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Der Ruf nach jüdischen Opfern – Graz

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Die Synagoge in Graz von Willard (Diskussion) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons

Man kann es ganz kurz zusammenfassen:
Es gibt Menschen, die wollen einfach, dass Juden Opfer sind. Ob es sie erregt, wenn Juden Opfer eines Verbrechens werden, vermag ich nicht zu sagen. Man muss aber keine Übergriffe zusammenreimen, wo keine stattfinden. Es gibt eigentlich schon genug davon.
Die Obsession dass »Juden vielleicht beteiligt« sein könnten, spricht nicht von einer besonderen Liebe, sondern eher dafür, dass man Juden ausschließlich als Opfer sehen will. Klar, wen man dann als Täter sehen will – da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
Zuletzt Graz.
Ein Amokfahrer hat drei Menschen getötet. Nur wenige Stunden später hatten einige besonders kluge Menschen herausgefunden, dass der Amokfahrer wohl an der Synagoge vorbeigefahren (!) ist. Eine der Brücken, die über den Fluss Mur führt, liegt in der Nähe der Synagoge – eigentlich direkt gegenüber. Zwischen Synagoge und Fluss bzw. Brücke liegt eine Straße. Von der Straße her sieht man die Ostseite der Synagoge. Also die Rückseite. Das Gebäude (architektonisch nicht der größte Glücksgriff) ist umzäunt. Wenn man in den Innenstadtbereich fahren will, müsste man über diese Brücke.
Der Attentäter hatte etwa 100 Meter von dort entfernt, ein Paar mit einem Messer attackiert.
Die Facebook-Schreiber (und davon gab es leider mehr als einen) und Zeitungs-Website-Kommentarschreiber sind aber, weil sie Wahrheit hinter all den Fakten herauslesen können, vielfach der Meinung, hier handele es sich um ein vertuschtes antisemitisches Attentat.
Der Mann habe seine Fahrt fortgesetzt, nachdem er »keine weiteren Juden« finden konnte.
Davon, dass die attackierte Frau ein Kopftuch trug und Muslima war, erzählen uns die Facebook-Bescheidwisser nichts. Auch nicht davon, dass der Mann, der wohl in Bosnien geboren wurde, sich von »Türken« verfolgt fühlte.
Ich weiß nicht, ob die entsprechenden Experten »enttäuscht« darüber sein werden, dass dieses Attentat mal nicht einer jüdischen Einrichtung galt, aber der Fall in Graz birgt schon ausreichend Grund, sich bestürzt zu zeigen. Das kann man einfach mal sein, ohne so eine Sache zu instrumentalisieren.

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Frag den Rabbiner bei facebook

Es läuft ein interessantes Projekt bei facebook. In der Gruppe »Frag den Rabbiner« können alle Mitglieder (also theoretisch jeder Facebook-Nutzer) Fragen posten und dann darauf warten, dass ein Rabbiner, der Mitglied dieser Gruppe ist, diese Frage beantwortet. Dabei sind keine Leichtgewichte, sondern tatsächlich Rabbiner der Orthodoxen Rabbinerkonferenz, wie etwa Rabbiner Portnoy oder Rabbiner Folger.
Im Prinzip läuft es folgendermaßen ab: Der Fragende postet einen Text mit dem Wort »Frage« vorangestellt und wartet auf Antwort. Irgendwann findet sich ein Rabbiner, der etwas dazu zu sagen hat und antwortet mit – richtig – »Antwort« und einem kurzen Text.
Um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, findet man hier keine Abbildung einer solchen Konversation.
Die Macher der Gruppe sind engagiert und haben hier vielen Nutzern einen großen Dienst erwiesen und man kann ohne Untertreibung behaupten, dass es eine große Mitzwah war. Die steigenden Mitgliedszahlen der Facebook-Gruppe zeigen das große Interesse.

Der Draht zum Rabbiner ist kurz und tatsächlich wird recht schnell geantwortet. Eine Hürde, sei sie emotional oder technisch, an den Rabbiner heranzutreten, gibt es fast nicht und da kommen wir zu der Frage, ob ein solches Projekt in den sozialen Netzwerken funktionieren kann.
Die Antwort lautet: Vielleicht eingeschränkt.

Die Einschränkungen liegen im »Wesen« von Facebook:

  • Es gibt keine Suche. Woher soll ein Nutzer wissen, ob die Frage nicht eventuell schon vorhanden ist, ohne kilometerlang zu scrollen? Frustrierend ist, wenn ein Rabbiner schreibt. Diese Fragen haben wir doch schon vor drei Monaten beantwortet. [highlight]Update:[/highlight] Tatsächlich gibt es in der Webversion von facebook in den Gruppen eine Suchfunktion. In den Apps jedoch nicht.
  • Andere Nutzer sind schneller. Andere Nutzer beantworten die Frage aus ihrer Sicht, diese muss allerdings keine fundierte sein, sondern vielmehr eine Meinung. Oft gut gemeint, aber nicht produktiv, wenn man auf eine Antwort wartet. Hier könnte nur durch permanente Moderation geholfen werden. Das wiederum könnte Nutzer frustrieren. Sie schreiben Antworten und diese werden dann gelöscht.
  • Andere Nutzer sind nicht immer freundlich. Zuweilen kann es passieren, dass Nutzer die Frage etwas herablassend beantworten und sie einfach finden. Wenn etwa eine Dame fragt, ob sie beim Sport Hosen tragen dürfte und ein Nutzer direkt antwortet »Für Männer ist das Pflicht«, dann ist das vielleicht ein Brüller, für die Fragende allerdings vielleicht nicht so nett.
  • Die Antworten sind auf den Punkt. Die Antworten sind verständlich und kurz. Allerdings fehlt manchmal ein wenig Quelle, so dass man das Thema bei Interesse vertiefen könnte. Dass die Rabbiner sich überhaupt damit beschäftigen, ist aber schon allein eine großartige Sache.
  • Diskussionen explodieren Manchmal hat man vielleicht eine Gegenfrage, aber andere schreiben ebenfalls Kommentare unter den eigentliche Beitrag. Facebook informiert einen fleißig weiterhin darüber. Man will das eigentlich nicht alles lesen müssen und will irgendwann nicht mehr über die Einzelheiten informiert werden.

Auswege?

  • Konsequente Moderation – wie schon gesagt/geschrieben, könnte das schnell den Spaß verderben
  • Dokumentation der bisherigen Beiträge in einer Art Tagwolke. Wer sollte sich eine derartige Arbeit machen?
  • Ein anderes Medium nutzen: Rabbiner Folger nutzt sein Blog (siehe hier sein Erst-Posting zu diesem Thema), um die Beiträge für die breite Öffentlichkeit zu bewahren und auffindbar zu machen. Vielleicht wäre ein Blog tatsächlich das bessere Medium. Man könnte Beiträge mit Tags versehen und so schauen, welche Themen schon behandelt worden sind, bzw. danach suchen.

Hoffen wir, dass das »Wesen von facebook« nicht den Erfolg dieses Projekts schmälert.

Update: Es gibt offenbar Bestrebungen, auch Blogtexte einer Exegese zu unterziehen. Die Nennung der Rabbiner bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Schwergewichte gäbe. Präziser gesagt: Da sitzen keine unbeschäftigen Studenten, sondern Gemeinderabbiner vor den Bildschirmen.
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Facebook versteckt Nachrichten

Toll dieses soziale Netzwerk. Man kann so schön schnell in Kontakt miteinander treten und sich austauschen. Irgendwie. Eigentlich sehr gut, dass viele Leser aus dem Blog hier und sogar einige der Jüdischen Allgemeinen, die vielen Kontaktmöglichkeiten ausnutzen und Rückfragen stellen. Geschieht das bei facebook ist das nicht unsmart, weil man direkt sehen kann, wer sich da meldet. Theoretisch jedenfalls.
Nachrichten - Sonstiges Praktisch jedoch erreichen mich die Nachrichten nicht direkt und nicht nur mich. Auch viele andere Nutzer von facebook werden eine Reihe von Nachrichten haben, von deren Existenz sie nichts geahnt haben. Die verstecken sich unter Sonstiges – sofern man diese Option sieht. Dort landen Nachrichten von Gruppen oder Seiten – das wäre eine Art Schutz vor Spam-Nachrichten und eine Entlastung. Allerdings landen dort auch Nachrichten von facebook-Nutzern mit denen man nicht befreundet ist bei facebook und man wird unter Garantie auch nicht per Mail darüber informiert. Also alle smarten Anfragen oder Feedback zu Themen aller Art. Schon gar nicht ist diese Option aus dem mobilen Messenger heraus zu erreichen. Die Nachrichten sind also zuverlässig versteckt.
Es lohnt also, auch mal auf den Punkt Nachrichten zu klicken, um in die Nachrichtenzentrale zu gelangen. Und wer Glück hat, findet hinter Sonstiges keine dreistellige Zahl. Wer sie vorfindet, wird wahrscheinlich für einen arroganten Schnösel gehalten, weil er nicht auf Nachrichten reagiert und keine Antwort schreibt und nicht den Anstand hat vernünftig zu antworten. So wie ich also. Allerdings ist es auch mühsam und sehr chuzpedik, jetzt noch auf Nachrichten aus dem Februar zu antworten. Ändern kann man das nicht. Es gibt keine entsprechende Einstellung – nirgendwo. Man müsste sich also die Mühe machen und diese Option regelmäßig überprüfen. Oder man nimmt, ganz oldschoolig, Kontakt per Mail miteinander auf. Übrigens hat facebook auch die Mailadressen, die man sichtbar schalten kann für andere Nutzer, gegen facebook Mails ausgetauscht – natürlich ohne die Nutzer darüber zu informieren. Da sollte man vielleicht auch einmal einen Blick riskieren und die eigene Adresse eintragen.

Auf diesem Wege also allen, die das gerühmte schnelle unkomplizierte Netzwerk nutzen wollten, um mir irgendetwas mitzuteilen: ein dickes Verzeihung für keine Antwort.

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Verbindung WordPress zu Facebook

Unter den Lesern dieses Blogs sind nicht wenige, die auch bloggen und darunter sind auch welche, die ein Konto bei Facebook haben.
Recht praktisch ist es für die bloggenden Facebookmitglieder, wenn ihre Blogeiträge aus WordPress (in erster Linie auf der eigenen Domain) direkt im Facebook-Profil erscheinen. Schön wäre es, wenn die Beiträge vielleicht auch ein Bild aus dem aktuellsten Artikel enthalten.
Bisher war ein Mittel der Wahl networkedblogs. Eine Anwendung, die automatisiert und regelmäßig Blogbeiträge abholt und diese unter dem eigenen Namen eingestellt hat. Allerdings nur mit einem Screenshot des Blogs, der irgendwann einmal angelegt wurde. Nicht vom aktuellen Beitrag. Zudem öffnete sich bei einem Klick nicht die Seite, sondern die Seite erschien in einem Rahmen von networkedblogs. Hat funktioniert, war aber nicht überragend.
Eine interessantere Lösung ist die Verbindung des großartigen Werkzeuges ifttt.com mit einem WordPress-Plugin namens WordPress Like Thumbnail. Dieses Plugin sorgt dafür, dass bei Verlinkung aus facebook heraus, nicht irgendein seltsames Bild erscheint, sondern entweder eines aus dem Artikel, oder ein festgelegtes Standardbild. Das Plugin ist hier zu finden.
Bei ifttt habe ich ein entsprechendes Rezept angelegt. Man findet es hier. Es fischt den RSS-Feed ab, entnimmt einen Teil des Textes, stellt den Titel davor und stellt das mit einem Link auf Facebook ein. Das dürfte dann etwa so aussehen:

Blogbeitrag bei Facebook

Blogbeitrag bei Facebook


Natürlich muss man ifttt die entsprechenden Rechte einräumen, aber das ist schnell erledigt und das muss man auch für jede andere Anwendung tun, die man mit facebook interagieren lässt. Nutzer, die ein WordPress Blog von wordpress.com nutzen, können ein entsprechendes Werkzeug von WordPress.com nutzen, oder ifttt ohne das famose Plugin nutzen.

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Facebook Timeline gut genutzt

Die Facebook Timeline (oder auch Chronik genannt) wird von immer mehr Nutzern übernommen. Theoretisch könnte man dort sein gesamtes Leben dokumentieren und bebildert präsentieren. Die israelische Anti-Drogen Behörde hat das kreative Potential erkannt und nutzt das Prinzip der Timeline, um den virtuellen Adam Barak zwei Leben zugleich präsentieren zu lassen. Ein Leben mit Drogen und eines ohne.

Wer ein Facebook-Konto hat, sollte sich die Seite einmal anschauen:
Anti-Drug Timeline

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Komm in die Diaspora?

Die Mail hatte einen recht seltsamen Betreff: You’ve been invited to join Diaspora! stand das Mail. Nicht besonders reizvoll für jüdische Nutzer, dachte ich, da sind wir doch schon längst.
Aber es geht um das andere nun dritte Soziale Netzwerk, das als Gegenspieler zu facebook gehandelt wurde – bevor google+ auf der Bildfläche erschien. Im Mai 2010 wurde das Netzwerk namens diaspora* angekündigt und ich berichtete kurz darüber. Seit einiger Zeit ist die Seite offenbar massentauglich und man kann, nach Einladung, teilnehmen. Wer google+ kennt, wird die Oberfläche irgendwie bekannt vorkommen:

Im Augenblick sieht es so aus, als würden dennoch (oder noch) alle Aktivitäten auf facebook stattfinden, auch die der Gemeinden und der selbst organisierten Gruppen. Das sind nicht wenige und das wird sicher auch in Zukunft gewisse Probleme mit sich bringen, wenn jeder einsehen kann, wer sich für welche Aktivitäten interessiert. Das ist Stärke und Schwäche zugleich. Niemals war es einfacher, 400 Juden aus der Umgebung zu einer Veranstaltung einzuladen, auch ohne gleich ihre Mailadressen zu haben.

Übrigens könnte man sich den Quellcode für diaspora* auch vollständig herunterladen und nutzen.

Wer möchte, kann hier nun also Einladungen für beide Netzwerke einsammeln. Kurze Nachricht reicht.

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Jüdische Gemeinden und Gruppen bei facebook

Jüdische Gemeinden und Gruppen aus Deutschland tummeln sich mittlerweile einige bei facebook. Viele haben auch recht viele Freunde oder Fans. Doch einige machen auch kapitale Fehler bei der Erstellung ihrer Präsenz. So ist etwa die Jüdische Gemeinde Berlin erfolgreich unterwegs. Allerdings unter der Gefahr, dass facebook die Seite entfernt. Denn die Gemeinde ist keine Person, aber als solche angemeldet. Wieder andere senden täglich neue Meldungen, sogar im Minutentakt und nervt die Nutzer, oder gibt ihnen keine Möglichkeit, auf einen Eintrag zu reagieren. Dabei könnte oder sollte man es direkt richtig machen. Dabei muss man sich zuvor entscheiden, ob man eine Gruppe anlegt, oder eine Seite. Worin besteht eigentlich der Unterschied?

Eine Orientierungshilfe und kleine praktische Anleitung habe ich für die Gemeinden und Gruppen zusammengeschrieben, die zwar ins Soziale Netz starten möchten, aber noch unsicher sind, wie das passieren soll. Sie ist auch für Nutzer geeignet, die bisher noch nicht bei facebook angemeldet waren. Die Anleitung kann man hier herunterladen.

Fragen, Erweiterungen oder Anmerkungen sind natürlich herzlich willkommen. Eventuell gibt es ja Themen, die von Interesse sind, aber nicht genannt werden. Das Dokument steht zur weiteren Verbreitung bereit.

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Online-Minjan?

google plus ist der neue Facebook-Verfolger und euphorisiert viele Nutzer. Auch weil man nun zwischen den Freunden unterscheiden kann: Familie, Bekannte, Freunde-Freunde. Nicht alle können alles mitlesen und man muss nicht zwangsläufig mit jemanden befreundet sein, um seine öffentlichen Meldungen verfolgen zu können. Wer mehr darüber erfahren will, kann irgendeinen Menschen fragen, der Zugang hat. Der wird begeistert berichten.

Ein großes Feature ist Hangout. Ein Video-(Konferenz-)Chat für bis zu (und jetzt wird es interessant) 10 Teilnehmer. Minjan also? Die Frage ist leider nicht so leicht zu beantworten. Die Quellenlage ist dünn. Zwar findet man einige Hinweise, aber nichts konkretes. Rabbi Shraga Simmons von Aish haTorah lehnt es (hier) komplett ab, schreibt aber nicht aus welchem Grund. Ein Minjan wird eben nicht nur aus zehn Personen gebildet, sondern erfordert auch einige andere äußere Einflüsse. So müssten die einzelnen Personen sich im gleichen Raum aufhalten, oder wie Maimonides in den Hilchot Teffilah schreibt, können sie sich in angrenzenden Räumen aufhalten, wenn sie sich in Hörweite befinden. Der Schulchan Aruch bestimmt (Orach Chajim 55) dagegen, dass die Minjanmenschen sich im gleichen Raum aufhalten müssten. Dort heißt es aber auch, dass eine Person auf der anderen Seite eines Fensters mitgezählt werden dürfe. Später wurde gesagt, man müsste sich sehen (Mischnah Berurah?).

Eine gewisse räumliche und physische Nähe scheint also erforderlich zu sein. Die Größe des Raums scheint dabei übrigens keine Rolle zu spielen. Die Gemarah von Sukkah 51b erzählt von einer Synagoge in Alexandria, die so groß gewesen sei, dass denjenigen, die hinten saßen, per Fahne angezeigt bekommen mussten, wann man Amen sprechen musste. Physische Nähe muss aber dennoch gegeben sein. Jetzt wäre die Frage, ob die elektronische Repräsentation meiner Person, gleichbedeutend mit meiner physischen Anwesenheit (wo überhaupt?), praktisch wie eine Person am Fenster ist. Dies würde jedoch bedeuten, dass sich zumindest ein Teil der Gruppe irgendwo gemeinsam in Mehrzahl befinden müsste. Mein elektronischer Repräsentant ist aber nicht ein Blick durch das Fenster, denn das wäre ja eine überwindbare physische Hürde (um das Haus herumgehen, Tür auf, hinein). Der elektronische Repräsentant kann auch nicht zur Torah aufgerufen werden.

So smart die Idee eines virtuellen Minjans also ist, es scheint kein Minjan zu sein. Ob man von einem bereits vorhandenem Minjan profitieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Im Ruhrgebiet wäre es eine gute Ergänzung gewesen, hier gibt es momentan nur zweimal die Woche Wochentagsschacharit (in Dortmund), allerdings zu einer sehr arbeitnehmerfeindlichen Zeit: um 10 Uhr.
Also muss man Hangout dazu verwenden, sich zu einem anfassbaren (echten) Minjan zu verabreden– mit neun anderen. Das dürfte zumindest funktionieren.

Übrigens: Ich bin hier bei google plus zu finden.

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Like Adler


Wie wer? Adler? Like Adler ist ein Name. Ein Paar aus Israel hat seiner Tochter den Namen Like gegeben, angelehnt an den Like Button in Facebook. Folgerichtig hat die kleine Like (hört sich falsch an, könnte man auch aussprechen wie den Namen der griechischen G-ttheit Nike) auch schon eine Fan-Seite im sozialen Netzwerk (hier). Dort werden auch alle Medienerwähnungen festgehalten und das sind nicht wenige (siehe etwa den Bericht der Frankfurter Rundschau). Auf der deutschen Oberfläche des Netzwerks ist es übrigens der Gefällt mir Button. Mazal Tov zur Geburt des Kindes, zur Namensgebung will ich nicht so recht gratulieren
Ach ja, vernünftige jüdische Vornamen gibt es hier: talmud.de

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Social Network diaspora*

Ilya Zhitomirskiy, Dan Grippi, Max Salzberg und Raphael Sofaer gehören zur diaspora*. Klar wird man sagen, mindestens drei Namen gehören zu jüdischen Jungs, aber genau diese Jungs sind dabei (wenn alles nach Plan läuft) die sozialen Netzwerke erneut zu revolutionieren und der Diaspora eine neue Möglichkeit zu eröffnen, sich zu organisieren. Denn genau diese Selbstorganisation passiert derzeit in den bekannten sozialen Netzwerken StudiVZ, Facebook und dem russischen Facebook-Klon VKontakte, in dem übrigens signifikant viele junge Jüdinnen und Juden auch aus Deutschland angemeldet sind; diese Seite ist auch in deutscher Sprache verfügbar. Anders an diaspora* ist jedoch, dass die Daten dezentralisiert vorgehalten werden sollen. Die Daten der Nutzer sollen auf selbständigen Servern der Nutzer, sogenannten seeds abgelegt werden können und so zentrale Anbieter überflüssig machen. Darüber hinaus soll die nötige Software OpenSource zur Verfügung stehen und dadurch Modifikationen erlauben und vollkommene Transparenz bieten. Wie weit das System ist, kann man hier nachlesen. Was geplant ist, verraten die Jungs hier in einer Projektvorstellung. Über twitter gibt es hier die neuesten Infos. Groß gemacht hat diese Idee wohl ein Bericht in der New York Times – hier.