Chajms Sicht

Eine jüdische Sicht auf die Dinge

7. Juli 2014 – 9 Tammuz 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Tex Rubinowitz

Euphorisiert erhöhte Schmulik erneut die Geschwindigkeit. A3 bei Aschaffenburg. Seit Jahrzehnten Baustelle. Es spielte keine Rolle. Der 5er BMW lag ruhig auf der Fahrbahn. Er hatte extra für das neue Auto ein Zimmer in Mosbach angemietet. Der Rhein-Neckar-Kreis hatte das Kürzel MOS und der neue Flitzer nun das Kennzeichen MOS-AD. Auf dem Landratsamt des Kreises juckte das niemanden. Dabei hatte Schmulik gerade die Anzahl der jüdischen Bewohner um 100% gesteigert. Auf dem Papier lebte nun genau 1 Jude in Mosbach. Der arme Kerl. Das hatte Schmulik aber nicht aber nicht so euphorisiert. Vielmehr war es eine Nachricht im Radio.

Er rief sofort Daniel an: Weiterlesen →

lev_titel_blg

7. Juli 2014 – 9 Tammuz 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Ein jüdisches Magazin!

Ein jüdisches Magazin als richtiges Printprodukt!
Das jüdische Magazin LEV ist ein echtes gedrucktes Magazin für die Generation der jungen jüdischen Erwachsenen. Das ist bereits interessant. Noch interessanter ist aber, dass es sich um Eigeninitiative handelt. Die Köpfe dahinter haben den offensichtlichen Mangel festgestellt und ihn dann selber behoben.
Selbstverständlich musste ich direkt Kontakt mit Machern hinter dem Magazin aufnehmen.

Alexander Logvinenko, der ursprünglich aus der Ukraine stammt und nun in Wuppertal lebt, hatte die ursprüngliche Idee und suchte sich Gleichgesinnte und fand Chaya Tal (damals Köln), die sich auch für andere Projekte engagierte und heute die deutschsprachige Redakteurin ist. Deutschsprachig wird deshalb extra genannt, weil das Magazin auch einen Anteil russischsprachiger Artikel enthält. Allerdings fällt bei der Lektüre auf, dass es keine gegenseitigen Übersetzungen sind, sondern vollkommen andere Artikel mit einem anderen (eigenen) inhaltlichen Schwerpunkt.

Doch zurück zur Entstehung: 2012 also begann man unter dem Namen OR (also Licht) und für die selbständige Gruppe Shearim, die in Essen orthodoxe (junge) Leute sammelt und eigenständig Aktivitäten entfaltet.
Mit einer wachsenden Leserschaft hatte das Magazin OR nun auch andere Themen im Visier und so bauten Alexander und Chaya das Ganze in ein vollkommen eigenständiges Magazin um, wobei dem Magazin die Wurzeln im observant-orthodoxen Bereich anzusehen sind – nicht vom Design her, sondern inhaltlich. Eine Präferenz für eine besondere Gruppierung konnte ich dabei aber noch nicht feststellen.
Innenteil des Magazins LEV
Dieses neue Magazin erhielt nun den Namen LEV. Spannend ist, dass LEV sowohl hebräisch interpretiert werden könnte (also לב Herz), aber auch Russisch (Löwe). Das war wohl auch beabsichtigt und ist ein Hinweis auf die Zweisprachigkeit des Magazins. Der Löwe ist als Wappentier des Stammes Jehuda gewählt worden. Man hat hier also wenig dem Zufall überlassen – oder es im Nachhinein gut erklärt.
Mit der Namensänderung kam auch ein neues Design, einige neue Autoren, reaktivierte »alte« und bemühte sich um Unterstützung der Jewish Agency for Israel. Das Ergebnis kann sich bisher sehen lassen, das Layout ist tatsächlich recht modern und inhaltlich biedert man sich nicht bemüht der Zielgruppe an. Das mag daran liegen, dass die Zielgruppe auch selber produziert.

Das Themenspektrum ist recht breit. Historische, politische, religiöse Themen, Berichte über jüdische Identität aber auch (Vorsicht Alliteration!) Rezepte und Rezensionen. Tzahal-Mann Arye Shalicar, Natan Sharansky oder Bestseller-Autor Tuvia Tenenbom haben bereits Artikel verfasst. Die Rabbiner Brukner, Baumel und Radbil haben diese Möglichkeit zur Kommunikation der Generation <60 (um das übertrieben auszudrücken) genutzt und nutzen sie auch in der aktuellen Ausgabe.
Innenteil des Magazins LEV
Verteilt wird das Magazin derzeit über, sagen wir »Hubs«, also Menschen, die als Verteiler dienen und im Magazin selber wird dazu aufgerufen, den Kreis der Interessenten zu vergrößern. Heute sitzen zwei Redakteure übrigens in Israel und begleiten von dort aus das Erscheinen im Zweimonats-Rhythmus. Es ist davon auszugehen, dass LEV eine größere Reichweite erhält: wenn die Macher weiterhin so engagiert bei der Sache bleiben.
Wer das Magazin bereits kennt, der möchte vielleicht etwas anfügen, wer es noch nicht kennt, der kann sich über facebook.com/LEVJournal informieren oder eine Mail an levzeitschrift@gmail.com schreiben.

1. Juli 2014 – 3 Tammuz 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Drei tote Jugendliche

Am späten Nachmittag des 30. Juni war es traurige Gewissheit. Die drei entführten Jugendlichen Eyal Jifrach (19), Jaakow Naftali Frankel (16) und Gilad Michael Schaar (16) würden nicht mehr zu ihren Familien zurückkehren. Ein herber Schlag in die Magengrube war das auch für die meisten Juden in der Diaspora, denn das Interesse und die Anteilnahme am Schicksal der Jungen war beispiellos groß.
Fassungslos musste man lesen, dass sogar die Fahrzeuge, welche die Körper der Jugendlichen abtransportieren sollten, angegriffen wurden.

Bevor man wieder so richtig Worte finden konnte, schrieb Rabbiner Jonathan Sacks:

Eyal, Gilad and Naftali were killed by people who believed in death. Too often in the past Jews were victims of people who practised hate in the name of the God of love, cruelty in the name of the God of compassion, and murder in the name of the God of life. It is shocking to the very depths of humanity that this still continues to this day.
von hier: blogs.timesofisrael.com

Bewegend ist der Bericht von Rabbi Pinchas Allouche, der mit Rabbiner Steinsaltz im Auto saß, als er die Nachricht vom Tod der drei Jugendlichen erhielt. Rabbiner Steinsaltz gründete die Mekor Chaim Jeschiwah von der zwei der Schüler stammten:

The news splashed across his face and turned it white. Tears streamed down his cheeks. Uncontrollably, he repeated the Psalmist’s words: “For Your sake we are killed every day; we are being slaughtered like sheep!” von hier: blogs.timesofisrael.com

Zwei Texte die man lesen sollte, noch bevor man sich in eine Analyse stürzt und sich bei der Lektüre der deutschsprachigen Medien aufregt — weil diese natürlich nicht mit der Empathie berichten, wie man das vielleicht hätte erwarten können. Auch werden nun Themen vermischt und suggeriert, Israel hätte Gaza als Reaktion auf die Nachricht vom Tod der Jugendlichen bombardiert: »Nachdem drei entführte Jugendliche tot aufgefunden wurden, hat Israel Ziele im Gazastreifen bombardiert« schrieb etwa die ZEIT und auch der SPIEGEL verwendet einen Doppelpunkt statt eines Strichs: »Getötete israelische Jugendliche: Israel fliegt Angriffe auf Gazastreifen«.
Angesichts weiterer Verdrehungen wie dieser, kann man nicht davon ausgehen, dass die Empathie sonderlich groß ist.
Die Jugendlichen wurden ermordet, weil sie Juden waren, das ist eine Tatsache, die eine politische Analyse von »Siedlungsprojekten« nicht überdecken kann.
Rabbiner Steinsaltz fordert deshalb:

Therefore, to best honor their memories – indeed, to confront evil –we must act always as proud Jews, in our deeds and through our lives.
von hier: blogs.timesofisrael.com

בלע המות לנצח

Gemeinden, die sich »messianisch« nennen, gibt es mittlerweile in vielen Städten. Das sind nicht immer große Gruppen, aber ihre Absicht ist klar: Sie wollen Juden zu Christen machen. Wie Evangelikale Zuwanderern ein »neues Heilserlebnis« vermitteln wollen: Der gesamte Artikel über die Missionierung von Zuwanderern ist auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen zu finden, hier.

sa_kuds_dreishalits

18. Juni 2014 – 20 Sivan 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Drei Entführte – drei Finger

Drei israelische Schüler wurden entführt und wenngleich die Hamas noch immer die Verantwortung dafür von sich weißt, so verneinen ihre Offiziellen und ihre Sympathisanten nicht, dass sie Idee mögen.
Blitzschnell hat sich eine neue Geste verbreitet mit der man seine Sympathie für die Entführer (nicht für die Entführten) bekunden kann: Drei Finger. Bei facebook und twitter wird von den »Drei Schalits« gesprochen. Also in Anlehnung an den Entführten und freigelassenen Gilad Schalit. Das ist dann auch der entsprechende Hashtag für die ganze Geschichte: #ثلاث_شلاليط

Über die Twittersuche kann man sich anschauen, mit wie viel Begeisterung die Entführung aufgenommen wurde und sich lebhaft vorstellen, wie dies auf Menschen wirkt, die sich für das Schicksal der Entführten interessieren. Man sieht Kinder, junge Männer und Frauen, Gruppen von Menschen vor westeuropäischer Kulisse und Kinderzeichnungen. Unter anderem Abscheulichkeiten wie diese hier.

Zunächst erinnerte mich der Gruß ein wenig an Tri Prsta, den Serbischen Gruß, der ja auch mit drei Fingern gezeigt wird und seinen Ursprung in der Serbisch-Orthodoxen Kirche hat, aber in den 90er Jahren populär wurde.
Hier ist aber die Fingerstellung nicht so ganz, wie im neuen palästinensischen Gruß (jedenfalls nicht immer). Der ist wohl dem R4bia-Zeichen entlehnt.

Der Ausflug in die Welt des entsprechenden #drei_Schalits Hashtags offenbart, dass der Nahostkonflikt nicht mit einer abschließenden Grenzziehung beendet sein wird. Das zeigt vielmehr das tiefsitzende Problem einer Gesellschaft, die den Schaden und die Sorgen anderer zelebriert. Das sieht jedenfalls nicht danach aus, als mache man sich derzeit Sorgen um einen Frieden.
Hier wird ausschließlich der Sieg gefeiert. Über drei drei jüdische Jugendliche, die hier vielleicht stellvertretend für alle Israelis und sicherlich auch für alle Juden stehen. Und man kann das Phänomen nicht einmal auf die harten Anhänger der Hamas beschränken.
Die (geistigen) Unterstützer solchen Unsinns leben überall auf der Welt.

17. Juni 2014 – 19 Sivan 5774
von Chajm
1 Kommentar

Drei Jungs

Drei Schüler wurden entführt, zwei davon lernten auf der Mekor Chaim Jeschiwah, gegründet von Rabbiner Adin Steinsaltz.
Rabbiner Steinsaltz schreibt:

Die Entführung unserer Schüler ist ein schockierendes, schmerzhaftes und beängstigendes Ereignis. Zu einem Zeitpunkt und einem Ort, der uns ruhig und friedlich erschien, wurden wir in ein Ereigniss hereingezogen, das wir nicht beeinflussen können.
Vielleicht ergeht es uns heute besser als in der Vergangenheit, als wir gar nicht in der Lage waren, auch nur den Versuch von Rettung oder Befreiung zu unternehmen. Wir sind der Israelischen Verteidigungsarmee (Tzahal) dankbar für ihre Bemühungen.
von hier

Entführungen sind, zumindest für die Hamas, ein politisches Instrument geworden. Spätestens seit dem Geschäft mit Gilad Schalit, der für 1027 gefangene Anhänger von Terrororganisationen ausgetauscht wurde. Das Mittel genießt aber offenbar so großes Ansehen, dass gleich drei Terrororganisationen die Verantwortung dafür übernehmen wollten. Die israelische Regierung sieht jedoch die Hamas als verantwortliche Kraft dahinter. Vor dem Hintergrund ihrer letzten Operationen mit gefangenen Israelis dürfte das auch wahrscheinlich sein. Damit setzt die Hamas natürlich auch Mahmud Abbas unter Druck. Er kann sich weder von den Entführungen vollumfänglich distanzieren – er hat ist ja mit der Hamas eine Einheitsregierung eingegangen – noch sie öffentlich unterstützen. Das würde seine Position gegenüber der internationalen Gemeinschaft vollständig unglaubhaft machen und ihn nachhaltig schwächen.

Das ist die Stunde der Armee und tatsächlich bewegt die israelische Armee viel, um die drei Teenager zu finden. Die internationale Anteilnahme, jedenfalls unter Juden, ist beispiellos. Unter dem Hashtag #BringBackOurBoys wird getwittert. Mittlerweile wurde der Hashtag jedoch von denjenigen gekapert, die offensichtlich die Sache der Entführer unterstützen und auch mit antisemitischen Abbildungen arbeiten:

Natürlich wird wieder der Begriff »Gewaltspirale« herumgeistern. Die einzige Spirale der Gewalt die sich hier erkennen lässt ist, dass wieder Menschen Terroranschläge verüben werden – ins Gefängnis kommen – und irgendwann freigepresst werden – das Mittel war effektiv – wieder verüben Menschen Terroranschläge etc. etc. und beteiligt sind Mitglieder der Einheitsregierung. Die jetzigen Inhaftierten bereiten sich vermutlich schon auf ihre baldige Freilassung vor.

Dann gibt es aber auch Reaktionen wie diese hier von Mohammed Zoabi, der als israelischer Araber davon spricht, dass der Terror arabische wie jüdische Israelis trifft.

Die deutschsprachigen Reaktionen (facebook, twitter, Blogs) auf die Geschichte sind wenig originell:
Sie betreiben die übliche Medienanalyse und kommen zu dem Ergebnis, dass die deutschsprachigen Medien nicht ausgewogen berichten, oder gar nicht. Das wird dann auch fleißig bei facebook geteilt. Der Erkenntnisgewinn liegt knapp über der Mitteilung, dass die Erde um die Sonne kreise und nicht umgekehrt. Nur, dass bei der Verkündung des heliozentrischen Weltbilds die aggressive Empörungsbereitschaft fehlt.
Irgendjemand findet dann auch immer einen Verblendeten, der in Gaza Bonbons und Süßigkeiten anbietet, wenn in Israel eine Tragödie passiert und wieder beginnt die Beschäftigung mit Nebenaspekten.
Da wird viel Aufwand betrieben um die Versäumnisse der Medien aufzudecken. Wir (der gesamte Kreis von Menschen, die sich nicht Israelkritisch nennen) wissen das mittlerweile und diejenigen, die es nicht wissen wollen, werden weiterhin die Nachrichten konsumieren, die ihnen genehm sind. Die beständige Ventilation gegen etwas füllt viele Bildschirmseiten und Kommentarspalten. Zielführender ist es mit Sicherheit, zu einem vernünftigen Nachrichtenangebot beizutragen und sachlich zu informieren.

In Deutschland sind kurzfristig Aktionen zur Solidaritätsbekundung geplant, siehe hier.
In den Siddurim von Koren gibt es einen Mischeberach für diejenigen, die in Gefangenschaft gerieten. Online gibt es hier einen: Opensiddur.org.

16. Juni 2014 – 18 Sivan 5774
von Chajm
5 Kommentare

Koscheres Fleisch – Vertrauensbrüche

avv_heller

Wenn man über Kaschrut und deren Einhaltung spricht, dann spricht man immer auch von Vertrauen: Vertrauen das der Käufer dem Verkäufer entgegenbringt, oder Vertrauen, das der Gast demjenigen entgegenbringt, der ihn bewirtet.
Man kann dem mit einer Flut mit Zertifikaten begegnen (dem Hechscher), es bis auf die Spitze treiben und irgendwann nur noch bestimmten Zertifikaten vertrauen. Das ist keine sehr angenehme Geisteshaltung. Das dürfte nicht also der charmanteste Weg sein. Meint man (vernünftigerweise).

Und dann passieren Dinge, wie diese:
In Frankfurt soll ein Händler (Aviv) nicht geschächtetes Fleisch als koscheres verkauft haben. Die Jüdische Allgemeine spricht von einem Schaden von einer halben Million Euro. irgendwiejüdisch schrieb schon in der vergangenen Woche über den Bericht, hier.
Gab es einen ähnlichen Vorfall nicht auch in Wien?

Der betroffene Lebensmittelhändler belieferte nicht wenige jüdische Einrichtungen im jüdischen Deutschland. So wie es heute ausschaut, mutmaßlich, also mit nicht-koscherem Fleisch. Wenn es tatsächlich so gewesen sein sollte (noch ist ja niemand verurteilt), dann hätte er mehrere Schäden verursacht. Zum einen das Grundmisstrauen in Kaschrut weiter geschwächt und denen Recht gegeben, die eine strengere Überwachung wollen, zum anderen hätte er die Kunden in die Irre geführt und sie finanziell geschädigt.
Das bedeutet aber auch: Der Verkäufer kann kein besonders observanter Jude sein. Ansonsten würde er vermutlich fürchten, für diese Irreführung auch irgendwann metaphysisch zur Verantwortung gezogen zu werden. Innerhalb der eigenen Gemeinde würde er vermutlich kein Bein mehr auf den Boden bekommen.

Eine Frage muss man aber stellen:
Was ist, wenn es nicht stimmt? Bislang sind es nur Vorwürfe.
Die Vorwürfe ergaben sich aus einer anderen Ermittlung der Polizei, so heißt es auch in der Jüdischen Allgemeinen.
Konkret bedeutete dies: Man beobachtete den Lebensmittelhändler wohl wegen des Besitzes und Schmuggels von Drogen.
Woher der Anfangsverdacht stammt, ist derzeit nicht bekannt. Wer in Antwerpen Rosinenkuchen orderte, könnte ja schließlich auch etwas anderes meinen. Das Journal Frankfurt berichtet in diesem Zuge von ergebnislosen Hausdurchsuchungen.
Eine Art Resteverwertung dieser Ermittlungen waren offenbar die Vorwürfe des Weiterverkaufs nicht-koscheren Fleisches. Und so ging die Ermittlungsbehörde taktvoll vor und sandte den Kunden von Aviv zu diesem Thema einen Fragebogen.
Und wie wir gerade sahen, ist der Einkauf koscherer Waren eine Frage des Vertrauens. Was machen also die Kunden, die einen solchen Fragebogen erhalten, der das Ziel hat, zu ermitteln, ob der Händler nicht-koscheres Fleisch verkauft?
Richtig: Sie kaufen woanders und besorgen sich das Fleisch in München oder in Frankreich. Der Markt Aviv musste also schon schließen, bevor etwas konkretes vorlag. Und das, obwohl der Gemeinderabbiner dem Laden sein Vertrauen ausgesprochen hat. Vertrauen die Gemeindemitglieder ihrem Rabbiner nicht? Vertrauten sie einem anderen Händler mehr?

Der Punkt ist: Mit dem Eintreffen des Schreibens bei den Kunden dürfte sich die Geschäftsgrundlage erledigt haben.

Badatz Buch

12. Juni 2014 – 14 Sivan 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Für Ruhrgebietler: Lesung heute

Für diejenigen, die im Ruhrgebiet (oder in Westfalen leben):
Badatz! Viel zu tiefe Einblicke in den Jüdischen Alltag! DIE Lesung im Jüdischen Museum Westfalen (Dorsten) – ich behaupte, es dürfte sich lohnen zu kommen:
Entweder weil der Autor das Publikum unterhält, oder weil man dem Autor zuschauen kann, wie er scheitert. Beides dürfte unterhaltsam sein…
Wir begegnen nichtjüdischen Besuchern in Synagogen, Super-Orthodoxen, Konvertiten, Naa-zis, Zionisten und Anti-Zionisten.
Eiskalten Frauen und freundlichen Frauen. Vielleicht wird auch das Geheimnis gelüftet, in welcher Ruhrgebietsgemeinde es den besten Kiddusch gibt!

Jüdischen Museum Westfalen am 12. Juni 2014, um 19:30 Uhr.

2. Juni 2014 – 4 Sivan 5774
von Chajm
Keine Kommentare

Ende des Experiments

Hypertexte

Mit »Der Talmud – Hypertext« kündigte ich das Experiment moreschet.de an. Eine Möglichkeit, dass viele Hände an der Übersetzung jüdischer Texte mitarbeiten. Zugleich schrieb ich aber auch:

Chance und Gefahr ist die Möglichkeit, dass jeder Nutzer die Texte bearbeiten kann:
Gefahr nicht unbedingt, weil nicht absehbar ist, was User dort eintragen, sondern vielmehr, weil es durchaus sein könnte, dass die Beteiligung an der Textarbeit sehr zurückhaltend sein wird – das Interesse am Inhalt jedoch sehr hoch.

Tatsächlich gab es rund 80 Anmeldungen für Benutzerkonten, allerdings kaum Textarbeiten. Um nicht zu viele verschiedene Seiten mit Texten pflegen zu müssen, wandern nun die Texte wieder zurück zu talmud.de – siehe etwa hier. Dafür werden sie dort sorgfältig bearbeitet und mit Kommentaren versehen. Damit wird die Anzahl der Texte zwar nur langsam wachsen, aber immerhin irgendwie wachsen.

21. Mai 2014 – 21 Iyyar 5774
von Chajm
6 Kommentare

InDesign CS6/CC und hebräischer Text

Hebräisch und InDesign? Oder Arabisch und InDesign? Also »Rechts-nach-Links« Textrahmen im InDesign? Dafür benötigt man doch InDesgin wasauchimmer (CS6 oder CC) in der Variante ME?

Eigentlich kann InDesign seit der Version CS4 recht viel und der entsprechende World-​​Ready Composer ist auch unter der Haube verfügbar. Man kommt nur nicht einfach so an die Funktionen. Dazu sind auch ein paar Plugins verfügbar.

Einen Textrahmen öffnen und den Text so anlegen, dass er vernünftig von Rechts nach Links läuft ist nahezu unmöglich, wenn man nicht ein Dokument im Zugriff hat, bei dem diese Aufgabe bereits gelöst wurde und vielleicht mit der ME-Variante erstellt wurde.

Mit CS6 ist es ein wenig einfacher geworden! Hier kann man eine andere Funktion nutzen, um einen Textrahmen für hebräischen Text zu erhalten:

Dazu benötigen wir (natürlich) einen leeren Textrahmen: Weiterlesen →