses und der Propheten.
Die Spiritualität der Juden wird wie die der Christen aus den Psalmen gespeist. Mit dem Apostel Paulus sind die Christen überzeugt, dass „Gnade und Berufung, die G-tt gewährt, unwiderruflich sind“. In Anbetracht der jüdischen Wurzeln des Christentums hat mein verehrter Vorgänger in Bestätigung eines Urteils der deutschen Bischöfe gesagt: „Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum“.
Deshalb beklagt die Konzilserklärung Nostra aetate „alle Haßausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemand gegen das Judentum gerichtet haben“. G-tt hat uns alle „als sein Abbild“ geschaffen und uns dadurch mit einer transzendenten Würde ausgezeichnet. Vor G-tt besitzen alle Menschen die gleiche Würde, unabhängig davon, welchem Volk, welcher Kultur oder Religion sie angehören.
Aus diesem Grund spricht die Erklärung Nostra aetate auch mit großer Hochachtung von den Muslimen und den Angehörigen anderer Religionen. Aufgrund der allen gemeinsamen Menschenwürde „verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen“ als einen Akt, der im Widerspruch zu dem Willen Christi steht.
Die Kirche weiß sich verpflichtet, diese Lehre in der Katechese und in jedem Aspekt ihres Lebens an die nachwachsenden Generationen, die selbst nicht mehr Zeugen der schrecklichen Ereignisse vor und während des Zweiten Weltkriegs waren, weiterzugeben. Das ist insofern eine Aufgabe von besonderer Bedeutung, als heute leider erneut Zeichen des Antisemitismus und Formen allgemeiner Fremdenfeindlichkeit auftauchen. Sie sind Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit. Die katholische Kirche das möchte ich auch bei dieser Gelegenheit wieder betonen tritt ein für Toleranz, Respekt, Freundschaft und Frieden unter allen Völkern, Kulturen und Religionen.
In den vierzig Jahren seit der Erklärung Nostra aetate ist in Deutschland und auf internationaler Ebene vieles zur Verbesserung und Vertiefung des Verhältnisses zwischen Juden und Christen getan worden. Neben den offiziellen Beziehungen sind besonders dank der Zusammenarbeit unter den Bibelwissenschaftlern viele Freundschaften entstanden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die verschiedenen Erklärungen der Deutschen Bischofskonferenz und an die segensreiche Tätigkeit der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die dazu beigetragen hat, dass sich die jüdische Gemeinde seit 1945 hier in Köln wieder zu Hause fühlen kann und zu einem guten nachbarschaftlichen Zusammenleben mit den christlichen Gemeinden gefunden hat.
Vieles bleibt freilich noch zu tun. Wir müssen uns noch viel mehr und viel besser gegenseitig kennenlernen. Deshalb ermutige ich zu einem aufrichtigen und vertrauensvollen Dialog zwischen Juden und Christen. Nur so wird es möglich sein, zu einer beiderseits akzeptierten Interpretation noch strittiger historischer Fragen zu gelangen und vor allem Fortschritte in der theologischen Einschätzung der Beziehung zwischen Judentum und Christentum zu machen. In diesem Dialog kann es ehrlicherweise nicht darum gehen, die bestehenden Unterschiede zu übergehen oder zu verharmlosen: Auch und gerade in dem, was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben.
Schließlich sollte unser Blick nicht nur zurück in die Geschichte gehen, er sollte ebenso vorwärts auf die heutigen und morgigen Aufgaben gerichtet sein. Unser reiches gemeinsames Erbe und unsere an wachsendem Vertrauen orientierten geschwisterlichen Beziehungen verpflichten uns, gemeinsam ein noch einhelligeres Zeugnis zu geben und praktisch zusammenzuarbeiten in der Verteidigung und Förderung der Menschenrechte und der Heiligkeit des menschlichen Lebens, für die Werte der Familie, für soziale Gerechtigkeit und für den Frieden in der Welt.
Der Dekalog ist für uns gemeinsames Erbe und gemeinsame Verpflichtung. Die Zehn Gebote sind nicht Last, sondern Wegweiser zu einem geglückten Leben. Sie sind es besonders für die Jugendlichen, die ich in diesen Tagen treffe und die mir so sehr am Herzen liegen. Ich wünsche mir, dass sie den Dekalog als die Leuchte für ihre Schritte und als Licht für ihre Pfade erkennen.
Die Erwachsenen tragen die Verantwortung, den jungen Menschen die Fackel der Hoffnung weiterzureichen, die Juden wie Christen von G-tt geschenkt worden ist, damit die Mächte des Bösen nie wieder die Herrschaft erlangen und die künftigen Generationen mit G-ttes Hilfe eine gerechtere und friedvollere Welt errichten können, in der alle Menschen das gleiche Bürgerrecht besitzen.
Ich schließe mit den Worten aus Psalm 29, die ein Glückwunsch und zugleich ein Gebet sind: Der Herr gebe Kraft seinem Volk. Der Herr segne sein Volk mit Frieden. Möge er uns erhören.

Die Rede von Rabbiner Teitelbaum:

Kwod Harabanim,
Hochverehrter Papst Benedikt,
sehr geehrte Festgäste,

soeben haben wir hier in der Synagoge den Psalm 23 gelesen und gehört. Er hat eine große Bedeutung im Glauben eines jeden Menschen. Dieser Psalm gibt dem Menschen in allen schweren Zeiten Kraft. Er hat uns, dem jüdischen Volk, seit dem Auszug aus Ägypten bis zur Shoa und auch in der Zeit danach die Kraft zum Überleben gegeben. Und diese Kraft, das ist der Glauben des jüdischen Volkes, der Glauben eines jeden Einzelnen, der Glaube an den Ewigen, Hakadosch Baruch Hu, so wie es in dem Psalm 23 heißt: „fürcht ich kein Leid, denn Du bist mit mir“.

Das Volk Israel als Volk, als Gruppe, und auch jeder Einzelne hatte immer wieder schwere Zeiten zu bestehen. Gerade fünf Tage ist es her, dass wir den Trauertag Tischa Be Aw begangen haben. Einen Tag, der uns an viel Unglück in der jüdischen Geschichte erinnert. Es ist der Tag der Zerstörung des ersten und auch des zweiten Tempels in Jerusalem und zudem der Tag der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto. Das jüdische Volk hat niemals aufgehört zu glauben, auch dann, wenn es allein gelassen worden ist. Und aus diesem Glauben schöpfen wir zu jeder Zeit Kraft, auch in den Zeiten, in denen das jüdische Volk verfolgt worden ist.

Ihr Besuch heute, hochverehrter Papst Benedikt, ist ein Zeichen hin zur Öffnung des Friedens in der ganzen Welt und ein Schritt auf dem Weg zum geistigen Aufbau des dritten Tempels in Jerusalem, der nur gebaut werden kann, wenn es Frieden unter allen Völkern gibt. Ihr Besuch heute ist ein Schritt zum Frieden zwischen den Völkern der Welt. Ihr Besuch ist auch ein aktives Zeichen gegen den früheren christlichen Antisemitismus. Ihr Besuch hat darin größte Symbolkraft. Er zeigt allen, dass und wo Sie die katholische Kirche im Verhältnis zu den Juden in aller Welt sehen.

Lassen Sie mich aus dem Allgemeinen zur Einzelperson kommen: Ihr Besuch hat größte Bedeutung für Frau Lehrer. Fela Lehrer ist die Mutter von Abraham Lehrer, der eben die Begrüßung vorgenommen hat. Sie sitzt hier heute in der Synagoge. Auf ihrem Unterarm kann man die Nummer lesen, die ihr im KZ eintätowiert wurde. 1944 in Auschwitz hatte sie weder die Kraft noch die Vorstellung, dass eines Tages in 2005 ihr Sohn den Papst offiziell in der Synagoge zu Köln begrüßen würde. Außer Ihr sitzen hier noch manche andere, die diese Zeit überlebt haben.

Von wo haben wir diese Kraft erhalten die Kraft zu glauben, die Kraft zum Überleben? Diese Kraft können wir in den Texten finden, die wir heute hier gemeinsam gelesen haben. Denn es heißt im Kapitel 1 im ersten Buch Moses „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn….“ Der Mensch ist ein Teil Gottes. Und der Mensch trägt einen Teil von Gott in sich. Und dieser Teil, den der Mensch von Gott in sich trägt, das ist die Seele. Die Seele unterscheidet den Menschen von den anderen Lebewesen, die sich auf dieser Welt befinden. Die Seele gibt dem Menschen die Möglichkeit nachzudenken, bevor er eine bestimmte Tat vollbringt.

Es liegt in den Händen des Menschen, Gutes zu tun und nicht zu zerstören, zu beleidigen oder zu vernichten. Der Ewige, Ha Kadosch Baruch Hu, hat dem Menschen eine, seine Seele gegeben. Der Mensch ist damit dafür geschaffen, Gutes zu tun. Und aus dieser Seele hat der Mensch die Kraft und die Aufgabe, Menschen zusammen zu bringen und nicht auseinander zu treiben. Das bedeutet praktisch, dass der Mensch Frieden haben und schaffen muss.

Im Judentum steht die Grundlage für den Frieden auf fünf Säulen: Die erste der fünf Säulen ist der Glaube an den Einzigen und Allmächtigen, Ha Kadosch Baruch Hu. Die Erinnerung an die Vergangenheit und darauf der Aufbau der Zukunft, das ist die zweite der fünf Säulen.

Als Napoleon in die Stadt Akko kam, es war der Abend des 9. Aw, Tischa BeAw, und als er sah, dass das Volk Israel weinte, da fragte Napoleon: „Aus welchem Grunde weinen die Juden?“ Die Antwort, die man ihm gab, lautete: „Wir weinen über die Zerstörung des Tempels von Jerusalem.“ Da fragte Napoleon: „Wann ist das passiert?“ Die Anwesenden antworteten ihm: „Es geschah vor etwa 2000 Jahren.“ Da sagte Napoleon: „Vor 2000 Jahren ist es geschehen und noch heute weint ihr. Wenn dies der Fall ist und wenn ein Volk sich noch heute so an seine Vergangenheit erinnert, dann ist das ein Volk, das auch Zukunft hat.“

Die Dritte der fünf Säulen ist die Säule der guten Taten. Das Gebet ist die vierte Säule. Und heute, am Ende der Feierstunde, werden wir gemeinsam aus dem Gebet hören, das „Sim Schalom“ heißt: „Gebt Frieden“. Die Stimme des Schofar ist die fünfte der fünf Säulen. Der Klang des Schofar steht für Frieden. Dieser Klang symbolisiert auch die Freiheit, die Freiheit des Einzelnen, zu entscheiden.

Der wirkliche Frieden auf der Welt ist der Frieden, der keinen Terror kennt. Es ist der Frieden, der von allen Seiten gleichberechtigt angenommen wird. Und das ist der Grund, aus dem wir heute das Schofar haben erklingen lassen; denn Ihr Besuch heute ist ein Zeichen, ein Symbol für den Frieden, der auf der Welt herrschen muss. Ein Frieden ohne Terror.

Wenn wir diese fünf Säulen jetzt zusammenfassen, so bildet sich hieraus eine Hand. Und obwohl sie fünf Finger hat, ist sie doch eins. Sie ist eine Hand, die Hand des jüdischen Volkes. Und diese Hand gebe ich Ihnen als ein Symbol des Friedens des jüdischen Volkes für alle Völker auf dieser Welt.

Erlauben Sie mir abzuschließen mit dem letzten Satz aus dem Kaddisch-Gebet in Hebräisch und Deutsch: „Osseh schalom bimromaw hu jaasseh schalom aleinu we al kol israel. Weimru Amen“ „Der Frieden stiftet in seinen Höhen, er stifte Frieden für uns und für ganz Israel, sprecht Amen.“

(Foto: Copyright H. Sachs)

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Gut Schabbes

Herr Feingold ruft die Vorsitzende der Chevra Kadischa Frau Friedmann an:

Friedmann: Herr Feingold! Was kann ich tun, warum rufen sie an?
Feingold: Es geht um meine Frau, sie verstorben.
Friedmann: Aber ihre Frau, seligen Angedenkens, ist doch nun schon seit fünf Jahren tot.
Feingold: Ich habe vor zwei Jahren nochmal geheiratet.
Friedmann: Das wußte ich nicht, dass sie nochmal geheiratet haben: Mazel Tov!!

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Der Abzug aus Gaza II


Henryk Broder schreibt schon wieder etwas wahres. Während ich versucht habe, das diplomatisch auszudrücken, bennent er die Dinge beim Namen:

„Im Irrenhaus ist die Hölle los. Ich habe noch nie und nirgendwo so viele Durchgeknallte auf so knappem Raum erlebt wie im Gaza-Streifen. An einige kann ich mich noch besonders gut erinnern. In Netzarim, einer vollkommen isolierten Siedlung inmitten des Gaza-Streifens, traf ich eine junge Frau und Mutter, die mir allen Ernstes klar zu machen versuchte, es gäbe auf der ganzen Welt keinen besseren Ort zum Leben als Netzarim – obwohl sie zu Fuß gerade zum Sicherheitszaun gehen konnte und einen gepanzerten Bus nehmen musste, wenn sie mal „nach Israel“ wollte.“

Eine weitere Beobachtung teilt Broder:

„Die meisten kamen aus den USA und aus Frankreich, und es waren erstaunlich viele Konvertiten darunter, die vor kurzem zum Judentum übergetreten waren. „Echte“ Israelis waren in der Minderheit.“

Gaza: Lasst die Siedler, wo sie sind! – auf SPIEGEL.de

Ariel Scharon richtete folgende Worte an die Bürger Israels:
Bürger Israels,

der Tag ist gekommen. Wir beginnen den schwersten und schmerzlichsten Schritt von allen die Räumung unserer Siedlungen im Gazstreifen und der nördlichen Westbank.

Dieser Schritt fällt mir persönlich sehr schwer. Die israelische Regierung hat die Entscheidung zur Abkopplung nicht leichten Herzens getroffen, und der Knesset ist es nicht leicht gefallen, sie zu genehmigen.

Es ist kein Geheimnis, dass auch ich, – wie viele andere, – geglaubt habe, dass wir ewig an Netzarim und Kfar Darom festhalten können. Doch die sich wandelnde Realität in Israel, in der Region und in der Welt hat mich dazu gebracht, die Dinge anders einzuschätzen und meine Position zu ändern.

Wir können an Gaza nicht ewig festhalten. Dort leben mehr als eine Million Palästinenser, und ihre Zahl verdoppelt sich mit jeder neuen Generation. Sie sind so eng zusammengepfercht wie in keinem Flüchtlingslager, sie leben in Armut und Bedrängnis, ohne Aussicht auf Hoffnung, und der Hass nimmt täglich zu. Aus Stärke, nicht aus Schwäche, machen wir diesen Schritt. Wir haben versucht, mit den Palästinensern Vereinbarungen zu treffen, die beide Völker zum Frieden führen. Doch sie sind auf Mauern von Hass und Fanatismus gestoßen.

Der einseitige Abkopplungsplan, den ich vor zwei Jahren initiiert habe, ist die israelische Antwort auf diese Realität. Dieser Plan ist gut für Israel in Bezug auf jedes künftige Szenario. Die Abkopplung reduziert die täglichen Auseinandersetzungen und die Opfer auf beiden Seiten. Die israelische Armee wird hinter dem Sicherheitszaun erneut Verteidigungslinien errichten. Wer uns weiter bekämpfen will, wird dort auf die israelische Armee und israelische Sicherheitskräfte treffen.

Es ist jetzt die Pflicht der Palästinenser, zu beweisen, dass sie den Terror bekämpfen und seine Organisationsstrukturen auflösen. Sie müssen ihre Absicht zum Frieden unter Beweis stellen. Dann können sie mit uns an einem Verhandlungstisch sitzen.

Die Welt wartet auf die palästinensische Reaktion, entweder die Hand zum Frieden oder die Gewalt des Terrors. Der ausgestreckten Hand des Friedens werden wir mit einem Ölzweig begegnen, doch auf Gewalt werden wir mit Gewalt reagieren, kräftiger denn je.

Die Abkopplung wird uns einen Blick nach innen ermöglichen. Unsere nationale Agenda wird sich ändern. Die Wirtschaftpolitik wird sich auf die Schließung der gesellschaftlichen Kluft und eine echte Armutsbekämpfung konzentrieren können. Wir werden das Bildungssystem und die persönliche Sicherheit jedes einzelnen Staatsbürgers verbessern.

Der Streit um den Abkopplungsplan führte zu tiefen Wunden, zu bitterem Bruderhass, scharfen Äußerungen und Taten. Ich verstehe den Schmerz und die Frustration der Gegner. Doch wir sind ein Volk, auch in Streit und Diskussionen.

Siedler des Gazastreifens, heute geht ein prächtiger Abschnitt der Geschichte Israels zu Ende. Es ist der zentrale Abschnitt in der Geschichte Ihres Lebens als Pioniere und als jene, die im Namen von uns allen die Last der Verteidigung und der Besiedlung getragen haben. Ihr Schmerz und Ihre Tränen sind ein untrennbarer Teil der Geschichte dieses Landes. Daran können Meinungsverschiedenheiten nichts ändern, wir werden Sie nicht fallen lassen, und nach der Räumung werden wir alles tun, um Ihr Leben und Ihre Gemeinden wieder aufzubauen.

Ich möchte den Soldatinnen und Soldaten der israelischen Armee, den Polizistinnen und Polizisten der israelischen Polizei und dem Grenzschutz sagen: Ihnen steht eine schwere Aufgabe bevor Ihnen steht kein Feind gegenüber, sondern Brüder und Schwestern. Empfindsamkeit und Geduld sind das Gebot der Stunde. Ich bin mir sicher, dass Sie sich so verhalten werden.
Ich möchte, dass Sie wissen, dass das gesamte Volk hinter Ihnen steht und stolz auf Sie ist.

Bürger Israels,

die Verantwortung für die Zukunft ist mir auferlegt. Ich habe den Plan initiiert, da ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass er lebenswichtig für Israel ist. Glauben Sie mir, der Schmerz, den ich dabei fühle, ist genauso groß wie die volle Überzeugung, dass wir das tun müssen.

Wir begeben uns auf einen neuen Weg, der nicht wenige Gefahren in sich birgt, der aber auch ein Hoffnungsschimmer für uns alle ist. Mit Gottes Hilfe wird dieser Weg ein Weg der Einheit sein und nicht der Spaltung, ein Weg der gegenseitigen Anerkennung und nicht des Burderzwists, von bedingungsloser Liebe und nicht von bedingungslosem Hass.
Ich werde alles daran setzen, dass es so sein wird.

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http://www.pmo.gov.il/PMO/Communication/PMSpeaks/speech150805.htm