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Gut – böse – gut – böse – gutbösegutbösegut…

Hebron. Israelische Soldaten patrouillieren in der Stadt. In einem der Häuser läuft der »Gangnam Style«. Sie gehen in das Haus. Drinnen läuft eine Hochzeit. Eine palästinensische Hochzeit.
Aber die Leute sind fröhlich und tanzen. Es besteht offensichtlich kein akkutes Interesse an Feindseligkeiten.
Die Soldaten scheinen das zu spüren und tanzen mit.
Natürlich wird das aufgezeichet. Diese Grenzüberschreitung ist einfach zu cool, um sie nicht zu dokumentieren.

Klingt nett. Ist es irgendwie auch. Allerdings haben die beiden Soldaten ihre Posten verlassen. Nicht so sehr smart. Und nicht nur dafür gab es massiven Ärger. Sie wurden suspendiert.
In einem Bericht des israelischen Fernsehens hieß es, dass zumindest die Gäste mit der Hamas in Verbindung stünden.
Dann die Bedenken: Man bedenke, wenn die Soldaten dies im Gaza-Streifen gemacht hätten – falls dort überhaupt jemand den »Gangnam Style« spielen darf. Dort hätte man vermutlich nach fünf Minuten die Körper der beiden Soldaten durch die Straßen gezogen. Eine Geschichte aus dem extremen Graubereich zwischen gut und böse.

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Das Ende des Geduldsfadens

Definitiv ist nun der Geduldsfaden gerissen. Nachdem 2008/2009 Israel auf den massiven Beschuss aus Gaza reagierte und Bodentruppen einsetzte, wurde zwar die Anzahl der Raketen und Mörsergranaten kleiner als in den Jahren zuvor, aber die Tendenz stieg neuerlich wieder.
Übrigens: Als im Oktober syrische Granaten in der Türkei niedergingen, war die Hysterie groß.
In ähnlichen Situationen rät die Weltöffentlichkeit Israel zur Besonnenheit. Dabei gingen dort seit 2001 etwa 13 000 Flugkörper nieder:

Anzahl der Raketen die auf Israel abgefeuert wurden

Anzahl der Raketen die auf Israel abgefeuert wurden – seit 2001


Zuletzt also mit steigender Tendenz. Was für ein Signal soll das aussenden? Es ist natürlich eine Aufforderung zur Handlung, eine beständige Provokation an die Adresse Israels. Möglicherweise gerade mit dem Ziel, Israel zu einer Reaktion zu zwingen. Wohl wissend, wie die Medien der Welt auf die Verteidigung Israels reagiert. Ein Kalkül dessen Rechnung natürlich die Bevölkerung Gazas zahlt. Deren Schicksal muss freilich den Plänen der Regierenden in Gaza untergeordnet werden. Tote Palästinenser verkaufen sich für die Propagandamaschine gut. Jedenfalls besser als die schiitischen Muslime, die durch die Hand anderer Muslime starben.

Und so eröffnete Israel nun tatsächlich Kampfhandlungen seinerseits nach einer Zeit der Geduld, die für die betroffenen Bewohner Israels zermürbend war.
Wo? Auf twitter scheinbar. Dort wurde die Aktion angekündigt:

und auch der Name der Aktion veröffentlicht:

Pillar of defense in englischer Sprache und Amud Anan in hebräischer Sprache. Ein Begriff den religiöse Leute schnell zuordnen können. Gemeint ist damit die Wolkensäule aus dem zweiten Buch Mosche, Kapitel 13 und 14 (Beschallach):

Und der Engel G-ttes, der vor dem Heere Jisraels herzog, brach auf und trat hinter sie; und die Wolkensäule brach auf von vorn und stellte sich hinter sie.
Und sie kam zwischen das Heer der Mitzrim und das Heer Jisraels, und sie wurde dort Wolke und Finsternis, und erleuchtete hier die Nacht; und so nahte jenes diesem nicht die ganze Nacht.

Eine Wolkensäule, welche die Kinder Jisraels beschützte und sogar die Steine und Pfeile der Ägypter, der Mitzrim, abwehrte, so kommentiert Raschi diese Stelle jedenfalls weiter. Hört sich zunächst pathetisch an, stellt aber einen interessanten und naheliegenden Zusammenhang her. Jedenfalls einen klareren als Pillar of defense.

Und im Gegensatz zur eigenen Administration, sorgt sich die Tzahal um die Zivilbevölkerung Gazas und fordert sie auf, von den Einrichtungen der Hamas fern zu bleiben. Dieses Mal reicht die Unterstützung für Israel sehr weit, auch in die progressiveren Lager hinein. JStreet ist dabei und auch die Union for Reform Judaism versichert ihre Solidarität. Die Orthodox Union steht ebenfalls nicht zurück.
Nun blicken alle gespannt auf Israel. Die einen, weil sie ihre vorgefertigten Worthülsen endlich rausfeuern möchten (Gewaltspirale, Eskalation, Auge um Auge, Unverhältnismäßigkeit der Mittel) und ihren Hass abfeiern möchten. Die anderen, weil sie sich um die Menschen sorgen. Aufrichtig.

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Tanz in Hebron

Dieses Video ist mittlerweile viral und damit eint es ausnahmsweise Gegner und Freunde des Staates Israel. Die einen mokieren sich über die militärische Präsenz Israels in Hebron, andere freuen sich darüber, dass israelische Soldaten auch mal ein gutes Bild auf einem YouTube Video abgeben. Alle? Natürlich nicht – gegen die Soldaten wurde ein Verfahren eingeleitet, berichtet HaAretz.

Aber tanzende Soldaten? Das kennen wir doch?! Weiterlesen