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Mitgliederstatistik – noch weniger Mitglieder

Mitgliederstatistik der ZWST für 2014: Mitglieder der Jüdischen Gemeinden in Deutschland

Mitgliederstatistik der ZWST für 2014: Mitglieder der Jüdischen Gemeinden in Deutschland

Eine gewisse Dynamik ist zu erkennen – leider keine positive. Die jährliche Mitgliederstatistik der Jüdischen Gemeinden für das Jahr 2014 bestätigt den negativen Trend der vergangenen Jahre.
901 Mitglieder haben die Jüdischen Gemeinden gegenüber dem Jahr 2013 verloren. Von 2013 zu 2012 waren es 797 Mitglieder weniger. Davor 662 Mitglieder weniger. Bei einer kleineren Gesamtanzahl steigt also die Summe der Verluste. Die Tragik dieses Trends werden auch Nicht-Mathematiker erkennen.

Die wichtigsten Eckdaten direkt im Vergleich zu 2013:

2013 2014
Geburten 250 243
Sterbefälle 1244 1335
Übertritte 70 68
Austritte 418 528
Einwanderer 444 652
Auswanderer 150 169

Die Tabelle zeigt uns ein ganz interessantes Detail: Die Anzahl der Auswanderer ist nicht signifikant gestiegen. Trotz der schlechten Lage 2014 und der Massenauswanderung in Frankreich.

Hier eine Tabelle mit Zugängen und Abgängen. Bemerkenswerte Auffälligkeiten (positiv oder negativ) sind hervorgehoben. Potsdam verzeichnet ein Mitgliederwachstum von 6 Prozent und Saar eine Schrumpfung von 4%.

Mitglieder Zugang Abgang Prozent
Baden 5.282 748 627 2%
Bayern 8.923 125 328 -2%
Berlin 10.157 178 326 -1%
Brandenburg 1.082 49 32 [highlight]2%[/highlight]
Bremen 962 16 32 -2%
Frankfurt/M 6.753 245 331 -1%
Hamburg 2.481 78 107 -1%
Hessen 4.861 94 130 -1%
Köln 4.176 79 129 -1%
Meck-Pom 1.450 14 30 -1%
München 9.434 145 108 0%
Niedersachsen 6.993 91 170 -1%
Niedersachsen/lib 1.200 20 7 1%
Nordrhein 16.649 196 334 -1%
Potsdam 376 40 16 [highlight]6%[/highlight]
Rheinland-Pfalz 3.277 44 82 -1%
Saar 966 7 45 [highlight]-4%[/highlight]
Sachsen 2.609 45 69 -1%
Sachsen-Anhalt 1.443 18 59 [highlight]-3%[/highlight]
Schleswig-Holstein 1.260 10 43 [highlight]-3%[/highlight]
Schleswig-Holstein lib. 713 37 20 2%
Thüringen 769 17 6 1%
Westfalen 6.583 92 227 -2%
Württemberg 2.939 50 81 -1%
Summe 101.338 2438 3339 -1%

Der Blick in die Zukunft ist über einen Blick auf die Altersstruktur möglich. 45% aller Gemeindemitglieder sind älter als 60 Jahre:

Alterrstruktur der Jüdischen Gemeinden 2014

Alterrstruktur der Jüdischen Gemeinden 2014

Die Arbeit an einer Bereitstellung einer kleineren und effektiven Infrastruktur müsste also langsam beginnen.
Als man optimistisch in die Zukunft sah, schuf man Infrastrukturen für wachsende Gemeinden. Die schrumpfende Gemeinden werden vermutlich nicht die gleichen Mittel aufbringen können, um diese Strukturen langfristig zu erhalten.

Anhand der Darstellung oben kann man ganz gut erkennen, dass die Gemeinden nun so viele Mitglieder haben, wie in den Jahren 2002/2003.

Alle Daten kann man in der Statistik der ZWST nachlesen.

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Weiter weniger Mitglieder

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden; Zahlen von der ZWST

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden; Zahlen von der ZWST

Die jährliche Mitgliederstatistik der Jüdischen Gemeinden ist da! Leider ist diese nicht besonders vielversprechend. Der Trend ist weiter negativ. Die Anzahl der Gemeindemitglieder geht weiter zurück.

Kurz gesagt: Von 102.135 auf 101.338 sank die Anzahl der Mitglieder. Das sind 797 Mitglieder weniger. Im Vorjahr waren 662 Mitglieder weniger. Es sind also wieder mehr weniger Mitglieder – um das einmal kompliziert zu formulieren. Weiter kratzen die Mitgliederzahlen also von oben an der Grenze von 100.000 Mitgliedern.

Die harten Fakten für 2013:

  • 250 Geburten und 1244 Todesfälle
  • 70 Übertritte und 418 Austritte
  • 444 Zuwanderer und 150 Auswanderer

Einer Geburt stehen also (leider) etwa fünf Todesfälle gegenüber. Übertritte sind natürlich kein Werkzeug, um die weitere Schrumpfung aufzuhalten. Eine Maßnahme wäre vielleicht eine Verminderung der Austritte.
Helfen, ohne etwas auf die Entwicklung auszuwirken, dürfte eine Anpassung der Infrastrukturen an kleinere Gemeinden sein. Viele wurden eingerichtet mit dem Blick auf die steigenden Mitgliederzahlen zwischen 1999 und 2004. Kleine Infrastrukturen dürften einfacher in ihrem Erhalt sein.
Kleine bis mittlere Gemeinden werden das vermutlich nicht durchhalten und jüdisches Leben wird sich auf bestimmte Zentren in Deutschland und Europa konzentrieren. Weniger auf viele kleine Gemeinden.

Die Altersstruktur spricht nicht für den Umkehr des gegenwärtigen Trends:
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Nach der Renaissance des jüdischen Lebens

Wenn man die jährliche Mitgliederstatistik der Jüdischen Gemeinden betrachtet, kann man eine gute Nachricht vermelden: Die 100.000 Mitgliederschwelle ist 2012 noch nicht unterschritten worden.

Von 102.797 auf [highlight]102.135[/highlight]. Das sind nur 662 Mitglieder weniger.
Im Vorjahr gingen 1227 Mitgieder verloren (von 2010 auf 2011).
Das negative Wachstum ist also abgeschwächt, aber noch vorhanden.
Gesamtstatistik 2012
Bemerkenswert ist die individuelle Betrachtung von Landesverbänden und Gemeinden. Hier gibt es Landesverbände, die weiterhin zulegen und welche, die in einem permanenten Schrumpfungsprozess stecken. Der Landesverband Baden etwa, wächst jährlich um zwei Prozent. Weitere Wachstumskandidaten sind Brandenburg (?), Nürnberg und der liberale Landesverband von Schleswig-Holstein. Negative Spitzenreiter sind Hamburg, Thüringen und Saar. Einige andere Landesverbände setzen ihren Minus-zwei-Prozent-Kurs fort. Westfalen-Lippe oder Würtemberg etwa.
Zugänge und Abgänge
Berlin bleibt ebenfalls interessant. Trotz eines gewissen Zores-Levels, wächst Berlin leicht. 112 Austritten stehen 249 Zuzügler aus dem Ausland, 99 aus anderen deutschen Gemeinden und 27 Übertritte gegenüber. 181 Todesfällen allerdings nur 17 Geburten (Frankfurt, München und Nordrhein sind fleißiger – bei weitaus weniger Mitgliedern).
Die Renaissance war 2004/2005 herum – mit einem Aufbau der entsprechenden Infrastruktur. 2006 war der Scheitelpunkt erreicht und nun müsste man sich vielleicht Gedanken machen, wie man trotzdem eine kleinere Infrastruktur schafft, die auch von kleineren Gemeinden aufrecht erhalten werden kann. Sofern die Notwendigkeit dafür besteht.
Alle Daten kann man in der Statistik der ZWST nachlesen.

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Rasant

Formulieren wir das mal mit politischem Vokabular: Wenn wir die Statistik der Juden betrachten, die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind, müssen wir von einem deutlichen Negativwachstum sprechen. Die Rede ist nur von einem Prozent, aber in absoluten Zahlen ist es beeindruckender: Eine mittlere Gemeinde geht nun jährlich verloren. Von 104.024 im Jahr 2010 auf 102.797 im Jahr 2011. 2012 wird sicher den Trend nicht abschwächen:

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden in Deutschland

Mitgliederentwicklung der Jüdischen Gemeinden in Deutschland

Die Frage ist, ob die 100.000 Marke schon 2012 im negativen Sinne geknackt wird. Eine Wendung wird eher nicht eintreten, wenn man sich die Altersstruktur der Gemeinden von 2010 anschaut:

Wenn man den Prozess für einen Landesverband betrachtet, werden die Zahlen noch deutlicher. Westfalen-Lippe bietet sich an, weil er einige größere und kleinere Gemeinden im städtischen Umfeld umfasst, einige eher im ländlichen Randbereich und eine Gemeinde in einer absoluten Insellage (Münster):
Von 7008 Mitgliedern im Jahre 2009 auf 6789 Mitglieder im Jahre 2011. Vom Jahr 2009 auf das Jahr 2010 gab es ein negatives Wachstum von einem Prozent. In der Folgeperiode sogar von zwei Prozent. Rasant also. Für andere Landesverbände und Gemeinden nachzulesen in der Statistik der ZWST.
Wie wird es also weitergehen? Werden sich kleinere Gemeinden halten können? Welche, die vor wenigen Jahren erst gegründet wurden?

Sergio Della Pergola, Bevölkerungswissenschaftler an der Hebräischen Universität in Jerusalem, schätzt mit Blick auf die derzeitige Entwicklung des europäischen Judentums, dass über kurz oder lang nur noch Gemeinden mit rund 4.000 Mitgliedern eine realistische Überlebenschance haben. Bezogen auf Deutschland hieße dies: Lediglich Gemeinden wie Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Hannover und Köln wären auf der sicheren Seite. Julius H. Schoeps, Jüdische Allgemeine vom 19.11.2009

Einige Juden sind nicht in der Statistik erfasst. Wenn sie, aus verschiedensten Gründen, nicht Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind, dann tauchen sie auch nicht auf. Oder wenn die Gemeinde nicht Mitglied im lokalen Landesverband ist und somit auch nicht durch den Zentralrat der Juden in Deutschland repräsentiert wird. In Berlin leben vermutlich und ungefähr 18.000 Israelis. Die wenigsten dürften Mitglied der Gemeinde sein. In anderen großen Städten Deutschland trifft man zuweilen Israelis die länger in Deutschland sind, aber nicht Mitglied der örtlichen Gemeinde. Im Oktober hat sich übrigens ein Artikel in der Jüdischen Allgemeinen mit dem Phänomen beschäftigt (hier).

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Mitgliederentwicklung der Gemeinden

Der Schrumpfungsprozess setzt sich fort. Laut Mitgliederstatistik der ZWST hat sich der dramatische Trend der letzten zwei Jahre jedoch etwas abgemildert. So waren es am 31.12.2010 nur 217 Mitglieder weniger. Nach dem rasanten Schrumpfen im Vorjahr ist diese Zahl eine Überraschung.
Vom Aufblühen konnte man also bis 2006 sprechen. Jetzt stehen, trotz der moderaten Schrumpfung 1.081 Todesfälle 168 (!) Geburten gegenüber. Dazu kommen 423 Austritte, aber offenbar wieder 667 Einreisen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Immerhin 354 Juden aus anderen Ländern kamen noch Deutschland und wurden hier Mitglieder einer Gemeinde.

Schauen wir uns an, wie sich die Altersstruktur verschoben hat:

Zuwächse sind nur bei den Gruppen der 22-30 jährigen, den 71-80jährigen und den über 80jährigen zu verzeichnen.

Übertritte zum Judentum – Ein Phänomen?
Soviel ist klar: Übertritte federn den Mitgliederverlust nicht auf. Von 23 wurden in nur 11 Landesverbänden Übergetretene neue Mitglieder. Insgesamt 81 Neumitglieder wären das insgesamt. Weil die Zahl nicht so sehr aussagekräftig ist, weil klar ist, dass in Landesverbänden mit großen Gemeinden größerer absolute Zahlen stehen werden, habe ich das auf Übertritte pro Tausend Gemeindemitglieder heruntergerechnet und so entstand eine kleine Hitliste:

  1. Berlin 3,26 pro Tausend Mitglieder
  2. Baden 1,75 pro Tausend Mitglieder
  3. Westfalen 1,71 pro Tausend Mitglieder
  4. Niedersachsen (liberale) 1,71 pro Tausend Mitglieder
  5. Mecklenburg?Vorpommern 1,20 pro Tausend Mitglieder
  6. Frankfurt/M. 1,17 pro Tausend Mitglieder
  7. Nordrhein 0,41 pro Tausend Mitglieder
  8. Niedersachsen 0,28 pro Tausend Mitglieder
  9. Köln 0,23 pro Tausend Mitglieder
  10. München 0,21 pro Tausend Mitglieder
  11. Bayern 0,11 pro Tausend Mitglieder

Neben Berlin liegt Baden vorne. Der Blick in den Landesverband Baden scheint zu lohnen, die Zahlen sind, entgegen dem Gesamttrend, immer positiv.

Mit großem Dank an Kommentator Yankel Moishe, der auf die neue Statistik aufmerksam gemacht hat.

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Gemeindemitglied muss man werden wollen

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 23.09. ein interessantes Urteil gesprochen: Man kann nicht Mitglied einer jüdischen Gemeinde sein, ohne dass man dies nicht selber möchte. Offenbar auch dann nicht, wenn in der Steuerkarte irgendein Kürzel für jüdische Konfession eingetragen hat. Internetbenutzer würden sagen, die Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde funktioniert nun über ein Opt-in Verfahren: Man muss die Mitgliedschaft explizit bestätigen. Bisher gibt es bei einigen Gemeinden ein Opt-out Verfahren über die Steuerkarte. Das Bundesverwaltungsgericht nennt das Keine Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde ohne eindeutige Willensbekundung:

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass die jüdische Gemeinde in Frankfurt ein aus Frankreich zugezogenes Ehepaar jüdischen Glaubens nicht mit Wirkung für das staatliche Recht als Mitglied behandeln darf. Damit entfällt insbesondere die Möglichkeit, das klagende Ehepaar zur Kultussteuer (Kirchensteuer) heranzuziehen.
Nach der Satzung der beklagten Gemeinde bestimmt sich die Mitgliedschaft in ihr nach der jüdischen Religionszugehörigkeit, die insbesondere durch die Abstammung von einer jüdischen Mutter vermittelt wird, und der Wohnsitznahme. Eine so begründete Mitgliedschaft in der rechtlich verfassten Religionsgemeinschaft kann im staatlichen Recht wegen des Grundrechts der Bekenntnisfreiheit nur dann anerkannt werden, wenn sie von einer Willensentscheidung des Betroffenen getragen ist. Das Berufungsgericht hat u.a. der Erklärung der Kläger gegenüber dem Einwohnermeldeamt über ihre Religionszugehörigkeit eine derartige Willensbekundung entnommen.
Dem ist das Bundesverwaltungsgericht nicht gefolgt. Zwar haben die Kläger nach ihrem Zuzug gegenüber der Meldebehörde im Anmeldeformular bei der Frage nach der Religion „mosaisch“ angegeben. Vor dem Hintergrund vielfältiger Strömungen im Judentum geht aus dieser allgemeinen Auskunft über die Glaubenszugehörigkeit aber nicht mit der gebotenen Eindeutigkeit hervor, dass die Kläger, die sich nach ihren Angaben dem liberalen Judentum verbunden fühlen, der in Frankfurt bestehenden jüdischen Gemeinde in ihrer konkreten Ausrichtung zugehören wollen.
Schließlich kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass allein die bisherige Mitgliedschaft in einer jüdischen Gemeinde in Frankreich im Falle des Wohnsitzwechsels automatisch die Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde des neuen Wohnorts zur Folge hat. Bundesverwaltungsgericht

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Anzahl schrumpft schneller

Die Jüdische Gemeinschaft in Deutschland schrumpft weiter und das mit erhöhter Geschwindigkeit. Schrumpfte die Gesamtzahl der Gemeindemitglieder vom Jahr 2008 auf das Jahr 2009 um 1 Prozent, so schrumpfte die Zahl von 2009 auf Anfang 2010 um 2 Prozent. Jährlich gehen so viele Menschen verloren, wie eine recht große Gemeinde in Deutschland Mitglieder hat. Der Trend setzt sich also fort. Die neue Mitgliederstatistik für das Jahr 2009 der ZWST unterstützen die Thesen, die ich im vergangenen Jahr (hier) aufstellte. (Bilder für Großansicht anklicken)

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Was wir erfahren, ist nicht sehr ermutigend. Es gibt Landesverbände die wachsen, aber die überwiegende Mehrheit schrumpft. Mitglieder 2010 meint natürlich, wieviele Mitglieder es am 31. Dezember 2009 waren. In den ersten Spalten sehen wir die Zahlen aus dem Jahr 2008 und ihre Veränderung zum Jahresende und die Anzahl der Juden zu Beginn des Jahres 2009. Hier aufgeschlüsselt in die einzelnen Landesverbände.

Gesamtstatistik 2008-2010 - Klick für Großansicht

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Problem erkannt – Gefahr gebannt?

Im August wurden in diesem Blog die Zahlen zum Mitgliederrückgang in den jüdischen Gemeinden präsentiert und gezeigt. Der Ausblick war gruselig und die Alterspyramide nicht sehr verheißungsvoll.
Die Alterspyramide
Unter anderem nahm ich Bezug auf Schoeps, der nun in der Jüdischen Allgemeinen seine Thesen auf der Titelseite erneut aufrollt, dieses Mal aber verbunden mit der Aufforderung, etwas dagegen zu unternehmen. Auch wirft er die Frage auf, was mit den neu aufgebauten Gemeindezentren passieren soll, die auch in Gemeinden entstanden, deren Zukunft, angesichts der demographischen Prognose, alles andere als gesichert ist:

Und was wird angesichts einer solchen Prognose aus modernen Synagogen und Gemeindezentren, die überall im Lande mit viel Aufwand entstanden sind? Ereilt sie ein ähnliches Schicksal wie das mancher Kirchen? von hier

Auf Seite 9 der gleichen Ausgabe dann der nächste Hinweis. Dieses Mal geht es um Austritte aus den Gemeinden und die Probleme durch Wegbrechen der jungen Familien. Interessanterweise behauptet die nichtjüdische Presse zeitgleich etwas vollkommen anderes. Eine Lokalzeitung berichtet vom Jugendkongress 2009:

Ein epochaler Generationenwechsel vollzieht sich in den Strukturen jüdischer Institutionen in Deutschland. Die Jahrgänge, die noch stark geprägt sind von Shoa und Nachkriegszeit, ziehen sich derzeit altersbedingt aus verantwortlichen Positionen zurück.
Mit viel Elan und jugendlichen Schwung drängen Menschen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren in führende Funktionen jüdischer Gemeinden. Aber auch für jene Menschen stellt sich die Frage Jude sein in Deutschland wozu?. Von hier Mainpost

Die Frage ist also nicht mehr, wohin die Reise geht, sondern welche Flexibilität besteht, um mit der neuen Situation umzugehen. Inhaltliche Arbeit mit der Generation der jungen Eltern, Studierenden und Verdienenden müsste dann in den Vordergrund rücken und die ist so ganz anders, als dass, was man häufig angeboten bekommt. Diese Generation gilt als religiös nicht interessiert – zu Unrecht! Wenn Inhalte angeboten werden, dann gibt es auch Menschen, die sich dafür interessieren. Es sind nicht so viele, wie die Schüler, die an einem Abend im Kino teilnehmen, aber sie substantiell wichtig für einen Fortbestand des Judentums und der liegt wahrscheinlich nicht in der Masse der Gemeindemitglieder, sondern in kleineren Gruppen von Personen, die deckungsgleiche Ansichten haben und Judentum leben. In den Kommentaren zu Offener Protest angekündigt, wird auch darüber nachgedacht, was jüdische Gemeindearbeit ausmacht bzw. ob man nicht lieber von der inhaltlichen Arbeit abrückt, um überhaupt jemand in die Räumlichkeiten zu holen. Folklore gegen Tradition im Sinne von Mesorah – ?????.
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