Nach etwas mehr als einer Woche nach den ersten Reaktionen auf ein Urteil, welches die Beschneidung als Körperverletzung qualifiziert, ist außer einer zustimmenden und einer ablehnenden Empörungswelle nicht viel konkretes passiert. Jedenfalls wurde keine Rechtssicherheit für Juden in Deutschland hergestellt. Statt dessen fliegen einem die Links um die Ohren. Viele Blogger und Kommentatoren schreiben wortreich um das Thema herum und begründen ausführlichst, warum das simple Abtrennen der Vorhaut so furchtbar sei. Tatsächlich wollen sie wohl sagen: »Ich hätte Angst davor. Finger weg von meinem Teil.«
Hier, als kleiner Service ein paar vernünftige Links:
- Jaques Schuster, Welt-online Bedrängtes Judentum
- Henryk M. Broder, Welt-online Pornografische Debatte mit maximaler Erregung Nicht besonders originell, aber für ihn ist das natürlich eine gute Vorlage
- Micha Brumlik, Frankfurter Rundschau: Judentum und Islam ist hier nicht erwünscht
- Antje Yael Deusel, Jüdische Allgemeine: Guter Schnitt
- Harald Martenstein, Die Zeit, Müssen sie sich bei ‘Pro Vorhaut’ zwangsberaten lassen? Zweifellos einer der besten Links zum Thema
27. Juli 2012 – 8 Av 5772 um 00:44 Uhr
Noch ein Hinweis an die Nichtjuden, die meinen, uns überzeugen müssen, wir müßten unsere Religion modernisieren und dem Zeitgeiit anpasssen. Am 29.07 und für die Teit vom 19.08 – 19.09 werden Sie keinen jüdischen Mitdiskutanten finde, unterstelle ich einmal, denn am 9. aw und in der Zeit von 1.Elul bis “zom gedalja” werden wir uns dafür keine Zeit nehmen!
31. Juli 2012 – 12 Av 5772 um 08:30 Uhr
Es gibt keine Legaldefinition von Körperverletzung. Das StGB benutzt diesen Begriff, ohne ihn zu definieren. Schlußendlich ist also die Interpretation gefragt. Es wird daher immer zwei Ergebnisse geben: Nichtjuden und Nichtmuslime werden die Beschneidung als Körperverletzung einstufen und dagegen angehen (auch gegen die gesetzliche Regelung, die komme wird), Juden und Muslime werden an der Beschneidung festhalten. Mit dem Mob (danke, Yael!) kann man nicht diskutieren, laßt uns daher lieber an das Sprichwort mit Eiche denken und auf fremdenfeindliche Kommentare, die Minderheiten klarmachen, daß sie sich zu beugen oder zu gehen haben, einfach schweigen.
31. Juli 2012 – 12 Av 5772 um 14:22 Uhr
Sehr geehrter Herr Sunderbrink,
ich kann durchaus nachvollziehen, dass Sie die Einstufung der Beschneidung von Babies und Kindern als Körperverletzung als heftigen Eingriff empfinden.
Die Kritiker der Kindesbeschneidung aber generell als “Mob” zu bezeichnen, finde ich unangemessen.
Sie können sich wahrscheinlich darauf verlassen, dass die Bundesregierung ein Gesetz erlässt, das die Beschneidung von Kindern erlauben wird.
Haben Sie es dann nötig, die Kritiker dieser Praxis so anzugehen?
31. Juli 2012 – 12 Av 5772 um 14:49 Uhr
Zu einem anderen Artikel gibt es einen link zu einem Artikel, in dem von dem österreichischen und deutschen “Mob” die Rede ist. Darauf bezog sich mein Hinweis, der für Insider durchaus klar war, für Sie, “Sambi” offenkundig nicht. Die Diskussion hier verläuft zivilisiert, nach Sichtung der Kommentare in deutschen Zeitungen und Magazinen mache ich mir die Wertung aber zu eigen. Falls Sie Zeit haben, “Sambi”, geben Sie das Stichwort “Beschneidung” mal bei FAZ, SZ, FR, Welt, NRZ und Co. ein, schauen Sie in die Zuschriften bei “Spiegel” und Focus”, dann werden Sie meine Wertung wohl nachvollziehen. Da schreiben Leute, die von dem Thema nicht berührt sind, aber die Begriffe” Recht und “Gesetz” nicht unterscheiden können, die keine Ahnung haben, wie Körperverletzung definiert wird, aber gleich von “schwerer Körperverletzung” reden und Juden und Muslimen raten, doch auszuwandern, weil (nicht wenn!) wir “deutsche Gesetze” nicht anerkennen (obwohl es noch gar kein Gesetz gibt!). (Unser Rechtsverständnis ist dieses “din erez, din amcha”. Recht des Landes ist Recht des Volkes (Israel))! Wir lassen uns nicht vorwerfen, deutsches Recht zu brechen! Beschneidung von Jungen und Mädchen wird undifferenziert durcheinandergeworden usw. usw.
Es reicht einfach! Ich hatte gehofft, mit dem Statement oben die Diskussion hier endgültig zu beenden. Hoffentlich gelingt das irgendwann, jetzt anscheinend nicht.
Falls Sie sich von dem Ausdruck “Mob”persönlich getroffen fühlen, enschuldige ich mich, soweit es Sie betrifft. ansonsten sehe ich aber keine Veranlasssung, von der Beschreibung “deutscher Mob” in dieser Diskussion abzurücken!
31. Juli 2012 – 12 Av 5772 um 14:58 Uhr
Bitte entschuldigen Sie, Herr Sunderbrink, mir war nicht bewusst, mit welch unqualifizierten und aggressiven Diskussionsbeiträgen sich offensichtlich viele Leser an der Diskussion beteiligt hatten.
Angesichts dieser Situation und der Geschichte Deutschlands würde ich mich in Ihrer Lage auch sehr schlecht fühlen, ich kann Sie daher absolut verstehen, wenn Sie die Situation so beurteilen.
Es tut mir sehr leid und ich schäme mich dafür, dass manche Deutsche sich so aggressiv aufführen.
17. Dezember 2012 – 4 Tevet 5773 um 23:11 Uhr
endlich ist der spuk vorbei und die meisten abgeordneten haben wohl begriffen
wie absurd, gedankenlos, unsensibel…..der körperverletzungsvorwurf war und ist.
habe noch keinen jüdischen mitbürger gehört, der den katholiken wegen des rituals
der heiligen kommunion kannibalismus vorgeworfen hat.
die sogenannten aufgeklärten, die sogenannten humanisten und kinderschützer
haben mitunter keinerlei respekt vor jahrtausendealten traditionen.
wer ohne gott die welt erklärt und nur aus sich heraus begründet was wahr und richtig ist, hat letztlich keinen halt.
18. Dezember 2012 – 5 Tevet 5773 um 08:27 Uhr
habe noch keinen jüdischen mitbürger gehört, der den katholiken wegen des rituals der heiligen kommunion kannibalismus vorgeworfen hat.
@BW
wieso, verspreisen die neuerdings Menschenfleisch, oder warum sollte man den Katholen Kannibalismus vorwerfen? Reine Neugier!
Shalom
Miles
18. Dezember 2012 – 5 Tevet 5773 um 09:15 Uhr
Nach meiner Infomation verwandelt sich die Hostie ebenso wie der Wein. Es erfolgt eine Umformung in Leib und Blut des Jesus von Nazareth. Das Essen und Trinken von Leib und Blut kannn man Kannibalismus nennen, wenn man will.
18. Dezember 2012 – 5 Tevet 5773 um 11:55 Uhr
Hi Wolfgang, schön, mal wieder von dir zu “hören”. Slicha, dass ich deine Mails am Ende nicht beantwortet habe, ich bin leider sehr schreibfaul und habe zurzeit sehr viel zu tun. Ist daher keine böse Absicht.
18. Dezember 2012 – 5 Tevet 5773 um 15:47 Uhr
Yael, danke für Deine Nachricht. In der letzten Zeit wr ich krak und danach wege meiner Schwester unterwegs, aber nun bin ich wieder in der Pfalz. Meine Schwester gewöht sich im Atenheim langsam ein, nun sind wir uns so nah (örtlich) wie seit 1990 nict mehr. Es kann also nur besser werden!
20. Dezember 2012 – 7 Tevet 5773 um 16:31 Uhr
Ich hoffe, du bist wieder auf dem Damm.
Liebe Grüße
20. Dezember 2012 – 7 Tevet 5773 um 15:19 Uhr
lieber miles
die erklärung von w. sunderbrink ist korrekt.
übrigens…ich bin gläubiger katholik, einer von der sorte, denen zutiefst bewusst ist, dass das christentum tief im judentum wurzelt und die juden
unsere älteren schwestern und brüder sind.
die kommunion ist so wenig kannibalistisch wie die beschneidung eine
körperverletzug ist. ich wollte etwas provokantes beisteuern, um zu zeigen wie intolerant die debatte stellenweise war.
shalom
ben
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 08:59 Uhr
ich bin gläubiger katholik, … kommunion ist so wenig kannibalistisch wie die beschneidung eine körperverletzug ist.
@Ben:
schon klar, schon klar!
Ich wünsche Dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
Shalom
Miles
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 12:18 Uhr
lieber miles
wünsch dir auch frohe weihnachten und ein gutes neues jahr
shalom
ben
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 12:30 Uhr
wünsch dir auch frohe weihnachten und ein gutes neues jahr
@Ben:
danke sehr, das ist sicherlich lieb gemeint, aber Weihnachten feiere ich nun wirklich nicht – und ‘mein neues Jahr’ hatte ich schon vor etlichen Wochen begonnen!
Shalom
Miles
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 14:18 Uhr
nicht böse sein. mein weihnachtsgruss und die neujahrswünsche waren wohl etwas gedankenlos.
sorry !!!
danke für deine humorvolle und coole reaktion.
darf ich dir denn eine gute zeit wünschen ???
unabhängig von deinem und meinem glauben ???
verspreche an dieser stelle, mich besser zu informieren.
wann begann denn das jahr 5773 ?
bin neugierig.
shalom
ben wilmes
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 14:41 Uhr
Hallo Ben, die trockene jüdische Antwort ist: natürlich am 1. Tischri 5773, (weiß doch jede/r (Jude/Jüdin), das war der 17.09.2012. Begonnen hat der Tag aber schon am 16.09, von wegen: und es ward Abend und Morgen, der erste Tag.
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 15:17 Uhr
hallo Wolfgang
danke für die info….bin Katholik , der mit reichlich Verspätung( bin 58) gerade erst begonnen hat sich mit jüdischer Religion zu befassen.nach Umwegen über Marxismus und Buddhismus, Atheismus und scheissegalismus darf ich mich seit etlichen jahren als kritischer, von zweifeln nicht verschonter Christ bezeichnen, dem das Judentum ganz besonders am herzen liegt. könnten sie mir vielleicht eine gut verständliche Einführung in Buchform empfehlen ??? alles gute
shalom
ben wilmes
23. Dezember 2012 – 10 Tevet 5773 um 13:04 Uhr
OK, “frohe Weihnachten” war reichlich daneben, aber das mit dem “neuen Jahr” sehe ich entspannter, seit mir der “End of the Year Newsletter” von Chancellor Eisen von der JTA vorliegt.
31. Juli 2012 – 12 Av 5772 um 18:36 Uhr
…. Es tut mir sehr leid und ich schäme mich dafür, dass manche Deutsche sich so aggressiv aufführen…
Echt??? Warum denn eigentlich fuer sog. ‘manche Deutsche’ fremdschaemen? Kann ich wirklich nicht verstehen!
Shalom
Miles
18. Dezember 2012 – 5 Tevet 5773 um 20:55 Uhr
Tscha, die Entscheidung für dieses Beschneidungsgesetz war ja vorauszusehen.
Weiterhin bin ich aber der Meinung, dass die Beschneidung eine Körperverletzung darstellt.
Was spräche denn dagegen, die Aufnahme des Kindes in den Bund mit Gott durch einen gewaltlosen Akt symbolisch zu feiern?
Wer sich dann unbedingt noch körperlich beschneiden möchte, um den Bund zu bekräftigen, kann dies dann ja gern mit 18 tun.
Es hat meiner Meinung nach nichts mit Gottlosigkeit zu tun, das Baby nicht zu beschneiden. Die religiöse Erziehung eines Kindes hängt doch nicht von der (entfernten) Vorhaut ab.
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 14:44 Uhr
Sambi, ich will Ihnen ihre Meinung nicht nehmen, aber lassen Sie uns Juden bitte auch die unsere. Es ist sinnlos, uns davon überzeugen zu wollen, daß wir “eigentlich” eine Straftat begehen und die brith doch verschoben werden könne. Kann sie nicht, keine Diskussionsmöglichkeit: Ende der Fahnenstnge!
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 20:22 Uhr
Sie können ja mit Ihrem eigenen Körper machen, was Sie wollen, Sie sind schließlich erwachsen.
Und Sie können natürlich auch meinen, dass man einem Baby die Vorhaut abschneiden sollte, weil dies angeblich von Gott als ein Zeichen so bestimmt wurde.
Die Vorhaut ist aber kein Fingernagel und ihre Entfernung kann man durchaus als Körperverletzung ansehen. Ich spreche jedoch nicht von Straftaten, sondern es geht mir um das Wohl des Kindes und späteren Mannes.
Vielleicht empfinden Sie das als Angriff, aber das ist nicht meine Absicht. Jeder Mensch soll natürlich seine Religion ausüben, sei er nun Jude, Christ, Moslem, Hindu, Buddhist, Theist, Atheist oder was auch immer.
Ich sehe nur da eine Grenze, wo die Religionsausübung andere körperlich verletzt oder schädigt.
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 14:56 Uhr
Ach Sambi,
wollen Sie wieder alles neu aufköcheln? Es ist alles gesagt und das vielfach, auch von Ihnen. Jetzt lassen Sie es mal gut sein.
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 20:23 Uhr
O.k., ich habe gesagt, was ich denke und lass es damit gut sein.
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 15:03 Uhr
@ben wilmes: seltsam, ich finde Ihre Antwort nur in meinem Maileingang nicht hier.Bei der “unbedingten” Solidarär mit Israel habe ich Probleme. Ich stehe als Jude kritisch an der Seite Israels, denn nicht alles, was dort geschieht, ist richtig und problemlos zu akzeptieren. Nun aber Ende für heute, bald ist schabbes!
21. Dezember 2012 – 8 Tevet 5773 um 15:35 Uhr
das sehe ich genau so, denke aber dass es in Israel genügend Kräfte gibt, die gegen Siedlungspolitik und ähnliches opponieren und das es nicht erste aufgabe deutscher Politik ist,in dieser hinsicht ratschläge zu erteilen. habe erst seit wenigen tagen einen pc und arbeite mich noch ein.wieso meine antwort im maileingang gelandet ist weiss ich selbst nicht.
beste grüsse und wünsche
ben wilmes
23. Dezember 2012 – 10 Tevet 5773 um 13:01 Uhr
@ben wilmes: Tips habe ich reichlich, die gehören aber nicht in dieses Forum. Daher bitte ich um Bekanntgabe der Mailadresse an WSunderbrink@web.de, möglichweise sollten wir auch mal telefonieren.
@ sambi: gute Entscheidung!
31. März 2013 – 20 Nisan 5773 um 12:05 Uhr
http://mogis-und-freunde.de/blog/circumcision-mendel-teichtal/
Vielleicht willst du dort mal kurz Stellung nehmen gehen….
christian Bahls zeigt Rabb. Teichtal an…
1. April 2013 – 21 Nisan 5773 um 13:56 Uhr
@ soso:
Es ist nicht ohne weiteres möglich, am angegebenen Ort zu kommunizieren und zu kommentieren. Ich werde mich dort bewußt nicht anmelden. Der Anzeigenerstatter richtet sich selbst. Er benutzt die Sprache der Antisemiten, und er zeigt den Falschen an.. Wenn er von einer Körperverletzung ausgeht, ist der Verursacher der Straftäter, also der erfahrene Mohel. Da ist jeder Kommentar überflüssig
27. April 2013 – 17 Iyyar 5773 um 16:14 Uhr
Bin Christin ,habe muslimischen Partner und mir Jahrelang einreden lassen,ein Kind müsse selbst entscheiden ob es beschnitten sein wolle.Mit 15 Jahren hat sich mein Sohn ,der sich entschied Christ zu sein beschneiden lassen.
Genau nach der Beschneidungsdebatte.Ein Sohn eines Moslems oder Juden kann nicht unbeschnitten beiben.Dies ist ein Sünde und mein Sohn hat es gern und voller Stolz getan.Hätte ich gewusst wie harmlos der Eingriff ist,hätte ich es sofort nach der Geburt erlaubt.
Ich danke meinem Partner für seine Toleranz.