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Yolocaust

Wenn man morgen die Steine umwerfen möchte, mal ehrlich, dann ist es in Ordnung. Menschen werden im dem Feld picknicken. Kinder werden in dem Feld Fangen spielen. Es wird Mannequins geben, die hier posieren, und es werden hier Filme gedreht werden. Ich kann mir gut vorstellen, wie eine Schießerei zwischen Spionen in dem Feld endet. Es ist kein heiliger Ort.
Peter Eisenman, Architekt des Holocaust-Mahnmals in Berlin, Spiegel Online vom 10.05.2005

Mit Mahnmal ist natürlich die Zentralen Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas in Berlin gemeint. Berlin erinnert im Herzen der Stadt an die ermordeten Juden Europas. Mit einem eindrucksvollen Mahnmal. Dieses Mahnmal, die Gedenkstätte, ist jedoch kein Friedhof und kein »heiliger« Ort.
Mit-Initiatorin Lea Rosh wollte dort zwar den Zahn eines Schoah-Opfers beisetzen (den sie mit sich herumtrug), das hat sie jedoch dann nicht getan. Es ist ein Ort an dem die Leute herausfinden müssen, wie sie mit dem Thema und dem »Gedenken« umgehen. In dieser Funktion ist das Mahnmal ein Touristenmagnet geworden. Nicht alle Besucher erfassen dementsprechend, worum es dort geht und benehmen sich dort genau so, wie an allen anderen Orten eines Ausflugs: Die Orte werden zur Kulisse für Selfies. Mal in nachdenklicher Pose, mal »cool« posierend, mal leicht angezogen. Im Sommer legen sich Menschen auch schon mal auf die niedrigeren Steine. Selfies landen oft auf instagram oder bei facebook. Kein smartes Benehmen. Darüber herrscht Einigkeit – vermutlich.
Shahak Shapira scheint die Respektlosigkeit auch nicht besonders zu passen. Verständlich. In seinem Projekt Yolocaust greift er den unsmarten Umgang auf und hinterlegt die Selfies mit Bildern von Opfern der Schoah. Plötzlich stehen die Poser auf einem Leichenberg. Man sieht Bilder der Opfer.
Das Mahnmal steht aber nicht auf dem Geländer eines Konzentrationslagers. Es ist kein »historischer« Ort.
Warum muss man die Bildern von Opfern für einen solchen Zweck verwenden? Das Projekt ist, laut Shapira, als »drastische« Satire angelegt. Man verwendet also die Bilder von Opfern der Schoah für Satire?

Aber was genau ist daran so treffend und so wachrüttelnd, dass das Projekt #yolocaust gerade viral geht?

Es ist günstig für diejenigen, die es teilen. Man kann irgendwie zeigen, dass man die Schoah doof findet, muss sich dafür aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Man muss sich nicht umständlich darum kümmern, dass sich jemand diejenigen einsetzt, die als Zwangsarbeiter für die Nazis arbeiten mussten (»Ghettorenten«). Das sind die Renteb, bei denen solange mit der Auszahlung gewartet wurde, bis die meisten Empfänger verstorben sind.
Man muss sich nicht darum kümmern, dass in Freiburg die letzten Reste einer Synagoge abgerissen werden.
Man kann die Demonstration gegen Antisemitismus der jüdischen Community überlassen. Das stört sonst niemanden. Beispiele gibt es genug.

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Gericht entscheidet über Belegung eines jüdischen Friedhofs

Trauerhalle des Jüdischen Friedhofs Essen von Es-Punkt-Ge-Punkt (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

»Soweit ist es nun schon gekommen, dass deutsche Gerichte bestimmen, wer auf einem jüdischen Friedhof beerdigt wird und wer nicht« möchte man laut ausrufen und tatsächlich ist es so.
Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat entschieden (siehe hier), dass eine Nichtjüdin auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde Essen beigesetzt werden dürfte. Damit bestätigte das Gericht eine Vereinbarung, die der Ehemann der Frau 1971 schon mit der Jü­dischen Kultusgemeinde Essen getroffen hat. Gegen Zahlung einer Gebühr wurde ein Doppelgrab auf Friedhof der Gemeinde »reservieren« lassen – es wurde sogar der Vermerk aufgenommen »trotzdem Ihre Gattin Nicht­jüdin ist«.
Der Mann verstarb 1996 und wurde dort beigesetzt. Als dann 2011 die Frau verstarb, lehnte die Gemeinde eine Beisetzung ab. Es habe 1998 eine Satzungsänderung gegeben. Der Friedhof sei seitdem ausschließlich Mitgliedern vorbehalten.
Die hinterbliebenen Kinder waren deshalb gezwungen, ihre Stiefmutter auf einem anderen Friedhof beisetzen zu lassen.
Diese Kinder, aus erster Ehe und daher übrigens Juden, klagten anschließend gegen die Jüdische Gemeinde Essen.

Der Fall landete dann vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen und das sprach den Kindern den Anspruch zu (Aktenzeichen: 19 A 1970/14), ihre Stiefmutter neben ih­rem Vater bestatten zu lassen. Die Kultusgemeinde verstoße mit der Ablehnung »of­fen­sichtlich« gegen die Totenwürde beider Eheleute, in der sich ihre Menschenwür­de als oberstes Verfassungsprinzip nach dem Tod fortsetze. Beide hätten mit dem Er­werb des Grabnutzungsrechts den Wunsch artikuliert, in dem erworbenen Dop­pel­grab als Eheleute gemeinsam die letzte Ruhe zu fin­den. Dieser Belang habe un­ter den Um­ständen des vor­lie­gen­den Einzelfalles Vorrang vor dem ebenfalls be­son­ders hoch zu gewich­ten­den Schutz des Selbstverwaltungsrechts der Kultusgemeinde.

Die Praxis, auch nichtjüdische Ehepartner auf einem »jüdischen« Friedhof zu begraben, ist in Deutschland nicht selten. Die Nachbargemeinde Gelsenkirchen hat das erst neuerdings (2009) erlaubt und hält dafür einen Extrateil des Friedhofs bereits. Auch auf dem Friedhof der Gemeinde Essen gibt es bereits beigesetzte Nichtjuden, unter ihnen die Frau des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Georg Jolles, der den Vertrag 1971 abschloss. Der Friedhof scheint aber für eine gemischte Belegung nicht vorbereitet zu sein. Wenn mich nicht alles täuscht, wären Gräber nebeneinander möglich, wenn der Friedhof insgesamt aus einer Anzahl von einander abgegrenzten (durch kleine Ketten zum Beispiel) Gräbern bestünde. Das ist in Essen derzeit nicht der Fall.
Gegenüber der Jüdischen Allgemeinen, sagte der Vorsitzende Jewgenij Budnizkij, man überlege noch, ob man gegen die Entscheidung des Gerichts vor dem Bundesverfassungsgericht vorgehe.

Die Tatsache, dass bereits Nichtjuden auf dem Friedhof begraben seien, begründete er in der Jüdischen Allgemeinen damit, es handele sich um Frauen, die ihre jüdischen Männer während der NS-Zeit versteckt hätten. Aus halachischer Sicht dürfte das kein Argument sein.

Letztendlich dachte man 1971 in Essen wohl nicht darüber nach, dass die Zeiten sich ändern könnten und bereitete sich später mit der Änderung der Satzung nicht darauf vor, was passieren würde, wenn jemand tatsächlich einen »alten« Vertrag würde einlösen wollen. Dass die Sache nun vor Gericht gelandet ist und anscheinend kein Bejt Din zuvor eine Mediation vornahm, macht die Sache nicht unbedingt besser. Ein Grundsatzurteil vor dem Bundesverfassungsgericht könnte geschlossene Verträge mit Gemeinden thematisieren oder ganz allgemein den Wunsch, gemeinsam begraben zu werden. Wenn dies geschieht, könnte das schwere Auswirkungen auf die Gemeinden haben.

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Radiointerview zu Chanukka

Holzschnitt Chanukkah aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Holzschnitt Chanukkah aus einem Frankfurter Minhagim Buch

Chanukka steht kurz bevor! In diesem Jahr fällt das Anzünden der ersten Kerze mit dem Beginn von Weihnachten zusammen. Das kann man idealisieren, romantisieren oder einfach ganz praktisch sehen: Mehr Zeit für Chanukka. Während der Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester wird das öffentliche Leben ja ganz ordentlich zurückgefahren. Dafür beginnt in den Innenstädten die Zeit des Umtauschs und der Hektik.
Weihnachten und Chanukka: Zwei Feste, die etwas mit »Licht« zu tun haben, aber darüber hinaus inhaltlich eher weniger. Bei Chanukka geht es ja eben nicht um »Wiedergeburt« oder »Geburt«, sondern um die Bewahrung von Traditionen, letztendlich auch um die Lehre, dass es nicht auf den Effekt ankommt, also das Licht der Menorah, sondern auch um das, was dahinter steht: Man brauchte nach der Befreiung des Tempels koscheres Öl (mit dem Siegel des Kohen Gadol, des Obersten Priesters) und legte nicht einfach mit dem los, was irgendwo verfügbar war (siehe im Talmud Schabbat 21b). Tatsächlich fand man nur einen kleinen Krug. Die Makkabäer hätten zu diesem Zeitpunkt auch sagen können: »Komm, lass. Reicht sowieso nur für einen Tag.« Statt dessen haben sie zunächst das eingesetzt, was sie verwenden konnten. Auch auf die Gefahr hin, dass es vielleicht nicht ausreichen würde. Das Wunder ist, dass es funktioniert hat! Es brannte die gesamten acht Tage – bis neues Öl verfügbar war. Ein Wunder sind, genau genommen, die sieben überzähligen Tage. Aber es konnte erst zum Wunder kommen, weil jemand den ersten Schritt gemacht hat und gesagt hat: »Wir können etwas richtig machen, auch wenn wir noch nicht wissen, wohin uns das führt.«
– Wer jetzt die Metapher dahinter nicht bemerkt hat, kann ja darüber nachdenken, während er den flackernden Kerzen zuschaut.

Der WDR hat mich gefragt, wie ich bzw. wir (als Familie) Chanukka feiern. Natürlich mit dem Zünden der Kerzen, mit Ma’oz Tzur, der Erzählung der Geschichte von Chanukka, Latkesessen und Dreidelspielen, aber es gibt auch Geschenke. Wie das gemacht wird und was der Hintergrund (im Groben) von Chanukka ist, wird ebenfalls erzählt. Nebenbei erzähle ich auch, warum man die Menorah (den siebenarmigen) Leuchter in jüdischen Haushalten eben nicht verwendet, sondern nur anschaut. Natürlich wird auch auf die zeitliche Nähe von Weihnachten eingegangen. Für nichtjüdische Zuhörer/Leser ist es noch immer schwer nachvollziehbar, dass man an Weihnachten wirklich gar nichts weihnachtliches macht. Chanukka ist kein Ersatzfest (»das jüdische Weihnachten«).

Aber nun zur Radiosendung/zum Podcast:

Direkten Zugriff auf die mp3 hat man hier | mehr zur Sendung und eine Abspielmöglichkeit gibt es hier.

Um die Homestory abzurunden, hier noch ein paar Bilder vom Chanukka des Ba’al haBlog…

Chanukkah im Haus des Ba'al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba’al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba'al haBlog

Chanukkah im Haus des Ba’al haBlog

Chanukka-Lichter

Chanukka-Lichter

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Freiburg: Eine Synagoge wird entsorgt

In der Innenstadt Freiburgs soll ein Brunnen in Form des Grundrisses der ehemaligen Synagoge enstehen. Genau dort, wo die Synagoge bis zum 10. November 1938 stand. Bei den Bauarbeiten wurden dann Mauern der Synagoge im Boden gefunden. Was ab diesem Zeitpunkt passierte, ist ein Lehrstück dafür, wie eine Stadt nicht mit ihrem jüdischen Erbe und der lokalen jüdischen Gemeinde umgehen sollte.
Die Reste wurden während der Hohen Feiertage gefunden. Die Gemeinde sollte ihre Position während dieser Tage an die Stadtverwaltung übermitteln. Ein Treffen mit der Gemeinde sollte dann an Jom Kippur stattfinden. Schließlich beschließt die Gemeinde, dass die Mauerreste erhalten werden sollten. Die Stadt jedoch entscheidet anders und fährt fort mit dem Bau (die Jüdische Allgemeine fasst hier zusammen). Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon hat »emotional Verständnis für die Betroffenheit« der Gemeinde, sieht aber anscheinend keinen Handlungsbedarf. Das Mahnmal muss anscheinend zügig gebaut werden. Ausfälle auf Baustellen kosten Geld. Anscheinend auch gegen den Willen der jüdischen Gemeinde.
Ja, richtig gelesen: Mahnmal sticht lebende Juden.
Nun werden sollen die Steine sach- und fachgerecht (wie es in einem Zeitungsartikel dazu heißt) abgetragen werden um sie zu konservieren. Auf einem Video wird nun dokumentiert, wie vorsichtig und umsichtig das archäologische Fachpersonal dabei vorgeht. Die Reste der Synagoge werden einfach entsorgt:

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Ein unverantwortliches Buch?

Armin Langer war Rabbinerstudent am Abraham Geiger Kolleg und ist Mitbegründer einer Gruppe namens »Salaam-Schalom Initiative«.

Im Frühjahr überwarf sich Langer dann mit dem Abraham Geiger Kolleg. An diesem hatte er seine rabbinische Ausbildung begonnen. Jedoch nicht wegen seiner »Meinung« oder seinen Aktivitäten im jüdisch-muslimischen Dialog, sondern weil er, wie das Kolleg berichtete (siehe auch hier), Absprachen zur Außenkommunikation nicht eingehalten hatte. Dass er den Zentralrat der Juden als »rassistisch« bezeichnet hatte (und sich später für die Wortwahl entschuldigte), war also nicht der Auslöser, auch wenn das häufig so gesehen wird.

Nun ist er kein also Rabbinerstudent mehr, aber das Label bleibt. Jetzt hat er ein Buch geschrieben. Mit diesem Label:
In den meisten Berichten und auch im Text des Verlages zu seinem Buch heißt es: »Ármin Langer, jüdischer Rabbinerstudent und Publizist, lebt in Neukölln[…]«. Dementsprechend heißt das Buch »Ein Jude in Neukölln – Mein Weg zum Miteinander der Religionen«. Aber eigentlich, so heißt es im Buch, sollte das Buch »Muslime sind die neuen Juden« heißen (Seite 11), er habe sich dann jedoch umentschieden.
Dieser Titel hätte die Grundidee Langers schon ganz gut zusammengefasst. Diese These wird dann auch untermauert mit verschiedenen »Umdeutungen« und »Uminterpretationen«.
Er spricht etwa über Rabbiner Daniel Alter. Alter wurde in Berlin auf offener Straße von Jugendlichen zusammengeschlagen. Nach allem was wir wissen, Kinder oder Enkel von Migranten mit arabischem Hintergrund und formulierte danach öffentlich, was viele Juden bereits wussten: Es gibt Bereiche in der Stadt (wie auch in anderen Städten), die für Juden nicht sicher seien. Eben wegen solcher Jugendlicher.
An Alter arbeitet sich Langer ab und versucht, das ganze Geschehen zu entkräften. Dieser Vorfall, exemplarisch für andere, wird umgedeutet und das Licht ausschließlich auf Alters Äusserungen danach gerichtet.
Natürlich fehlt auch der Vorwurf nicht, Dr. Josef Schuster, der Zentralratspräsident, hätte Obergrenzen für Flüchtlinge gefordert. Generell wird hier in beiden Fällen ein antimuslimischer Diskurs von Langer vermutet.
Antisemitimus sei generell kein Problem bei »muslimischen« Jugendlichen, so Langer.

Aber eines übersieht Langer in seiner Argumentation und seinem Bemühen, eine schwarz-weiße Welt zu erzeugen: Die Grautöne.
Es ist tatsächlich kein Problem der Religion, sondern der Sozialisierung und des vorherrschenden Mythos, das Judentum sei der Feind des Islam. Diese antisemitische Propaganda aus arabischen Ländern hat langfristige Wirkung gezeigt und färbt sogar auf vereinzelte jüdische Protagonisten ab. Niemand würde ernsthaft behaupten, alle »muslimischen« Jugendlichen seien Antisemiten. Man muss aber das Problem aufzeigen dürfen.
Noch immer meint er, »95 Prozent aller antisemitischen Gewalttaten werden von Neonazis verübt« und damit widerspricht er der Lebenserfahrung der meisten Juden in diesem Land. Jedenfalls derer, die als solche erkennbar sind.
Antisemitismus sei kein Problem. Vielmehr gäbe es Probleme mit dem Staat Israel. Auch zu diesem hat Langer, sagen wir mal, eine »kritische« Haltung (Diskriminierung sei in Israel überall präsent)– um den größtmöglichen Euphemismus zu wählen. Oft sei es gar kein Antisemitismus, wenn Juden ermordet würden. Der Überfall auf den koscheren Pariser Supermarkt Hyper Cacher, sei eher politisch motiviert. Wenn man das weiterspinnt, ist es also eher »physische Israelkritik«. Das Patentrezept für ein Ende solcher Taten: Die »Besetzung« des Westjordanlandes beenden und alle Palästinenser zurückkehren lassen nach »Israel-Palästina«. Vielmehr sei der Staat Israel ein »Risikofaktor für Juden außerhalb Israels«.

Der Antisemitismus wird also wegdefiniert und Israel-Hass scheint legitim zu sein.

Dann gibt es die Behauptung, jüdisches Leben in Deutschland definiere sich heute zu einem großen Teil nur durch die Beschäftigung mit der Schoah oder die Bedrohung durch Antisemitismus.
Der »Status als Opfer« würde immer wieder betont. Das ist eine Sichtweise, die häufig von denen eingenommen wird, die dem Judentum nicht so offen gegenüberstehen und geht an der Realität der Gemeinden generell vorbei. Vermutlich wird das weder am Abraham Geiger Kolleg, noch an den anderen Einrichtungen der Rabbinerausbildung in Deutschland gelehrt. Die meisten Rabbiner aller Strömungen betonen heute, wie wichtig es ist, dass man Herr über sein eigenes Leben ist und wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen. Auch als »Gruppe«.

In dem Buch werden zahlreiche Anstrengungen unternommen, einen antimuslimischen Diskurs nachzuweisen. Wenn man den Argumentationen folgt, dann lassen sie das Engagement von Langer selbst natürlich in einem noch viel besseren Licht dastehen. In seinem Bemühen darum, kommt er zu falschen Schlussfolgerungen und wirft generell kein sehr gutes Licht auf die jüdische Community in Deutschland. Ich weiß nicht, ob er sich dieser Tatsache bewusst ist. Wenn man antwortet, er sei sich dessen nicht bewusst, dann ist er nicht reif genug für das Rabbinat.
Wenn er sich dessen bewusst ist? Was wäre dann?

Ármin Langer
Ein Jude in Neukölln
304 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-351-03659-1

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Über Juden sprechen geht ohne Juden einfach besser?

»Klagemauer« Köln

»Klagemauer« Köln

Wer bis zum Ende des Jahres 2015 mit dem Zug nach Köln kam und sich vor den Dom stellte, musste früher oder später Notiz von der »Klagemauer« nehmen. Sie stand am bekanntesten Platz der Stadt und stimmte die Besucher auf den Aufenthalt in der Stadt ein. Die »Klagemauer« wandte sich gegen den Staat Israel und das tat sie in einer Form, die wenig Zweifel daran ließ, dass derjenige, der diese Art des Protests in die Stadtmitte trug, den Staat Israel deshalb ablehnte, weil er der Staat Israel war – der Jude unter den Völkern. Da war die Rede vom »Holocaust in Gaza« und davon, dass Netanjahu Massaker verübe und sie als »Kampf gegen den Terror« verkaufe – wie Hitler. Dazu wurden Bilder und Karikaturen gezeigt, auf denen ein Jude ein Kind verspeist. Dass es antisemitisch war, konnten Jüdinnen und Juden häufig bestätigen. Die Gerichte der Stadt sahen das in der Regel anders und wiesen Klagen diesbezüglich ab. Selbst der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke bezeichnete die Sammlung von Material als »völlig einseitig, antisemitisch und nur abscheulich« (taz).

Derjenige, der demonstrierte, Walter Herrmann, zeigte, was in Deutschland legal über Juden und den Staat Israel gesagt werden darf. Das tat weh und verletzte Menschen. Es führte zu Hass bei denjenigen, die der Propaganda auf den Leim gingen und sich bestätigt sahen. Der Schaden dürfte groß sein.
Nun verstarb Walter Hermann im Juni 2016, aber das beendete den Spuk nicht. Jetzt erst wird offensichtlich, dass Herrmann nicht allein war mit dem, was er dachte. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete von einer »bewegenden Trauerfeier« (siehe hier) und die Sammlungen israelfeindlichen Materials wurden zu »kontrovers diskutierten Aktionen« (von hier: Kölner Stadtanzeiger).
Der gesamte Bestand seiner Pappschildchen sollte im Kölnischen Stadtmuseum und dem Kölner Stadtarchiv weiter aufbewahrt werden. Das sollte man eigentlich laut hinterfragen. An diese Stelle stellt sich nun die Karl Rahner Akademie Köln und möchte an einem Abend, nach persönlicher Anmeldung, darüber diskutieren.
»Der Erinnerung wert? Walter Hermann, die Klagemauer, der Antisemitismus und die Aufgabe historischer Archive« ist der Titel der Veranstaltung. Geladen sind Bundestagsabgeordneter Volker Beck, Polizeidirektor a.D. Udo Behrendes, die Archivarin Dr. Gisela Fleckenstein, der Direktor des Kölnischen Stadtmuseums Dr. Mario Kramp, Pfarrer Franz Meurer und Dr. Martin Stankowski. In einer vorherigen Ankündigung wurde noch Prof. Dr. Jürgen Wilhelm von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit genannt.
Die Akademie möchte das Thema am 12. Oktober 2016 diskutieren. Das ist Jom Kippur. Kann sein, dass es die Karl Rahner Akademie im Vorfeld nicht wusste. Deshalb schrieb ich die Karl Rahner Akademie an. Kann es aber sein, dass man »über« Antisemitismus und Juden spricht, ohne einen einzigen Vertreter einzuladen? Auch das wollte ich von der Karl Rahner Akademie wissen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 12. Oktober 2016 planen Sie die Durchführung einer Podiumsdiskussion zu der sogenannten »Klagemauer« in Köln. Es wird unvermeidbar sein, bei diesem Thema auch über Antisemitismus zu sprechen. Das kündigen Sie ja auch in der Überschrift an.
Die Fragen, die sich bei Betrachtung der Referenten aufdrängt, lauten:
Warum sind keine jüdischen Referenten eingeladen?
Warum wird »über« Juden gesprochen, aber nicht mit?
Hatten Sie vor der Planung der Veranstaltung Kenntnis davon, dass der Veranstaltungstag Jom Kippur sein würde und somit kein Jude im Publikum würde sitzen können, der sich irgendwie für seine Religion interessiert?
Haben Sie sich nach bekannt werden dieser Tatsache um eine Lösung dieses Widerspruchs bemüht?
Ist Ihnen bewusst, dass man dies durchaus als Desinteresse an der jüdischen Haltung auslegen könnte?

Die Mail erreichte die Akademie am 28.09. blieb jedoch ohne Antwort. So ist man – so bin ich – dazu eingeladen, die Schlüsse selber zu ziehen: Ist das Sprechen über Juden ohne Juden vielleicht einfacher? Ist man sich möglicherweise schneller einig? Will man eine jüdische Stimme in dieser Diskussion gar nicht zur Kenntnis nehmen?

Mein Vorschlag würde übrigens lauten: Einen Teil aufbewahren. Der Teil kann dann für das neue jüdische Museum der Stadt Köln genutzt werden. Hier könnte man das neben Objekten zeigen, die eine Geschichte des Antisemitismus dokumentieren und dass so mancher Vorwurf (Brunnenvergifter, Kindermörder) sich ein neues Mäntelchen angezogen hat und als Israel-Kritik daherkommt (noch immer Brunnenvergifter und Kindermörder, aber nun »Israel«).

Update!

Am Nachmittag des 7. Oktober reagierte die Karl Rahner Akademie indirekt (Grammatikfehler aus dem Original):

Verschiebung der Veranstaltung!
Von uns ist aus Unachtsamkeit die Podiumsdiskussion auf den 12. Oktober, das ist in diesem Jahr Jom Kippur, einer der höchsten jüdischen Feiertage, gelegt worden ist, und damit die Teilnahme von Menschen jüdischen Glaubens erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht ist, haben wir uns zur Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt entschieden.

Ob nun auch ein jüdischer Ansprechpartner eingeladen wird, stand nicht in der Nachricht auf der Homepage der Karl Rahner Akademie.

Volker Beck (der eingeladen ist) habe ich auf twitter angesprochen und dieser hat auch gehandelt:

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Unterwegs

In Hessen gibt es zahlreiche Orte mit Friedhöfen, die zumindest teilweise die Zeiten überdauert haben. In nahezu jeder Ortschaft scheint es eine Mikweh gegeben zu haben. Einige davon, wurden erst jüngst wieder entdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mein Streifzug zeigte in erster Linie all die Dinge, die nicht mehr da sind und wie sehr sich das Leben auf »dem Land« vom Leben in den Ballungsräumen unterschied. Keine Grundrisse von Reformsynagogen, sondern traditionelle aschkenasische Synagogen. Die große Anzahl von Mikwaot zeigt natürlich, dass sie gebraucht wurden, so banal das auch klingen mag. Ganz unromantisch kann man aber auch festhalten, dass Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts hier ein radikaler Schrumpfungsprozess einsetzte. 1936 schrieb Lily Hirsch im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Heft 12) über die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Hessen-Nassau:

Keine Provinz weist eine so starke Landbevölkerung auf wie Hessen-Nassau. […] Keine der jüdischen Mittel- und Kleingemeinden unserer Provinz umfasst heute noch 200 jüdische Gemeindemitglieder, während 1932 noch 3 Gemeinden an 400 herankamen. Bad Homburg ist von 400 Mitgliedern im Jahr 1932 auf 195 heruntergegangen, Schlüchtern von 375 auf 194, Hersfeld von 360 auf 181. Diese Zahlen nach dem Stand vom 1. April dieses Jahres dürften heute schon wieder überholt sein.
Wie schnell die Veränderungen vor sich gehen, wie schnell Gemeinden völlig verschwinden können, mögen zwei Beispiele zeigen: Die Gemeinde Ulmbach bei Schlüchtern mit ursprünglich 32 Seelen zeigte im April 1936 noch 4 Gemeindemitglieder an und hat sich in diesen Tagen völlig aufgelöst. Gelnhausen mit einem Bestand von 207 Seelen im Jahre 1932, ist 1934 auf 127 zusammengeschrumpft und meldete am 1. April 1936 noch 66 Mitglieder. Die Gesamtzahl der Gemeinden mit über 100 Seelen ist von 33 auf 14 zurückgegangen, dagegen haben sich die Zwerggemeinden (1 – 49 Seelen) von 64 im Jahre 1932 auf 90 im Jahre 1936 vermehrt, ein Schrumpfungsprozess, dessen Ende man vorausbestimmen könnte.
Lily Hirsch in: Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main, 1936, Heft 12 (September 1936)

Sie schließt mit:

Es ist traurig zu wissen, dass viele Gemeinden unseres jahrhundertelang von Juden besiedelten Bezirks in kurzer Zeit verödet sein werden, Gemeinden, von deren einstiger Bedeutung Synagogen, Friedhöfe, Urkunden und Familiennamen zeugen.
Lily Hirsch in: Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main, 1936, Heft 12 (September 1936)

80 Jahre später habe ich einige dieser Orte besucht und bin (mit Ausnahme der Städte und eines Ortes) durch Gegenden gekommen, in denen (nahezu?) keine Juden mehr leben. Nur noch Erinnerung. Felsberg war eine Ausnahme. Hier wird eine alte Synagoge renoviert und soll wieder einer kleiner (liberalen) Gemeinde dienen.
Bereits auf dem Weg nach Hessen, kommt man an Warburg vorbei. Eine Stadt, in der es 1946 noch ein »Rabbinat« gegeben hat und wo es heute nur noch einen jüdischen Friedhof gibt. Weiterlesen

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Triff den Blogger: Vor Ort in Hessen

Alte Synagoge in Großkrotzenburg von Lumpeseggl (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Alte Synagoge in Großkrotzenburg von Lumpeseggl (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Für mich wird es eine Art Road Trip sein – eine kleine Reise durch Hessen. Beginnend in Kassel, endend in der Nähe von Frankfurt (Großkrotzenburg). Wer also dem Blogger vor Ort begegnen möchte, kann sich einen der Termine aussuchen. Was begegnet einem inhaltlich?
Es wird um einen modernen und offenen Zugang zu Texten gehen. An einigen Orten wird es die Geschichte von Jonah sein, die vielleicht eine komplexere Geschichte ist, als es die einfache, nahezu kindgerechte, Lesart, vermuten lässt. An anderen Orten wird es die Geschichte von »Jehuda und Tamar« sein. Heute würde man sagen, zwei Underdogs, die sich da über den Weg laufen. Es wird aber auch die Gelegenheit zu Austausch und Diskussion geben.

Wer in der Nähe der Stationen lebt, oder dazwischen, ist herzlich eingeladen! Vielleicht ergibt sich ja auch »mittendrin« die Gelegenheit zum Austausch.

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Religion ist Privatsache! (?)

Wollen Menschen mit Tätowierung darauf angesprochen werden?
Die einhellige Meinung scheint »Nein« zu sein.
Das mag zutreffen, wenn jemand irgendein chinesisches Schriftzeichen irgendwo hat, oder einen hebräischen Satz oder ein hebräisches Wort. Hier kommt es übrigens überdurchschnittlich oft zu Problemen. Besonders peinlich es dann, wenn der Tätowierte sich zwischen vielen Menschen tummelt, die des Hebräischen mächtig sind. So wir kürzlich in einem Schwimmbad: Wenige deutsche Touristen hatten sich hierhin verlaufen. Die größte Gruppe der der Besucher des subtropischen Badeparadieses waren Israelis. Aus Deutschland angereist ist jemand, der »Jesus« toll findet. Er hat eine hebräische Tätowierung: »Jeschua haMelech« – »Jesus der König«. Meinte er. Tatsächlich hat der Tätowierer wohl zwei Buchstaben vertauscht und nun stecht auf dem Oberarm unseres Freundes »Jeschua haLemech« – »Jesus der Narr«. Die übrigen Gäste lächelten nur huldvoll.

Kommen wir zu einer anderen Person mit Tätowierung. Manchmal muss man jemanden auf seine Tätowierung(en) ansprechen – etwa um eine unangenehme Kommunikationspause zu überbrücken:
»Dieses Bild des Gekreuzigten ist ja opulent. Das scheint Ihnen etwas zu bedeuten?«
»Sorry – Religion ist Privatsache und darüber möchte ich nicht sprechen.«
»Ah ja. Sorry. Verstehe. Tut mir leid. Da möchte ich natürlich auch nicht nachbohren. Sonst hätte ich noch nach dem Schriftzug im Nacken gefragt. Den kann ich nicht entziffern.«
»Ach so. Das. Das heißt Stefan. Aber in Spiegelschrift.«
»Ok. Verstehe. Gut.«
»In Spiegelschrift, weil Stefan das dann bei uns lesen kann. Wir haben einen Spiegel über dem Bett und wenn ich auf ihm liege, kann er seinen Namen auf mir lesen.«
»Sagten Sie gerade, Religion sei Privatsache?«
»Ja genau. Wieso?«
» – «

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Kafka und die nationaljüdischen Hardliner

Reiner Stach hat eine viel beachtete, ausführliche und sehr lesbare Biographie von Franz Kafka geschrieben. Ein wahres Lebenswerk. Warum dies noch niemand vor ihm gemacht hat, konnte nicht einmal Stach beantworten. In seinem Buch versucht er, der Frage nachzugehen, kommt jedoch zu keinem klaren Ergebnis.
Reiner Stach ist also jemand, der sich auf dem Gebiet auskennen dürfte, wie kaum eine andere Person.
Aber Reiner Stach sieht Kafka in erster Linie als deutschsprachigen Autoren und erst dann als einen jüdischen und ist sich der Tragweite dieser kleinen Nuance anscheinend nicht bewusst – wenngleich auch Antisemitismus und Ausgrenzung eine Rolle in seiner Beschreibung von Franz Kafkas Leben spielen.
Doch einen Schritt zurück: Im Juni fällte ein israelisches Gericht ein Urteil zum Nachlass des Kafka-Freundes und Verlegers Max Brod. Max Brod war der Mann, der Kafka groß gemacht hat. Bestandteil des Nachlasses sind zahlreiche Dokumente von Franz Kafka selber. Mit diesen kam Brod 1939 aus Prag ins damalige Palästina. Bekanntlich hatte Kafka, der 1924 starb, Brod als Nachlassverwalter eingesetzt und wollte, dass seine Papiere verbrannt werden. Das tat Brod nicht. Ihm verdanken wir also, dass zahlreiche Werke überhaupt heute lesbar sind.
Das Gericht bestimmte nun, die Dokumente seien in der Nationalbibliothek Jerusalem zu deponieren. Eine großartige Entscheidung, denn so bleiben die Unterlagen nicht nur zusammen und bewahrt, sondern werden auch digitalisiert und der Öffentlichkeit zu weiteren Forschungszwecken zur Verfügung stehen. In Jerusalem sind die Unterlagen dort aufbewahrt, wo man das kulturelle Erbe der jüdischen Diaspora wertschätzt.
Das ist eine Tatsache, die Stach nicht anerkennt. Er sähe die Unterlagen gerne im Literaturarchiv Marbach. In einem Text in der ZEIT vom 18. August 2016 (Seite 38) mit der Überschrift »Muss ich alles umschreiben« schreibt er über einen Verkauf von Kafka Manuskripten an das Literaturarchiv Marbach:

Es ist ein Glücksfall – und keineswegs historisches Unrecht, wie nationaljüdische Hardliner gerne vorbringen –, dass das Deutsche Literaturarchiv Marbach […] Kafkas Process erwarb.
DIE ZEIT, Ausgabe 35 vom 18. August 2016, Seite 38

Wer sind also diese nationaljüdischen Hardliner?
Merke: Keine israelischen. Es sind nationaljüdische Hardliner.
Die Formulierung ist jedenfalls reichlich fragwürdig.
Vielleicht Hardliner wie Brod selbst?
Der Deutschland als »verfluchte Nation« bezeichnet hat?
Gibt es hier ein generelles Problem damit, dass die Unterlagen in Israel verbleiben und dort sicher sind? Warum sollte ausgerechnet ein deutsches Archiv diesen Schatz aufbewahren? Warum nicht auch ein tschechisches?
Reiner Stach hält das Marbacher Archiv für die bessere Adresse, weil dort die »deutsch-jüdischen Nachlässe« »mustergültig erschlossen« seien. Erschlossen, also suchbar, vielleicht. Aber nutzbar im Zeitalter der Digitalisierung?
Schauen wir doch einmal nach, was das Literaturarchiv Marbach so alles online gestellt hat: Nichts.
Man kann im Katalog nach Kafka suchen und erfährt, dass das Archiv die Handschriften besitzt und streckenweise als Mikrofiche vorhält. Eine Veröffentlichung dieser Unterlagen im Netz scheint nicht angedacht zu sein. Nicht einmal die Hanschriften von Kafkas Process sind auszugsweise verfügbar. Einige Seiten seien in einer Dauerausstellung zu sehen.

Wer will, kann sich einmal die Publikationsgenehmigung für Handschriften anschauen.