Nov 08 2009

Videokommentar zu Chaje Sarah

von Chajm 00:45 unter Filme & Videos,Jüdisches

Entsenden wir einen weiteren Testballon. In den Kommentaren zum ersten gab es Lob und Kritik, einige interessante Hinweise und einige Dinge, die schon ein professionelles Herangehen erfordern. Das ist jedoch nicht beabsichtigt. Es wurde also in der Woche keine Ausrüstung angeschafft, nur der Hintergrund ein wenig verändert. Nun sehen wir einen Kopf vor einem Regal, statt vor einer weißen Wand. Wieder mit einigen Aussetzern, aber im direkten Gespräch hätte ich die wahrscheinlich auch.
Im Netz fand ich schon einige Videos zu religiösen Themen, häufig von einem Mann der gerne mit erhobenem Zeigefinger spricht und seine Zuschauer dadurch überzeugen will, indem er ihnen verspricht, dass sie in der Hölle landen würden, wenn sie nicht tun, was er empfiehlt. Holzhammerargumentation. Einige Leser werden wissen, wen ich meine.

8 Kommentare

8 Kommentare to “Videokommentar zu Chaje Sarah”

  1. ramona ambsam 8. November 2009 um 07:20 1

    fein!

  2. Klausam 8. November 2009 um 11:22 2

    Gedanken zu Chaje Sarah:
    Wenn man von einem Leben in der geordneten Mittelschicht ausgeht, hat der Rat, mit dem Bestehenden zufrieden zu sein, sicherlich seine Berechtigung. Er stößt da an Grenzen, wenn man dieses Milieu verlässt, wo z. B. eine allein erziehende Mutter nicht weiß, wie sie den Monat überstehen soll und wo sie noch einsparen könnte, um ihren Kindern das Nötigste zu bieten.

    Solange Religionen nur einen Teil der Gesellschaft ansprechen, bleibt ihre Reichweite im Volk limitiert.

  3. Chajmam 8. November 2009 um 19:39 3

    @Klaus Das ist aber gar nicht der Punkt. Es geht weder um die Menschen, die gar nichts haben (das wäre ja der blanke Zynismus), noch darum, sich mit dem Ist-zustand zu begnügen. Dann bräuchte man ja auch keinerlei Ehrgeiz mehr zu zeigen. Es geht darum, dass man sich nicht auf das fokussiert, was andere besitzen, sondern auf das, was man hat. Wer nicht einmal das nötigste hat, soll von der Allgemeinheit unterstützt werden (es gibt da ein ausgeklügeltes System der Zedakah) und der soll auch nicht damit vertröstet werden, dass man sagt, man könne mit dem zufrieden sein, was man hat. Hier ist die Gesellschaft aufgerufen, gleiche Chancen für alle zu schaffen.

  4. Shabbes-Goiam 9. November 2009 um 19:29 4

    Nu. Ja. Da steht, Abraham wurde mit allem gesegnet. Du fragst Dich, was heißt alles und kommst auf den Besitz. Steht da auf loschenkodesch wirklich Besitz oder nur alles? Man kann nämlich auch mit nicht besitzbaren Gütern gesegnet sein, als ganz profanes Beispiel mit Gesundheit. Oder z.B. mit Gerechtigkeit.

  5. Shabbes-Goiam 9. November 2009 um 20:15 5

    Tja, und dann Zufriedenheit an sich und überhaupt. Gut, es steckt Frieden drin, Shalom, aber irgendwie passt für mich Zufriedenheit überhaupt nicht zur Thoire. Wer war denn in der Thoire zufrieden, sieht man mal von Adam & Eva ab, bevor die Schlange in´s Spiel kam?
    Stell Dir vor, der junge Moses wäre mit allem zufrieden gewesen? Er hätte die gehobene Beamtenlaufbahn bei seinem Pflegegroßvater eingeschlagen und mit Sinai wäre es Essig gewesen. Und dann der Moshiach. Welcher Zufriedene braucht einen Moshiach? Wozu? Außerdem heißt es ja nicht ohne Grund “Am Israel”. Der/die mit Hashem streiten. Welcher Zufriedene streitet denn? Es sei denn aus Langeweile und was wäre das für ein Streit.
    Ich selbst bin ein grundsätzlich höchst unzufriedener Mensch. Berufsbedingt. Keine Vorstellung ist wie die andere. Gut, es gibt gute, es gibt schlechte, aber es gibt nie die Perfekte, die wirklich zufriedenstellende. Es gibt immer eine Pause, die man etwas länger hätte halten können, eine treffendere Betonung, ein etwas bessere Timing, besseres Zusammenspiel mit dem Partner, mehr Antennen für das Publikum. Aber leide ich unter meiner Unzufriedenheit? Im Gegenteil, sie treibt mich an, macht das Leben spannend und lebenswert. Wenn ich jemals die perfekte rund rum zufriedenstellende Vorstellung geben würde, ich würde es an den Nagel hängen, was aber zum Glück nie passieren wird.
    Zufriedenheit? Hat irgendwie einen Hauch von BethChajm.
    Gitt Woch
    Dein
    Shabbes-Goi

  6. Chajmam 9. November 2009 um 22:53 6

    @Shabbes-Goi Da steht kol also, tatsächlich einfach nur alles und das kann tatsächlich alles umfassen. Ich bin jetzt einfach mal auf die materielle Ebene eingegangen. Sicher kann man das auch anders verstehen, wie Du es geschrieben hast. Mit Antriebslosigkeit oder Untermotivation hat das auch nichts zu tun. Das schrieb ich ja bereits an Klaus in Kommentar Nr. 3…

  7. Shabbes-Goiam 9. November 2009 um 23:17 7

    @Baleblog: Ne, mit “Antriebslosigkeit oder Untermotivation” hat das nichts zu tun, habe ich auch nicht so gemeint. Aber der Aufruf sich mit dem zu bescheiden, was man hat, was einem gegeben ist, das ist weder milchig noch fleischig, nicht mal parve, irgendwie, na zufrieden eben, Challe ohne Salz.

  8. Shabbes-Goiam 10. November 2009 um 14:26 8

    Zu Kommentar Nr.5 & Nr. 7: das bezieht sich natürlich auf rein immaterielle Segnungen! Materiell bin ich als freischaffender Selbständiger eher ein Bescheidener.

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