Chajms Sicht

Eine jüdische Sicht auf die Dinge

Klares Signal

| 209 Kommentare

Covenant of Abraham Klarer können Signale nicht sein: Das Landgericht Köln wertet die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung und kriminalisiert somit offenbar die Brit Milah (oder siehe hier). Das meldeten am 26.06. mehrere Zeitungen (siehe etwa hier und hier). Man kann nun lange darüber philosophieren und medizinische Vorteile hinterfragen und feststellen, dass (jüdische) Beschneidungen hierzulande nur von Personen durchgeführt werden, welche die medizinische Befähigung besitzen. Wir könnten auch darüber diskutieren, dass das Verbot der Beschneidung in den letzten Jahrtausenden immer eine Maßnahme war, um gegen das Judentum anzugehen nicht aber für das Wohl der Kinder. Oder wir halten ganz nüchtern fest:
Ein jüdisches Leben ist in der derzeitigen Rechtslage nicht möglich. Wer will, dass Judentum aufgebaut wird, der muss auch jüdische Kinder wollen und männliche jüdische Babys werden nun einmal beschnitten.

Natürlich treffen wir eine wichtige Entscheidung für unser Kind! Weil wir Gründe dafür haben. So wie offenbar jemand davon überzeugt ist, dass die Beschneidung von Kindern nicht richtig ist.
Der Gesetzgeber muss nun aber auch konsequent vorgehen und das Impfen von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr verbieten, oder das Ohrlochstechen, Auswahl der Schule oder Kindergartens, oder, oder alles Dinge, die wir für unsere Kinder entscheiden.

Autor: Chajm

Chajm ist nicht nur Autor dieses Blogs und Bewohner des Ruhrgebiets, sondern auch Herausgeber von talmud.de und Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet. Einige seiner Artikel gibt es nicht nur im Internet, sondern beispielsweise auch in der Jüdischen Allgemeinen. Über die Kontakt-Seite kann man Chajm eine Nachricht senden.

209 Kommentare

  1. “hanebüschenden Vorwürfen kommen, aber nie auch nur eine Frage stellen.”
    klippschule? jede kontraere meinungsaeusserung impliziert doch jeweils
    mindestens 1 frage. keinen vorwurf habe ich gelesen, ausser dem, dass man keine kinder beschneiden sollte, wahrlich kein hanebuechener. persoenlich empfinde ich ekel bei der vorstellung, dass ein messer genommen wird, geschnitten, blut, so wie ich auch nie einem stierkampf zuschauen oder einer mensur auf dem paukenboden beiwohnen koennte. in anwesenheit einer beschneidung wuerde ich vermutlich ohnmaechtig.

    • Wer verlangt denn nun von Ihnen einer Beschneidung zuzusehen?

      Und keine Vorwürfe? Schon alles vergessen?

      “aberglaube ist, dass gott befohlen habe, die von ihm so wunderbar entwickelte, konzipierte vorhaut zu entfernen, ob nun blutig oder nicht. aberglaube ist auch, dass der mensch die krone der schoepfung sei, der tiere quaelen darf, eine kuh sei rein, ein schwein sei unrein. wer fleisch isst, sollte das tier selber toeten, ob er nun schaechtet oder nicht. jedem empfehle ich einen besuch eines schlachthauses. selbst esse ich uebrigens koscher als vegetarier!

      atheist
      6. Juli 2012 16 Tammuz 5772 um 01:56 Uhr

      wie wuerde ein aufgeklaerter jude diese beitraege hier aufnehmen.
      die agressivitaet, mit der gegen rationalitaet vorgegangen wird, die inbrunst, mit der die schrulligsten formen des kultes verklaert werden, die kritiklosigkeit, mit der dem gott (nicht den goettern, es lebe der unterschied!) eigenschaften und vorlieben zugesprochen werden. das hebraeische vokabular verleihe dem ganzen besondere weihe und anspruch auf wahrheit. dann diese stimmen, die erklaerten humanisten antisemitismus anhaengen wollen. ganz,ganz uebel jene person, die triumphierend herausschreit, dass eine juedische frau den unbeschnittenen mann schon zurueckweisen wuerde . ( es gab die rassenschande: die deutsche frau laesst sich nicht mit einem juden ein).
      der wahn, mit dem beschneidung religioes gerechtfertigt wird, der hokuspokus drumherum, so etwas gruseliges habe ich selten gelesen, die juden, die ich bislang kennengelernt habe sind so anders, gebildet, intellektuell und meistens atheistisch.

      http://www.sprachkasse.de/blog/2012/06/26/klares-signal/#comments

      Das sind bei Ihnen also keine hanebüschenden Vorwürfe und anmaßenden Sprüche? Dann möchte ich gern mal die sehen, die in Ihren Augen hanebüschend sind.

    • Gähn!

      Schon gelesen? :D

      Chajm:

      “dass Theodor Herzl es auch abgelehnt hat

      Wenn wir das Pferd von dieser Seite her aufzäumen, bringt das überhaupt nichts.

      Wie wird jetzt argumentiert?

      Religiös? Dann ist das Herauspicken irgendwelcher Einzelfälle überhaupt gar nichts. Dann sollten wir im halachischen Kontext bleiben und so argumentieren. Irgendwelche Sondergruppen als Präzedenz zu nennen, ist ein interessanter Sport, lenkt aber nur vom Thema ab. Es gab, behaupte ich, kaum eine Zeit, in der die Brit nicht schon einmal auf dem Prüfstein stand und kritisch betrachtet wurde.
      Ein gutes Beispiel ist möglicherweise dieses Dokument: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/structure/409101

      Nicht-religiös? Auf dem Niveau tut bestimmt weh, deshalb tun wir das nicht? Dazu werden auch Einzelstimmen von Juden gesammelt, die ihre Kinder haben nicht beschneiden lassen. Man könnte noch Freud dazurechnen und einige andere. Aber die handelten nicht in einem religiösen Kontext, denn den hatten sie ja beabsichtigt verlassen. Was sie natürlich nicht zu schlechteren oder besseren Menschen gemacht hat.
      Nur um weitere Zwischenrufe der Qualität von aber der war auch Jude und hat sein Kind nicht beschnitten zu vermeiden.”

      • Ach, lass ihn doch. Ich kann auch nicht voreilig alles wegräumen. Ich hoffe einfach, dass die vernünftigen Kommentatoren ausreichend Souveränität besitzen, solche Nicht-Meinungen einfach ausblenden zu können und wir zu Sachdiskussion zurückkehren.
        Es liegt am Thema, dass irgendwelche Urängste geweckt hat.
        Die Argumente gegen die Beschneidung waren bereits vor 10, 20, 30, 40 und 100 Jahren die gleichen wie heute. Immer ging es vordergründig um das Kind, hintergründig jedoch um den jüdischen Körper. Zu diesem Topos empfehle ich Sander Gilman. Ein Text von ihm ist auch online: http://www.bostonreview.net/BR22.5/gilman.html

    • Posener ist Nichtjude (sein Vater war Jude, seine Mutter Nichtjüdin), aber das nur nebenbei. Der braucht eh keine Brit Mila. Damit ihr mal wißt, worüber ihr eigentlich labert.

      • Das stimmt. Jude ist man durch die Mutter. Aber halt auch ohne Beschneidung ;-) Nur auf den Bund mit Gott muss man verzichten….

        • Keine Ahnung, aber davon eine ganze Menge, gell?

        • Frank Spritzpistole
          Nur auf den Bund mit Gott muss man verzichten.
          Sie fordern also Juden auf, sich von ihrem Judentum -von Gott- abzuspalten?
          Sie wissen, was das über Sie aussagt? Wie’s aussieht, Sie wissen es ganz genau.

          Sie sind (mindestens) ein Antisemit.

          Sie schreiben hier in einem jüdischen blog und benutzen jüdische Gastfreundschaft um diese schädliche Botschaft zu äußern.

          Eine Diskussion, zu der Sie ohnehin keine wohlwollende Bereitschaft zeigen, hat sich somit erübrigt.

          Bitte gehen Sie!
          Und mein Rat für Ihren weiteren Weg: kehren Sie um.

  2. Die älteste und jüngste Religion verbinden sich gegen uns… we are doomed… wir haben keine Chance… GO KARLSRUHE GO… erst den Euro, dann den Pimmel… ich glaube an dich, Voßi! ;-)
    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/07/456611/beschneidungs-urteil-europaeische-juden-und-muslime-fordern-achtung-der-religionsfreiheit/

  3. Schula, tu dir das nicht mehr an. Der Typ ist nur Durchgeknallt und ist ausschließlich auf Krawall aus. Klingt schon langsam nach Juden-Hsystherie. Lohnt sich nicht, aufzuregen Er muß auch keine neue Plattform haben. Soll man uns nachsagen, wir sind nicht offen für andere Meinungen….und? Unsere Einstellung ist mehrfach dargestellt, wenn jemand anders denkt, na gut. Spinner, Ignoranten, u.a ….. kennen wir. Bei der Brit kommt halt das Denken heraus. Ich klinke mich erst einmal aus, muß ich nicht mehr haben

    • Hast ja recht, Elisabeth, nur der Kerl ist schon so auf Krawall gebürstet und hat so einen tiefgreifenden Judenkomplex, daß es schon fast Spaß macht, den auf die Schippe zu nehmen. Ich finds schon eine enorme Chuzpe, daß diese Kerle hier her kommen, um ihren Judenkomplex auszuleben. Diese Menschen haben ihren Nazifamilienkomplex nie überwunden. Das ist ganz klar. Ich möchte nur nicht, daß die beiden Typen es auch noch schaffen, einen jüdischen Blog judenrein zu bekommen.

      • Schula,
        Judenkomplex halte ich für verniedlichend, es ist nicht angemessen auf das, was Frank und atheist hier äußern.
        Sie haben sich aus freien Stücken, möchte ich für sehr Wahrscheinlich halten, entschieden, auf das übelste gegen uns zu hetzen. Das -denke ich- rührt nicht von einem Komplex, auch wenn ich den beiden das sogar wünschen würde (denn es wäre verhältnismäßig einfach zu heilen), sondern das ist loschon hara.

        Für meinen Teil also möchte ich im Folgenden darauf verzichten, mich noch weiter -gerade hier auf Chajms blog!- mit solchen Leuten auseinanderzusetzen.
        Dies ist -als schriftliches Feld- ein Rahmen, in dem man sich argumentativ an einer Diskussion beteiligen kann, auch die verschiedensten Meinungen vertreten kann, auch schärfer oder manchem eben zu unhöflich argumentieren kann (auch wenn es nicht vorgesehenen Standard entsprechen sollte), aber solche offene Hetze gegen Juden lesen möchte ich hier nicht .
        Daher bin ich eher der Meinung von Elisabeth BG .

        Schalom.

      • Liebe Schula,

        ich stimme Deinem Kommentar vollinhaltlich zu, mit einer ausnahme: der Begriff “chuzpe” ist hier nicht angebracht. Diese “Leistungen waren” einfach nur schlichte nichtjüdusche Frechheit und Dummheit. Chuzpe wird etwas anders definiert. Makabres Beispiel: der Mann, der Vater und Mutter erschlagen hat und vor Gericht um Milde bittet, weil er Vollwaise ist, der beweist chuzpe.

  4. Seh ich auch so, ich muss das hier auch nicht mehr haben. Ich klingt mich auch aus, denn dass ich und Miles Nazimethoden anwenden, muss man sich hier auch nicht sagen lassen. Die Grenze der Geschmacklosigkeiten ist einfach überschritten.

  5. … denn dass ich und Miles Nazimethoden anwenden, muss man sich hier auch nicht sagen lassen …

    tja, liebe Yael, dass man uns Juden eines Tages bei einer Diskussion über Brit Mila mit geschliffenem Nazivokabular wie ‘Rassenschande’ kommen würde, das hätte auch ich in der Tat nicht für möglich gehalten. Selbst wenn es ‘nur’ als Analogie gedacht war, geht auch mir das entschieden zu weit.

    Shalom

    Miles

  6. Der antisemitische Kommentar von Frank ließ mich meine Meinung zu dem Kölner Beschneidungsurteil verschärfen.
    http://www.sprachkasse.de/blog/2012/06/26/klares-signal/comment-page-2/#comment-100005

    Das Kölner Beschneidungssurteil verstößt gegen elementarstes Judentum, somit kriminalisiert es das Judentum in Deutschland selbst, indem es urjüdischen Brauch als strafbar einstuft, ohne, daß es einen tatsächlichen Schaden an dem durch diesen Brauch betroffenen Menschen nachweisen kann, während wir, lebend wie wir hier diskutieren, zahlreiche Vorteile aufzählen können.
    Der wichtigste Vorteil und Grund jedoch ist für jeden von uns, daß Brit Mila das Zeichen des Bundes mit haschem bedeutet.

    Bislang hatte ich meine Sicht darauf dahingehend pointiert, daß, wenn elementarster jüdischer Brauch durch ein deutsches Gericht als strafbare Handlung verurteilt wird, dann wird das Judentum in Deutschland selbst als strafbare Handlung verurteilt!

    Jedoch, so unschön es ist, was Frank aufgeschrieben hat:
    er bringt es auf den Punkt!

    Durch das Kölner Beschneidungsurteil wird gelebtes Judentum in Deutschland nicht nur kriminalisiert, sondern wir sollen dadurch gezwungen werden, unseren sichtbaren Bund mit haschem zu lösen bzw nicht einzugehen.
    Uns die Brit Mila nehmen zu wollen bedeutet gleichsam uns von Gott trennen zu wollen!

    So schließe ich weiter auf zum Offensichtlichen:
    es wird nicht geschehen (das muß dem Kölner Gericht bewußt sein!), daß wir uns trennen von haschem, nichteinmal dann, wenn man uns schon wieder durch uniformierte Mörder jagen läßt!
    DAS bedeutet dieses Kölner Beschneidungsurteil in seinem inneren Wesen!

    ~ * ~

    Für die Seite der Moslems kann ich nicht sprechen.

    Für die jüdische Seite kann ich nurmehr als Laie sprechen, doch im besten Wissen und Gewissen. ?”?
    Sollte ich in meiner Aussage aus Nichtwissenheit oder Unvorsichtigkeit etwas nicht richtiges geschrieben haben, sollte meine Zuspitzung ungeschickt oder krumm sein, so möchte ich kundigere Juden bitten, mich darauf aufmerksam zu machen.

    Eines, als “harmloseste Gewißheit” innerhalb der Gesetzgebung der BRD sollte wohl allen klar sein, selbst wenn es letztlich nur deutsche Gerichtsbarkeit feststellen kann, der wir als Juden und deutsche Bürger treu sind, das “Kölner Gerichtsurteil” verstößt gegen das deutsche GG, der “Religionsfreiheit”.

    A.mOr schalom un ale saj gesunt!

    • In der Tat! Es freut mich, dass Sie den Kern meiner Argumentation erfasst haben. Man kann Jude/Jüdin sein, ohne! an Gtt zu glauben. Man muss auch nicht als Deutscher christlich sein, sondern kann einfach ein deutscher Mensch sein. Ein Araber bringt es heute auf den Punkt:

      “Unser Jahrhundert der Aufklärung steht noch aus. Wir müssen uns befreien, von der Macht, der Religion, von der arabomuslimischen Kultur, die einen Araber dazu zwingt, wie ein Araber zu denken. Ein Araber kann wie ein Mensch denken und nicht nur wie ein Araber.”
      Quelle:
      http://derstandard.at/1341844851315/Islamismus-ist-eine-echte-faschistische-Ideologie

      • Schalom Frank,
        es ist Ihre Angelegenheit, ob Sie mit oder ohne G*tt leben wollen, Hauptsache, Sie handeln gut und gerecht, so wie Rabbi Hillel es zB vorschlägt:

        Was Du nicht willst, das man Dir tu’,
        das füg’ auch keinem anderen zu.

        Auch als vernünftiger Wegweiser gelten die sogenannten ‘Noachidischen Gebote’, falls es Sie interessieren mag.

        Wenn ich Ihren Hinweis also als Diskussionsbeitrag nehme, als Stellungnahme also, dann ist’s in Ordnung, denn wie gesagt, Sie sind für sich selbst verantwortlich.

        Wenn Ihr Beitrag allerdings eher eine ‘Forderung’ beinhaltet, dann sind Sie hier am falschen Ort. Keine Sorge, niemand von uns kommt bei Ihnen vorbei, um Ihnen mit dem Prügel oder Endlos Totlaberei den Glauben beizubringen! :P

        Die Sache ist (scheinbar) ziemlich einfach, geht es Ihnen gut (und hoffentlich gelingt Ihnen das in Selbstbestimmung), so geht es gleich auch den Menschen, mit denen Sie zu tun haben besser usw.
        Betrifft also (irgendwie) uns alle, und ist niemandes Schaden.

        Zur Sache selbst nochmal kurz, Sie schreiben:
        Man kann Jude/Jüdin sein, ohne! an Gtt zu glauben.
        Das stimmt zwar für Sie persönlich, aber wenn Sie sich im Herzen abkehren, dann dürfte Ihnen schon die nächste Frage entweder spannend oder auch komplett gleichgültig sein: werden Ihre Kinder auch Juden sein?

        Ansonsten ist’s doch so, daß jeder nach seiner Auffassung glücklich werden soll, und das betrifft natürlich auch die Eltern, die ihren Kindern den möglichst besten Weg ins Leben ebnen wollen.
        Gehen Sie doch nur mal in die Geschichte ein wenig zurück: was hat es allzuvielen Menschen jemals erbracht, wenn wenige diktatorisch über die Köpfe vieler hinweg entschieden, wer sie zu sein haben?

        Viele Menschen sind schon -wie’s scheint- ganz froh darüber, wenn andere ihnen Entscheidungen abnehmen, nur sehe ich bis zum heutigen Tag nicht, daß die Bestimmer über Viele ihrer Verantwortung gerecht werden.
        Das hat wohl damit zu tun, daß Weisheit sich eben gewöhnlich nicht in Spitzenämter boxt.
        Traurig auf einer Seite, auf der anderen aber verständlich.

        Die Menschen, die in der Lage sind, ihren Verstand mit Vernunft und Herz zu kombinieren, sie mögen nicht gerade ein leichteres Leben haben, aber ihrem Urteil und ihrer Einstellung zum Leben ist meist zu trauen. Außerdem, ich denke an solcher Stelle kann man dann auch guten Gewissens sagen: sie sind einfach Menschen.

        Halten Sie sich in Ihrem Umfeld an solche Leute, die Ihnen Respekt gegenüber haben.
        Hüten Sie sich vor absolut(istisch)en Wahrheiten und auch falschen Versprechungen.

        Hoffentlich ist es Ihnen recht, wenn ich Ihnen solche Vorschläge unterbreite, ich denke, daß Sie erkennen, daß es sogar für mich -sozusagen symbolisch am anderen Ende der Welt- einen gewissen Nutzen hat, aber auch ansonsten nur gut gemeint ist, nur Empfehlung also, nicht Naseweiserei.

        Danke übrigens für den interessanten link zu dem Interview mit Boualem Sansal.

        Hoffe, es gelingt Ihnen gut einfach Mensch zu sein, so einfach, so mitten unter Menschen, ist das schließlich nicht.
        Wünsche Ihnen eine gute Woche.

    • Gerade habe ich einen Blick in die Ärztezeitung geworfen. Die Leserbriefe/Kommentare sind noch ein wenig gravierender, wenn man bedenkt, dass da Leute schreiben, die sich einer gewissen Humanität verschrieben haben sollten: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/817256/beschneidungs-urteil-jetzt-pandoras-buechse-offen.html

      • Ja, Chajm,
        hatte die Kommentare noch letzte Woche gelesen,
        nur keine Zeit zum Kommentieren mehr aufgebracht.
        Aus medizinischer Sicht kann ich verstehen, daß die Beschneidung schlicht und einfach unnötig erscheint. Was mich, wohl wie Dich, wundert, ist diese fahrlässige Respektlosigkeit gepaart mit Unwissenheit (Interesselosigkeit) gegenüber unserem Anliegen/unserer Sorge.

        Im Übrigen habe ich mehr den Eindruck in Erinnerung, daß -ohne, daß es explizit (außer bei einem) ausgesprochen wurde- eher die Beschneidungspraxis der Moslems dort in der Kritik (bzw Ablehnung) stand, während das Judentum (geschickt von den Kölner Gerichtlern eingefädelt?) sozusagen nur Beifang (zB Delphine bei der Tunfisch-Jagd ;) ?) zum Roten Tuch darstellt.
        Aber wenn ich mich recht erinnere, dann haben ein oder zwei es gleich genutzt, um ihrer Skepsis gegenüber Hebräern Ausdruck zu verleihen.

        Wie Du schon woanders erwähnst, in den Empörungen darüber, warum wir es wagen aufzumucken, steckt weit mehr dahinter, als nur dieser Anlaß, wie er sich nun bietet.
        Elisabeth BG sprach es wohl auch schon an, da ist eine Frucht, deren üble Saat nun schon über Jahrzehnte gesetzt wird, die immer üppiger wird, scheint mir. Cholile.
        (Und hoffentlich nur Hysterie von mir, in den blogs schreiben schließlich auch nur die, die sich äußern wollen…)

        Schawua tow (ale.hem)!

  7. Dank für die präzise und gute Formulierung unserer Einstellung zu Brit Mila, ich kann das nur ganz einfach zusammenfasn. Würde ich heute vor der Wahl stehen, meinen Shn zu beschneide, würde ich JA!!!!! sagen. Aus Überzeugung und mit allen (deutschen) Konequenzen. Aus den von Euch dargestellten Gründen. Weil es gar nicht anders möglich ist.

  8. Mehr noch als das Urteil des LG Köln (und ich habe mir sagen lassen, in Juristenkreisen sei es für seltsame Urteile bekannt, die überdurchschntitlich häufig von des nächsten Instanz kassiert würden; kann das nicht prüfen) hat mich die öffentliche Reaktion darauf erschreckt.
    Mir ist klar, dass u. a. die blutige Geschichte der europäischen Christenheit, die Aufklärung, der Zeitgeist das Glauben heute schwieriger machen. Aber die abgrundtiefe Verachtung, Verständnis- und Respektlosigkeit der Religion gegenüber, die vox populi in diversen Foren zum Ausdruck bringt, finde ich einfach beängstigend.

    Vielleicht hätte ich angesichts von ??? ?’ ????? ?? ????? ???? ??? ????? ???? ???? ????? nicht allzu überrascht sein sollen. Vielleicht ist das ein Wink von Oben mit dem ganzen Zaun (nicht bloss mit dem sprichtwörtlichen Pfahl), dass dies eben nicht unsere Heimat ist. Vielleicht ist sehen wir die Erfüllung von ?????? ????? ????? ???? und ????? ???? ???? ????.

    Die Welt wird auch diesmal nicht am deutschen Wesen genesen…

  9. … die Diskussion ist nur der Anlass für die Antihaltung …

    das scheint mir in der Tat auch so! Mir fallen dazu nur die Worte des berühmten Philosophen Udo Jürgens ein: “… warum nur, warum? …” :)

    Shalom

    Miles

    • Warum, Miles? Weil es wohl nur eine trügerische Ruhe war, für Juden in den letzten 60 Jahren. Schon bei dem letzten Bericht über Antisemitismus hätten wir gewarnt sein sollen. In Deutschland ist es wohl so, daß der symbolische Jude ( der ermordete Jude) und das steingewordene Judentum ( neue Synagogen, Gedänkstätten) ausreichen, um das neuerwachte jüdische Leben hochleben zu lassen. Lippenbekenntnisse und Sonntagsreden. Mein Vater s.A. sagte immer wenn es um jüdiches Leben in D ging, “Es geht uns gut. Bis jetzt.”

      Auf gute jüdische Art beantworte ich Deine Frage mit Gegenfragen.
      Weil wir andere Prinzpen haben und das Fremde verunsicher, Angst macht, Agression auslöst?
      Weil man uns in der Tat Auschwitz nicht vergisst?
      Weil Antisemitismus latent vorhanden ist und jetzt der Damm gebrochen ist?
      Weil de Idee des Gut-sein-wollen um sich geift?
      Weil hier Urängste (Kastrationsangst?) aufkommen?
      Weil Glauben suspekt ist und nur Wissen zählt?

      Ihr könnt gerne fortsetzen. Ich habe nur Fragen, keine Antworten.

      Viellicht bin ich auch nur so wütend weil mr die Augen so brutal geöffnet werden

  10. Die Welt macht sich Sorgen über die Lustfähigkeit beschnittener Männer. ???”? “Maimonides” scheint mir das sogar zu bestätigen. Mir fehlt die Vergleichsbasis.
    Stellt sich die Frage, ob wir auf dieser Welt sind, um unsere tiergleiche Seite auszuleben. Die Welt sagt ja. Wir sagen nein, Wir sind nicht hier, um zu nehmen, insbesondere nicht exzessive “fleischliche Vergnügungen”. Wir sind hier, um zu geben.
    Das hebräische Wort für Liebe, ????, kommt von ??, geben. Die Welt stellt sich auch in zwischenmenschlichen Beziehungen primär die Frage: “What is in it for me?” Wir sind folglich nicht erstaunt über Scheidungsraten etc.

    Apropos ?????:
    Wie sonst soll mann es nennen, wenn man von all dem sehr gerne profitiert, aber die Mechanismen, die all dieses Geben ermöglicht haben, sabotieren möchte?

  11. “In the original version of the Torah, the book of J, circumcision is not even mentioned. Fallible men devised circumcision as a way to curb masturbation. Even Rabbi Maimonides acknowledged this fact.”
    Es ist schon eine ziemliche Unverschämtheit, um nicht zu sagen dreiste Lüge, Maimonides in den Mund zu legen, er habe gesagt Teile der Torah seien von Menschenhand geschrieben.

  12. Auch eine Legalisierung wird zur Folge haben, dass Juristen dieses Urteile über Jahre hinweg anfechten werden. Es ist in einem Rechtsstaat nicht möglich so etwas zu verankern, es sei denn er wird aufgelöst, was hier wohl gewollt wird.

    • Einspruch! Eine Legalisierung geschieht per Gesetz, nicht per Urteil. Möglich wäre dann nur, das Gesetz auf den Prüfstand zu stellen!

    • Och ne. Legalisierungen erfolgen durch ein Gesetz des Gesetzgebers (Legislative) . Daran muss sich die Judikative halten. Wenn man schon über einen Rechtsstaat philosophiert, sollte man wissen, worüber man spricht. Stichwort Gewaltenteilung. Nur das BVG kann den Gesetzgeber dazu bringen, ein Gesetz zu ändern. Das sollten man eigentlich schon mal gehört haben. Siehe GG.

      • Stimmt nicht so ganz (abgesehen davon, dass Klaus Sehn gar nicht darüber geschrieben hat, wer Gesetze erlässt und wer nicht; ihm ging es nur um die anhaltende juristische Diskussion, selbst wenn es zu einer Legalisierung käme). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte könnte ein Urteil fällen, das in Deutschland gesetzmäßige Geltung hätte.

        • “Stimmt nicht so ganz (abgesehen davon, dass Klaus Sehn gar nicht darüber geschrieben hat, wer Gesetze erlässt und wer nicht; ihm ging es nur um die anhaltende juristische Diskussion, selbst wenn es zu einer Legalisierung käme).”

          Oh bitte, wir können schon lesen.

          Da stehts:

          “dass Juristen dieses Urteile über Jahre hinweg anfechten werden”

          “Anfechten!! Das kann man wohl kaum, wenn es ein Gesetz gibt.

          Adios.

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