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Handfest

Was sich bei Juden schon seit Beginn der israelischen Antwort auf den Raketenbeschuss bemerkbar gemacht hat, ist nun auch in der Allgemeinheit angekommen:
Viele der Friedensdemonstrationen sind ein Ventil für handfesten Antisemitismus, niemals seit der Schoah haben europäische Straßen so offensichtliche Bekundungen von Antisemitismus gehört.
Neuer Slogan ist seit neuester Zeit die Formulierung »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein«. Die hat etwas bewegt. Die Berliner Polizei schätzt das nicht als Straftat ein, möchte es aber dennoch verbieten.
Zu schreiben, wie die Zeit, der Konflikt hat längst auch Deutschland erreicht, ist angesichts dessen verzerrend, denn das würde bedeuten, die Konfliktparteien seien in Deutschland präsent. Tatsächlich sind die Juden in Deutschland keine Konfliktpartei. Das sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein. Weiterlesen

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Die Saat geht auf

Synagoge Baumweg (Frankfurt am Main) im Juli 2014

Synagoge Baumweg (Frankfurt am Main) im Juli 2014

Worum geht es bei der Solidarität mit Gaza? Um Frieden? Das wäre schön!

Die Ereignisse in Israel und Gaza sind offenbar Auslöser (aber nicht der Grund!) offenen Antisemitismus zu zeigen. Das Bild oben zeigt die Synagoge Baumweg im Juli 2014.
Das Skandieren von »Kindermörder Israel« gehört natürlich zum Standardrepertoire der Friedensdemonstranten, aber zuweilen bleibt es nicht dabei.
In Essen suchen die Demonstranten die Nähe der Alten Synagoge – siehe Bericht hier.
In Frankfurt am Main wurden Fahnen der Hamas gezeigt: Islamisten demonstrierten gemeinsam mit Linken und Neonazis (siehe Bericht hier). Im Anbetracht dieser Gemengelage wundert man sich aber doch, dass die Demonstranten die Mikrofone der Polizei nutzen durften. Bedeutet: Mit dem Gerät deutscher Polizisten wird hier gegen Israel (und irgendwie auch gegen Juden) demonstriert.

In anderen Städten wie Dortmund, München und Berlin wurde ebenfalls demonstriert. In den seltensten Fällen für Frieden.

Was sich hier offen zeigt, schlummert nicht erst seit Anfang Juli in den Menschen und es wird sich mit großer Sicherheit ausweiten, wenn dem nicht massiv entgegengetreten wird. Bisher wird wenig dagegen unternommen. Besser wird es nicht. Die Saat der antiisraelischen und antijüdischen Propaganda geht auf. Selbst die Positionen von extremen Gruppierungen wie der Hamas werden fraglos übernommen.

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Noch mehr Raketen

Bis zum 7. Juli (siehe hier) wurden seit dem 1. Juli 2014 165 Raketen aus Gaza abgefeuert. Nur wenige Tage später, am 10. Juli 2014 sind es bereits 584. Umgerechnet 292.000 Euro – Geld das man prima für humanitäre Hilfe hätte ausgeben können, oder auch (verrückte Idee) für die Gehälter der Angestellten der eigenen Verwaltung. Diese Details unterstreichen: Der Hamas geht es nicht um ein eigenes Land mit funktionierender Infrastruktur, sondern primär um den Erhalt der eigenen Macht.

Raketen bis zum 10. Juli 2014

Oder man formuliert es um und schreibt, dass die Hamas nach einer breit angelegten militärischen Kampagne ruft, weil sie dringend aus ihrer innenpolitischen Lage muss. Aus irgendeinem Grund hat es ein Artikel, der das ähnlich sieht, auf die Seite von Spiegel Online geschafft.

Es ist wenig überraschend, dass die 584 Raketen von der Propaganda heruntergespielt oder ausgeblendet werden. Und das fruchtet und das ist wirklich überraschend, denn eigentlich sollte es jeden Menschen nachdenklich machen, dass die Hamas von einer humanitären Katastrophe spricht, aber andererseits viel Geld dafür ausgibt, den Staat Israel herauszufordern.
Ist die Propaganda also so gut, dass einfacherer Gemüter in die Falle tappen? Oder ist die Wahrnehmung nur noch ideologisch gefärbt? (Rhetorische Frage)

Denn bereits jetzt gab es erste Demonstrationen gegen Israel. Etwa in Dortmund. Dort durfte »Tod, Tod, Israel!« gerufen werden. Für die Stadt Essen hat der Linkspartei Jugendverband Solid für den 18. Juli zu einer Demo eingeladen (ruhrbarone berichten). Im Aufruf zu der Veranstaltung wird gesagt, was gefordert werden soll: »Sofortiger Stopp der Bombardierungen Gazas durch die israelischen Armee und die Freilassung der politischen Gefangenen.« Ein Text der übrigens zuvor lautete: »Sofortiger Stopp der militärischen Aggressionen der israelischen Armee und die Freilassung der politischen Gefangenen.«

Derweil in Israel :

Etwas, was der Staat hinnehmen soll, nach Ansicht der Demonstrationsorganisatoren.

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Raketen aus Gaza – was nun?

In Deutschland wurde es die Nacht hindurch und am Morgen auf allen Kanälen gesendet: Aus Gaza werden Raketen abgefeuert. Grund für die eilige Berichterstattung? Auf ein Schiff mit deutschen Urlaubern, die AIDAdiva, fielen Teile von Raketen. Nach Medienberichten Reste israelischer Abwehrgeschosse. Wäre eine Rakete auf dem Schiff niedergegangen würde wohl ununterbrochen berichtet werden. Und das ist sie, die Logik. Werden israelische Städte beschossen, wird Israel zur Zurückhaltung aufgefordert. Sind Urlauber betroffen, erhält die ganze Geschichte gleich eine andere Brisanz.

Und der Beschuss hat wieder zugenommen. Es scheint Phasen zu geben, in denen israelische Reaktionen offensichtlich provoziert werden sollen.

Hier das Jahr 2014 bis Juli (der noch nicht einmal zur Hälfte vorüber ist). Alle Zahlen aus öffentlichen Quellen, möglicherweise waren es sogar mehr Geschosse.

Raketen aus Gaza 2001-2014

Raketen aus Gaza 2001-2014

Wenn man bedenkt, dass eine Rakete in der Herstellung etwa 500 Euro kostet, kann man feststellen, dass die Hamas vom 1. bis zum 7. Juli bereits 82.500 Euro nur für den Beschuss israelischer Städte ausgegeben hat. (In der Grafik die Zahlen)

Raketen Januar 2014 bis Anfang Juli 2014

Raketen Januar 2014 bis Anfang Juli 2014

Mit dem Ergebnis, dass den eigenen Bürgern damit nicht geholfen ist und Israel Reservisten mobilisiert. Rückgerechnet bis zum Jahr 2001 wären das etwa 5 Millionen Euro. Seitdem hat sich die Lage der Bevölkerung nicht verbessert. Sicher hätte man das Geld auch in humanitäre Projekte investieren können? Der Erfolg der Propaganda (»Israel marschiert in Gaza ein!«) ist im Ausland sicherlich groß, aber dennoch: Was hat es an der Lebenssituation der Menschen in Gaza verändert?
Natürlich kann man mit militärischer Aggression über innenpolitische Defizite hinwegtäuschen und die Bevölkerung beschäftigen. Ist das der politische Masterplan? Machterhalt über einen weiterschwelenden Konflikt mit Israel? Offenbar lautet die Antwort Ja.

Von der Angst in der israelische Familien leben müssen, muss an dieser Stelle nicht einmal gesprochen werden. Wer ein wenig Empathie besitzt, kann das vielleicht nachvollziehen.

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Raketen aus Gaza

Eine Art Reminder ist dieser Beitrag:

Auch wenn sie in den Medien nur dann Erwähnung finden, wenn die israelische Seite reagiert –
es gibt sie noch, die Raketen und Granaten aus Gaza. 2013 waren es 53 Raketen und 12 Granaten. Im Januar 2014 waren 28.
Für Aufmerksamkeit sorgten zuletzt Raketen während der Beisetzung von Ariel Scharon.

Raketen 2001-2014 (Januar)

Raketen 2001-2014 (Januar)

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Piraten, Volkstrauertag und Gaza

Man kann angesichts der medialen Lage und der Darstellung Israels in der Öffentlichkeit wohl nicht mehr verlangen, dass der durchschnittliche Leserbriefschreiber und Onlinezeitungskommentator sich irgendwie differenziert äußert oder Empathie empfindet. Bevor man einwendet, er empfinde doch Empathie, aber eben für die Leute in Gaza, muss man direkt vorweg nehmen: Nein. Er empfindet vor allem etwas gegen Israel. Punkt. Sonst würde ihn das Leid der Menschen in Darfur, Syrien oder sonst irgendwo auf der Welt auch bewegen oder interessieren.

Von den Volksvertretern hingegen erwartet man differenziertere Stellungnahmen. Dietmar Schulz Abgeordneter des Landtages in Nordrhein-Westfalen (und übrigens auch Jurist) erfüllt diese Erwartung nicht so richtig. Er twitterte zu einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag:


Kurzum: Wir weinen hier um die Juden und die bomben fleißig.
Eine Schlussfolgerung liegt nahe und muss an dieser Stelle wohl nicht extra gezogen werden.
Nahezu überflüssig zu erwähnen, dass der Mann Abgeordneter der Piraten ist.
Vielleicht sollte die Bundeszentrale für politische Bildung den neuen Abgeordneten mal ein kleines Paket an Basisinformationen schnüren?

hat tip an Orden des Leibowitz

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Das Ende des Geduldsfadens

Definitiv ist nun der Geduldsfaden gerissen. Nachdem 2008/2009 Israel auf den massiven Beschuss aus Gaza reagierte und Bodentruppen einsetzte, wurde zwar die Anzahl der Raketen und Mörsergranaten kleiner als in den Jahren zuvor, aber die Tendenz stieg neuerlich wieder.
Übrigens: Als im Oktober syrische Granaten in der Türkei niedergingen, war die Hysterie groß.
In ähnlichen Situationen rät die Weltöffentlichkeit Israel zur Besonnenheit. Dabei gingen dort seit 2001 etwa 13 000 Flugkörper nieder:

Anzahl der Raketen die auf Israel abgefeuert wurden

Anzahl der Raketen die auf Israel abgefeuert wurden – seit 2001


Zuletzt also mit steigender Tendenz. Was für ein Signal soll das aussenden? Es ist natürlich eine Aufforderung zur Handlung, eine beständige Provokation an die Adresse Israels. Möglicherweise gerade mit dem Ziel, Israel zu einer Reaktion zu zwingen. Wohl wissend, wie die Medien der Welt auf die Verteidigung Israels reagiert. Ein Kalkül dessen Rechnung natürlich die Bevölkerung Gazas zahlt. Deren Schicksal muss freilich den Plänen der Regierenden in Gaza untergeordnet werden. Tote Palästinenser verkaufen sich für die Propagandamaschine gut. Jedenfalls besser als die schiitischen Muslime, die durch die Hand anderer Muslime starben.

Und so eröffnete Israel nun tatsächlich Kampfhandlungen seinerseits nach einer Zeit der Geduld, die für die betroffenen Bewohner Israels zermürbend war.
Wo? Auf twitter scheinbar. Dort wurde die Aktion angekündigt:

und auch der Name der Aktion veröffentlicht:

Pillar of defense in englischer Sprache und Amud Anan in hebräischer Sprache. Ein Begriff den religiöse Leute schnell zuordnen können. Gemeint ist damit die Wolkensäule aus dem zweiten Buch Mosche, Kapitel 13 und 14 (Beschallach):

Und der Engel G-ttes, der vor dem Heere Jisraels herzog, brach auf und trat hinter sie; und die Wolkensäule brach auf von vorn und stellte sich hinter sie.
Und sie kam zwischen das Heer der Mitzrim und das Heer Jisraels, und sie wurde dort Wolke und Finsternis, und erleuchtete hier die Nacht; und so nahte jenes diesem nicht die ganze Nacht.

Eine Wolkensäule, welche die Kinder Jisraels beschützte und sogar die Steine und Pfeile der Ägypter, der Mitzrim, abwehrte, so kommentiert Raschi diese Stelle jedenfalls weiter. Hört sich zunächst pathetisch an, stellt aber einen interessanten und naheliegenden Zusammenhang her. Jedenfalls einen klareren als Pillar of defense.

Und im Gegensatz zur eigenen Administration, sorgt sich die Tzahal um die Zivilbevölkerung Gazas und fordert sie auf, von den Einrichtungen der Hamas fern zu bleiben. Dieses Mal reicht die Unterstützung für Israel sehr weit, auch in die progressiveren Lager hinein. JStreet ist dabei und auch die Union for Reform Judaism versichert ihre Solidarität. Die Orthodox Union steht ebenfalls nicht zurück.
Nun blicken alle gespannt auf Israel. Die einen, weil sie ihre vorgefertigten Worthülsen endlich rausfeuern möchten (Gewaltspirale, Eskalation, Auge um Auge, Unverhältnismäßigkeit der Mittel) und ihren Hass abfeiern möchten. Die anderen, weil sie sich um die Menschen sorgen. Aufrichtig.

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Flottille schlägt Wellen

Die Emotionen zum Flottillendesaster schlagen hoch, in großer Geschwindigkeit. In einer Geschwindigkeit und Intensität wie sie nur dann erleben, wenn Israel beteiligt ist – jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Bombardierung der Tanklastzüge bei Kunduz mit ungefähr 140 Toten zu solch heftigen Reaktionen geführt hat. Hier wurden gerade die Auswirkungen verglichen, nicht die Umstände!

Da werden heftigst Argumente ausgetauscht: Hatte die Marine das Recht auf die Erstürmung des Bootes? War die Bootsbesatzung bewaffnet, worum ging es eigentlich der Schiffsbesatzung wirklich?

Die ganze Geschichte und ihre Entwicklung hat mehrere Schichten. Versuchen wir sie einzeln zu betrachten und nicht alles in eine riesige Suppe werfen:

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Das Flottillendesaster

Tote sind schockierend und bedauerlich. Der Tod von Menschen ist keine Sache, die man einfach so in Kauf nehmen kann. Wenn es um Israel geht, gilt das noch mehr. Israel hat hohe moralische Ansprüche an sich selber und an Israel werden höchste moralische Ansprüche gestellt. Auch von Staaten, Gruppen oder Personen, für die moralische Maßstäbe sich stündlich ändern. Betrachten wir also in aller Sorgfalt, was da passiert ist.
Die Presse meldete, ein Friedenskonvoi sei über den Seeweg unterwegs nach Gazastadt um Hilfsgüter zu liefern. Etwas, was übrigens jeden Tag auch über den Landweg passiert. Täglich fahren LKWs nach Gaza, um die Stadt mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung zu versorgen. Etwa 15 000 Tonnen Fleisch, Geflügel, Fisch, Milchprodukte, Früchte, Gemüse, Milchpulver und Babynahrung sind das wöchentlich. Seit Januar 2009. Auch Baumaterialien werden, nach Angaben der israelischen Behörden, zugelassen, sofern sie projektbezogen angeliefert werden.
Es war vermutlich allen Beteiligten klar, dass die Reise auf eine Konfrontation mit der israelischen Marine hinausläuft; denn wenn eine Seeblockade ausgerufen wurde, kann man wohl kaum erwarten, dass man die Schiffe passieren lässt. Die Blockade durch Ägypten dürfte ähnlich rigoros durchgesetzt werden.
Für die Marine war die Konfrontation unvermeidbar. Das ist wohl der Grund, warum man die Flottille aufgefordert hat, nach Aschdod zu fahren, dort die Hilfsgüter umzuschlagen und die erlaubten Waren über den Landweg nach Gaza zu bringen. Auf der anderen Seite wussten die Friedensaktivisten, dass ihre Aktion nicht die gewünschte Aufmerksamkeit bringen würde, wenn man nicht zumindest versuchen würde, die Blockade zu durchbrechen. Offenbar war man vorbereitet auf ein Einschreiten der Marine. Die Marineeinheiten, die an Bord der Schiffe gingen, um sie von ihrem Kurs abzubringen, wurden mit Messern, Schlägern und Metallstangen attackiert und letztendlich sogar beschossen. Selbst Fernsehbilder von Al Jazeera zeigen Menschen die mit Eisenstangen auf die Soldaten eingeprügeln. Diese Situation führte zu den toten Aktivisten. Böse Menschen reiben sich die Hände, weil der Plan aufgegangen ist. Das Wort Massaker macht einmal mehr die Runde. Die Presse reagiert unbesonnen und macht mit Überschriften wie Israelische Marine greift Hilfsflotte an oder Blutiger Angriff: Israelisches Kommando stürmt gewaltsam Flottille auf.
Nach Abwägung der Informationen, die zum Zeitpunkt der Aktion vorlagen: Wie hätte die israelische Marine reagieren sollen? Hätte sie so gehandelt, wie man ihr das gerne vorwirft, dann hätte sie die Boote wohl versenken sollen. Hier hat man sich dafür entschieden, Soldaten auf die Boote zu bringen, um den Kurs entsprechend ändern zu können. Dass die Lage eskalieren würde, konnte zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand ahnen. Tobias Kaufmann, der auch für die Achse des Guten schreibt (die kürzlich noch über die humanitäre Lage recht fragwürdige Informationen streute), ist anderer Meinung und geht sogar soweit zu behaupten, Barak sei politisch nicht mehr zu halten.

Diejenigen, die helfen wollen, tun das über die offenen Wege und setzen sich dafür ein, dass die Bürger gut versorgt werden; oder klären uns sachlich darüber auf, dass die Versorgung der Menschen eben nicht gewährleistet werden kann. Die anderen setzen sich für Propaganda ein und helfen damit jedoch nur denjenigen, die ohnehin nicht an einer Konfliktlösung interessiert sind.

Fragen wir uns am Rande, warum die Ägypter nicht einfach die Grenze öffnen und hier den Transport von Lebensmitteln etc. zulassen (mögl. Antwort hier).

Ein Video:

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Wie viele Raketen waren es tatsächlich?

In einem Kommentar zu meinem Beitrag »Den Militärschlag herbeigesehnt« wurde behauptet, der Beschuss mit Kassamrakten und Granaten habe nach einem Angriff Israels Ende November wieder angefangen.
So ist es aber nicht. Bevor der einseitige Waffenstillstand ausgerufen wurde, wurden massenhaft Projektile auf israelisches Gebiet abgeschossen. Im Januar 2008 wollte Israel durch eine Blockade des Gazastreifens gegen den Beschuss vorgehen, der sich aber verstärkte. Am 19. Juni 2008 dann wurde die von Ägypten ausgehandelte sechsmonatige Waffenruhe in Kraft gesetzt. Israel wollte seine Blockade über den Gazastreifen schrittweise lockern. Der Beschuss wurde ab dem 19. Juni 2008 dann tatsächlich sehr eingeschränkt, kam aber niemals vollkommen zum erliegen.
Das zeigt die kleine Grafik, die ich anhand der Daten, welche die Tzahal in ihrem neuen Blog (IDF Spokesperson) nennt, aufbereitet habe.

Statistik der Raketen

Diese Grafik soll keinerlei Form der Aufrechnung dienen, sondern illustrieren, dass der Beschuss kein gelegentliches Ereignis darstellt oder erst kürzlich begonnen habe. Wenngleich »Projektile« eigentlich Geschosse meint, die aus Schusswaffen abgegeben werden, so habe ich dies hier als Sammelbezeichnung verwendet. Ausgewiesen sind auch Granaten. Für Grad Raketen gab es im Jahr 2007 keine Angaben.
Wer sich die Anzahl anschaut, kann vielleicht nachvollziehen, was das mit den Bewohnern der Städte macht, die auch bis zu 16 Mal am Tag einen Schutzraum aufsuchen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird, die beiden Bevölkerungen ein enspannteres Leben ermöglicht.