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Radiointerview zu Chanukka

Holzschnitt Chanukkah aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Holzschnitt Chanukkah aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Chanukka steht kurz bevor! In diesem Jahr fällt das Anzünden der ersten Kerze mit dem Beginn von Weihnachten zusammen. Das kann man idealisieren, romantisieren oder einfach ganz praktisch sehen: Mehr Zeit für Chanukka. Während der Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester wird das öffentliche Leben ja ganz ordentlich zurückgefahren. Dafür beginnt in den Innenstädten die Zeit des Umtauschs und der Hektik.
Weihnachten und Chanukka: Zwei Feste, die etwas mit »Licht« zu tun haben, aber darüber hinaus inhaltlich eher weniger. Bei Chanukka geht es ja eben nicht um »Wiedergeburt« oder »Geburt«, sondern um die Bewahrung von Traditionen, letztendlich auch um die Lehre, dass es nicht auf den Effekt ankommt, also das Licht der Menorah, sondern auch um das, was dahinter steht: Man brauchte nach der Befreiung des Tempels koscheres Öl (mit dem Siegel des Kohen Gadol, des Obersten Priesters) und legte nicht einfach mit dem los, was irgendwo verfügbar war (siehe im Talmud Schabbat 21b). Tatsächlich fand man nur einen kleinen Krug. Die Makkabäer hätten zu diesem Zeitpunkt auch sagen können: »Komm, lass. Reicht sowieso nur für einen Tag.« Statt dessen haben sie zunächst das eingesetzt, was sie verwenden konnten. Auch auf die Gefahr hin, dass es vielleicht nicht ausreichen würde. Das Wunder ist, dass es funktioniert hat! Es brannte die gesamten acht Tage – bis neues Öl verfügbar war. Ein Wunder sind, genau genommen, die sieben überzähligen Tage. Aber es konnte erst zum Wunder kommen, weil jemand den ersten Schritt gemacht hat und gesagt hat: »Wir können etwas richtig machen, auch wenn wir noch nicht wissen, wohin uns das führt.«
– Wer jetzt die Metapher dahinter nicht bemerkt hat, kann ja darüber nachdenken, während er den flackernden Kerzen zuschaut.

Der WDR hat mich gefragt, wie ich bzw. wir (als Familie) Chanukka feiern. Natürlich mit dem Zünden der Kerzen, mit Ma’oz Tzur, der Erzählung der Geschichte von Chanukka, Latkesessen und Dreidelspielen, aber es gibt auch Geschenke. Wie das gemacht wird und was der Hintergrund (im Groben) von Chanukka ist, wird ebenfalls erzählt. Nebenbei erzähle ich auch, warum man die Menorah (den siebenarmigen) Leuchter in jüdischen Haushalten eben nicht verwendet, sondern nur anschaut. Natürlich wird auch auf die zeitliche Nähe von Weihnachten eingegangen. Für nichtjüdische Zuhörer/Leser ist es noch immer schwer nachvollziehbar, dass man an Weihnachten wirklich gar nichts weihnachtliches macht. Chanukka ist kein Ersatzfest (»das jüdische Weihnachten«).

Aber nun zur Radiosendung/zum Podcast:

Direkten Zugriff auf die mp3 hat man hier | mehr zur Sendung und eine Abspielmöglichkeit gibt es hier.

Um die Homestory abzurunden, hier noch ein paar Bilder vom Chanukka des Ba’al haBlog…

Chanukkah im Haus des Ba'al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba’al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba'al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba’al haBlog

Chanukka-Lichter

Chanukka-Lichter

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Die Megille von Chanukkah

Holzschnitt: Chanukkah, aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Holzschnitt: Chanukkah, aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Eine Megille für oder von Chanukka?

Ja. Die gibt es!
Für die aktuelle Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen (Text hier vollständig verfügbar) habe ich kurz zusammengefasst, dass es vor langer Zeit in einigen Teilen Europas den Brauch gab, eine Megillah für Chanukkah zu lesen. Leider ist das nahezu vollständig untergegangen.

Wer hineinschauen möchte, in die Megillah, kann sie hier herunterladen (und weiterverbreiten), oder die deutsche Übersetzung online lesen. Der Text ist historisch nicht ganz sauber, aber er erzählt die Geschichte eines Wunders. Vielleicht findet sich ja eine Gemeinde, die den Text im kommenden Jahr liest? – Wenn ja, dann lasst es den Baal haBlog wissen!

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Chanukkah – Kerzenzünden

Irgendwie schade für mich, da hätte ich gerne zwei deutschsprachige Chanukkah-Kerzenanzünde-Videos verglichen, aber eines der beiden Videos wurde von den Erstellern offline genommen. Als ich das verlinkte, war es nicht ganz unumstritten. Da wurden viele Dinge ein wenig anders gehandhabt, als man das gemeinhin so kennt. Im Deutschen ist dazu der Begriff unorthodox reserviert.
Detailfragen werden in den Kommentaren zum Beitrag damals erläutert. Nun ist das Video offline und damit ist der Markt für deutschsprachige Videos noch überschaubarer (Euphemismus).

Klar war, dass Chabad diese Lücke nun füllt (hier). Das Video ist recht Israelspezifisch und zeigt eine sehr sehr sehr ideale Familie.

Sonst scheint es nichts deutschsprachiges zu geben. Warum nicht? Wie viele rabbinische Ausbildungsinstitute gibt es mittlerweile in Deutschland? Vier? Da müsste also ein wenig mehr gehen.

Den Chanukkah-Madrich (Helfer) von talmud.de gibt es übrigens hier und hier in russischer Sprache.

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Chanukkah Sameach!

Es gibt einen neuen Brauch zu Chanukkah: Ein neues Musikvideo muss in jedem Jahr zu Chanukkah im Internet einen Erfolg feiern. Fester Bestandteil dieses Brauchs sind die Maccabeats. Auch in diesem Jahr haben sie einen (eigenen Song mit eigener Melodie) gemacht:

Weil die Maccabeats sich aus Studenten der Yeshiva University zusammensetzen, müssen irgendwann Mitglieder die Gruppe verlassen. Aber die ehemaligen Maccabeats machen weiter – natürlich mit einem Song von/für/über Chanukkah! Die Jungs nennen sich StandFour und ihr Chanukkah Song, Eight Nights:

Aber das sind nicht die einzigen neuen Videos zu Chanukkah! Smarte Leser haben auf weitere hingewiesen. Also:
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Der Schamasch

Chanukkah 5772 - different day - same Menorah

Chanukka ist ohne Zweifel nicht unbeliebt. In immer mehr Städten werden die Lichter öffentlich gezündet und immer mehr Familien scheinen die Lichter zuhause zu entzünden (keine Kunst, wenn es so hervorragende Anleitungen gibt, wie diese hier). Darin taucht natürlich die Funktion des Schamasch auf. Wo kommt er her und seit wann benutzen wir ihn? Dieser Frage wird in meinem aktuellen Artikel in der Jüdischen Allgemeinen nachgegangen. Er ist hier im Volltext verfügbar.

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Chanukkah geht nicht ohne – Teil 2

Aish haTorah hat ebenfalls ein aufwendiges Video zu Chanukkah produziert. Die Musik kann man auf der Seite auch als mp3 herunterladen wenn man seine Mailadresse verrät.

Unverzichtbar vielleicht auch der Blick ins Weiße Haus. Hier war der Chanukkah-Empfang bereits:

Danke an Kommentator Yankel Moishe für den schnellen Hinweis auf das Video von Aish!