Archiv für das Tag 'Charidim'

Jun 09 2010

Hurva Synagoge besetzt

von Chajm unter Israel und so,Jüdisches

Das Innere der Hurva Synagoge

Das Innere der Hurva Synagoge

Seit dem 15. März 2010 strahlt die Hurva Synagoge im jüdischen Viertel Jeruschalajims wieder im alten Glanz. Seitdem die Synagoge 1948 von jordanischen Soldaten gesprengt wurde, stand sie als Ruine in der Altstadt und erst 2005 wurde der Beschluss gefasst, die Synagoge nach den alten Originalplänen wieder aufzubauen. Schon drei Jahre vor Fertigstellung der Synagoge, im Februar 2007 wurde Rabbi Simcha HaCohen Kook zum Rabbiner erklärt.

Da es sich hier um ein historisches Monument handelt, war recht schnell klar, dass auch der israelische Staat sich an den Baukosten beteiligen würde, ursprünglich sollte der Staat Israel etwa 5 Millionen Euro beitragen, was in etwa 85% der Baukosten abdecken sollte. Federführend war die „Company for the Reconstruction and Development of the Jewish Quarter“ Tatsächlich beschränkte sich die Summe dann auf etwa 2,3 Millionen Euro. Die restliche Summe zahlte der Geschäftsmann Vadim Rabinovich. Theoretisch der Grundstein für eine grandiose Geschichte und einen weiteren Magneten für jüdische Besucher Jeruschalajims. Tatsächlich ist es aber etwas anders gekommen, wie die Jerusalem Post berichtet.
Einige charejdische Juden nutzen die Synagoge nun für sich und sind nicht besonders begeistert über Besucher. Obwohl die Synagoge mit öffentlichen Mitteln bezahlt wurde, bestimmen sie nun, wer zu welcher Zeit die Synagoge anschauen darf und erheben eine Eintrittsgebühr von etwa 6 Euro. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Zu sehen ist die Synagoge nur vom Frauenbereich aus. Der Bereich für Männer bleibt verschlossen.
Die Charejdim gehören zur Gemeinde von Jitzchak Schlomoh Zilbermann, der 2001 verstarb. Etwa 90 Familien gehören zu dieser Gemeinde in der Altstadt und etwa 20 Männer studieren nun den Tag über in der Hurva Synagoge, die nun anscheinend ihre Synagoge ist. Ein ähnliches Vorgehen wurde ja bereits an der Kotel beobachtet (siehe hier).

Creative Commons License Das Bild der Synagoge fällt unter die Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License. Es stammt von Ranbar.

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Apr 06 2010

Musik für die Simche

von Chajm unter Filme & Videos,Jüdisches,Musik

Irgendwie seltsam, dass sich charejdische Musiker mit der Musik von Lady Gaga beschäftigen, wirft aber ein interessantes Licht auf den Medienkonsum. Jedenfalls haben die Herren der Combo um Yoel Brach das getan und daraus ein Intro für eine Hochzeit gemacht. Jedenfalls haben sie es nicht schlecht gemacht:

Yoel Brach hat aber auch auf anderen Hochzeiten gespielt und das nicht schlecht. In folgendem Video interpretiert er Adon Olam. Sänger Yoel Greenfeld hängt sich richtig rein und liefert amtlich ab, wie man das heute so sagt. Viel interessanter fand ich jedoch den Jungen, der hinten an den Stühlen lehnt. Man merkt gleich, hier ist eine Simche im Gange…

Jetzt zum zweiten Teil. Yoel Greenfeld dreht richtig auf und auch der Junge ist kaum zu halten: Weiterlesen »

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Mrz 18 2010

Die fliegenden Stühle

Es ist schon reichlich absurd von einem Mann zu lesen, der auf dem Platz vor der Westmauer mit Stühlen um sich wirft (hier beispielsweise) und sich bewusst dafür entscheidet, eventuell jemanden zu verletzen – aber es noch im Bild zu sehen, ist etwas vollkommen anderes:

Woher wissen die Männer eigentlich so genau, was auf der anderen Seite passiert?

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Mrz 11 2010

Das Internet ist verboten – vielleicht

von Chajm unter Israel und so,Jüdisches

Das Internet ist nun schon mehrmals ausdrücklich, zumindest für Charidim, verboten worden. Mit Ausnahmen. Wer es beruflich benötigt, darf einige Seiten nutzen. Eines der Probleme scheint zu sein, dass dies nur wenige tatsächlich interessiert. Die meisten Nutzer scheinen sich nichts daraus zu machen. Die Nutzerzahlen der charejdischen Seiten sind recht hoch und Diskussionen finden auf den Seiten ebenfalls statt. Erst werden charejdische Seiten verboten – plopp – erscheinen welche mit rabbinischer Erlaubnis.
Für die Jüdische Allgemeine habe ich das Phänomen beobachtet. Den Artikel gibt es hier. Für viele dürfte erfreulich sein, dass der Artikel keine pdf Datei mehr ist, sondern nun vollständig als normale html Seite zur Verfügung steht. Die Jüdische Allgemeine hat heute ihren Internetauftritt neu gestartet. Erfreulich ist auch, dass alle anderen Texte aus der Vergangenheit ebenfalls online sind (hier meine).

Das Internet sei ein »Ort voller Schmutz«. Aber auch hier gebe es nur »Haschem« und »keinen G’tt außer ihm«. Mit diesen sehr eindrücklichen Worten beschrieben die Verantwortlichen bei »Etrog« ihre Sicht des weltweiten Netzes. Nach einer rabbinischen Entscheidung verließ die charedische Seite Im Dezember vergangenen Jahres das Netz, kehrte im Februar allerdings wieder zurück, unter dem neuen Namen »tog«, aber mit der gleichen Botschaft: »Die Mission geht weiter«. Die Macher verstehen die Seite (www.tog.co.il) als eine Art Lichtstrahl inmitten der vielen schlechten und gottlosen Angebote dieser virtuellen Welt. Sie verbreitet weiterhin »reine, gefilterte und aufbereitete« Nachrichten für charedische Juden, und steht entsprechend unter strenger rabbinischer Aufsicht. Den gesamten Artikel gibt es hier

Leitartikel ist ein Text von David Harnasch darüber, wie das Internet die jüdische Welt verändert. Aber irgendwie ist ihm HaOlam.de da mit reingerutscht…

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Feb 15 2010

Deutsche Version des Gitty Grunwald Artikels

von Chajm unter Jüdisches

Schon 2008 hatte das New York Magazine eine (umfangreiche) Geschichte über Gitty Grunwald gebracht. Wer das ist? Gitty Grunwald lebte mit ihrer Familie in Kirjas Joel, einer Stadt in den USA in der fast ausschließlich Satmarer Chassidim leben und kehrte diesen den Rücken. Allerdings behielt man ihre Tochter zunächst dort. Nun bringt der Spiegel die Geschichte von Mayan, die ebenfalls der Ultraorthodoxie den Rücken gekehrt hat (dieses Mal in Israel). Der Artikel erzählt aber auch ganz beiläufig eine andere Geschichte, nämlich dass die Ultraorthodoxie auf dem Vormarsch ist. Nicht, weil sich ihr so viele anschließen würden, sondern weil sie viele Kinder bekommen:

Die Ultraorthodoxen sind die am schnellsten wachsende soziale Gruppe innerhalb Israels: 2025 werden 22 Prozent der Schulkinder aus einer der strenggläubigen Gruppierungen kommen, so Schätzungen der Regierung. von hier

Aussteigergeschichte sind immer etwas besonderes, weil sie dem Leser einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen. Wie aufgeklärt sind wir und wie aufgeklärt wir. Die ganze Wahrheit wird das letztendlich nicht sein.

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