Mai 28 2009
Ein Mann wehrt sich gegen den Vorwurf jüdisch zu sein
Richard Herzinger beschreibt in seinem Text Wie ich im Internet zum Juden erklärt wurde darüber, dass ihn jemand bei der Wikipedia zum Juden erklärt hatte (siehe hier). Dort war er über Nacht ein jüdischer Literaturwissenschaftler. Bei der deutschen Wikipedia ist man aber vorsichtig geworden und listet Juden nur in einer speziellen Kategorie auf, wenn ihr Judentum einen Einfluss auf ihr Werk hatten oder sonst von Wichtigkeit für sie war. Die englische Version führt dagegen einfach eine Liste von Juden, auch speziell von deutschen Juden bei denen die Religionszugehörigkeit eigentlich keine Rolle spielen sollte (hier). Bei Personen wie Goethe oder Rilke ist hingegen nicht vermerkt, welcher Religion sie angehören. Goethe wurde dafür aber der Kategorie Mitglied der Illuminaten zugeordnet.
Aber Herzinger lässt sich das nicht gefallen und geht dagegen vor und schließlich wird der Zusatz aus dem Beitrag zu seinem Namen gelöscht. Auf den Diskussionsseiten des Artikels kündigt er auch rechtliche Schritte an, sollte weiterhin behauptet werden, er sei Jude (hier) – als sei das ehrenrührig und läuft damit in eine geschickt gestellte Falle. Aber das ahnt er selber:
Denn das Perfide an der Stigmatisierung, die der unbekannte Wikipedia-Eintragschreiber bezweckte, ist, dass sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist. Warum sollte denn ein deutscher Publizist eigentlich nicht jüdisch sein?
Die Verbreiter der Legende, ich sei Jude, verfolgen damit aber eine bestimmte Absicht. Sie wollen die Botschaft aussenden, ein Autor, der solche Ansichten über Israel und die Juden vertritt wie Herzinger, könne kein richtiger Deutscher sein. Und in nicht wenigen, vielleicht nicht offen antisemitischen, aber doch für klischeehafte Vorstellungen anfälligen Gehirnen könnte diese Verunglimpfung durchaus hängen bleiben. von hier
Das ist ein perfides Spiel, weil derjenige, der es dementiert, zeigt, dass es ihm unbehaglich ist, als Jude gesehen zu werden und auf der anderen Seite ist es den Antisemiten egal, wer tatsächlich Jude ist und wer nicht. Antisemitismus speist sich ja nicht aus Sachargumenten. So ist es auch mit sachlichen Argumenten die man anführt um zu zeigen, was hinter der weit verbreiteten Israelfeindschaft steckt. Es ist nicht die Abneigung gegen die Politik irgendeines Staates, sondern es ist die Abneigung gegen irgendetwas, was der Staat Israel tut und gegen alle, die das kritisieren. Das es etwas schlechtes ist, jüdisch zu sein wird dann anschließend dadurch bestätigt, dass sich Menschen dagegen wehren, als Juden bezeichnet zu werden. Teufelskreis, Teufelskreis… Wie man dagegen ankommt? Vielleicht, wenn es etwas entspannter mit dem Vorwurf umgeht und nicht in 2000 Zeichen begründet, warum es auf gar keinen Fall sein kann, dass man jüdisch wäre. Es reicht in der Wikipedia auch durchaus eine Quelle einzufordern, statt mit rechtlichen Schritten zu drohen. Wobei es ein interessanter Prozess wäre bei dem erörtert wird, ob es strafbar ist, jemanden jüdisch zu nennen… Schauen wir mal, ob Wolf Biermann sich wehrt, in der Liste der deutschen Juden aufzutauchen, denn der ist auch kein Jude. Oder ein Kollege Herzingers, Alan Posener der als Jude geführt wird, aber ebenfalls keiner ist.
62 Kommentare






Sind wir nicht alle ein Bisschen Juden?
Bist du dir sicher, dass mit dem Attribut “Jude” ausgerechnet die Religionszugehörigkeit gemeint ist?
Wenn nicht, dann ist die Frage, ob etwa bei Goethe das Glaubensbekenntnis vermerkt ist, eigentlich irrelevant.
Ich würde aber schon davon ausgehen, dass bei Goethe darauf hingewiesen wird, dass er Deutscher war (was nicht mit seiner Staatsangehörigkeit zu verwechseln ist, denn eine deutsche hatte er nie).
Ich trenne kategorisch nicht zwischen „Deutschen“ und „Juden“.
Diese Unterscheidung stammt nämlich aus dem Instrumentarium der „Ausgrenzer“ die Juden als Fremde und ungleiche Bürger angesehen haben und weiterhin ansehen.
Auch nach der Schoah betrachtete man Juden natürlich nicht wirklich als deutsche Bürger. Waren doch nichtjüdische und jüdische Bürger durch die Geschichte getrennt. Diese Trennung ist also eigentlich ein Konstrukt des deutschen Antisemitismus (ein offensichtlich sehr erfolgreiches).
1992 gab es ein Spiegel Sonderheft „Juden und Deutsche“ und nicht „Juden in Deutschland“ oder „Judentum in Deutschland“ wodurch deutsche Juden natürlich als Nicht-Deutsche ausgegrenzt werden. Das ist natürlich Antisemitismus. Ebenso übrigens wie die Rede von den „jüdischen Mitbürgern“, als ob jüdische Deutsche keine richtigen oder vollwertigen Bürger wären.
Na, wie aus dem obigen Blogeintrag schon zu erwarten war, verwechselst du zwischen Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit. Du darfst nicht davon ausgehen, dass jeder Bürger der Bundesrepublik sich notwendigerweise zum deutschen Volk zählt. Und was machst du dann mit den Deutschen, die (noch) im Ausland leben? Ganz zu schweigen von Goethe, der nach deinen Kategorien eben kein Deutscher gewesen sein darf, da er keine “deutsche” Staatsangehörigkeit besaß. Darf ich dich also auf einen Text von mir hinweisen? Da ist er: http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/allgemein/2009-05-13/staatsangeh-rigkeit-vs.-volkszugeh-rigkeit
Ohnehin schließt es sich nicht aus, dass man sich zu beiden Völkern zählt.
Um aber aufs eigentliche Thema zurückzukehren: Bist du dir sicher, dass mit dem Attribut “Jude” ausgerechnet die Religionszugehörigkeit gemeint ist?
Für mich ist das Judentum keine Nationalität, von daher stellt sich mir diese Frage nicht. Das war es in der Sowjetunion. Wenn wir uns zum „Am Jisrael“ rechnen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass wir nicht auch Deutscher, Engländer oder Franzose sein können.
“Wenn wir uns zum „Am Jisrael“ rechnen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass wir nicht auch Deutscher, Engländer oder Franzose sein können.” – Nein, das bedeutet es tatsächlich nicht, allerdings auch dann nicht, wenn man sich zur jüdischen Nation zählt.
“Für mich ist das Judentum keine Nationalität, von daher stellt sich mir diese Frage nicht.” – Dass deine subjektive Meinung so ist, dass Israel für dich eine Religion darstellt, ist schon aus dem obigen Blogeintrag ersichtlich. Aber es geht hier ja um diesen Wikipedia-Artikel, den, soweit ich weiß, nicht du geändert hast.
Darum nochmals meine Frage: Bist du dir sicher, dass mit dem Attribut “Jude” ausgerechnet die Religionszugehörigkeit gemeint ist?
Natürlich bin ich mir da sicher
Sonst hätte ich das ja gar nicht erst begründet. Siehe Beitrag 3…
Chaim, Kommentar Nr. 3 bezieht sich, soweit ich das recht verstehe, auf deine Meinung. Wenn der Wikipedia-Artikel aber von einer anderen Person geändert wurde, ist hier deine subjektive Auffassung genauso relevant wie die meinige, nämlich gar nicht.
Mit anderen Worten: Es kann sein, dass die Person, die den Wikipedia-Artikel geändert hat, diesen Attribut so verwendet hat, wie du ihn verstehst. Das kann es sein, muss es aber nicht.
Wieso kannst du dir also sicher sein, dass jene Person ausgerechnet die Religionszugehörigkeit gemeint hat?
Ach so. Jetzt wird mir der Hintersinn Deiner Frage bewußt. Wichtiger wäre in meinem Zusammenhang viel eher die Frage, wie Herzinger den Begriff versteht und warum er ihn so wehement zurückweist. Bei der Wikipedia gehe ich natürlich davon aus, dass man die Religionszugehörigkleit vermerkt, bin mir aber durchaus bewußt, dass es durchaus Personen dort gibt, die das Wort in einem „völkischen“, ja ausgrenzendem, Sinne verwenden oder verwenden wollen. Dieser Meinung ist vielleicht auch ein großer Teil der deutschen Bevölkerung…
Dieser reflektive Vorbehalt hätte m. E. im obigen Blogeintrag mit reingeschrieben werden sollen.
Denn im Moment sieht es so aus, als könnte man den Begriff nur im teilweisen Sinne der Religionszugehörigkeit verstehen:
“Die englische Version führt dagegen einfach eine Liste von Juden, auch speziell von deutschen Juden bei denen die Religionszugehörigkeit eigentlich keine Rolle spielen sollte (hier). Bei Personen wie Goethe oder Rilke ist hingegen nicht vermerkt, welcher Religion sie angehören.”
Die Frage, ob auch bei Goethe und Rilke die Religionszugehörigkeit erwähnt wird, ist also irrelevant – wie schon in Kommentar Nr. 1 erklärt.
Apropos Ausgrenzung aufgrund von Volkszugehörigkeit: Bist du gegen jedwede Volkszugehörigkeit? Also etwa auch dagegen, dass die Deutschen in Siebenbürgern weiterhin deutsch bleiben? Oder nur gegen die jüdische?
Das Problem hat noch eine andere Seite. Wer für Israel Partei ergreift, setzt sich leichts des Verdachts des anschleimenden Philosemitismus aus. Für Deutsche ist das eine beliebte Methode sich (nachträglich) “unschuldig” zu machen. Herzinger weißt auf das Beispiel der Leute hin, die plötzlich einen jüdischen Großvater oder eine jüdische Großmutter hervorzaubern können (die den Nazis offenbar entgangen ist). Und der Gipfel des anschleimenden Philosemitismus ist es, den Anschein zu erwecken, man _sei_ Jude. – In diesem Sinne wehrt Herzinger sich völlig zu Recht gegen den Wickieintrag. Er “musste” den Eintrag korrigieren, um nicht den Eindruck zu erwecken, er sei ihm (insgeheim) ganz recht.
@EJ
Der Vorwurf des “anschleimende Philosemitismus” in Deutschland ist ja auch nicht so abwegig, für viele ist das sogar eine Ersatz-Religion. Wirklich um Juden und Israel geht es ja dabei kaum, eher um deutsche Befindlichkeiten.
@Chajm
Du sagst das Jude-Sein ist keine Nationalität. Das sehe ich auch so, aber manchmal habe ich den Eindruck das viele Juden das aber genauso sehen oder zumindest so rüberkommt. Ich glaube unter Juden ist man sich da auch noch nicht so schlüssig.
Wie sieht da die inner-jüdische Diskussion aus?
Nationalität in der Sowjetunion, wurde als Volkszugehörigkeit verstanden. In einem Vielvölkerstaat war es scheinbar nötig Menschen einem Volk, im ethnischen Sinne zuzurechnen.
Im modernen Deutschland wird Nationalität als Staatszugehörigkeit verstanden, also als Volkszugehörigkeit im politischen Sinne. Aus diesem Grund steht auch in jedem deutschen Personalausweis unter Nationalität „Deutsch“ oder nicht etwa das Geburtsland oder andere ethnisch-definierte Dinge.
Juden aus der Sowjetunion haben mehrheitlich die Definition der „Nationalität“, aus der Sowjetunion übernommen. Empfinden sich also weiterhin als jüdische Ethnie. Dem Judentum ist dieses Konzept jedoch fremd, da der Begriff „Jude“ kein ethnischer, sondern eher ein (religiös)-politischer ist.
Übersehen wird auch, dass es in der Sowjetunion durchaus eine Trennung zwischen Jude im (vermeintlich) ethnischen Sinn und Jude im religiösen Sinn gibt. Jude (jewrej), heißt im Russischen Hebräer. Einer, der der jüdischen Religion angehört heißt „iudej“.
Da Religionsausübung in der Sowjetunion eh verboten war, wurden beide Begriffe synonym verwendet. Alle Juden, wurden im Bewusstsein zu Hebräern und umgekehrt. Erst kürzlich ist mir das wieder in einer Übersetzung aus dem Russischen aufgefallen.
Es fallen aber tatsächlich Ähnlichkeiten auf, denn „Russe“ war historisch derjenige, der eine bestimmte Sprache sprach und der russisch-orthodoxen Kirche angehörte. Religion und „Ethnie“ waren also mit einander verwoben, da liegt es nahe diese Denkweise auch auf andere Bevölkerungsschichten zu übertragen.
@ Roman:
1. Seit wann gibt es diese “deutsche” Staatsangehörigkeit, die dir anscheinend so gut gefällt und mich genauso seltsam anmutet wie eine jüdische?
2. Auf meinem nicht-sowjetischen Personalausweis steht, dass meine Nationalität jüdisch ist. Dabei hat mich keiner gefragt, ob ich überhaupt an eine Gottheit glaube und wenn, an welche. Die Zugehörigkeit zu einer jüdischen Nation hängt folglich nicht so eng mit “Religion” zusammen, wie mancher denkt. Jedenfalls nicht enger als etwa das Deutschsein der Siebenbürger Sachsen: Zwar sind sie traditionell evangelisch, doch haben die Atheisten unter ihnen einen genauso guten Anspruch auf Einbürgerung in Deutschland wie die gläubigen.
„1. Seit wann gibt es diese “deutsche” Staatsangehörigkeit, die dir anscheinend so gut gefällt und mich genauso seltsam anmutet wie eine jüdische?“
Ich würde tippen, seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland? In den USA und Frankreich wohl schon ein paar Jährchen früher.
„2. Auf meinem nicht-sowjetischen Personalausweis steht, dass meine Nationalität jüdisch ist.“
Dann ist es a) falsch und b) geht es schlichtweg niemanden etwas an, was jemand für eine Religion ausübt oder nicht ausübt. In welchem Pass steht das?
„Die Zugehörigkeit zu einer jüdischen Nation hängt folglich nicht so eng mit “Religion” zusammen, wie mancher denkt.“
Zumindest nicht in deinem Fall. Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die eine oder andere Sicht richtig ist. Aber im Judentum fragt dich auch niemand, ob du Jude sein willst oder nicht. Ist deine Mutter jüdisch, dann bist du es auch, dann kannst du auch automatisch nach Israel auswandern oder so…
Außerdem fällt mir noch ein:
„Es reicht in der Wikipedia auch durchaus eine Quelle einzufordern, statt mit rechtlichen Schritten zu drohen. Wobei es ein interessanter Prozess wäre bei dem erörtert wird, ob es strafbar ist, jemanden jüdisch zu nennen…“
So einen Prozess gab es. In Deutschland ist es erlaubt einen Menschen als „Zigeuner-Jude“ zu beschimpfen, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.
@Yoav: “Volkszugehörigkeit”.
Sholem Yoav. Volkszugehörigkeit ist ein dermaßen schwammiger und diffuser Begriff, dass ihm jedwede Argumetationskraft fehlt. Wer oder was soll das Volk denn sein? Du kannst es letztendlich auch entsprechend der Definition im Rahmen der französischen Revolution als Peuble sehen, und dann ist es wieder was ganz ganz anderes. Hier waren das Volk die, die 1989 gegen die DDR Regierung unter dem Slogan, “Wir sind das Volk” auf die Straße gegangen sind. Die deutsche Staatangehörigkeit gibt es ebenfalls nicht seit 1945, sondern erst seit 1990. Davor stand da immer Bundesrepublik Deutschland, republic allemagne federale, bzw, Deutsche Demokratische Republik.
Wobei ich mich lange frage, wer denn die Deutschen überhaupt sind. Eine andere als eine politische Bedeutung kann in diesem Sinne dem “Deutschen Volk” gar nicht zugesprochen werden.
Frei nach Shakespeare: Freunde, Juden & Mitbürger!
Entweder war Ihr zu lange bei Schwester Scholastica in Behandlung Ihr wollt Euch einfach mit Gewalt um die Frage drumherumdrücken, um die es im Fall Herzinger geht! Das ist keine Frage von Volks- oder Staatsangehörigkeit, denn dass wäre ja ein Problem der Hörigen.
Worüber Herzinger da in der Welt schreibt, hat seine vollkommene Berechtigung, Teil des öffentlichen Diskurses zu sein, aber wie er schreibt, ist einfach Grotte, ein absolutes Eigentor und im Sinne der Sache kontraproduktiv. Und wenn ich Jude hier in der BRD wäre, würde ich Herzinger dafür ordentlich den Kopf waschen.
Aber zurück zum Kern des Artikels:
Machen wir uns nichts vor,
im Internet wird eifrig an einer überarbeiteten, teilweise sehr subtilen oft auch grobschlächtigen Neuauflage der Protokolle der Weisen von Zion gearbeitet. Zu Beginn der momentanen Wirschaftskrise wird Ackermann als Jude “geoutet”, LeemannBrothers, schön längst in anderen Händen wir als jüdische Bank vorgeführt, etc.etc.. , mittlerweile in den Kommentatleisten vieler Zeitungen, massiv auf rechten Seiten wie AlterMistdia etc.
In diesem Sinne ist es richtig, dass Herzinger zu dem Wikieintrag was schreibt, aber eben nicht so verklausuliert und vor allem ohne den Begriff Stigmatisierung. Macht Euch bitte nichts vor, es gibt in diesem Staate eine immer stärker werdende Fraktion, die vorallem über das Internet versucht, aus Jude und jüdisch ein Stigma zu machen. Und da wird es nicht reichen, sich hinter seiner Sonnenbrille zu verbergen und sich in sein Tzahal.Shirt kuschelnd smart darüberhinwegzusehen. Wenn Jude unter Schülern auf Schulhöfen in diesem Staat als Schimpfwort benutzt wird, ist das schmerzlich genug, aber man kann dem mit ein bißchen Courage leicht entgegentreten, indem man die entsprechenden Schüler mal kurz fragt, was denn ein Jude überhaupt ist um dann eine stammelnde Antwort des offensichtlichen Nichtwissens zu erhalten. Bei dieser ganzen Internetdiffamierung, nicht der Herzingers, sondern der der Juden, wir es schon etwas schwieriger und erfordert Einsatz und Widerspruch mit vereinten Kräften. Paul Spiegel s.A. hat 2005 geschrieben, die Situation in Sachen Antisemitismus sei in der BRD mittlerweile so, dass man als Jude getrost auf den gepackten Koffer verzichten könne. Ohne jede Polemik, jetzt, vier Jahre später, hast Du zwei Alternativen:
1. Du packst Deinen Koffer aus, hast aber sicherheitshalber einen zweiten gepackten auf dem Schrank.
2. Du packst Deinen Koffer aus und bist bereit, den leeren Koffer den neuen Faschisten und Antisemiten hier im Staate notfalls um die Ohren zu hauen. ( Natürlich sinnbildlich gemeint, nicht als expliziter Gewaltaufruf. )
1. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde 1934 von Hitler eingeführt und zwar im Rahmen der Auflösung der bis dahin souveränen Staaten, die das Reich seit 1871 ausgemacht hatten. Mehr dazu hier: http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/geschichte/2008-06-12/deutschland
2. Die Angabe zur jüdischen Nationalität steht auf meinem israelischen Personalausweis.
3. Ein Recht auf Einbürgerung im jüdischen Nationalstaat hat man auch dann, wer “nur” sein Vater Jude ist. Der Glaube an die jüdische Gottheit ist keine Voraussetzung hierfür.
4. Die Volkszugehörigkeit ist zwar in erster Linie ein subjektives Bekenntnis, jedoch korrespondiert dieses i. d. R. mit intersubjektiven Konventionen, die sich wiederum auch auf objektive Merkmale stützen.
5. Nicht nur in Israel gibt es ein Rückkehrrecht für Angehörige jenes Volkes, dessen Nationalstaat es ist. So dürfen sich im deutschen Nationalstaat Auslandsdeutsche einbürgern lassen, die bislang Bürger eines anderen Staates gewesen sind, ohne sich jedoch zum dortigen Volk bekannt zu haben (man denke etwa an die Deutschen in Siebenbürgen bzw. Rumänien). Geregelt wird dieser Anspruch im “Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge”, dessen Paragraph 6 auch Kriterium zur Bestimmung deutscher Volkszugehörigkeit festlegt. Weiteres hier: http://bundesrecht.juris.de/bvfg/__6.html
6. Im obigen Kommentar Nr. 4 habe ich Chaim auf einen Text von mir hingewiesen, der eben von dieser Verwirrung von Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit handelt. Vielleicht wäre er auch für euch interessant: http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/allgemein/2009-05-13/staatsangeh-rigkeit-vs.-volkszugeh-rigkeit
wer “nur” sein Vater Jude ist -> wenn…
Hier ist was Komisches passiert. Meine Antwort von 22h36 “muss noch freigegeben werden”. Das liegt vermutlich an ein paar Links, die in diesem Kommentar stehen. Da muss wohl die Korrektur von 22h42 ziemlich sinnlos, weil zusammenhangslos erscheinen… Ich entferne also die “http”s und versuch’s nochmals; wo “TTT-” steht, soll es durch “www.” ersetzt werden.
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1. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde 1934 von Hitler eingeführt und zwar im Rahmen der Auflösung der bis dahin souveränen Staaten, die das Reich seit 1871 ausgemacht hatten. Mehr dazu hier: TTT-chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/geschichte/2008-06-12/deutschland
2. Die Angabe zur jüdischen Nationalität steht auf meinem israelischen Personalausweis.
3. Ein Recht auf Einbürgerung im jüdischen Nationalstaat hat man auch dann, wer “nur” sein Vater Jude ist. Der Glaube an die jüdische Gottheit ist keine Voraussetzung hierfür.
4. Die Volkszugehörigkeit ist zwar in erster Linie ein subjektives Bekenntnis, jedoch korrespondiert dieses i. d. R. mit intersubjektiven Konventionen, die sich wiederum auch auf objektive Merkmale stützen.
5. Nicht nur in Israel gibt es ein Rückkehrrecht für Angehörige jenes Volkes, dessen Nationalstaat es ist. So dürfen sich im deutschen Nationalstaat Auslandsdeutsche einbürgern lassen, die bislang Bürger eines anderen Staates gewesen sind, ohne sich jedoch zum dortigen Volk bekannt zu haben (man denke etwa an die Deutschen in Siebenbürgen bzw. Rumänien). Geregelt wird dieser Anspruch im “Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge”, dessen Paragraph 6 auch Kriterium zur Bestimmung deutscher Volkszugehörigkeit festlegt. Weiteres hier: bundesrecht.juris.de/bvfg/__6.html
6. Im obigen Kommentar Nr. 4 habe ich Chaim auf einen Text von mir hingewiesen, der eben von dieser Verwirrung von Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit handelt. Vielleicht wäre er auch für euch interessant.
“1. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde 1934 von Hitler eingeführt und zwar im Rahmen der Auflösung der bis dahin souveränen Staaten, die das Reich seit 1871 ausgemacht hatten.”
Da sieht man, dass viele Begriffe einfach synonym genutzt werden. MIt Staatsangehörigkeit ist Staatsbürger gemeint und der ist:
“Deutscher im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG) und § 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) ist unter anderem, wer die Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland (die „deutsche Staatsangehörigkeit”) besitzt.”
“2. Die Angabe zur jüdischen Nationalität steht auf meinem israelischen Personalausweis.”
Da kenne ich mich nicht aus, ich habe mir sagen lassen, dass man auf den Ausdruck “Yehud” (?) im Pass mittlerweile verzichtet. Wenn das anders ist, dann ist das natürlich Käse.
“3. Ein Recht auf Einbürgerung im jüdischen Nationalstaat hat man auch dann, wer “nur” sein Vater Jude ist. Der Glaube an die jüdische Gottheit ist keine Voraussetzung hierfür.”
Das ist nicht richtig. Wenn man nicht an Gott glaubt, dann kann man eingebürgert werden. Wenn man aber an einen anderen Gott glaubt, dann darf man sich nicht einbürgern lassen.
“Nicht nur in Israel gibt es ein Rückkehrrecht für Angehörige jenes Volkes, dessen Nationalstaat es ist. So dürfen sich im deutschen Nationalstaat Auslandsdeutsche einbürgern lassen, die bislang Bürger eines anderen Staates gewesen sind, ohne sich jedoch zum dortigen Volk bekannt zu haben (man denke etwa an die Deutschen in Siebenbürgen bzw. Rumänien). Geregelt wird dieser Anspruch im “Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge”, dessen Paragraph 6 auch Kriterium zur Bestimmung deutscher Volkszugehörigkeit festlegt. Weiteres hier: bundesrecht.juris.de/bvfg/__6.html”
Was ja kein Widerspruch ist, allerdings wird auch dort geprüft, ob die Aussiedler dem Deutschen Kulturkreis (!) angehören. Es geht dort also nicht nur allein um die Ethnie.
So dürfen sich im deutschen Nationalstaat Auslandsdeutsche einbürgern lassen, die bislang Bürger eines anderen Staates gewesen sind, ohne sich jedoch zum dortigen Volk bekannt zu haben (man denke etwa an die Deutschen in Siebenbürgen bzw. Rumänien).
Dazu ein Kuriosum am Rande: Zu denen, die heute noch einen Anspruch auf die deutsch Staatsangehörigkeit haben, gehören auch diejenigen seinerzeit “Fremdvölkischen”, die im im sogenannten Volkslisteverfahren der Nazis als “eindeutschungsfähig” klssifiziert/ selektiert wurden: blond, blauäugig etc.
Geht es hier eigentlich noch um den oben aufgeführten Artikel oder ist das jetzt hier der Stammtisch der Heimatvertriebenen?
Stammtisch der Heimatvertriebenen
Der Zusammmenhang ist offensichtlich: Wie _ist_ man wer? Es geht um Identität, um (von “mir”) beanspruchte und um (“mir”) zugeschriebene oder verweigerte.
@EJ: Liebe / lieber EJ, ganz ohne Polemik und jenseits jedweden persönlichen Affronts, wenn das die Fragen sind, die Deine Identität bestimmen, hast Du sonst keine Probleme ?
Wenn interessiert es, was in Deinem Pass steht oder stehen könnte ?
ES geht darum, dass Du im Rahmen Deiner persönlichen Möglichkeiten die oder der bist, der Du sein willst, das ist Deine Identität. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Da hat EJ nicht unrecht, was man für einen Pass hat, wo man sich zuhause fühlt, wo man akzeptiert und gefördert wird ist schon für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit wichtig.
Wenn interessiert es, was in Deinem Pass steht oder stehen könnte ?
Das ist eine etwas sehr unhistorische und unpolitische Ansicht. Sie hat wenig mit unserer Wirklichkeit zu tun. Tatsächlich ist es wohl eher so: Leider interessieren sich allzu viele Leute dafür, was in eigenen und – vor allem – fremden Pässen steht. Der Pass – für was er für wen auch immer steht, Nation, Religion, sogar Rasse – macht den Unterschied aus zwischen “wir” und “die”, politisch, sozial, rechtlich …
Ihr seid ja eine lustige Truppe!
Während wir anderen Schawuot und Schabbat feiern, posten ein angehender Rabbiner (das sehe ich doch richtig?) und ein Vorstandsmitglied einer Gemeinde hier in hoher Frequenz und das dazu noch vollkommen verbissen und vollkommen ohne jede Ironie.
Mit dem Thema hat es natürlich nichts mehr zu tun. Dazu gab es mittlerweile schon zwei Kommentare die das ganz gut kommentiert haben… Die Auseinandersetzungen sind spannend und interessant, aber etwas Entspannung könnte sicherlich ganz gut tun…
Schawua Tov!
Zum neue israelischen Ausweis schreibe ich gerne später etwas… er hat sich ja seit 2004/2005 geändert und damit auch der Eintrag den Yoav mit Nationalität übersetzt…
Das hat mit dem Thema sehr viel zu tun, weil du ja in deinem obigen “Exposé” des Themas sehr viel voraussetzt, was nicht vorausgesetzt werden darf (Judentum=Religion?).
Der “neue” Ausweis ist eigentlich keiner. Dazu aber, wenn du wirklich darüber schreibst.
Der angehende Rabbiner hat übrigens ebenfalls Schawuot und Schabbat gefeiert, wenn auch nicht ganz so, wie du es gemacht hast bzw. meinst, es machen zu müssen. Ist er dadurch weniger “authentisch” geworden als du?
@Baleblog: “Während wir anderen Schawuot und Schabbat feiern, posten…”
Pardon, ich nehm es auf mich, ich habe durch provokante Ironie zum Verstoß gegen „Schomer Schabbat” durch Kneppelquetschen verleitet.
Slicha!
@Yoav Das führt uns aber vom Thema weg, nämlich von jemandem, dem es unangenehm ist, als Jude bezeichnet zu werden. In meiner Wahrnehmung ist darüber hinaus das Judentum in Deutschland eine Religion und keine Nationalität. Damit fährt das Land auch ganz gut.
Mit der Authentizitätsmasche kriegst Du mich nicht. Das hat ja jemand anderes eingeführt. Ich finde es einfach bemerkenswert, worauf die Leute an diesen Tagen ihren Fokus legen. Ob das mit meiner Auffassung von Observanz übereinstimmt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das muss jeder mit sich selber ausmachen.
Was ist hier “das Thema”? Nur das, *was* du als Thema begreifst? Oder auch die Art und Weise, *wie* du dieses Thema begreifst?
Dass du das Judentum ganz subjektiv (wie jeder Mensch) als Religion interpretierst, bezweifelt keiner und zuallerletzt ich. Deine Sicht hat allerdings, wie schon mal erklärt, nicht unbedingt so viel mit dem eigentlichen Thema zu tun. Vielmehr verrät sie, wie du dieses Thema begreifst. Und das ist wiederum ein ganz interessantes Thema.
Was “Observanz” mit Judentum deiner Auffassung nach zu tun hat, müsstest du in einem anderen Beitrag noch erklären, am besten aber so, dass es auch denjenigen sinnvoll wäre, die nicht davon ausgehen, dass das Judentum eine Religion wäre.
@Yoav: Ich finde, dass sich bei Volks- & Volkszugehörigkeitsargumentation die Katze ziemlich in den eigenen Schwanz beißt. Du verwendest da Begrifflichkeiten, die eigentlich seit 1918 längst passe sind und übernimmst gerade in Hinsicht auf “Deutschland” , für mich immer noch die BRD, Argumentationsmuster, die von den Volkstümlern und Nationalen stammen, die damals den Nazis den Boden bereitet haben. Pardon wenn ich das so direkt schreibe, ich will Dich damit nicht an den Rechten Rand rücken, sondern nur die Falle Deiner Argumentation aufzeigen. Deine Haltung und Argumentationsweise erinnert mich persönlich ein wenig an die der Juden des Deutschen Reiches (1918-1933) in der Weimarer Republik vor und und kurz nach der Machterschleichung. Wie bereits gesagt, Volk bezieht sich nicht nur auf eine Ethnie oder Nation, es gibt auch das Volk im Staate im Sinne der Mehrheit der Staatsangehörigen, die nicht an der Macht ist. Das jüdische Volk als Topos unter dem Aspekt und der Argumentationsweise der typisch deutschen Volkszugerörigkeitsfrage zu betrachten kann nur nach hinten losgehen.
Und außerdem, was spricht dagegen, das Judentum als Religion zu bezeichnen und sogar darauf zu “reduzieren” ? Im Sinne der eigentlichen Bedeutung, religio, Bindung, trifft es im doppelten Sinne in beiden Fällen zu. Du hast die Bindung zu Adoshem und die Bindung der Juden untereinander im Sinne von “Volk” bzw. im weiteren Sinne Verwandschaft. Und selbst wenn man als Jude nicht an Adoshem glaubt, kann trotzdem trifft Religio/Bindung als Bindung an das Judentum, seine Geschichte, Kultur und sein Schicksal zu. Vorallem durch die Option des Giur trifft die Reduktion des Judentums auf eine reine “Volkszugehörigkeit” nicht mehr zu, denn der Ger, vielmehr die Gerim, denn es sind ja nicht wenige, sind ja eigentlich nicht direkter Verwandte/”Volkszugehörige” via Abstammung, aber trotzdem vollwertige Juden via Entschluß, Geisteshaltung und Glauben an Adoshem.
Ich weiß nicht, warum man sich hier ein wenig streitet. Das Judentum, das sollte doch nun klar sein, ist eine Religions-und Volkszugehörigkeit. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Jude wird man über zwei Wege, über die Geburt oder über einen Giur.
Nicht umsonst heißt es, dass man über die Religion dem jüdischen Volk beitritt. Mit dem völkischem Denken alias damals in Deutschland, hat das aber nichts zu tun, auch das ist klar.
Ich begreife das Judentum nicht als reine Religion, sondern gehöre auch dem jüdischen Volk an. Warum es darüber immer wieder Diskussionen gibt, verstehe ich leider nicht.
Bei den Drusen ist es übrigens auch so, nur dass dort kein Übertritt möglich ist.
Wie das jeder persönlich hält, ist in dem Sinne doch nicht wichtig, sondern wie sich das Judentum insgesamt definiert.
“[...] kann nur nach hinten losgehen” – oder die raison d’être meines Staates bilden. Ich könnte dir übrigens genauso gut erwidern, dass du dich mit dieser Behauptung – nicht mir gegenüber, aber in politischer Hinsicht – auf sehr dünnes Eis begibst, denn damit behauptest du genau das, was die Führung der islamischen Palästinenser seit ihrem Anfang in den frühen 1960er Jahren behauptet und bis heute noch in ihrer Nationalcharta geschrieben steht. Denn wenn Israel nur eine Religion wäre und kein Volk, dürfte es natürlich keinen Anspruch auf sein Land erheben, dorthin zurückkehren, dieses zurückerobern und einen Nationalstaat gründen. Nicht zufälligerweise weigern sich sämtliche Führer der islamischen Palästinenser bis zum heutigen Tage noch, den Staat “Israel” als jüdischen Nationalstaat anzuerkennen. Denn sie wissen, dass sie damit die Existenz dieses Staates nicht nur hinnehmen müssten, sondern nunmehr auch legitimieren würden.
Eine intellektuell tragfähige Vorstellung von einem Staatsvolk, eigentlich eine Staatsnation, ist nur in Staaten möglich, die keine Nationalstaaten sind wie etwa die USA oder das ehemalige Österreich. Im heutigen Rumänien leben z. B. ganze drei Völker, die sich als solche verstehen. Bis zum Holocaust waren es sogar vier.
Die lateinische Etymologie bildet nichts mehr die “eigentliche” Bedeutung des heutigen Begriffs. Natürlich spielt der jüdische Nationalkult eine große Rolle, er ist aber nicht alles. Daher ist auch die Fokussierung auf den Kult – der sich erst dann in eine Religion zu verwandeln scheint – die eigentliche Reduzierung. Welchen Platz nehmen in deiner Auffassung denn atheistische Juden? Wenn das Judentum für dich nur eine Religion ist, bist du ja gezwungen, alle atheistischen Juden aus deinem Konstrukt auszuschließen.
Der Über- bzw. Beitritt ist bestenfalls, also wenn man es zu Ende führt, der jüdische Begriff für Assimilation ins jüdische Volk. Daher berechtigt er auch (abgesehen von innerjüdischen Streitigkeiten) zur Aufnahme in den jüdischen Nationalstaat. Wenn es beim Gijur um Religion ginge, würde es ja keinen Sinn ergeben.
@Yael1 Ja, gute Zusammenfassung und ist vollkommen korrekt. Allerdings sehe ich das nicht so, dass man seine Nationalität verliert , wenn man nun Jude werden würde. Ein Franzose wird dann vermutlich weiterhin Franzose bleiben (auch wenn er vielleicht den Wunsch verspürt, demnächst nach Israel einzuwandern) und jeder der ihm nach einem Übertritt das französischsein abspricht, wird vermutlich im Unrecht sein? Ist es nicht so? Und indirekt geht es darum in meinem Beitrag oben. Es geht nicht um die Frage, ob jemand Teil des jüdischen Volkes wird, wenn er übertritt. Das zu verneinen, wäre äußerst töricht.
Das kann man akademisch in schöne Worte kleiden, muss man aber nicht. Viele Juden in Deutschland sehen sich als Deutsche und als Juden, viele sehen sich aber auch als Juden in Deutschland mit deutschem Pass, einige haben andere Wurzeln und haben deshalb auch eine andere Sicht auf die Dinge. Wenn aber jemand von außen kommt und behauptet, ein Jude könnte kein loyaler Staatsbürger dieses Landes sein, dann ist das ein Skandal. Das ist Teil der Taktik, mit der man Herzinger als Juden enttarnen wollte. Skandalös ist aber auch, wenn man das unwidersprochen hinnimmt und sich statt dessen dagegen wehrt, Juden zu sein als gegen die eigentliche Absicht, aus dem Judentum einen negativen Begriff zu machen…
@Yael1 Nr. 35:
Letztendlich habe ich ja nichts anderes als Du behauptet, ich habe es nur in andere Worte gehüllt, weil für mich der Begriff “Volkszugehörigkeit” einfach eine braune Konnotation hat.
Gute Woche, Dein Shabbes-Goi
@Yoav Nr. 36:
“ich könnte dir übrigens genauso gut erwidern, dass du dich mit dieser Behauptung – nicht mir gegenüber, aber in politischer Hinsicht – auf sehr dünnes Eis begibst, denn damit behauptest du genau das, was die Führung der islamischen Palästinenser seit ihrem Anfang in den frühen 1960er Jahren behauptet und bis heute noch in ihrer Nationalcharta geschrieben steht.”
Ne, ich gehe da nicht auf dünnes Eis, weil ich den Staat Israel grundsätzlich nicht in Frage stelle oder stellen würde, wobei für mich der
Staat Israel, vor allem in seiner Gründungsphase, nichts im Geringsten mit jüdischer Religion oder daraus abzuleitenden Ansprüchen zu tun hat.
Es bestand damals die Notwendigkeit, den Staat Israel zu gründen, seine tatsächliche Gründung ist durch das durch den angeschlagenen Commonwealth und die Auflösung des britischen Mandates entstandene Machtvakuum möglich geworden, jetzt existiert er, das ist gut und berechtigt so, fertig. Und genau aus diesem Grund halte ich die Siedlungen in der Westbank für konterproduktiv, siehe hier:
http://www.sprachkasse.de/blog/2009/05/14/westbankreise/
Da du offensichtlich dieselbe Auffassung des Judentums – nicht jedoch dieselben Ziele – pflegst wie die islamischen Terroristen, die Israel als jüdischem Nationalstaat mittels ihrer eigenen Vorstellung vom Judentum als Religion jedwede Existenzberechtigung absprechen, muss ich dir die ganz ernst gemeinte Frage stellen: Welche raison d’être hat deiner Meinung nach der Staat, aus dem ich komme und der sich – wohl nicht zufälligerweise – Israel nennt?
dagegen wehrt, Juden zu sein als gegen die eigentliche Absicht
Verstehe ich die Passage richtig? Herzinger hätte nicht klarstellen sollen, dass er nicht Jude ist?
“Allerdings sehe ich das nicht so, dass man seine Nationalität verliert , wenn man nun Jude werden würde. Ein Franzose wird dann vermutlich weiterhin Franzose bleiben (auch wenn er vielleicht den Wunsch verspürt, demnächst nach Israel einzuwandern) und jeder der ihm nach einem Übertritt das französischsein abspricht, wird vermutlich im Unrecht sein? Ist es nicht so?”
Kein Widerspruch. Ich sehe es auch so. Ich kenne Gerim, die plötzlich keine Deutschen mehr sind. Mir kommt das immer nicht ganz koscher vor.
“Viele Juden in Deutschland sehen sich als Deutsche und als Juden, viele sehen sich aber auch als Juden in Deutschland mit deutschem Pass, einige haben andere Wurzeln und haben deshalb auch eine andere Sicht auf die Dinge. Wenn aber jemand von außen kommt und behauptet, ein Jude könnte kein loyaler Staatsbürger dieses Landes sein, dann ist das ein Skandal. Das ist Teil der Taktik, mit der man Herzinger als Juden enttarnen wollte.”
Ich verstehe worauf du hinauswillst. Diese Taktik ist leider bekannt. Ich wundere mich immer wieder, wenn mir Antisemiten oder andere, die keine Ahnung haben, plötzlich erzählen, ich wäre keine Deutsche. Die meisten wissen nicht, das ich eine Gioret bin, und ich finde es köstlich (ironisch gesehen), wie schnell es geht, anderen das Deutschsein absprechen zu wollen.
@Yael1: Wenn Du gestattest, hätte ich eine persönliche Frage an Dich.
Weder aus Impertinenz noch als Provokation, sondern schlicht und einfach interessehalber. Warum hast Du damals Giur gemacht ?
Weil Du, insofern Du von Deiner Einstellung her, zwischen diesen beiden Gründen überhaupt differenzierst, Jüdin werden wolltest oder weil Du an Adoshem glaubst ? Wenn Dir diese Frage zu privat sein sollte, kann ich das vollkommen respektieren.
Gute Restwoche noch, Dein Shabbes-Goi!
@Chajm Nr. 37: “sich statt dessen dagegen wehrt, Juden zu sein als gegen die eigentliche Absicht, aus dem Judentum einen negativen Begriff zu machen…”
Sag ich doch, entweder, wenn der Hertzinger immer so schreibt wie in dem Welt-Artikel, kann er nicht schreiben oder er ist so selbstverliebt, dass er in seinem Artikel komplett vergeigt, worum es eigentlich geht.
@ Yoav Nr. 40: “Welche raison d’être hat deiner Meinung nach der Staat, aus dem ich komme und der sich – wohl nicht zufälligerweise – Israel nennt?”
Raison détre hört sich ja höchst diplomatisch und staatsphilosophisch an. Wenn ich´s mal runterübersetze, geht es um den Grund zu Sein oder die Daseinsberechtigung Deines Staates, sprich des Staates Israel.
Welcher existierende Staat braucht eine Daseinsberechtigung ?
Braucht die BRD eine Daseinsberechtigung. Ein existierender Staat ist ein Fakt. Ce ´ca! Und da der Staat Israel ein Fakt ist, wozu braucht er da momentan eine Daseinsberechtigung. Ein Staat braucht nur in seiner Entstehungsphase eine Daseinsberechtigung, im Idealfall eine Vision von einer Staatform, die den Bedürfnissen aller Staatsangehörigen möglichst gerecht wird. Tzedek. Davon abegesehen unterstellst Du mir ja, dass ich dem Staat Isreal seine Daseinsberechtigung abspreche. Das liegt mit fern. Der Staat Israel ist entstanden als ein Bollwerk & Fanal gegen die Antisemiten und Rassisten. Gibt es einen schöneren Grund, einen Staat zu gründen ? Und dann noch einen autonomen sozialistischen Staat ohne die Moskauhörigkeit wie in der damaligen DDR, zumindest in den Anfängen. Beneidenswert! Maseltow! Ohne jede Ironie!
Dass Herzinger nicht besonders gut schreiben kann, glaube ich ebenfalls. Dass er “aus dem Judentum einen negativen Begriff” macht, kann ich aus seinem Text aber nicht lesen.
@EJ: Na ja, in dem ganzen herzigem Wust mußt Du schon sehr sehr genau hinsehen, um in dem Satz “Denn das Perfide an der Stigmatisierung, die der unbekannte Wikipedia-Eintragschreiber bezweckte, ist, dass sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist.” das “bezweckte” nicht zu überlesen. Irgendwie freut er sich mehr darüber, für einen Juden gehalten zu werden und keiner zu sein statt rüberzubringen, was da momentan an antisemitscher Diffarmierung im Internet stattfindet.
@schabbes-goi
das hatte rein religiöse Gründe. Ich habe das religiöse Judentum sehr schnell als meine Heimat empfunden und wusste, da gehöre ich hin. Das “Warum” wird auch mir wohl immer unergründlich bleiben, ich weiß es bis heute nicht genau. Deshalb ist es auch schwierig es anderen zu erklären.
@ Yael1: Danke für die Information.
Natürlich braucht die BRD eine Existenzberechtigung, die sie als die Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs findet und als deutscher Nationalstaat schließlich auf den 18.01.1871 zurückführt. Dieses Selbstverständnis wirkt in der Gesetzgebung (etwa im Bundesvertriebenengesetz), im Grundgesetz (etwa in der Präambel oder im Art. 23 nach alter Fassung) sowie in der Rechtssprechung (etwa im Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes zum Grundlagenvertrag 1973: “Das Grundgesetz [...] geht davon aus, daß das Deutsche Reich den Zusammenbruch 1945 überdauert hat und weder mit der Kapitulation noch durch Ausübung fremder Staatsgewalt [...] noch später untergegangen ist [...] Das Deutsche Reich existiert fort [...] besitzt nach wie vor Rechtsfähigkeit [...]“)
Aber lassen wir “Deutschland”.
Wenn ich dich recht verstehe, hat Israel entweder eine negative Existenzberechtigung (Antisemiten etc., und wenn es sie nicht gäbe?) oder es existiert um seiner selbst willen, also gar ohne Existenzberechtigung. Nun gut. Eines ist in dem Fall klar: Genauso wie die schlimmsten Gegner dieses Staates, akzeptierst du nicht sein Selbstverständnis als Nationalstaat des jüdischen Volkes, aus dem dieser Staat seine historische Bodenständigkeit herausschöpft.
Dazu kann ich nur eines sagen: Ein Staat, der sich nicht legitimieren kann, wird nur dauern, solange er nicht infrage gestellt wird (vgl. Donaumonarchie). Wird er aber infrage gestellt (wie Israel von Anfang an), so wird er ohne historische Legitimation nicht die Kraft auftreiben können, um den Herausforderungen standzuhalten.
Die stärkste Waffe der Araber war und ist die einfache Behauptung, dass die Juden kein Volk darstellen und daher keinen eigenen Staat brauchen. Leider gelingt es ihnen, immer mehr Leute davon zu überzeugen.
@Yoav Nr. 50: “Genauso wie die schlimmsten Gegner dieses Staates, akzeptierst du nicht sein Selbstverständnis als Nationalstaat des jüdischen Volkes, aus dem dieser Staat seine historische Bodenständigkeit herausschöpft.” Ein ungeheuer durchschlagendes Argument! Die Lösung des Nahostkonfliktes. Am besten malst Du Dir ein Transparent mit dem Slogan:” Israel hat seine Daseinsberechtigung, weil es der Staat des jüdischen Volkes!” ziehst damit vor alle arabischen Regierungssitze und diese Erkenntnis wird die Araber zur Einsicht führen.
@Yoav Nr. 50: “Antisemiten etc., und wenn es sie nicht gäbe?”
Es gibt sie aber, und sie werden leider immer mehr. Ohne an der Existenzberechtigung Israels rütteln zu wollen, wenn es damals keine Antisemiten, Progrome etc. gegeben hätte, gäbe es heute auch keinen Staat Israel. Das soll natürlich in keinster Weise ein Argument für die Antisemiten sein oder ihnen auch nur die geringste Existenzberechtigung zusprechen.
@Yoav: Ergänzung zu Nr. 52:
Damit es zu keinen Mißverständnissen kommt: selbst wenn es irgendwann mal keine Antisemiten mehr gegen, was ein sehr erstrebenswerter Zustand ist, wäre das dann für mich immer noch kein Grund, den Staat Israel aufzulösen oder im seine grundsätzliche Existenzberechtigung abzusprechen!
@Shabbes-Goi
Ich denke, die Gründe für die Gründung Israels und dessen Legitimierung sind die üblichen Gründe für jeden Nationalsstaat. Da sehe ich keinen Unterschiede.
Übrigens muss man eins klären. Sind Existenzrecht und völkerrechtliche Anerkennung dasselbe? Wenn ja, dann kann man keinen zwingen einen Staat anzuerkennen. Der Nordteil von Zypern wird von keinem anderen Staat anerkannt als der Türkei. Aber wenn das zwei verschiedene Dinge sind, dann kann man wohl das eine anerkennen ohne den völkerrechtlichen Schritt zu tun. Ob sich damit was löst, ist eine andere Frage.
Um zum eigentlichen Anlass zurückzukommen. Der Fall Hertzing ist kein Einzelfall, vielmehr gehört Wikipedia mittlerweile zum festen Instrumentarium der Neo-National-Sozialisten, mit dem sie latent und offensiv ihren Antisemitismus verbreiten und aber auch versuchen, dass allgemeine Geschichtsbild in ihrem kruden Sinne zurechtzurücken.
Zwei Artikel hierzu:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/wikipedia-rechtsaussen/
http://thiaziwatch.wordpress.com/2009/01/04/nazis-unterwandern-wikipedia/
Interessanterweise hat es diesbezüglich 2007 eine Anzeige gegen Wikipedia gegeben:
http://www.welt.de/webwelt/article1435970/Anzeige_gegen_Wikipedia_wegen_Nazi_Propaganda.html
die dann aber zurückgezogen wurde:
http://www.welt.de/webwelt/article1438716/Links_Politikerin_zieht_Wikipedia_Anzeige_zurueck.html
Im Zusammenhang mit dem Leitartikel der aktuellen Ausgabe der jüdischen Allgemeinen darf gespannt sein, wie sich die Gesetzesvorlage von der Leyens auf diesen Sachverhalt dann auswirken wird.
@Yoav
Das soll die schärfste Waffe der arabischen Gegner Israels sein? Also bitte! Die Gegner Israels sind auch gegen den Staat Israel weil nach deren Meinung die Schoah eine Erfindung der „Zionisten“ war, sie sind auch gegen einen Staat Israel, weil der angeblich einen Bestandteil islamischen Bodens „geraubt“ hat, oder weil das Marmeladenbrot zu häufig auf die falsche Seite gefallen ist, oder weil der Igel im Märchen „Der Hase und der Igel“ der zionistische Betrüger ist, oder weil eine schlechte Kopie der Micky Maus das im Fernsehen den Kindern erklärt. Kurzum: Die haben viele Gründe den Staat Israel abzulehnen. Daraus sollte man also keinen umgekehrten Schluß folgern, wenngleich es natürlich korrekt ist, dass dies ein Argument ist. Aber siehe meinen Kommentar zu Yael. Was ich ihr schrieb, hätte ich eigentlich auch schon vorher verwenden können. Darin wird auch erklärt, warum ich Hertzingers Auslassungen für fragwürdig halte.
Aus dem aktuellen „Ausweisdokument“ ist der Punkt לאום unter dem „jüdisch“ vermerkt war weggefallen (ist es nicht so?). Das meinte ich. Ich bin mir allerdings nicht sicher, dass אומה tatsächlich Nationalität bedeutet. Die Frage der wir aufs Glatteis gehen ist eigentlich folgende: Ist das Judentum eine „Ethnie“ oder nicht? Auf diese Frage habe ich keine abschließende Antwort…
Eine Ethnie, die sich durch religiöse Regeln definiert, genetisch jedoch keine Ethnie ist.
1. Sie dürfen viele Gründe haben (ob diese für einen nachvollziehbar sind oder, ist eine andere Frage). Viele Argumente haben sie aber nicht. Das stärkste Argument, stärker als jede Rakete, ist – wie etwa in der palästinensischen Nationalcharta – die Darstellung der Juden als Religion, mit der die Existenz eines jüdischen Nationalstaates vollkommen sinnlos wird.
2. Auch bei den Personen, die einen Personalausweis mit Sternchen unter “Nationalität” besitzen, besteht die Angabe nach wie vor, wenn auch “nur” im Computer. Das mit Sternchen geht auf einen innerjüdischen Streit zwischen Reformjuden und Orthodoxie zurück und hat nichts mit der grundsätzlichen Differenzierung im Staat Israel zwischen Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit/Nationalität.
3. Ich kenne kein einziges Volk, das heutzutage noch ethnisch “rein” ist. Völker bestehen heutzutage vielmehr auf Narrativen. Das bedeutet nicht, dass es keine Völker gibt: Nach der Wende ist in Osteuropa ein slowakischer Staat entstanden, um den Bedürfnissen des ihm vorausgehenden Volkes der Slowaken nach einem eigenen Nationalstaat gerecht zu werden. Nicht der Staat hat ein slowakisches Volk konstruiert, sondern umgekehrt. Und auch da sind nicht alle Staatsbürger gleich Angehörige des Volkes, dessen Nationalstaat es ist. Viele sind nämlich Ungarn.
@Yoav:
Hier ein sehr spannender Artikel zum Selbstverständnis des Staates Isreal, allerdings auch nicht von einem Israeli:
http://forward.com/articles/107066/
Gute Restwoche,
Dein shabbes-goi
@ Shabbes-Goi:
Der Autor kennt sich nicht mit der bereits bestehenden Rechtslage aus (der besagte Gesetzentwurf führt ins Rechtswesen keinen neuen Begriff ein). Und, was noch stärker auffällt: Auch der Text der Staatsproklamation 1948 ist ihm offensichtlich unbekannt.
“Ein Mann wehrt sich gegen den Vorwurf, jüdisch zu sein!”
Damit ging es hier los, richtig!?
Auch wenn es jetzt wohl keiner mehr liest: recht hat er, dass er sich dagegen wehrt, als Jude dargestellt zu werden, wenn er keiner ist! Ich wäre nämlich auch nicht begeistert, würde mich jemand als Katholik oder Protestant bezeichnen!
Shalom
Miles
Es denke, es geht eher darum, dass er sich deshalb dagegen wehrt, weil die Menschen, die ihm das Attribut Jude aus einem bestimmten Grunde änhängen, (den er selber beschreibt):
“Die Verbreiter der Legende, ich sei Jude, verfolgen damit aber eine bestimmte Absicht. Sie wollen die Botschaft aussenden, ein Autor, der solche Ansichten über Israel und die Juden vertritt wie Herzinger, könne kein richtiger Deutscher sein. Und in nicht wenigen, vielleicht nicht offen antisemitischen, aber doch für klischeehafte Vorstellungen anfälligen Gehirnen könnte diese Verunglimpfung durchaus hängen bleiben.”